BUCHT DER HAIE

Fast 600 km von unserem Ausgansort Perth entfernt erreichen wir Kalbarri. Wie so viele Regionen Australiens ist der Ort nur spärlich besidelt und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Von den im Sommer oft erreichten 40°C bemerken wir recht wenig. Es ist nasskalt, seltsam schwül und regnet immer wieder mal . Trotzdem sind wir fasziniert von der Region. Steile Küsten und der Island Rock liegen uns zu Füßen und erinnern mich ein wenig an die Gegend rund um die Great Ocean Road. Bei unseren Erkundungen entland der gewaltigen Abründe bleibt ein etwas mulmiges Gefühl nicht aus und hält uns davon ab, zu dicht an die Gefälle heran zu treten. Überall blühen Wildblumen in der rauhen, felsigen Fauna und säumen unseren Weg ebenso wie flinke, vorwitzige Echsen. Im Wasser- wenn man ganz genau hinsieht- springen immer wieder übermütige Wale empor und landen mit gewaltigen Bauchplatschern im Meer.

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Auch das Rainbow Valley kommt mir bekannt vor- zumindest was den Namen betrifft. Denn auch auf meiner ersten Reise durch das Zentrum Australiens begegnete uns ein gleichnamiges Naturwunder. Das westaustralische Rainbow Valley erstreckt sich jedoch nicht inmitten von rotem Wüstensand, sondern ist an der Küste des Indischen Ozeans gelegen. Keineswegs ist es jedoch weniger beeindruckend. Ein Rundweg lässt uns eintauchen in eine völlig andere Welt. Verschiedenfarbige Gesteinsschichten haben sich im Laufe der vielen Jahre und durch die Einwirkung des Meerwassers formiert zu spektakulären, marmorierten Kunstwerken. Fast könnte ich vergessen, dass ich mich noch auf der Erde aufhalte und nicht eien fremden Planeten erkunde. Die Schattierungen von bald weißem Gestein überlagern sich mit tiefrotem, eisenhaltigen, um plötzlich in tief schwarzes überzugehen. Das kristallklare Wasser ist Heimat farbenfroher Krebse, die sich in den Aushöhlungen des ausgewaschenen Gesteins niedergelassen haben. Immer wieder verliebe ich mich aufs Neue in dieses wilde Land und seine weitgehend unberührte Natur.

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Tags darauf erkunden wir die Kolonie von Stromatoliten in Hamlilton Pool. Was das ist? Darauf bin ich in meinem Beitrag über CERVANTES eingegangen. Besonders beeindruckend neben dem Rainbow Valley finde ich den Shell Beach. Er erstreckt sich 10 km enlan der Shark Bay Region. Er besteht aus einer bis zu 10 m dicken Schicht aus Milliarden von Herzmuscheln. Durch Witterungseinflüsse wurde Kalziumkarbonat aus den Schalen herausgelöst und verband sich zu einem zementartigen Material. Bis in die 1950er Jahre wurde dieser Stoff wie in einem Bergwerk abgebaut und beispielsweise für den Bau der Kirche in Denham benutzt. Heute zählt die Shark Bay Region zum UNESCO Weltkulturerbe. Grund dafür ist die Vielfalt der dort lebenden Tierarten. Wie der Name schon vermuten lässt, ist Shark Bay Heimat zahlreicher Haiarten und das größte Aufkommen von Tigerhaien ist hier zu finden. Delfine, Gabelschwanzseekühe, Meeresschildkröten, Seeschlangen und Rochen sind ebenfalls hier beheimatet. Der Eagle Buff Aussichtspunkt erweist sich für die, die ganz genau hinsehen und bestenfalls mit einem Fernglas bewaffnet sind als wahrer Segen für Entdecker.

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Der bekannteste Ort der Region ist wohl Monkey Mia. Über die Jahre wurden die neugierigen Delfine durch Angler in der Bucht angezogen. Immer wieder fielen Fischabfälle oder für den Fang zu klein geratene Fische den gefräßigen Meeressäugern zu. Zwischenzeitlich haben sie abnorme Verhaltensformen entwickelt. Um die Fütterung zu kontrollieren und die Tiere zu erforschen hat sich eine Forschungsstation angesiedelt. Die Tiere werden zur Unterhaltung der Touristen angelockt und einige Daten und Fakten werden den Zuschauern erklärt. Aber ehrlich gesagt sind mir solche Veranstaltungen zuwider. Es wird viel Wirbel um nichts gemacht. Inmitten der Menschenmassen kann man die Delfine aus großer Entfernung auch nur erahnen. Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin absoluter Gegner von Tiershows. Aber der hohe Eintrittspreis ist für das Angebot einfach utopisch. Fern ab von all dem Trubel und den hysterischen Touristen auf der krampfhaften Suche nach dem perfekten Fotomotiv, haben wir aber doch noch eine zufällige Begegnung mit einem Delfin. Ganz plötzlich taucht eine Rückenflosse direkt neben uns auf. Er folgt uns ein paar Meter. Dann ist er verschwunden. Eine kleine Geste für den Delfin. Ein perfekter Ausklang des Tages für uns.

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