LAND DER PHARAONEN

Néfertiti
Reine païenne
Tes bains de minuit
Belle égyptienne
Font rêver les crocodiles
Dans les eaux du Nil


. France Gall | Serge Gainsbourg – Néfertiti .

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Ägypten
Die Reise führt mich nach Ägypten. Das erste Ziel nach der Ankunft in Hurghada ist der Nil bei Luxor. Nachdem die Eisheiligen in Deutschland ihrem Namen nach einem kurzen Anflug von Frühlingswetter alle Ehre gemacht haben, freuen ich mich nun auf das heiße, trockene Klima im Land der Pharaonen.

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Hurghada

Die Reise durch Ägypten beginnt in Hurghada. Diese Stadt, deren Name sich von `Bootssteg´ ableitet, lebt eindeutig in erster Linie vom Touismus. Ein Großteil der Stadt besteht aus Hotelanlagen, die sich an orientalische Baustile anlehnen. Wer in Hurghada Arbeitet, der nimmt oft den weiten Weg von der Nilregion auf sich. Weshalb das so ist, wird mir deutlich vor Augen geführt, als wir durch die Arabische Wüste westlich von Hurghada in das Inland fahren. Bislang habe ich nur die australischen Wüsten kennen gelernt. Was dort als Wüste bezeichnet wird, ist kein Vergleich mit der trockenen Tristesse hier. Während in Australien trotz der Trockenheit Vegetation herrscht, die Felsen von Spinifex überzogen sind und hier und da Wildblumen sprießen, begegnet uns hier nichts dergleichen. Nichts als Steinwüste, Sand und poröses Gestein, das sich hier und da zu schroffem Gebirge erhebt. Doch Pflanzen sucht man hier vergebens, abgesehen von ein paar dürren Büschen. Es schockiert und fasziniert mich gleicher Maßen, wie die Normadenvölker und ihre Tiere, die ausschließlich in der Wüste leben, hier überleben können. Was hier trotzdem sehr gut zu wachsen scheint, das sind die Berge von Müll. Traurig aber wahr. Und leider ist das ein Anblick, der uns durch das ganze Land begleiten soll.

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Angekommen auf der `Lady Sophia´. Die Atmosphäre auf dem Schiff fühlt sich sofort ein wenig an wie zu Hause zu sein. Wenigstens für eine Woche.

Die Busfahrt durch die Wüste dauert vier Stunden. Bei einem kurzen Halt werden wir sogleich mit der ägyptischen Mentalität konfrontiert, die keinen größeren Kontrast zu der europäischen bilden könnte. Die Leute dort an der Oase möchten Geldmünzen tauschen- Euromünzen, in die sie immer wieder ägyptische Münzen mogeln, wie uns zuvor zum Glück erklärt wurde. Diese sind weit weniger Wert und es scheint sich so wohl um ein lukratives Geschäft zu handeln. Es wird geschachert was das Zeug hält. Angeboten werden Tücher, Tuniken, vermeindliche Figuren aus Alabaster, welche aber nur aus Gips oder Kunststoff sind und leider noch nicht mal in Ägypten, sondern billig in Asien hergestellt werden. Sofort fühle ich mich wie auf einem Basar. Die Verkäufer sind aufdringlich, aber sie werden nicht agressiv, wenn sie keinen Erfolg haben ihre Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. So ist es eben ein Leben und Leben lassen, mit dem ich mich gut arrangieren kann. Ein Verkäufer hat den Spieß sogar umgedreht, und wollte mir meinen Hut abkaufen. Die Sonne ist heiß und scheint erbarmungslos auf das trockene Land herunter. Meinen Hut behalte ich besser, denn ich werde ihn hier sicher noch gebrauchen.

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Die romantische Abendstimmung auf dem Nil

Luxor

Das Ziel der Reise durch die Wüste ist Luxor. Dort angekommen gehen wir an Bord eines Schiffes, der `Lady Sophia´. Wir werden mehr als freundlich von der Crew und unserem Reiseleiter Hamdi empfangen und fühlen uns gleich sehr willkommen. Die Vegetation hier am Nil ist deutlich reichhaltiger als in der Wüste. Das Ufer ist gesäumt von Palmen und gefüllter rosaroter, roter und gelber Hibiskus blüht ebenso wie die üppigen Azaleen. Die Vögel in den Palmenwäldern liefern sich ein Konzert bis spät in die Nacht hinein. Als die Sonne hinter den aus Lehm gebauten Häusern versinkt, färbt sich der Himmel in einen Farbton aus glühenden Rot- und Gelbtönen ein.

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Der Lichttest wird durchgeführt, um die hochwertige, dünnwandige Qualität der Gefäße aus Alabaster deutlich zu machen. Dadurch wird auch die einmalig schöne Struktur des Gesteins sichtbar.
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Memnonkolosse im Tal der Könige
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Detail des Tempels der Hatschepsut. Das Ankh, auch bekannt als ägyptisches Kreuz, Henkelkreuz, Lebensschleife, Nilschlüssel oder koptisches Kreuz taucht immer wieder in den Reliefen der Tempel auf. Es symbolisiert das ewige Leben und die Vereinigung von Mann und Frau im Kreuz, denn der ovale Kreis repräsentiert die Empfänglichkeit der Frau und der untere Teil die Zeugungskraft des Mannes.

Im Tal der Könige

Die Gräber der Pharaonen befinden sich im sogenannten Tal der Könige. Bei diesem Tal handelt es sich viel mehr um einen Berg, in den die Gräber wie Höhlen hineingegraben wurden. Noch heute, viele tausend Jahre nach der Zeit der alten Ägypter, lässt sich die einstige Pracht der Grabstätten erahnen. Aufwendig in den Stein gehauene Reliefs wurden später mit Malereien veredelt. Die Reste der Naturpigmentfarben geben einen Eindruck der damaligen Opulenz. Besonders die rotbaunen und blauen Nuancen sind in den Gräbern erhalten. Neben den Gräbern der Könige befinden sich diverse weitere. Diese wurden von den Arbeitern gegraben, denn anders als der verbreitete Glaube, dass die Pyramiden und Gräber von Sklaven errichtet wurden, waren viel mehr bezahlte Arbeitskräfte mit dem Bau beauftragt. Sie erhielten in erster Linie Naturalien, wie heute bekannt ist. Selbst an Tagen, an denen die Arbeiter krank waren, wurden sie entlohnt, bis sie wieder einsatzfähig waren. Vor so langer Zeit gab es also schon frühe, funktionierene Formen von Arbeitsrecht und Krankenversicherung. Bedauerlich, dass sich dieses fortschrittliche Prinzip nicht bis heute in Ägypten durchgesetzt hat.

mia und ich blog Hatschepsut Tempel Ägypten Egypt
mia und ich blog Hatschepsut Tempel Ägypten Egypt
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Natürlich sind die Grabstätten der Pharaonen längst geplündert. Die Schätze, die noch gefunden wurden- etwa aus dem Grab des Tut-ench-amun- befinden sich heute im Museum in Kairo. Es werden noch viele weitere Gräber vermutet als die, die bisher bekannt sind. So wird künftig veranlasst werden, das Dorf, das sich am Fuße des Tals der Könige befindet, zu verlegen und die Leute als ihren angestammten Häusern umzusiedeln. Dies wird ein schwerer Schlag für die betroffenen Familien werden, die davon Leben, Alabaster zu verarbeiten um daraus Figuren und Gefäße mit traditionellen Methoden herzustellen. Wir bekommen einen kleinen Einblick in eine solche Werkstatt, in der diese Gesteine verarbeitet werden. Besonders wenn man das Gestein illuminiert. Ein Test um echte Handarbeit von falscher zu unterscheiden wird durchgeführt, indem eine Lampe in das Gefäß gehalten wird, wird ihre Dünwandigkeit erkennbar. Dadurch sind die Gegenstände sehr leicht. Das ist ein gutes Qualitätsmerkmal und es kommt die Schönheit und Struktur erst richtig zur Geltung. Wer ein traditionelles, ägyptisches Souvenier mit nach Hause nehmen möchte, der wird hier sicher fündig. Qualitative Handarbeit hat natürlich ihren Preis. Dafür bekommt man aber wirklich ein kleines Stück altägyptischer Tradition.

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Die Pharaonin Hatscheput ließ sich in maskuliner Statur darstellen, wie die Statuen von ihr im Museum in Kairo zeigen. Sie als Frau wollte somit Irritation bei ihren Untertan vermeiden und beweisen, dass sie ihren männlichen Kollegen in Sachen Macht und Stärke in nichts nachsteht.
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Was man immer mitbringen sollte, wenn man Ägypten erkunden möchte, ist Zeit. Davon haben wir leider zu wenig. Um das Tal der Königinnen zu besuchen reicht die Zeit jedenfalls nicht. Dafür statten wir dem Tempel, der durch die Pharaonin Hatschepsut in die Landschaft integriert gebaut wurde, einen Besuch ab. Auf beeindruckende Art ist der Tempel so gebaut, dass die übereinander gestaffelten Terassen die Steigung der Felshänge aufnehmen.

mia und ich blog Lady Sophia Nil Ägypten Egypt
mia und ich blog Lady Sophia Nil Ägypten Egypt
mia und ich blog Nil Ägypten Esel Reiter Egypt

Am Abend legt unser Schiff ab und wir kommen in den Genuss, das von Palmen gesäumte Nilufer und die karge, felsige Landschaft dahinter, vom Wasser aus zu bewundern. Sie ist geprägt von der Landwirtschaft, wie man sie in europäischen Ländern wohl vor hunderten von Jahren gekannt hat. Das Getreide auf dem Feld wird von Hand in kleine Bündel gebunden und zähe, robuste Esel ziehen schwer beladene Karren, dienen ihrem Herren als Reittier oder warten geduldig vor den Lehmhäusern auf ihren nächsten Einsatz. Aus den Dörfern strömen sogleich ganze Scharen von Kindern an das Nilufer, wenn sie ein Schiff entdecken und grüßen lautstark winkend. Die Bauern bauen hauptsächlich Zuckerrohr, Bananen oder Oliven an. Knappe Güter wie beispielsweise Weizen wird zusätzlich aus der USA und Russland importiert, um den massenhaften Bedarf in den Städten abzudecken. In einem flüchtigen Moment werden wir Zeuge, wie ein Zicklein das Licht der Welt auf freiem Feld erblickt. Die ganze Bauersfamilie ist vorort und leistet Geburtshilfe. Das Leben vieler Ägypter ist durch harte Arbeit in der Landwirtschaft, aber auch durch große Armut geprägt. In Ägypten studieren mehr Frauen als Männer und arbeiten häufig in staatlichen und politisch hohen Positionen. Hier setzt sich der Weg fort, den die im alten Ägypten regierenden Frauen bereits vor tausenden Jahren geebnet haben.

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Sobek, der krokodilköpfige Wasser- und Fruchtbarkeitsgott
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Der Kom Ombo-Tempel wurde als “Haus des Krokodils” oder als “Haus des Falken” bezeichnet

Haus des Krokodils

Schon vom Schiff aus sichtbar erhebt sich der Kom Ombo-Tempel auf einem Hügel empor. Es ist heiß. Die Hitze ist trocken und drückend. Der mächtige Doppeltempel ist zwei Gottheiten geweiht- dem Krokodilgott Sobek und Horus, dem Licht- und Himmelsgott, aber auch Kriegsgott. Von den Statuen, die dort einst gestanden haben mussten sind leider nur noch die Sockel vorhanden. Überhaupt hat das Bauwerk stark unter seiner Geschichte gelitten. Deutlich sind die Spuren weniger respektvollen Umgangs nach der Zeit der alten Ägypter sichtbar. Beispielsweise befinden sich Löcher im Gemäuer, in dem offenbar das Vieh einstiger Bewohner angebunden stand. Die glockenförmigen Komposit-Kapitelle der Säulen sind sehr charakteristisch. Sie tragen Symbole wie Lotus, Papyrus, Schilf und Palmblätter. Hier und da sind noch Spuren von Farbresten erkennbar, die von einer prunkvollen Zeit während der Erbauung künden. Überhaupt überrascht mich immer wieder, wie fortschrittlich die Menschen damals schon waren. So befindet sich neben dem Tempel das sogenannte Nilometer. Es hat natürlich den Wasserstand des Nils gemessen. Erstaunlich dabei ist aber, dass so anhand des Wasserstands und des damit verbundenen Ertrags die Steuerabgaben im alten Ägypten bestimmt wurden. Die Krokodile galten früher als heilige Tiere, wohl auch aufgrund der Gefahr, die von ihnen ausging. Seit der Erbauung des Staudammes sind sie leider aus diesem Teil des Nils verschwunden. Im angrenzenden Museum sind sie noch zu besichtigen. Allerdings als über 2000 Jahre alte Mumien. Sie wirken so unversehrt, als wären sie erst vor kurzem mumifiziert worden.

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mia und ich blog Kom Ombo Tempel Relief  Ägypten Egypt
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mia und ich blog Relief Ägypten Egypt
mia und ich blog Nilometer Kom Ombo Tempel Ägypten Egypt
Das Nilometer diente der Festlegung der Steuerabgaben. Je mehr Wasser durch einen höheren Flutpegel des Flusses zu Verfügung stand, umso besser fielen die Ernteerträge aus, so dass auch höhere Abgaben erhoben werden konnten.

Assuan

Schon die Einschiffung in Assuan beeindruckt mich sehr. Die Stadt ist hell erleuchtet in der Dunkelheit und der große Vollmond scheint ebenso hell über der Moschee. Das Schiff legt am Westufer direkt neben dem durch Scheinwerfer angestrahlten Grabhügel an und von Deck aus bietet sich uns ein mysthischer Anblick. Gaufürsten aus dem Alten und Mittleren Reich fanden hier ihre letzte Ruhe. Bei Anbruch des Tages besichtigen wir die Staudämme. Der alte Staudamm wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts von Briten gebaut. Dabei wurden die Eigenarten des Nils berücksichtigt und die hohe Flutwelle mit dem fruchtbaren Nilschlamm konnte ungehindert hindurch fließen. Der neuere Hochdamm wurde in den 1970er Jahren fertig getellt. Russland hat dem Land Ägypten dabei finanziell unter die Arme gegriffen- wohl auch um eigene finanzielle Interessen zu verfolgen. Der Nilschlamm, der dem Niltal früher als natürlicher Dünger zur Verfügung stand, bleibt aus und muss durch Kunstdünger ersetzt werden. Zeitgleich mit dem Bau des Dammes wurde von Russland ein Werk erbaut, das Kunstdünger herstellt. Ein Denkmal in Form einer Lotosblüte mit einem Zahnrad im Zentrum erinnert an diese ägyptisch-sowjetische Freundschaft? Vielleicht sollte man es eher als Zusammenarbeit betiteln. Denn leider ist durch diesen Zusammenschluss viel Schaden im Land Ägypten entstanden, wie ich in meinem weiteren Bereicht über unsere Reise schildern werde.

mia und ich blog Staudamm Assuan Ägypten Egypt
mia und ich blog Staudamm Assuan Ägypten Egypt
Sadd el-Ali Staudamm
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Perle des Nils

Mit dem Boot geht es auf die Insel Agilika. Neben den bizarren Steinformationen rund um den Nil hier, ziehen die vielen Katzen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Der Philea-Tempel wurde durch den Bau des Staudammes auf der Insel Philae überschwemmt und musste so auf der gegenüberliegenden Insel Agilika ‘umziehen’. An den einstigen Standort mit den Schattigen Palmenhainen erinnert an dem neuen Standort leider nichts mehr. Die Göttin Isis war die Schwester und Gattin von Osiris. Dieser wurde von seinem Bruder Seth getötet und um sicher zu gehen, dass er nicht wieder auferstehen wird, in 14 Teile zerhackt und in ganz Ägypten versteckt. Isis suchte überall nach den Gliedmaßen. Sie spürte die Leichenteile auf und setzte sie mit Zauberkraft wieder zusammen. Ein Organ blieb allerdings verschwunden: der Penis des Osiris. Den hatte Seth in den Nil geworfen, wo er sofort von Fischen gefressen worden war. Isis formte ein Ersatzglied aus dem Nilschlamm und empfing von dem kurzzeitig noch einmal zum Leben erweckten Gemahl das Kind Horus. Osiris wurde daraufhin der Herrscher des Totenreichs, Horus aber besiegte als junger Mann den bösen Seth und regierte als Erbe des Osiris auf Erden – als der erste Pharao.

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Trajan-Kiosk des Augustus mit vierzehn Säulen mit Papyrus-Kapitellen in Anlehnung an die 14 Teile des Osiris.
mia und ich blog Philea Tempel Ägypten Egypt Katzen
Katzen als vierbeinige Tempelwächter
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mia und ich blog Philea Tempel Ägypten Egypt Pylon Isis
Erster Pylon des Isis-Tempels

Düfte und Essenzen

Die alten Ägypter waren ihrer Zeit so weit voraus. Auch in Dingen wie Naturheilkunde waren sie sehr bewandert. Assuan ist bis heute davon geprägt. Wir besuchen einen nubischen Duftheiler, der uns einen Einblick in die Geheimnisse seiner Öle und Essenzen gewährt. Mit Minzöl lassen sich Atemwegserkrankungen heilen, Eukalyptusöl wird bei Asthma oder Allergien angewendet, während Sandelholzöl den Schmerz in den Gelenken lindern soll. Typisch ägyptisch sind die natürlichen Düfte Lotus für die Frau und Papyrus für den Herrn der Schöpfung. Beide Düfte werden hier naturrein belassen ohne zusätzliche Stoff wie z.B.: Alkohol. Der Lotusduft ist für meinen Geschmack zu süß und blumig. Ich bleibe meinem `Shalimar´treu. Für meine empfindliche Haut aber empfiehlt der Duftheiler Bittermandelöl, von dem ich mir auch gleich ein Fläschchen mitnehme. Die Zeit in Ägypten wird für mich in meiner Erinnerung immer eine Note von Bittermandel haben.

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Die Zeit in Ägypten wird für mich immer eine Note von Bittermandelöl haben in meiner Erinnerung.

Im Zick-Zack-Kurs

Feluken sind kleine, zweimastige Segelschiffe. Diese mit Setteesegeln getakelten Handelsschiffe werden vom Heck aus gesteuert. Die Besonderheit dieser Küstenfahrzeuge ist, dass sie sich stets im Zick-Zack-Kurs fortbewegen. So bekommt der Begriff “Kreuzfahrt” eine ganz neue, wie ich finde treffendere Bedeutung. Ein Verdeck aus Stoff spendet Schatten in der Hitze. Gleich nach Beginn der Fahrt hängen sich Kinder auf Surfbrettern seitlich an das Schiff und begleiten unseren Weg auf dem Nil eine Weile. Dabei trällern sie laute Lieder wie “Frere Jacques”, was mir noch bis abends im Ohr bleiben soll. Bald schon lassen die Kinder von unserem Schiff ab und warten auf ihr nächstes “Opfer” in der Hoffnung auf Bakschisch. Und so fahren wir langsam nilabwäts zurück zu unserem Schiff.

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Das Steuern der Feluke.

Ein Abend im Nubischen Dorf

Wir tauschen die Feluke ein gegen ein kleines Motorboot, das uns nilaufwärts fährt . Auf dem Weg zu dem Nubierdorf sehen wir das 130 Jahre alte Schiff „Sudan“, das als Schauplatz für die Verfilmung von Agatha Christie´s „Der Tod auf dem Nil“ gedient hat. Heute dient es als Beförderungsmittel für die Schönen und Reichen, sollten sich die einmal nach Ägypten begeben. Während sich unser kleines Boot durch ein paar kleinen Stromschnellen kämpft, sehen wir eine Kamelkarawane über die Sanddünen ziehen. Bald entdecken wir die bund gestrichenen und teilweise bemalten Häuser im typisch nubischen Baustil mit Kuppelüberdachung.

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Die Nubier mit ihren Kamelen

Nubier sind sind ein zum Teil mit Arabern sowie schwarzafrikanischen Ehnien vermischter nilo-saharanisch-sprachiger Volksstamm. Eine nubische Familie lebt in einem Mehrgenerationenhaus zusammen. Es hält sich wacker die Behauptung, dass Nubier faul wären. Wenn sie Geld benötigen, so gehen sie einer Arbeit nach. Nachdem der Nubier all sein Geld ausgegeben hat, geht er wieder auf die Suche nach Arbeit. Sparen scheint so ein Fremdwort für dieses Volk zu sein und sie wären somit wohl ein Alptraum für jeden Finanzberater. Nun kann man natürlich die Frage stellen, wer sein Leben besser lebt. Der Vollzeitarbeitende, der seine Zeit und Gesundheit opfert, oder der Nubier, der nur arbeiten geht, wenn er es für nötig hält und ansonsten das Leben genießt. Bei Hochzeiten kommt das ganze Dorf zusammen und jeder bringt etwas mit für das leibliche Wohl. Diese Feste ziehen sich über Tage hin.

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Das Nubierdorf mit den typischen Kuppelbauten
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mia und ich blog Nil Ägypten Egypt Nubierdorf Assuan
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Tee ist ein fester Bestandteil des Alltags und Ägypten verfügt über eine stark ausgeprägte Teekultur, wie wir feststellen. Er dient nicht nur als Durstlöscher bei der Hitze, sondern auch als Hilfsmittel um Kontakte zu knüpfen und Verhandlungen zu führen. Eine junge Nubierin serviert uns Karkadeh, wobei es sich um Malventee handelt und Shay Masir Tee. So wird der importierte und sehr beliebte Schwarztee genannt. Hamdi erzählt uns dazu etwas über das Dorf und seine Bewohner. Im Dorf profitiert jeder von den Fertigkeiten des anderen. Es gibt Schulen, Moscheen und die Menschen verlassen ihr Dorf nur um einen Beruf zu erlernen oder um zu arbeiten, um anschließend in ihr Dorf zurück zu kehren. Die Nubier halten Krokodile als “Haustiere” in einem engen Schacht ohne Wasser. Andernorts würde diese Haltung sicher sofort Tierschützer auf den Plan rufen. Die Idee dahinter ist sie aufzuziehen um sie dann auf der anderen Seite des Staudamms in die Freiheit zu entlassen. Und wahrscheinlich um Touristen zu unterhalten. Zum Wohl der Tiere könnte ich jedoch gut auf diese Art der Unterhaltung verzichten. Die ausgestopften Exemplare, die hier und da als Wandschmuck dienen, sprechen eine andere Sprache und irritieren mich etwas. Ich hoffe ich irre mich und den Reptilien wird tatsächlich wieder die Freiheit geschenkt.

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Details des Gewürzmarkts in Assuan
mia und ich blog Abu Simbel Statuen Ramses II Tempel  Ägypten Egypt
mia und ich blog Abu Simbel Statuen Ramses II Tempel  Ägypten Egypt
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mia und ich blog Abu Simbel Statuen Hathor Nefertari Ramses II Tempel  Ägypten Egypt

Abu Simbel

Der Tag beginnt früh. Bereits um 2.30 Uhr klingelt der Wecker und wir machen uns auf den Weg. Mit dem Bus fahren wir von Assuan nach Abu Simbel. Die Fahrt dauert 3 ½ Stunden und um den Menschenandrang als auch die größte Hitze zu umgehen, beginnen wir diesen Ausflug zu dieser nächtlichen Stunde. Schnell geht der glühende Sonnenball über der kargen Wüste auf und leutet den neuen Morgen ein. Unser Weg führt uns vorbei an einem Kamelmarkt. Dort werden Kamele aus dem Sudan feil geboten und nach ganz Ägypten transportiert. Die Tempel von Abu Simbel sind wie so vieles andere Opfer des großen Staudammes. Um sie vor dem ansteigenden Wasser des Nassersees, des durch den Assuan-Staudamm aufgestauten Stausees des Nils, zu retten, wurden sie in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und 64 Meter höher auf der Hochebene von Abu Simbel wieder aufgebaut. Das Vorhaben, den Tempel in einem Stück zu versetzen scheiterte, und er musste in seinen Einzelteilen an seinen jetzigen Standort transportiert werden. Bei der Berechnung der astronomischen Gesichtspunkte unterlief jedoch ein Fehler und das „Sonnenwunder“ von Abu Simbel setzt nun einen Tag später ein. So bezeichnet man ein Ereignis, das zwei Mal im Jahr stattfindet. Hierbei beleuchten in einem bestimmten Zeitraum die durch den Tempeleingang eindringenden Sonnenstrahlen für etwa 20 Minuten drei der vier in sitzender Haltung dargestellten Götterstatuen des tief im Tempel liegenden Heiligtums: des Amun-Re von Theben, des vergöttlichten Ramses und des Re-Harachte von Heliopolis. Die Statue des ganz links sitzenden Ptah von Memphis, eines Erdgottes, der mit dem Reich der Toten verbunden war, bleibt mit Ausnahme seiner linken Schulter außerhalb des Sonnenlichts. Der große Tempel wurde zu Ehren des Pharao Ramses erbaut. Die Skulpturen, die vor der Fassasde des Tempels sitzen sind 20 Meter hoch. Ramses ließ sich gern athletisch gebaut, jung, gut aussehend und vor Allem überdimensional groß darstellen. Seine Mumie misst aber lediglich 1,65 m. Besonders beeindruckend an Ramses ist nicht nur die zahlreichen Kinder, die er mit seinen Frauen hatte. Er erreichte in der damaligen Zeit schon ein hohes Alter von etwa 90 Jahren und regierte ganze 66 Jahre lang. Der kleinere Tempel daneben wurde für die Göttin Hathor und seine Frau Nefertari errichtet. Sie ist genau so groß dargestellt wie Ramses selbst, was sehr ungewöhnlich ist. Dies zeugte von seiner besonderen Liebesbeziehung neben all seinen anderen Frauen zu ihr. Im Tempel erschlägt uns, gleich der sengende Hitze. Neben den Haupträumen führen seitlich Nebenkammern ab, die für Opfergaben gedacht waren. Nicht nur die Statuen außen- auch die stehenden Statuen im Inneren sind übergroß dargestellt. Alle Wände sind mit Abbildungen aus dem Leben des Ramses versehen so wohl als mit Abbildungen der Gottheiten. Wie beeindruckend muss der Tempel erst gewesen sein, als er in voller Farbenpracht und mit all den Schätzen bestückt war. Das Wasser um den Tempel in Abu Simbel erscheint in einem tiefen Türkisgrün und lässt den Ort noch unwirklicher erscheinen. Nach der Besichtigung des Tempels fahren wir zurück durch die Wüste und kehren zurück auf das Schiff. Wir entspannen uns an Deck und genießen die Fahrt zurück Richtung Esna. Zum Abendessen werden uns traditionelle orientalische Speisen angeboten. Anschließen tanzen und feiern wir zu ägyptischer Musik in der Bar. Spät am Abend entschließen wir uns zusammen mit einigen Mitreisenden zu einem Ausflug durch die Stadt. Die Straßenhändler versuchen lautstark ihre Waren an den Mann zu bringen. Vorbei an dem Tempel in Esna verlieren wir uns im lebhaften Gewirr der Gassen und Hinterhöfe. Insbesondere zur Zeit des Ramadan findet das aktive Leben erst nachts statt. Wir gehen vorbei an Händlern, Handwerkern und umher tobenden Kinderscharen. Letztendlich landen wir in einem Straßencafe. Wir lassen den Abend gemütlich bei philosophischen und politischen Gesprächen mit Shai Masir und Minztee ausklingen. Zurück auf dem Schiff werden die Gespräche fortgesetzt. Bis spät in die Nacht.

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Die lange Nacht in den Straßen von Esna.
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Der altägyptische Tempel in Esna ist dem widderköpfigen Chnum geweiht.
mia und ich blog Esna Chum Säulen Kapitelle Tempel  Ägypten Egypt
Unter der Schwarzen Schicht des früher dort gelagerten Schießpulvers tritt die einstige farbenpracht des Tempels zu Tage.
mia und ich blog Markt Bazar Luxor Ägypten Egypt
Auf dem Basar in Luxor.

Haus des Chnum

Nach ein paar Stunden schlaf beginnen wir den neuen Tag. Nach dem Frühstück besichtigen wir den Tempel in Esna. Der einzige erhaltene Teil ist die Vorhalle des eigentlichen Tempels. Sie liegt 8 m tiefer als die umliegenden Gebäude. Auch dies ist wieder dem Bau des großen Staudammes zuzuschreiben. Die Stadt musste wegen der Überschwemmung höher gelagert werden. Für den Tempel blieb das nicht ohne Folgen. Ständig hat man hier damit zu tun, das Grundwasser zu kontorllieren, das den Sandstein angreift und überlaufen würde, wenn es nicht immer abgepumpt werden würde. Von oben droht dem 2000 Jahre alten Gemäuer eine weitere Bedrohung. Die Tauben fühlen sich hier besonders wohl und richten leider schweren Schaden am empfindlichen Sandstein an. Im Tempel selbst ist man damit beschäftigt, die Säulen zu restaurieren, in dem man sie von schmutz und Staub der Jahrhunderte befreit. Die Franzosen hatten den Tempel als Lager für Schießpulver genutzt und der schwarze Staub hat sich überall vor allem an der Decke festgesetzt. Darunter erscheinen erstaunlicher Weise die ursprünglichen Farben aus Metalloxiden und fein gemalenem Gestein. Als Bindemittel diente Eiweiß und versiegelt wurde alles mittels Wachs. Es ist faszinierend diese leuchtenden Farben auf den Mauern zu sehen und das hilft sich vorzustellen, wie das Bauwerk einst ausgesehen haben muss. Unter den Häusern der Umgebung um den Tempel vermutet man weitere Teile des Tempels. Manchmal sei es jedoch besser, die Tempel im Sand begraben zu lassen, um sie vor äußeren Bedrohungen zu schützen, erklärt Hamdi. Zurück an den feilschenden Händlern gelangen wir wieder auf unser Schiff, das daraufhin ablegt und in Richtung Luxor fährt. Später beschließen wir einen Ausflug in das Stadtzentrum zu machen. Zusammen mit unseren Mitreisenden machen wir uns auf den Weg und suchen nach einem Taxi. Wir handeln einen Preis aus, denn ohne zu feilschen geht es hier einfach nicht. In einem uralten französischen Wagen mit Gangschaltung am Lenkrad düsen wir Richtung Stadt, so schnell es die zahlreichen Bodenwellen zulassen. Unser Fahrer bringt uns zu einem Geschäft, in dem Souvenirs für Touristen angeboten werden. Das war eigentlich nicht unser Ziel und unser schwäbischer Mitreisender lässt den Taxifahrer seinen Unmut deutlich spüren. Ganz ernst dabei bleiben kann ich nicht, denn es ist einfach eine zu komische Szene, wenn ein Ägypter und ein englisch sprechender Schwabe gereizt diskutieren. Ich muss mir ein Schmunzeln verdrücken. Außerdem weiß ich nicht, in wie weit man einen Mann bei dieser Hitze reizen sollte, der den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, da ja Ramadan ist. Aber irgendwann beruhigen sich die Gemüter wieder und wir werden zu einem Markt gefahren. Unser Fahrer verucht verzweifelt zu erklären, dass während des Ramadan nichts los ist tagsüber auf dem Markt. Aber uns ist da nur recht, wenn es ruhiger zugeht. Wir schlendern duch die Gasse vorbei an Tuch-, Souvenir-, Kupfer und Gewürzhändlern und kehren dann zurück auf die “Lady Sophia”. Kurz befürchte ich eine Eskalation der Situation, als der Taxifahrer noch beginnt das Thema Bakschisch auf den Plan zu rufen. Doch die Befürchtung bleibt unbegründet. Auch ohne Bakschisch. Abends kommen wir in den Genuss einer Tanzeinlage. Genauer gesagt sind es zwei Tanzeinlagen. Nachdem eine Bauchtänzerin ihr Können unter Beweis gestellt hat, tritt ein Derwisch auf die Tanzfläche und versetzt mich in Staunen von der erten Sekunde an. Der Tanura-Drehtanz der ägyptischen Derwische hat einen religösen Ursprung und wird nur von Männern getanzt. Die unermüdliche Drehbewegung symbolisiert die Sonne, die sich um die eigene Achse dreht. Beim Drehen löst der Tänzer einen Rock nach dem anderen zieht ihn über den Kopf, wo er zu einer Art Scheibe wird, die den Tänzer leichter machen soll, so dass er zum Himmel fliegen kann. Mich beeindruckt der Tänzer ungemein, denn wer als Kind zu Gaufesten in bayrischen Landen mitgeschleift wurde und dort einmal probiert hat, sich zu drehen wie die tanzenden Gautrachtlerinnen, der weiß, wie schnell einem in der Drehbewegung schwindlig wird. Und wie lange sich die Umgebung danach noch dreht.

mia und ich blog Luxor Obelisk Tempel  Ägypten Egypt Pylon
Der Pylon des Luxor Tempels. Der fehlende Obelisk auf der rechten Seite ziert heute den Place de la Concorde in Paris. Er war ein Geschenk Sultan Muhamad Alis an den König von Frankreich.
mia und ich blog Ramses II Säule Kapitell Luxor Tempel  Ägypten Egypt
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Die Sphingenallee als Verbindungsglied zum Karnak Tempel.

Zurück in Luxor

Hamdi bereitet uns heute morgen darauf vor, dass die Temperaturen heute bis zu 50°C auf dem Thermometer hinauf klettern sollen. Der Ausflug in den Luxor Tempel beginnt also früh morgens. Es ist schon sehr beeindruckend die Überreste dieses Bauwerks zu sehen. Auf dem Pylon sind Szenen der Schlacht zu sehen, die Ramses II gegen die Hethiter geführt hat, als versenktes Relief dargestellt. Hinter dem Pylon betritt man den Hof Ramses II, der mit einer doppelten Kollonade umgeben ist. Sie besteht aus Säulen mit geschlossenen Papyrus-Kapitellen. Je nach Standort, ob sonnig oder schattig glegen, wurden die Papyrus-Kapitelle entweder gechlossen oder geöffnet platziert. Der östliche Teil des Hofes ist mit der Moschee Abu el-Haggag überbaut. Sie liegt heute erhöht, denn zum Zeitpunkt ihres Baus lag der Tempel bis zu diesem Niveau im Sand verschüttet. Noch heute scheinen die Menschen auf den wundersamen Beistand der altägyptischen Gottheiten zu hoffen, was die abgegriffenen schwarzen Verfärbungen an manchen Stellen des Tempels zeigen. Der Tempel erfüllte einst den Zweck, das Opet-Fest zur Zeit des ägyptichen Neujahrs zu zelebrieren.

mia und ich blog Karnak Tempel  Ägypten Egypt
Karnak Tempel
mia und ich blog Widder Statuen Amun Tempel  Ägypten Egypt Karnak
Amun, Gott des Windes und der Fruchtbarkeit dargestellt mit Widderkopf
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mia und ich blog  Karnak Tempel  Ägypten Egypt
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Fotos: Maximilian Hagstotz

Wir besuchen im Anschluss an den Luxor-Tempel den 2,5 Kilometer nördlich entfernten Karnak-Tempel und staunen über die große Fläche, die der Tempel einnimmt. Der Tempel steht auf 80ha Fläche. Ein kleiner Park vor dem Tempel, in dem schattenspendende Bäume mit wunderschönen Blüten wachsen, füllen den Platz mit ihrem Duft. Hamdi erzählt uns, dass am Tempel selbst 2000 Jahre gearbeitet wurde. Vor ca. 4000Jahren wurde mit dem Bau begonnen. Von innen nach außen wurde die Tempelanlage in zwei Achsrichtungen gegliedert, eine dieser Achsen weist direkt zum Luxor Tempel. Wie viele Generationen an Pharaonen daran gearbeitet haben ist unglablich. Übrigens wurde hier ein James Bond Film gedreht, den ich natürlich auch nicht geehen habe. Aber Hamdi meint, dass jeder Ägypter sich kaputt lacht wenn er den Film sieht, denn in einer Szene, in der sich Bond hinter einer Säule des Karnak-Tempels versteckt um dem Bösewicht zu entkommen, flieht er in der nächte Szene bereits entlang der Pyramiden im über 700 km entfernten Kairo. Ich weiß schon, weshalb ich keinen Fernseher habe und mir lieber alte Filme ohne viel technischen Schnickschnack ansehe. Der Säulensaal zählt 134 Säulen mit 3,5m Durchmesser und erstaunlich gut erhaltenen Farben. Der Nil ist nur wenige hundert Meter entfernt. Dadurch steht das Grundwasser sehr hoch und besonders bei den Säulen fällt mir auf, dass sie im unteren Bereich Feuchtigkeit abgekommen haben müssen und dunkler verfärbt sind. Beim Schlendern über das Gelände tauchen immer wieder Leute auf, die dringend auf Besonderheiten hier und da hinweisen möchten, um ich ein kleines Trinkgeld zu verdienen. Es ist etwas lästig, aber nach all den Besuchen der Sehenswürdikeiten ist es irgendwo zur Gewohnheit geworden und ich bleibe freundlich, aber betimmt. Anschließen besuchen wir eine Werkstatt, in der Papyrus hergetellt wird. Wir erhalten einen Einblich in die Herstellung von Papyrus. Die Pflanze wird geschält und in dünne Streifen zerteilt. Der obere Teil erinnert an Sonnenstrahlen und der Querschnitt des Stängels hat die Dreiecksform einer Pyramide, so wird uns erklärt. Sechs Tage müssen nun die Papyrusstreifen im Wasser liegen, danach werden sie nacheinander über kreuz auf ein Baumwolltuch gelegt und weitere sechs Tage lang gepresst. Damals gab es noch keine Pressen aus Metall, deshalb haben die Ägypter Granitplatten zur Hilfe genommen. Ich bin beeindruckt und staune darüber, wie raffiniert die Ägypter damals waren um auf die Idee zu gekommen diese Pflanze zur Papierherstellung zu benutzen. Mit dem Bus geht es zurück zum Schiff.

Mitlerweile hat es 48°C und es ist noch nich einmal Mittag. Wir ziehen uns zurück und verbringen den restlichen Tag damit etwas zu relaxen. Heute ist der letzte Tag auf dem Schiff bevor es nach Hurghada zurückgeht. Bereits heut morgen haben wir uns von einigen Mitreisenden verabschieden müssen, da sie einen anderen Reiseverlauf haben. Wenn sie geraden meinen Blogbeitrag lesen, dann möchte ich sie an dieser Stelle lieb Grüßen. Mein besonderer Dank richtet sich an unseren Reieleiter Hamdi für die vielen interessanten Ausführungen zu all den Wundern, die dieses erstaunliche Land für uns bereit gehalten hat. Schukran für die schönen Momente.

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