DAS KAISERLICHE BAD

Wieder ist ein Jahr vorbei. Im April wiederholt sich unser Jahrestag bereits zum 6. Mal und so stehe ich abermals vor der Frage: “Was soll ich ihm schenken?” Etwas materielles? Wenn ich dann die Wunschliste meines Freundes durchgehe, merke ich schnell, dass das wenig romantische Geschenke werden würden, sondern eher praktische. Also finde ich es schöner ein Geschenk zu machen, bei dem man etwas Zeit zu zweit verbringen kann. Und gemeinsame Erlebnisse verbinden. So habe ich mir überlegt, dass wir ja mal dieses “Wellness-Ding” ausprobieren könnten, von dem alle so schwärmen. Direkt im Anschluss an die Tage in Venedig war das auch wirklich eine gute Idee, um uns von den zahlreichen Erkundungstouren durch die Stadt ein wenig zu erholen und die schmerzenden Füße zu kurieren.

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Auch wenn Wellness gerade erscheint wie eine Erfindung der Neuzeit geht dieser Badekult doch weit zurück in die Zeit um 2.500 v. Chr. in die Kultur der Indus. Es muss damals schon Badeanlagen gegeben haben, die wohl nicht nur der Reinigung, sondern auch dem Vergnügen gedient haben sollen. Das Antike Griechenland und später das Antike Rom war ebenfalls bekannt dafür, dass des Körperbewusstsein dort schon weit verbreitet gewesen sein muss. Es gab nicht nur Badeanstalten für die Allgemeinheit, sondern auch in Privatäusern muss es Wannen und Waschbecken gegeben haben. Die Badeanlagen ließen sich bereits temperieren und man erkannte die jeweiligen Vor- und Nachteile des Badens in warmem oder kaltem Wasser. Im europäischen Raum geriet Körperhygiene zur Zeit des Mittelalters bekanntlich wieder völlig in Vergessenheit, was Krankheiten und Seuchen zur Folge hatte. Erst durch Kreuzfahrer wurde die Badekultur neu entdeckt in den islamischen Ländern. Zahlreiche Maler haben sich dadurch inspirieren lassen.

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Aber erst einmal zurück in das Hier und Heute. Kössen in Österreich ist Schifahrern sicher am ehesten ein Begriff. Doch uns verschlägt es dort bei sommerlich warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein hin. Und wir staunen nicht schlecht, denn uns erwartet ein regelrechter Palast, der die kommenden Tage unsere Bleibe sein wird. Die goldenen Kuppeln reflektieren die Sonne und lässt das ganze Anwesen noch prunkvoller erscheinen. Auch das Interieur in unserem Chalet ist sehr geschmackvoll gewählt und verbindet neue Elemente mit Traditionellem, wie beispielsweise der Verwendung von Zirbenholz. Die Zirbe wächst nur im Hochgebirge und sondert einen ganz besonderen Geruch ab. Bei Interesse an diesem Gehölz kann ich den Zirbenweg auf dem Patscherkofel ans Herz legen. An der Wand unseres Zimmers hängt über dem schlichten Sofa ein nostalgisches Bild einer Trachtlerin, das natürlich wunderbar in diese Alpenregion passt.

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Wir durchwandern während unseres Aufenthalts allerdings viele Themenbereiche und glatt könnten wir vergessen, dass wir in uns nicht im fernen Marrakesch, sondern im ländlichen Österreich befinden. Um dem herrlichen Wetter zu fröhnen, gibt es einen groß angelegen Außenbereich  mit mehreren Bade- und Liegemöglichkeiten. Ansonsten hat es mir vor allem das schön gestaltete Becken angetan, über dem sich eine Metalltreppe hoch zu einem Liegebereich windet, das Dampfbad, in dem es nach Blüten duftet und die Infarotkabine, bei der sich die Bestrahlung hauptsächlich auf die Wirbelsäule konzentriert. Unser Mittagessen genießen wir auf der Terasse mit Blick in die Bergkulisse, während nebenan einige Haflinger gemütlich grasen. Selten haben wir ein so gut organisiertes Team an Personal erlebt wie hier. Das Abendessen war perfekt nach saisonalen Gesichtspunkten abgestimmt und das Frühstücksbuffet mit frischem Obst und Honig aus der Wabe ließ ebenfalls keine Wünsche offen.

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Unser Fazit ist, dass es uns sicher wieder einmal in diese schöne Gegend ziehen wird um zu Wandern oder auch an den nahe gelegenen Walchsee. Jetzt wird es erst einmal schwer, sich nach all dem Gesehenen und Erlebtem in Venedig und der vollkommenen Entspannung im Kaiserwinkl, sich wieder in den Alltag einzufinden.

 

INSPIRATION:

jean_léon_gérôme_femmes_au_bain
Jean Léon Gérôme | Femmes au bain
john_reinhard_weguelin_reflection
John Reinhard Weguelin | Reflection

3 thoughts on “DAS KAISERLICHE BAD

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