FRAG´ ALICE!

Music: Jefferson Airplane – White Rabbit

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Es sind Momente in denen solides Schuhwerk einfach unerlässlich ist. Um diese zwar reale, aber doch wunderbare Welt zu erkunden beispielsweise. Der deutsche Arzt Dr. Klaus Märtens hat aus dieser Intention heraus einen Schuh konstruiert, der komfortabler war als die im Zweiten Weltkrieg damals gängigen Sicherheitsstiefel. So entstand ein Schuh mit eiem weicheren Fußbett. Eigentlich sollte der Schuh die Berufsgruppen entlasten, die die meiste Zeit auf ihren Füßen im Einsatz sind. Doch als London, das Land, in dem die Doc Martens hergestellt wurden, zur Modemetropole wurde, wurden die einstigen Arbeitsschuhe zu modischnen Statements. Die neue Kampagne von Doc Martens  heißt #standforsomething. Sie waren immer schon mehr als nur ein modischer Splin. Viel mehr waren und sind sie eine Lebenseinstellung. Kaum ein Schuh hat eine solch bewegte Geschichte. Die Serie “Doc Martens For Life” gewährleistet sogar eine lebenslange Garantie in Form einer Reparatur oder eines neuen Schuhes. Die Linie “The Vintage Collection” wird traditionell in England hergestellt nach traditionellem Vorbild. Typisch für die Schuhe sind die Nähte, die seit jeher in einem gelben Farbton gehalten werden und die Lasche mit der Modellbezeichnung am Schaft. Eines haben sie sich alle bis heute erhalten: Den Komfort.

 

One pill makes you larger

Es ist Sommer. Die Temperaturen sind hoch und es geschehen Dinge, die sich einfach gut anfühlen. Die positiv gestimmten Menschen um mich herum lösen in mir ein Gefühl der Entschleunigung aus. In guter Gesellschaft kann ich in Erinnerungen schwelgen und neue, unvergessliche Momente beim Schwimmen und Wandern in der Natur sammeln. Abends sitzen wir zusammen. Wir grillen oder machen ein Lagerfeuer. Oder ein abendliches Picknick am Flussufer. Es geht mir gut dabei und dieses Gefühl beflügelt mich.  Es macht mich größer. Mir ist als hätte ich ein Schluck aus der Flasche von dem Trunk genommen mit der verlockenden Aufschrift: “Trink mich”. Und schon bin ich über mich hinaus gewachsen. Als stünde ich auf eiem Berggipfel mit dem Blick in das Tal. Alles sieht so klein aus von hier oben.

And one pill makes you small

Und dann? Dann erwische ich das Fläschen mit dem Gebräu, das mich kleiner macht. Von jetzt auf gleich ist dieses Hochgefühl verschwunden und ich befinde mich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Schlimmer noch. Ich stecke plötzlich fest in Mitten von Problemen, die urplötzlich aufgetaucht sind. Ereignisse, die ich nicht geplant und nicht vorausgesehen habe, werfen mich aus der Bahn. Am liebsten möchte ich diese Barrieren ganz einfach von mir weg schieben, doch ich bin zu klein und zu schwach. Die Hindernisse rühren sich einfach nicht vom Fleck.

And you know you’re going to fall

Gerade war ich noch so voller Tatendrang und wollte die Welt verändern. Verbessern. Aber jetzt ist mir die Welt über den Kopf gewachen. Meine Lösungsansätze führen zu keinem Ziel und ich falle. Falle von meinem Berggipfel in die Tiefe. In die Ungewissheit.

When the men on the chessboard get up and tell you where to go

Ich finde mich wieder auf einem Schachbrett. Steif und unbeweglich. Wie eine Schachfigur stehe ich da. Wartend, bis jemand kommt und mich lenkt. Ich werd fremdgesteuert. Und für eine Weile nehme ich es hin. Für den Moment ist es eben einfach bequemer.

When logic and proportion have fallen sloppy dead

Doch dann wendet sich das Blatt wieder. Ich bin wieder am Zug und habe gute Karten. Diese spiele ich aus und nehme die Dinge wieder selbst in die Hand. Ich sehe ein, dass nicht alle Geschehnisse auf diesem Erdball in meinen Händen liegen. Selbst wenn ich wollte- vieles kann ich einfach nicht beeinflussen. Doch wenn eine Erfolgsaussicht besteht? Dann packe ich es an. Wohin es mich dabei verschlägt? Das wird sich zeigen. Es könnte auch ein längerer, beschwerlicher Weg werden. Aber ich verliere nicht das Ziel aus den Augen. Oder? Vielleicht doch. Manchmal. Wenn sich wieder fabelhafte Dinge auf dieser kleinen Erde ereignen, die sich nicht so leicht erklären lassen und mich in ein Land voller Wunder entführen. Dann sind diese Sorgen gleich ein kleines bisschen geschrumpft.

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Ein Besuch bei der Schulze-Mühle gibt mir das Gefühl, das Alice im Wunderland gehabt haben muss: Neben den Miniatur-Fachwerkgebäuden komme ich mir vor wie ein Riese. Dabei ist diese kleine Getreidemühle voll funktionsfähig und im Maßstab 1:5 zu ihrem großen Vorbild, der Lehmann-Mühle, von ihrem Erbauer Günther Schulze in einer Zeitspanne von 1968 – 1974 erbaut worden. Nach dem Tod des Erbauers verfiel die Mühle und ist nun nach mühsamer Restauration wieder zugänglich. Sie ist nun also nicht nur nett anzusehen, sondern wieder voll funktionsfähig und gilt als kleinste, produzierende Wassermühle in Deutschland. Und in diesem Fall meine Inspirationsquelle für den Text.

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Es war nicht die Wasserpfeife rauchende Raupe aus dem Wunderland. Stattdessen ist mir aber die Raupe eines Liguster-Schwärmers begegnet.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit http://www.spartoo.de entstanden.

 

 

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