SÜNDENFÄLLE

Die Welt der Mode geht oft seltsame Wege. So begeistert ich auch oft von den kreativen Ergüssen der Designer bin, so fragwürdig erscheinen mir andere Trendbewegungen, die sich auf dem Markt etablieren. Ich habe hier die 5 Trends des Jahres 2018 zusammen getragen, die ich definitiv nicht mitmachen werde.

1. Animal Prints
Wie der Matrosen- oder der Hippie-Look sind auch sie stets present in der Welt der Mode- die Animal-Prints. Und ich bekenne mich ja auch schuldig. Im Alter von etwa 14 Jahren war ich auch hell auf begeistert von Tiger-, Leopard-, Schlangen- und natürlich nicht zu vergessen- dem Zebra-Print. Neben einem Seidenschal und Pumps in Leopardenmuster, sowie Unterwäsche im Schlangen-Look war ich zu allem Übel stolze Besitzerin eines Fake-Fur-Rocks im Zebra-Muster. Meine Mitschüler waren eher weniger angetan von diesem animalischen Look. Neben skeptischen Blicken die ich erntete, gaben sie Geräusche von sich, die wohl auch die leibhaftigen Zebras in der Savanne zu hören bekommen, wenn ich an ihnen vorüber ging. Das Fazit ist, dass ich ihn wohl nur ein einziges Mal getragen habe. Die Krönung war dann noch ein Sessel, den meine Mama mir damals mit einem Stoff im Zebramuster auf meinen Wunsch hin bezogen hat. Und heute? Animal-Prints? Nein danke. Ich hatte damals wohl schon eine Überdosis davon und habe mich einfach daran satt gesehen. Auch wenn die Modemagazine apellieren, dass Animal-Prints sich doch wunderbar zu nahezu jedem Outfit kombinieren lassen, läuft der Träger Gefahr, dass das Outfit schnell billig und eher nach einem Faschingskostüm aussieht. Details wie Fake-Fur verstärken den Eindruck noch zusätzlich. Hochwertige Materialien sollten daher oberste Priorität  haben. Trotzdem: Auch wenn ich hoffe, dass der Leoparden-Look seine neun Leben endlich hinter sich gebracht hat- er wird uns sicher weiterhin verfolgen.

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2. Tattoo-Bänder | Choker
Wahrscheinlich weil es ein weiterer Faux-Pas aus meinen Kindertagen ist, kann ich auch den Tattoo-Halsbändern nichts mehr abgewinnen. Aber seit einiger Zeit sind sie zurück und ich habe einen Moment gebraucht um zu verstehen, dass es sich nicht um alte Fotos aus den 90er Jahren handelt, sondern dass sie wieder `en vogue´ sind. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass gerade sie ein Revival erleben. Es gab diese dehnbaren Plastikbändchen in verschiedenen Ausführungen: Für den Hals oder den Finger, mit Perlen eingeflochten oder die schlichte Variante in braun, schwarz oder regenbogenfarben. Es gab sie überall. Man konnte sie aus Kaugummiautomaten beziehen oder aus einer Extrabeigabe eines Magazins wie in meinem Fall der `Wendy´. Wie ich heute die Zeitschrift nicht mehr lesen würde, so sind auch die Tattoo-Bänder nichts mehr für mich. Ich kann meine Mama heute aber verstehen, wenn sie mir früher erzählt hat, dass das ein oder andere bereits `in´war, als sie in meinem Alter war.

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3. Plateauschuhe
Girlpower. Kreischende Teenager. 90er Jahre. Das sind meine ersten Assoziationen, wenn ich an Schuhe mit Plateauabsätzen denke. Aber natürlich reicht die Geschichte der Schuhe mit der massiven Sohle weitaus weiter zurück in der Geschichte. Bereits im Griechenland der Antike trugen adelige Menschen diese Schuhe mit erhöhten Absätzen, um ihren Rang zu demonstrieren, indem sie die Menge überragten. Desweiteren erfüllten die Schuhe mit Plateau auch einen praktischen Zweck. Die Erhöhung sollte das edle Schuhwerk vor Schmutz und Nässe schützen und breitete sich aus in asiatische, europäische und arabische Länder. In Venedig wurde eine Variante beliebt, die sich `Chopine´ nannte. Auf bis zu 70 cm hohen Absätzen feierten die feinen Damen der Gesellschaft damals auf prunkvollen Bällen. In Spanien erfreute sich eine Variante aus Kork großer Beliebtheit. Als eine weitere Gruppe von Damen, die aus Berufsgründen schon immer darauf bedacht waren sich von der Menge abzuheben und bei der Gesallschaft allgemein einen weniger guten Ruf genossen, begann sich dieses Schuhwerk zu Nutzen zu machen, geriet der Plateauschuh unter Verruf und verschwand lange von der Bildfläche. Erst Jahrhunderte später feierte er sein Comeback in den 1970er-Jahren. Auf dem Laufsteg nahm er beispielsweise bei Vivienne Westwood wieder enorme Ausmaße an und Naomi Campbell zeigte- wenn auch unbeabsichtigt- dass das Gehen mit Plateausohlen nicht immer ganz einfach ist. In meiner Schulzeit hieß es dann “Spice up your Life”- am besten immer mit klobigen Plateusohlen. Die britische Mädchengruppe `Spice Girls´ waren als das Vorbild schlechthin für die heranwachsende Generation und ein Segen für die Marketing-Welt. Unser Schuhwerk nahm in den 90ern natürlich entsprechende Formen an. Und heute meldet sich der Trend zur Plateausohle wieder zurück. Auch wenn das Gehgefühl in diesen Schuhen natürlich besser als in Highheels ist und ich durchaus mal ein Auge zudrücke bei einem leichten Plateau bei hohen Absatzschuhen, verweigere ich mich diesem Trend. Zumindest was eine durchgängige Plateausohle angeht. Sie lassen den Fuß immer plump und unförmig erscheinen und der Gang entwickelt sich entsprechend. Deshalb ist meine Meinung zu diesem Trend ganz in Anlehnung an die `Spice Girls´: “Stop right now, thank you very much.”

4. Schulterpolster
Mich hat es nie besonders beeindruckt, sich die Schulterpartie zu wattieren. Als Liebhaberin von Vintage Klamotten, bei denen auch das ein oder andere Schätzchen aus den 1980er-Jahren darunter zu finden ist, habe ich- sofern vorhanden- umgehend alle Schulterpolster entfernt. In den 80ern wetteiferten aufstrebende Geschäftsfrauen mit ihren männlichen Kollegen um die besten Arbeitsplätze und wollten dabei wohl auch durch ihre Statur deutlich machen, dass sie dem anderen Geschlecht um nichts nachstehen. Heute ist wohl der allgemeine Fitness-Wahnsinn ausschlaggebend für das Revival der Schulterpolster. Da ich immer noch keine Ambitionen habe auszusehen, als hätte ich morgens den Kleiderbügel in meinem Blazer vergessen, kann ich  dem Trend damals wie heute einfach nichts abgewinnen.

“Eleganz ist Verweigerung.” – Coco Chanel –

5. Plastik
Dieser Trend ist der, den ich am wenigsten nachvollziehen kann. Jahrelang war es den Konsumenten anscheinend gleichgültig, worin ihre Nahrungsmittel eingepackt waren. Es ist ja auch so praktisch einach ins Regal zu greifen und gleich eine mit Zellophan eingeschweisste Styroporschale mit einer abgemessenen Menge Obst zur Hand zu haben, als sich mühsam einzelnes Obst zu sortieren, das am Ende wild im Einkaufswagen durcheinander fällt. Ach ja, da gab es ja dann noch die kleinen Plastiktüten für die lose Ware. Zumindest wollte die Industrie uns einreden, dass wir auf diese Weise so viel besser Leben. Und ganz ohne diesen Verpackungsmüll geht es immer noch nicht bei dem Einkauf im Supermarkt. Endlich rücken wir nun den Bergen an Plastikmüll zu Leibe, in dem wir auf Einkaufstüten verzichten, da beginnt die Modeindustrie uns einzureden, dass wir uns doch unbedingt in Plastik hüllen sollten, um in diesem Jahr besonders up to date zu sein? Mal ehrlich- wer hat hier etwas nicht mitbekommen? Wie viele Bilder von armselig verendeten Meeresbewohnern müssen noch um die Welt gehen, damit endlich klar wird, dass das der falsche Weg ist und es dringend Alternativen bedarf? Oder sind das die Folgen dessen, dass immer mehr Menschen auf Plastiktüten verzichten, dass das Material nun in Kleidung verarbeitet werden muss? Ganz abgesehen von der Umweltbelastung bin ich absolut nicht von der Idee begeistert Kunststoffe auf meiner Haut zu tragen. Weder in Form von Kosmetikartikeln als auch in Kleidung, denn die in diversen Kunststoffen enthaltenen Bestandteile werden als hormonell wirksam eingestuft. Ganz abgesehen davon, dass sie meine Haut am Atmen hindern. Das ist die Bewegung, die sehr deutlich macht, dass die Menschheit aus ihren Fehlern einfach nicht lernt. Leider. Vielleicht bediente man sich bei dem Design auch einfach ein Zitat von Coco Chanel als Leitspruch: “Es sind nicht die Erfolge, aus denen man lernt, sondern die Fiaskos.” Wer weiß. Jedenfalls liefert sie auch gleich eine Lösung in einem weiteren Zitat ihrerseits: “Eleganz ist Verweigerung”.

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