BUSCHGESCHICHTEN FÜR AUSTRALIEN

Seit Monaten schon wüten die Buschbrände in Australien. Zwar sind Brände in Australien im Dezember nichts ungewöhnliches, jedoch haben sie in diesem Jahr bereits im Oktober begonnen und sind jetzt, Anfang Januar noch immer nicht unter Kontrolle. Die Auswirkungen sind verherend für die Umwelt, die Jahrzehnte benötigen wird, um sich zu regenerieren. Ganz zu schweigen von der Tierwelt. Gerade die Koalas sind den Bränden schutzlos ausgeliefert. Auf Kangroo Island ist die Hälfte des Koalabestands den Flammen zum Opfer gefallen.

Vor über zehn Jahren – erschreckend wie die Zeit vergeht – bin ich ein Jahr kreuz und quer durch Australien gereist. Was soll ich sagen? Ich war begeistert! Die weitgehend unberührte Natur und die vielfältige Tierwelt haben mich schwer beeindruckt. Die grausamen Bilder, die derzeit durch die Medien gehen, treffen mich sehr. Und so habe ich mir die Frage gestellt: Wie kann ich helfen? Die einzige Antwort die ich darauf gefunden habe ist, den Helfern beizustehen. Wenn nicht aktiv, so doch wenigstens finanziell. Während des Jahres in Australien hat mich die Natur dort inspiriert ein Kinderbuch zu schreiben und meine Eindrücke in Illustrationen festzuhalten. Nun bin ich sehr kritisch mit mir und meiner Arbeit. So wanderte das Kinderbuch in eine Schublade. Vorerst. Mir war klar, dass wenn ich es der Öffentlichkeit präsentieren werde, dann muss ich die Illustrationen überarbeiten. Nun habe ich das vorläufige Buch wieder zur Hand genommen, mir ein Herz gefasst und begonnen es zu überarbeiten. Vor mir liegt zweifellos noch ein langer Weg. Zeit, die ich angesichts der Buschbrände eigentlich nicht habe. So habe ich beschlossen, dass ich bereits die einzelnen Illustrationen aus dem Buch als Kunstdrucke anbieten möchte. Sie werden auf jeweils 100 Stück limitiert sein und ich werde sie signieren. Drucken möchte ich sie möglichst umweltschonend mit erdölfreier Farbe auf Papier, das aus einheimischen Gräsern hergestellt wurde. Thematisch passt das sehr gut zu den Geschichten aus dem Busch und es schont die Umwelt. Gerade die leidet im Moment wirklich genug.

Australien braucht dringend unsere Hilfe und ich freue mich, wenn ihr mein Projekt unterstützt. Die Prints findet ihr in meinem Shop

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Der Erlös wird an Wires gehen, die sich im täglichen Kampf für die Wildtiere Australiens einsetzen.

WO MAN DEN CSÁRDÁS TANZT

Über den Dächern von Budapest

Nach der aufregenden und interessanten Zeit in Ägypten zieht es uns nach Ungarn. In den frühen Morgenstunden brechen wir auf zu unserem ersten Ziel, das die Hauptstadt Budapest sein wird. Am frühen Nachmittag erreichen wir Budapest und beziehen unser gemütliches Quartier. Begeistert stellen wir fest, dass wir von dem aus einen wunderbaren Blick über die Dächer der Stadt haben. Lange hält es uns jedoch nicht im Zimmer. Uns zieht es hinaus, um die fremde Stadt zu erkunden. Mit der Orientierung hapert es noch etwas und wir irren durch die Seitenstraßen, bis wir zu der St. Stephans Basilika gelangen. Von dort aus ist es nicht weit zu der Postsparkasse, die sich im schönsten Jugendstil-Baustil präsentiert und unter all den prunkvollen Gebäuden besonders hervor sticht. Weiter führt uns unser Weg vorbei an dem im neogothischen Stil erbauten Parlament, das durch seine strahlend weiße Fassade und der filigranen Architektur ein ganz besonderes Wahrzeichen für Budapest ist. Beim Schlendern entlang der Uferpromenade kommen wir vorbei an den Schuhen aus Metall. Diese 60 Paar Schuhe stehen auf 40 m der Kaimauer. Das Mahnmal wurde zum Gedenken an an das Schicksal von den Mitgliedern der Pfeilkreuzlerpartei ermordeten Juden durch den Bildhauer Gyula Pauer und den Regisseur Can Togay geschaffen. Nach Sonnenuntergang lassen wir uns an der Uferpromende nieder und lassen unseren ersten Abend in Budapest bei ein paar Cocktails ausklingen. Auf unserem Rückweg in unser temporäres zu Hause werden wir noch auf eine ganz besondere Art in der Stadt willkommen geheißen, indem ein Feuerwerk entzündet wird.

Nach einem kurzen Frühstück setzen wir unsere Erkundunstour durch Budapest fort. Vorbei an der Großen Synagoge und dem Parlamentsgebäude überqueren wir die Donau auf der Margaretenbrücke. Wir scheinen die heißen Temperaturen aus Ägypten mitgebracht zu haben. Bei bald 40°C suchen wir die Gül Baba Türbe mit ihrem Rosengarten. Der Derwisch und Poet Cafer ibn Kutbul wurde Gül Baba genannt, was so viel bedeutet wie „Vater der Rosen“, denn er soll die Rosenzucht in Ungarn eingeführt haben. Ein Zeugnis islamischer Kultur in Europa stellt sein Grabdenkmal dar. Es ist ein achteckiger Grabbau überwölbt von einer Kuppel mit Halbmond. Viele Maler treffen sich in dem Park an, die ihre Impressionen in ihrem Skizzenbuch festhalten. Im Gebäude befindet sich ein kleines Museum so wie eine Ausstellungsfläche, auf der die Porzellan-Manufaktur Herend Kunstwerke aus Porzellan präsentiert. Das nächste Ziel unseres Stadtrundgangs ist der Burgberg, auf dem sich die berühmte Fischerbastei befindet. Und da ist sicher das Ziel von allen, die gerade Budapest besichtigen und es herrscht lebhaftes Treiben. Ebenfalls auf der Anhöhe befinden sich der Magdaleneriturm und die Matthiaskirche. Auf dem Weg zu dem Gellértbad, das eines der letzten im Jugendstil erbauten großen Bauprojekte Budapests war, führt uns der Weg vorbei an der Nationalbibliothek, der Nationalgalerie und dem Burgpalast Historischem Museum. Dort ist eine sehr schön angelegte Anlage mit Rosengarten, in der wir noch ein bisschen verweilen, bevor wir den Weg fortsetzen. Am späten Nachmittag kommen wir am Gellértbad an und lassen unsere wundgelaufenen Füße im kühlen Nass entspannen. Zurück über die Szabadság hid gelangen wir wieder auf den anderen Teil der Donau. Total erschöpft kehren wir ein im Schiffsrestaurant mit dem Namen `Spoon´. Einen Wassermelonensalat und …. später setzen wir unseren Weg fort zum Panorama Hotel, von dem Dach aus sich ein schöner Blick über die Stadt bietet. Danach möchte ich nur noch zurück in das Hotel um die müden Beine hochlegen zu können.

Die Gül Baba Türbe dient der Inspiration zahlreicher Maler
Das Gellért Bad ist einen Besuch wert aufgrund des schönen Jugendstil Baustils

Für den dritten Tag in Budapest haben wir uns vorgenommen, die Margareteninsel in der Mitte der Donau zu erkunden. Über die Margaretenbrücke gelanden wir wie schon am Tag davor direkt zu der Insel. Gleich zu Beginn erwartet uns das Zentenariumsdenkmal, das an die Vereinigung von Buda und Pest erinnert inmitten eines ordendlich angelegten Blumenmeers. Einige Meter weiter kommen wir an den Springbrunnen, der sich eine beeindruckende Schau liefert mit seinem Wasserspiel. Ein kleiner Tierpark lässt uns ein bisschen verweilen um mit den Ponies schmusen und den Störchen beim Klappern zuzusehen. Im Gegensatz zu der sonstig allgegenwärtigen Blütenpracht im Park, geht der Rosengarten etwas unter. Vorbei an einem alten Kloster und einer Freilichtbühne gelangen wir zum Japanischen Garten. Danach zieht es uns in ein Restaurant und wir spannen einfach nur noch aus. In Ungarn scheint hausgemachter Eistee mit geeisten Beeren das Getränk schlechthin zu sein und wir trinken einen nach dem anderen. Bei den heißen Temperaturen ist es genau das Richtige für uns. Nur schwer können wir uns motivieren, in der Hitze weiter zu laufen, nachdem wir es uns erst einmal gemütlich gemacht haben. Nach einem Bummel auf der Seite Buda kehren wir über die Kettenbrücke zurück auf die andere Seite und in unsere Unterkunft. Nach einer kurzen Erholungsphase auf dem Zimmer motivieren wir uns noch einmal, mit der Metro Richtung Burgberg zu fahren, um uns die Fischerbastei und die umliegenden Attraktionen bei Nacht anzusehen. Alle Gebäude auf dem Berg sind strahlend erleuchtet. Auf dem Vorplatz tummeln sich bald genau so viele Menschen wie tagsüber. Brautpaare aus dem fernen Asien nutzen die romantischen Bauwerke als Kulisse für ihre Hochzeitsfotos. Sie stehen aufgereiht in Reih und Glied und warten darauf, dass sie an der Reihe sind um vor der Kamera des Fotografen zu posieren. Da wir den Burgberg erst zu recht fortgeschrittener Stunde erreicht haben, scheitert unser Plan noch einzukehren um den Abend bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen. So schlendern wir durch die Stadt, beobachten wie ein Restaurant nach dem anderen den Tagesbetrieb einstellt und kehren zurück in unser Hotel.

Die Margareteninsel mit der herrlichen, sommerlichen Blütenpracht.
In einem kleinen Tierpark auf der Insel klappern die Storche um die Wette.
Hősök tere , der Heldenplatz mit den beeindruckenden überlebensgroßen Statuen ist eingetragenes UNESCO-Kulturerbe
Die alt-ehrwürdigen Gemäuer in Városliget, dem Stadtwäldchen.
Das Elefantenhaus im Budapester Zoologisch-Botanischem Garten.

Am nächsten Morgen verabschieden uns von unserm schönen Blick über die Dächer Budapests. Für unseren letzten Tag in Budapest haben wir uns vorgenommen, den Nordosten der Stadt zu erkunden. Es ist ebenso heiß wie die Tage davor und die Hitze zehrt ganz schön an unseren Kräften. Des beeinruckende Denkmal der ungarischen Geschichte auf dem Heldenplatz zieht alle Blicke auf sich. Nur zu lebhaft kann ich mir dies als Kulisse dramatischer geschichtlicher Ereignisse vorstellen. Zur Zeit der Revolution wurde das Bildnis des Kaisers Franz Josefs als Zeichen des Bruchs mit dem Habsburger Adels vom aufgebrachten Volk zertrümmert. Die Statue von Árpárd, dem Großfürsten der Magyarenstämme, wurde durch Statuen von Marx und einem Arbeiter -und-Bauern-Monument ersetzt und der gesamte Platz mit roten Stoffdraperien ausgelegt. Nach dem 2. Weltkrieg fiel Ungarn in den Machtbereich von Stalin und wurde Kommunistisch. Nur durch Proteste der Bürger blieben die christlichen Symbole des Denkmals bestehen. Jedoch wurden die Statuen der Habsburger entfernt und durch solche von Freiheitskämpfern ersetzt. Gesäumt ist dieses Denkmal durch Museumsbauten.

Im angrenzenden Stadtwäldchen stossen wir auf einen zur Milleniumsausstellung im mittelalterlichen Stil errichteten Bau. Die Kapelle im östlichen Teil ist ein Nachbau der Kirche aus Ják. Die Burg schließt zum Osten hin mit einem schlossartigen Gebäudeteil im klassizistischen und Barockstil ab, in dem das Landwirtschaftsmuseum untergebracht ist. Nach einem Besuch im Zoologischen- und Botanischen Garten des Stadtteil Pest setzen wir unsere Reise fort. Wir verlassen die Hauptstadt und fahren durch die malereische Landschaft am Balaton. Leider muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich einen Großteil dieser Fahrt verschlafe durch die hitzebedingte Müdigkeit. Der Balaton ist eine kleine Welt für sich. Überall werden Weinverkostungen angeboten, viele Badegäste tummeln sich um den Platensee und es gibt zahlreiche Reithöfe, was mir als Pferdenärrän natürlich besonders ins Auge sticht. Unsere Panoramafahrt durch die idyllische Landschaft findet ein jähes Ende. Plötzlich ertönt ein lauter, undefinierbarer Knall. Wir sind erst einmal ratlos, ob das merkwürdige Geräusch von außen kommt, oder ob es eine interne Ursache hat. Als sich dann der Motor erhitzt und schließlich selbst abschaltet, wird uns klar, dass das Geräusch ein technisches Problem zur Ursache haben muss. Wir schaffen es gerade noch in Unterkunft. Der Motor kocht und brodelt. Trotz des Schreckens ist mir der Name der Unterkunf nicht entgangen. “Equital Nemesvita”. Wenn das nicht darauf hindeutet, dass es dort Pferde gibt. Dazu muss ich erwähnen, dass Max die Reise geplant hat und diese Unterkunft als Überraschung für mich gebucht hat. Die Überraschung ist allemal gelungen. Trotz des unschönen Vorfalls mit der Autopanne. Wir habern ja noch einemal Glück im Unglück gehabt. Zuerst machen wir einen kleinen Rundgang über das Gelände, nachdem wir unser Zimmer bezogen haben. Die Weiden der Anlage erstrecken sich weit über das Gelände. Sogleich werden wir von den Pferden begrüßt. Es gibt eine Reithalle, einen Roundpen sowie einen großen Reitplatz. Oberhalb befindet sich der Wellnessbereich mit Pool und Sauna, unterhalb die ordendlichen Stallungen. Beim Abendessen genießen wir die ländliche Ruhe auf dem Gutshof nach dem Trubel des quirligen Budapest. Auch von unserem Zimmer aus haben wir einen Blick auf die Koppeln mit den friedlich grasenden Pferden.

Equital
In den Lavendelfeldern von Tihany. Man muss schon genau hinsehen, um die beiden Hauptakteuere des Bildes zu entdecken.

Früh beginnen wir den Tag, um das Problem mit dem Auto aus der Welt zu schaffen. Der Tag beginnt mit einem perfekten Frühstück mit Melone, Brot mit frischer Gurke und Tomate, Donuts und dazu einer Tasse Tee. Danach treffen wir die Chefin des Anwesens. Sie kennt bereits unser Prolem und hat schon alles in die Wege geleitet. Im Ort ist ein Mechaniker ansässig, der uns bereits erwartet. So bringen wir das Auto zu Laszlo. Er versteht kein Wort deutsch oder englisch und da wir der ungarischen Sprache nicht mächtig sind, endet unser Zusammentreffen in einer Unterhaltung mit Händen und Füßen. Aber wir haben trotzdem ein gutes Gefühl, denn dieser Laszlo macht einen soliden Eindruck. Nach eiem kurzen Fußweg zurück zu Equital spreche ich mit dem Reitlehrer, um einen Reitstunde zu vereinbaren. Natürlich lasse ich mir das nicht nehemen, wenn wir schon auf einem Reithof wohnen die kommenden Tage. Für diesen Tag kann er mir leider keine Stunde mehr anbieten. So relaxen wir im Wellnessbereich, holen Schlaf nach und kommen in den Kontakt mit einer Familie aus meiner bayrischen Heimat, die auch hier Urlaub macht. Abends können wir das Auto schon wieder abholen. Unser Gefühl hat uns nicht getäuscht. Laszlo hat sich als sehr zuverlässig und kompetent erwiesen. Außerdem macht er einen so guten Preis für seine Arbeit, dass wir gerne noch Tinkgeld geben. Den weiteren Abend lassen wir bei einem Spaziergang nach dem Essen ausklingen.

Tapolca, oder zu deutsch Toppoltz ist eine wunderschöne, idyllische Kleinstadt nahe unserer Unterkunft im Equital.

Die Ruhe scheint mir nicht gut zu bekommen, denn trotz des gemütlichen Zimmers mit dem komfortablen Bett schlafe ich recht schlecht. Wahrscheinlich weil mein Rhythmus total durcheinander ist. Trotzdem bin ich hellwach und werfe mich in meine Reitklamotten, denn am Vormittag habe ich meine Reitstunde vereinbart. Nach dem Frühstück reite ich eine braune Stute auf dem Platz und merke, wie viel ich bereits verlernt habe in der Zeit, in der ich nicht mehr in der englischen Reitweise geritten bin. Ich kämpfe und bekomme langsam das Gefühl für das Pferd zurück. Nach nur 30 Minuten auf dem Reitplatz bin ich nassgeschwitzt aber glücklich. Glücklich wieder hoch zu Ross gesessen zu haben und darüber, dass sich gegen Ende des Unterrichts doch noch ein kleiner Erfolg eingestellt hat. Der Reitlehrer von Equital spricht fließend deutsch und ist äußerst erfahren in seinem Fach. Schade, dass unser Aufenthalt nur so kurz ist. Es ist immernoch heiß. Nachdem ich wieder Kräfte gesammelt habe nach dem Reiten, fahren wir nach Tihani. Unser erster Stop ist ein Lavendelfeld in dem sich die Insekten gerade so tummeln. Auch ein paar Smaragdechsen sonnen sich. Anschließend beschreiten wir einen Fußweg auf einen Aussichtsturm mit Blick über das Sumpf- und Grasland und die Seen der Halbinsel. Danach kehren wir in einem Cafe ein, trinken Kaffee und beobachten die zahlreichen Vogelscharen. Hier scheinen die gefiederten Freunde sich besonders wohl zu fühlen. Am Nachmittag bummeln wir durch Tapolca und lassen in der malerischen Innenstadt die Seele baumeln.

Bábolna Nemzeti Ménesbirtok

Am nächsten Tag reicht unsere Zeit leider nicht mehr für eine Reitstunde. Nach dem Frühstück packen wir und setzen die Reise fort. Wir fahren nach Bábolná. Dies ist eine kleine Herzensangelegenheit meinerseits. Als Kind habe ich ein Buch bekommen, in dem ein Gemälde abgebildet war, das die Stallungen des ungarischen Gestüts Bábolná zeigt. Seither hege ich den Wunsch, diesem Gestüt einen Besuch abzustatten. Was soll ich sagen? In Ungarn gehen Wünsche in Erfüllung, wenn sie sich um das Thema `Pferd´ drehen.

Die Stallungen von Bábolná, 1849 von Stotz, Otto (1805-73) war in meinem Pferdebuch abgebildet, das ich als Kind bekommen habe. So wurde der Wunsch in mir geboren, einmal dieses Gestüt zu besuchen.

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Photos von Maximilian Hagstotz

LAND DER PYRAMIDEN

Hurghada

Die Fahrt nach Hurghada führt uns wieder durch die Wüste. Die Sandwüste wandelt sich, je weiter wir uns der Küste nähern, zu einer Steinwüste mit bizarren Felsformation. Hurghada selbst ist definitiv ein starker Kontrast zu Ägypten entlang des Nils. Mächtige Hotelanlagen, die zum Teil mitten in der Wüste gebaut wurden, konkurrieren hier miteinander. Die Eselkarren und Tuk-Tuks werden durch Autos ersetzt. Auf den Straßen entlang der Hotelkomplexe herrscht geschäftiges Treiben. Nach der idyllischen Zeit auf dem Schiff fühle ich mich etwas überwältigt von all den Eindrücken. In der Stadt fehlt mir die Authentizität, das auf natürliche Weise gewachsene. Sie wurde viel mehr rasant schnell gebaut und stetig erweitert, als man merkte, dass die Tourismusbranche gerade einen Boom erlebt. Am Strand setzt sich das rege Treiben fort. Keine halbe Stunde vergeht, ohne dass uns übereifrig Massagen, Duftöle, Touren, Peelings, Masken, Cocktails und was man sich nur vorstellen kann, angeboten werden. Es ist wie auf dem Basar und kratzt etwas an meinem Nervenkostüm. Ich möchte raus. Raus um dem Trubel zu entkommen.

Das Glück dieser Erde

Und wo könnte man besser abschalten, als auf dem Rücken von Pferden? So genießen wir den Vormittag des zweiten Tages in Hurghada auf dem Rücken von zwei fuchsfarbenen Araberstuten. Zumindest genieße ich die Stunden. Max hat als Reitanfänger ganz schön zu kämpfen. Sein Pferd sucht sich gleich die erste Sandkuhle aus um sich dort nieder zu lassen. Als ich mich im Sattel umdrehe, bietet sich mir eine Szene, in der seine Stute am Boden hockt wie ein Kamel und wohl noch dabei ist zu analysieren, wie sie den lästigen Ballast nun von ihrem Rücken los wird, um sich ausgiebig im Sand zu aalen. Dazu kommt es natürlich nicht. Gleich stürzen unser Tourguide und ich uns auf die Stute und bringen sie dazu, ihre ungeplante Pause zu unterbrechen, indem wir sie zurück auf die Beine holen. Max sitzt wieder auf und wir reiten durch den trockenen Wüstensand. Nach einer Weile schwingt Max sich noch einmal aus dem Sattel. Diesmal um mit seinem Pferd am Zügel zu warten, während ich auf meinem Pferd die schnurgerade Strecke entlang einer Palmenallee jage. Obwohl es noch früh am Morgen ist, sind die Temperaturen schon wieder beträchtlich hinauf geklettert auf dem Thermometer. Die Pferde freuen sich also über eine Erfrischung im Meer nach dem Ritt durch die Wüste. Mein Pferd, das noch erhitzt ist vom Galopp, freut sich so sehr, dass es sich ohne jede Vorwahnung im Wasser nieder lässt und sich beginnt zu wälzen. Ich kann gerade noch abspringen und biege mich vor Lachen. Damit habe ich nicht gerechnet. Nicht so plötzlich. Irgendwo kann ich die Stute ja auch verstehen, dass ihr diese Art der Erfrischung gerade recht kommt. Genüsslich wälzt sie sich im kühlen Nass mitsamt Sattelzeug und es dauert eine Weile, bis sie sich wieder aufrichen lässt. Danach steht sie am Strand in vollständiger Glückseeligkeit, macht den Hals lang und lässt ihre Ohren links und rechts zur Seite hängen. Ich komme gar nicht mehr heraus aus dem Lachen, weil es einfach zu komisch aussieht. Zurück geht es durch die Hotelanlage zum Stall. Dort angekommen sind Pferd und Reiter schon fast wieder getrocknet. Nun bekommen wir noch den heißblütigen Deckhengst präsentiert. Er stürzt erhobenen Hauptes mit voller Körperspannung aus seiner Box, wiehert und schnaubt erregt, als er die Stuten begrüßt. „Die agyptischen Männer sind Schlingel.“, meint der Tourguide, der den Ausritt mit uns zusammen gemacht hat. Zu dieser Erkenntnis bin ich auch schon gekommen denke ich und grinse in mich hinein. Ich erzähle ihm von meinem früheren Pferd Prinz. Er fragt, ob er auch ein Hengst war. Ich verneine und erkläre, dass er bereits Wallach war, als er zu mir kam. Das missfällt ihm sichtlich und ihm entgleisen betroffen die Gesichtszüge. In Ägypten kastriert man die Pferde wohl ausschließlich in Ausnahmefällen, also dann, wenn außergewöhnliche Gefahr von ihnen ausgeht durch Beissen oder Schlagen. Ansonsten lässt man den Pferden ihren “Stolz”. Die meisten Ägypter, die sich mit Pferden befassen, sind männlich und würden sich durch die Kastration von ihrem Pferd bestimmt persönlich betroffen fühlen. So bin ich ganz froh, dass wir zwei Mädels reiten konnten und lediglich ein Sandbad und eine Erfrischung im Roten Meer mit ihnen erlebt haben. Wer weiß schon welche Dummheiten einem Hengst unterwegs eingefallen wären. Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Heute ist es etwas diesig. Wenige Badegäste tummeln sich am Strand und wir genießen die Ruhe.

Der Ausdruck ihrer Augen ist der einer liebenden Frau,
ihr Gang ist der eines schönen Weibes,
ihre Brust die eines Löwen,
ihre Flanken sind die einer Gazelle.
Sie ist die Trinkerin des Windes,
ihre Nüstern sind geöffnet wie die Blütenblätter einer Rose.
Ihr Fell ist wie ein Spiegel,
ihr Haar so dicht wie die Federn auf Adlers Schwingen.
Ihr Huf ist so hart wie Stein, von dem man Feuer zu schlagen vermag.
Sie ist so sanft wie ein Lamm, jedoch wie ein Panther im Zorn,
wird sie geschlagen oder gereizt.

Aus dem Arabischen

Wenn ich auch glaube, dass es ihnen gelungen ist, wirklich edle arabische Pferde sich zu verschaffen, so dürfen sie deshalb doch nicht glauben, dass Sie arabische Pferde von ihnen züchten, denn das arabische Pferd ist nur so lange ein arabisches, als es die Luft der Wüste einatmet.

Abbas Pascha zu Baron von Hügel

Kairo

Die darauf folgende Nacht ist kurz, denn wir brechen um 2.00 Uhr auf nach Kairo. Während der Busfahrt durch die Wüste entlang der Küste des Roten Meeres wandelt die Nacht sich langsam zum Tag. Wir erreichen die Stadt am frühen Morgen. Zuerst besuchen wir das Ägyptische National Museum in der Innenstadt am Al-Tharir-Platz. Mit 150.000 Artefakten gilt es als weltweit größtes Museum für altägyptische Kunst. Besonders beeindruckend sind die Schätze aus Tutanchamuns Grab. Sie sind allesamt gut erhalten und zeugen von großer handwerklicher Fertigkeit. Die Totenmaske aus massivem Gold ist das wohl berühmteste Ausstellungsstück. Der äußerste und mittlere Sarg des Tutanchamun sind vergoldet. Der innerste Sarg besteht aus reinem Gold und hat ein Gewicht von 110,4 Kilogramm. In ihm befand sich die Mumie. Vergoldet waren auch die vier den Sarkophag umgebenden Holzschreine sowie der kleinere Kanopenschrein mit dem Kanopenkasten, weitere Schreine und Statuen des Königs und verschiedener Gottheiten. Die detailreichen Intarsienarbeiten finde ich besonders beeindruckend. Auch der Erhaltungszustand der Mumien ist faszinierend wie abschreckend zugleich in einer Zeit, in der man doch eher selten so offenkundig mit dem Tod konfrontiert wird. Nach dem Museumsbesuch machen wir uns auf den Weg zu den Pyramiden. Max, der als kleiner Junge schon einmal dort war, ist schockiert, wie sehr die Stadt seither gewachsen ist. Kairo ist dicht an dicht verbaut mit Lehmziegelhäusern. Dazwischen finden sich immer wieder Moscheen, die 500 – 700 Jahre alt sind und an den wunderschönen, detailreichen orientalischen Baustil der damaligen Zeit erinnern. Entlang des Nils befinden sich die Wohngebiete für die Ober- und Mittelschicht. Die Kluft zwischen den Reichen und der von weit verbreiteter Armut geprägten Vierteln ist deutlich spürbar. Ungefähr ein drittel der Ägypter hier fallen unter die Armutsgrenze. Viele Häuser verharren noch im Rohbau. Genauso wie das neue Große Ägyptische Museum, auch Gizeh Museum genannt, welches nur zwei Kilometer entfernt von den Pyramiden von Gizeh entfernt gebaut wird. Der Grundriss des Museums entspricht einem Dreieck, dessen Fassade wie das Sierpinski-Dreieck konstruiert werden soll. Während die Nord- und Südseite auf die Mykerinos- und die Cheops-Pyramide zeigen, wird vor dem Museum ein großer Platz mit Feigenbäumen angelegt. Besonders charakteristisch für den Bau wird die transparente Mauer aus Alabaster werden, welche die vordere Fassade des Gebäudes bildet. Es sollen in der Zukunft die vielen unpublizierten kunsthistorischen Schätze hier ausgestellt und so für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise möchte man den Verkehr in der Stadt, welcher durch den Andrang im alten Ägyptischen National Museum entsteht, entasten.

Die Muhammad- Ali-Moschee – auch als “Alabaster Moschee” bekannt – wurde in Kairo 1824 bis 1884 im osmanischen Stil mit barocken Elementen erbaut. Die Südostansicht der Moschee ist auf der Vorderseite der ägyptischen 20 Pfund-Banknote abgebildet.
Detail des goldenen Schrein aus dem Grab des Tutanchamun im ägyptischen Museum, Kairo
Das alte Ägyptische National Museum, Kairo

Die Pyramiden

Gizeh bildet mit Kairo eine Metropolregion mit über 16 Millionen Einwohnern. Bekannt ist die Stadt für das Gizeh-Plateau mit seinen altägyptischen Königsgräbern, Pyramiden und Tempeln, einschließlich der Sphinx. Unser Weg um die Pyramiden in der Gluthitze ist gesäumt von Kamelen mit in bunten Farben gewebtem Sattelzeug und Bommel- und Quastenverziertem Zaumzeug. Kutschfahrer mit willenlos dreinblickenden Pferden, die durch ihre tägliche Arbeit deutlich gezeichnet sind, bieten ihre Dienste an, Besucher um die Pyramiden zu chauffieren. Sie streiten sich untereinander, wer die Touristen befördern darf. Es herrscht ein gewisser Kampf um das Überleben habe ich den Eindruck. Die Pyramiden zählen seit 1979 zum Weltkulturerbe. Es erscheint unglaublich, dass die Menschen damals vor 4600 Jahren mit den einfachsten Miteln diese Wunderwerke geschaffen haben, die bis heute erhalten sind. Mit dem Bau der Pyramiden sind damals auch Nebenpyramiden, Felder mit Gräbern, Tempeln und Arbeiterdörfer entstanden. Besonders erstaunlich ist, dass bei dem Bau der Pyramiden keine beräderten Hilfsmittel zum Einsatz gekommen sein sollen. Höhenunterschiede wurden wohl durch das Ziehen der Lasten überwunden. Das ist absolut unvorstellbar, wenn ich so neben den mächtigen Gesteinsblöcken stehe und mir deren eigentliche Ausmaße bewusst werden. Die größte Pyramide, die des Pharao Cheops, war ursprünglich 146,6 m hoch und wurde aus etwa 3 Millionen Steinblöcken erbaut, die durchschnittlich 2,5 t wiegen. Unvorstellbar, wie gesagt. Die Sphinx befindet sich etwas unterhalb der Pyramiden. In der Zeit der napoleonischen Ägyptenfeldzüge von 1798 bis 1799 begannen die wissenschaftlichen Erforschungen. Dem Mischwesen in der Gestalt eines Löwen mit dem Kopf eines Menschen fehlte schon vor den Feldzügen die Nase, die bis heute nicht ersetzt wurde. Damit haben sich die Gerüchte, dass die Nase den Gefechtsübungen der Truppen zum Opfer gefallen ist, als falsch erwiesen. Die mit Napoleon in das Land Ägypten gekommenen Wissenschaftler stellten die Sphinx schon damals ohne Nase dar. Napoleon selbst sprach von dem Land als „Wiege der Wissenschaften und Künste der gesamten Menschheit“.

Ein Rundgang in Ehrfurcht und Demut entlang der Pyramiden von Gizeh.

Was bleibt von uns?


Viel zu schnell verrinnt die Zeit. Die Rückfahrt führt uns wieder an der Küste des Roten Meeres entlang. Und betübt mich sehr. Ein beträchtlicher Teil der Küste wurde mit weitreichenden Hotelanlagen dicht an dicht bebaut. Sie sind mit Mauern umzäunt und gleichen kleinen Städten, bzw. Geisterstädten. Denn sie befinden sich oft im Bau, oder wurden nicht weiter gebaut und stehen leer. Von unberührter Natur ist hier leider nicht mehr viel zu sehen. Investoren gehen sogar so weit, dass sie im Streit mit der Konkurrenz um die besten Plätze, Bootsstege oder gleich ganze Hotelkomplexe auf das Riff bauen lassen. Das macht micht traurig, dass das Land wegen des Touismus so in Mitleidenschaft gezogen wird. Gerne möchte ich die Natur erforschen und die Kultur durch Land und Leute kennen lernen, aber möglichst ohne meinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Ein weiteres leidiges Thema ist der Umgang mit dem Müll in Ägypten. Gerne würde ich es vermeiden, doch es ist allgegenwärtig und somit möchte ich es auch an dieser Stelle nicht totschweigen. 80% des Abfalls landen auf unsortierten Deponien. Nicht nur, dass diese Berge von Müll auf der Straße, in der Wüste und dem Gewässer dem Tourismus schaden- der Abfall wird durch die Einwirkung von Wärme, Wind und Wasser zerrieben und endet als Mikropartikel in die Nahrung von Mensch und Tier. Grund für dieses Scheitern des Abfallsystems ist sicher, dass der Sektor der Abfallentsorgung unterfinanziert ist. Und das, obwohl die Bürger mit Abgaben zur Müllabfuhr durch die Steuerlast belangt werden. Eine Plastikflasche benötigt etwa einen Zeitraum von 1000 Jahren, bis sie verrottet. Wenn ich auf der einen Seite sehe, was von der Kultur der alten Ägypter nach tausenden von Jahren erhalten geblieben ist, will ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass dieser Plastikmüll das sein wird, was nach vielen Jahren von unser Kultur übrig bleibt.

Genug davon. Ich möchte meinen Bericht auf keinen Fall zu eurozentrisch verfassen, denn dazu habe ich viel zu wenig Hintergrundinformationen. Unsere Busfahrt entlang der Küste wird durch ein paar sehr schöne Momente begleitet. In der Ferne sehen wir im Meer einen Schwarm Delphine. In warmen Orange- und Rottönen geht die Sonne über der Wüste unter. Wie gerne würde ich die Nacht hier draußen verbringen unter dem Himmelszelt mit seinen, fern ab der Zivilisation, riesig erscheinenden Sternen.

Auf der traumgleichen Insel

Den nächsten Tag verbringen wir am Strand von Hurghada beim Schnorcheln und mit netten Gesprächen mit unseren Mitreisenden. Am Morgen unseres letzten Tages steigen wir noch einmal auf das Schiff. Unser Ziel ist die Insel Mahmya. Sie ist bekannt für ihren feinen Sandstrand und das türkisblaue Wasser, in dem sich eine faszinierende Unterwasserwelt verbirgt. Wir relaxen unter mit Palmenblätter bedeckten Sonnenschirmen. Beim Schnorcheln erkunden wir die Korallenriffe und die zahlreichen, farbenfrohen Fische.

Am Abend zieht es uns noch einmal hinaus in die ägyptische Nacht. Entlang der belebten Sharaton Street schlendern wir vorbei an den Läden und genießen den warmen Windhauch der die immernoch warme Temperatur sehr angenehm erscheinen lässt. Das Gefühl dieses Windhauchs, der mir durch das Haar fährt, speichere ich ab in meinen Gedanken. Er wird mich immer erinnern an die Tage und die zahlreichen aufregenden Erlebnisse in Ägypten, die mich so bewegt haben. Die Gebetsrufe aus den Minaretten hallen durch die sternenklare Nacht und intensivieren diese mystische Stimmung. Besonders beeindruckt bin ich von einem Laden, der neben orientalischen Lampen auch Antiquitäten führt, wie alte Krummdolche und Öllampen. Nun fühle ich mich vollständig in eine Geschichte aus 1001 Nacht versetzt.

“An dieser Stelle unterbrach das Morgengrauen Schahrasad und sie hörte auf zu erzählen.

Aus den Geschichen aus 1001 Nacht
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Pictures by Maximilian Hagstotz

LAND DER PHARAONEN

Néfertiti
Reine païenne
Tes bains de minuit
Belle égyptienne
Font rêver les crocodiles
Dans les eaux du Nil


. France Gall | Serge Gainsbourg – Néfertiti .

mia und ich blog Hurghada Sunny Days Palma di Mirette Ägypten Egypt

Ägypten
Die Reise führt mich nach Ägypten. Das erste Ziel nach der Ankunft in Hurghada ist der Nil bei Luxor. Nachdem die Eisheiligen in Deutschland ihrem Namen nach einem kurzen Anflug von Frühlingswetter alle Ehre gemacht haben, freuen ich mich nun auf das heiße, trockene Klima im Land der Pharaonen.

mia und ich blog Oase Arabische Wüste Esel Ägypten Egypt

Hurghada

Die Reise durch Ägypten beginnt in Hurghada. Diese Stadt, deren Name sich von `Bootssteg´ ableitet, lebt eindeutig in erster Linie vom Touismus. Ein Großteil der Stadt besteht aus Hotelanlagen, die sich an orientalische Baustile anlehnen. Wer in Hurghada Arbeitet, der nimmt oft den weiten Weg von der Nilregion auf sich. Weshalb das so ist, wird mir deutlich vor Augen geführt, als wir durch die Arabische Wüste westlich von Hurghada in das Inland fahren. Bislang habe ich nur die australischen Wüsten kennen gelernt. Was dort als Wüste bezeichnet wird, ist kein Vergleich mit der trockenen Tristesse hier. Während in Australien trotz der Trockenheit Vegetation herrscht, die Felsen von Spinifex überzogen sind und hier und da Wildblumen sprießen, begegnet uns hier nichts dergleichen. Nichts als Steinwüste, Sand und poröses Gestein, das sich hier und da zu schroffem Gebirge erhebt. Doch Pflanzen sucht man hier vergebens, abgesehen von ein paar dürren Büschen. Es schockiert und fasziniert mich gleicher Maßen, wie die Normadenvölker und ihre Tiere, die ausschließlich in der Wüste leben, hier überleben können. Was hier trotzdem sehr gut zu wachsen scheint, das sind die Berge von Müll. Traurig aber wahr. Und leider ist das ein Anblick, der uns durch das ganze Land begleiten soll.

mia und ich blog Lady Sophia Nil Luxor Ägypten Egypt
Angekommen auf der `Lady Sophia´. Die Atmosphäre auf dem Schiff fühlt sich sofort ein wenig an wie zu Hause zu sein. Wenigstens für eine Woche.

Die Busfahrt durch die Wüste dauert vier Stunden. Bei einem kurzen Halt werden wir sogleich mit der ägyptischen Mentalität konfrontiert, die keinen größeren Kontrast zu der europäischen bilden könnte. Die Leute dort an der Oase möchten Geldmünzen tauschen- Euromünzen, in die sie immer wieder ägyptische Münzen mogeln, wie uns zuvor zum Glück erklärt wurde. Diese sind weit weniger Wert und es scheint sich so wohl um ein lukratives Geschäft zu handeln. Es wird geschachert was das Zeug hält. Angeboten werden Tücher, Tuniken, vermeindliche Figuren aus Alabaster, welche aber nur aus Gips oder Kunststoff sind und leider noch nicht mal in Ägypten, sondern billig in Asien hergestellt werden. Sofort fühle ich mich wie auf einem Basar. Die Verkäufer sind aufdringlich, aber sie werden nicht agressiv, wenn sie keinen Erfolg haben ihre Ware an den Mann oder die Frau zu bringen. So ist es eben ein Leben und Leben lassen, mit dem ich mich gut arrangieren kann. Ein Verkäufer hat den Spieß sogar umgedreht, und wollte mir meinen Hut abkaufen. Die Sonne ist heiß und scheint erbarmungslos auf das trockene Land herunter. Meinen Hut behalte ich besser, denn ich werde ihn hier sicher noch gebrauchen.

mia und ich blog Nil Minerett Ägypten Egypt
mia und ich blog Nil Wasserbüffel Ägypten Egypt
mia und ich blog Luxor Nil Ägypten Egypt
Die romantische Abendstimmung auf dem Nil

Luxor

Das Ziel der Reise durch die Wüste ist Luxor. Dort angekommen gehen wir an Bord eines Schiffes, der `Lady Sophia´. Wir werden mehr als freundlich von der Crew und unserem Reiseleiter Hamdi empfangen und fühlen uns gleich sehr willkommen. Die Vegetation hier am Nil ist deutlich reichhaltiger als in der Wüste. Das Ufer ist gesäumt von Palmen und gefüllter rosaroter, roter und gelber Hibiskus blüht ebenso wie die üppigen Azaleen. Die Vögel in den Palmenwäldern liefern sich ein Konzert bis spät in die Nacht hinein. Als die Sonne hinter den aus Lehm gebauten Häusern versinkt, färbt sich der Himmel in einen Farbton aus glühenden Rot- und Gelbtönen ein.

mia und ich blog Alabaster Ägypten Egypt Tal der Könige
Der Lichttest wird durchgeführt, um die hochwertige, dünnwandige Qualität der Gefäße aus Alabaster deutlich zu machen. Dadurch wird auch die einmalig schöne Struktur des Gesteins sichtbar.
mia und ich blog Memnokolosse Tal der Könige Ägypten Egypt
Memnonkolosse im Tal der Könige
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Detail des Tempels der Hatschepsut. Das Ankh, auch bekannt als ägyptisches Kreuz, Henkelkreuz, Lebensschleife, Nilschlüssel oder koptisches Kreuz taucht immer wieder in den Reliefen der Tempel auf. Es symbolisiert das ewige Leben und die Vereinigung von Mann und Frau im Kreuz, denn der ovale Kreis repräsentiert die Empfänglichkeit der Frau und der untere Teil die Zeugungskraft des Mannes.

Im Tal der Könige

Die Gräber der Pharaonen befinden sich im sogenannten Tal der Könige. Bei diesem Tal handelt es sich viel mehr um einen Berg, in den die Gräber wie Höhlen hineingegraben wurden. Noch heute, viele tausend Jahre nach der Zeit der alten Ägypter, lässt sich die einstige Pracht der Grabstätten erahnen. Aufwendig in den Stein gehauene Reliefs wurden später mit Malereien veredelt. Die Reste der Naturpigmentfarben geben einen Eindruck der damaligen Opulenz. Besonders die rotbaunen und blauen Nuancen sind in den Gräbern erhalten. Neben den Gräbern der Könige befinden sich diverse weitere. Diese wurden von den Arbeitern gegraben, denn anders als der verbreitete Glaube, dass die Pyramiden und Gräber von Sklaven errichtet wurden, waren viel mehr bezahlte Arbeitskräfte mit dem Bau beauftragt. Sie erhielten in erster Linie Naturalien, wie heute bekannt ist. Selbst an Tagen, an denen die Arbeiter krank waren, wurden sie entlohnt, bis sie wieder einsatzfähig waren. Vor so langer Zeit gab es also schon frühe, funktionierene Formen von Arbeitsrecht und Krankenversicherung. Bedauerlich, dass sich dieses fortschrittliche Prinzip nicht bis heute in Ägypten durchgesetzt hat.

mia und ich blog Hatschepsut Tempel Ägypten Egypt
mia und ich blog Hatschepsut Tempel Ägypten Egypt
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Natürlich sind die Grabstätten der Pharaonen längst geplündert. Die Schätze, die noch gefunden wurden- etwa aus dem Grab des Tut-ench-amun- befinden sich heute im Museum in Kairo. Es werden noch viele weitere Gräber vermutet als die, die bisher bekannt sind. So wird künftig veranlasst werden, das Dorf, das sich am Fuße des Tals der Könige befindet, zu verlegen und die Leute als ihren angestammten Häusern umzusiedeln. Dies wird ein schwerer Schlag für die betroffenen Familien werden, die davon Leben, Alabaster zu verarbeiten um daraus Figuren und Gefäße mit traditionellen Methoden herzustellen. Wir bekommen einen kleinen Einblick in eine solche Werkstatt, in der diese Gesteine verarbeitet werden. Besonders wenn man das Gestein illuminiert. Ein Test um echte Handarbeit von falscher zu unterscheiden wird durchgeführt, indem eine Lampe in das Gefäß gehalten wird, wird ihre Dünwandigkeit erkennbar. Dadurch sind die Gegenstände sehr leicht. Das ist ein gutes Qualitätsmerkmal und es kommt die Schönheit und Struktur erst richtig zur Geltung. Wer ein traditionelles, ägyptisches Souvenier mit nach Hause nehmen möchte, der wird hier sicher fündig. Qualitative Handarbeit hat natürlich ihren Preis. Dafür bekommt man aber wirklich ein kleines Stück altägyptischer Tradition.

mia und ich blog Hatschepsut Tempel Ägypten Egypt
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Die Pharaonin Hatscheput ließ sich in maskuliner Statur darstellen, wie die Statuen von ihr im Museum in Kairo zeigen. Sie als Frau wollte somit Irritation bei ihren Untertan vermeiden und beweisen, dass sie ihren männlichen Kollegen in Sachen Macht und Stärke in nichts nachsteht.
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Was man immer mitbringen sollte, wenn man Ägypten erkunden möchte, ist Zeit. Davon haben wir leider zu wenig. Um das Tal der Königinnen zu besuchen reicht die Zeit jedenfalls nicht. Dafür statten wir dem Tempel, der durch die Pharaonin Hatschepsut in die Landschaft integriert gebaut wurde, einen Besuch ab. Auf beeindruckende Art ist der Tempel so gebaut, dass die übereinander gestaffelten Terassen die Steigung der Felshänge aufnehmen.

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mia und ich blog Lady Sophia Nil Ägypten Egypt
mia und ich blog Nil Ägypten Esel Reiter Egypt

Am Abend legt unser Schiff ab und wir kommen in den Genuss, das von Palmen gesäumte Nilufer und die karge, felsige Landschaft dahinter, vom Wasser aus zu bewundern. Sie ist geprägt von der Landwirtschaft, wie man sie in europäischen Ländern wohl vor hunderten von Jahren gekannt hat. Das Getreide auf dem Feld wird von Hand in kleine Bündel gebunden und zähe, robuste Esel ziehen schwer beladene Karren, dienen ihrem Herren als Reittier oder warten geduldig vor den Lehmhäusern auf ihren nächsten Einsatz. Aus den Dörfern strömen sogleich ganze Scharen von Kindern an das Nilufer, wenn sie ein Schiff entdecken und grüßen lautstark winkend. Die Bauern bauen hauptsächlich Zuckerrohr, Bananen oder Oliven an. Knappe Güter wie beispielsweise Weizen wird zusätzlich aus der USA und Russland importiert, um den massenhaften Bedarf in den Städten abzudecken. In einem flüchtigen Moment werden wir Zeuge, wie ein Zicklein das Licht der Welt auf freiem Feld erblickt. Die ganze Bauersfamilie ist vorort und leistet Geburtshilfe. Das Leben vieler Ägypter ist durch harte Arbeit in der Landwirtschaft, aber auch durch große Armut geprägt. In Ägypten studieren mehr Frauen als Männer und arbeiten häufig in staatlichen und politisch hohen Positionen. Hier setzt sich der Weg fort, den die im alten Ägypten regierenden Frauen bereits vor tausenden Jahren geebnet haben.

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Sobek, der krokodilköpfige Wasser- und Fruchtbarkeitsgott
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Der Kom Ombo-Tempel wurde als “Haus des Krokodils” oder als “Haus des Falken” bezeichnet

Haus des Krokodils

Schon vom Schiff aus sichtbar erhebt sich der Kom Ombo-Tempel auf einem Hügel empor. Es ist heiß. Die Hitze ist trocken und drückend. Der mächtige Doppeltempel ist zwei Gottheiten geweiht- dem Krokodilgott Sobek und Horus, dem Licht- und Himmelsgott, aber auch Kriegsgott. Von den Statuen, die dort einst gestanden haben mussten sind leider nur noch die Sockel vorhanden. Überhaupt hat das Bauwerk stark unter seiner Geschichte gelitten. Deutlich sind die Spuren weniger respektvollen Umgangs nach der Zeit der alten Ägypter sichtbar. Beispielsweise befinden sich Löcher im Gemäuer, in dem offenbar das Vieh einstiger Bewohner angebunden stand. Die glockenförmigen Komposit-Kapitelle der Säulen sind sehr charakteristisch. Sie tragen Symbole wie Lotus, Papyrus, Schilf und Palmblätter. Hier und da sind noch Spuren von Farbresten erkennbar, die von einer prunkvollen Zeit während der Erbauung künden. Überhaupt überrascht mich immer wieder, wie fortschrittlich die Menschen damals schon waren. So befindet sich neben dem Tempel das sogenannte Nilometer. Es hat natürlich den Wasserstand des Nils gemessen. Erstaunlich dabei ist aber, dass so anhand des Wasserstands und des damit verbundenen Ertrags die Steuerabgaben im alten Ägypten bestimmt wurden. Die Krokodile galten früher als heilige Tiere, wohl auch aufgrund der Gefahr, die von ihnen ausging. Seit der Erbauung des Staudammes sind sie leider aus diesem Teil des Nils verschwunden. Im angrenzenden Museum sind sie noch zu besichtigen. Allerdings als über 2000 Jahre alte Mumien. Sie wirken so unversehrt, als wären sie erst vor kurzem mumifiziert worden.

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mia und ich blog Kom Ombo Tempel Relief  Ägypten Egypt
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mia und ich blog Relief Ägypten Egypt
mia und ich blog Nilometer Kom Ombo Tempel Ägypten Egypt
Das Nilometer diente der Festlegung der Steuerabgaben. Je mehr Wasser durch einen höheren Flutpegel des Flusses zu Verfügung stand, umso besser fielen die Ernteerträge aus, so dass auch höhere Abgaben erhoben werden konnten.

Assuan

Schon die Einschiffung in Assuan beeindruckt mich sehr. Die Stadt ist hell erleuchtet in der Dunkelheit und der große Vollmond scheint ebenso hell über der Moschee. Das Schiff legt am Westufer direkt neben dem durch Scheinwerfer angestrahlten Grabhügel an und von Deck aus bietet sich uns ein mysthischer Anblick. Gaufürsten aus dem Alten und Mittleren Reich fanden hier ihre letzte Ruhe. Bei Anbruch des Tages besichtigen wir die Staudämme. Der alte Staudamm wurde Anfang des vorigen Jahrhunderts von Briten gebaut. Dabei wurden die Eigenarten des Nils berücksichtigt und die hohe Flutwelle mit dem fruchtbaren Nilschlamm konnte ungehindert hindurch fließen. Der neuere Hochdamm wurde in den 1970er Jahren fertig getellt. Russland hat dem Land Ägypten dabei finanziell unter die Arme gegriffen- wohl auch um eigene finanzielle Interessen zu verfolgen. Der Nilschlamm, der dem Niltal früher als natürlicher Dünger zur Verfügung stand, bleibt aus und muss durch Kunstdünger ersetzt werden. Zeitgleich mit dem Bau des Dammes wurde von Russland ein Werk erbaut, das Kunstdünger herstellt. Ein Denkmal in Form einer Lotosblüte mit einem Zahnrad im Zentrum erinnert an diese ägyptisch-sowjetische Freundschaft? Vielleicht sollte man es eher als Zusammenarbeit betiteln. Denn leider ist durch diesen Zusammenschluss viel Schaden im Land Ägypten entstanden, wie ich in meinem weiteren Bereicht über unsere Reise schildern werde.

mia und ich blog Staudamm Assuan Ägypten Egypt
mia und ich blog Staudamm Assuan Ägypten Egypt
Sadd el-Ali Staudamm
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Perle des Nils

Mit dem Boot geht es auf die Insel Agilika. Neben den bizarren Steinformationen rund um den Nil hier, ziehen die vielen Katzen unsere Aufmerksamkeit auf sich. Der Philea-Tempel wurde durch den Bau des Staudammes auf der Insel Philae überschwemmt und musste so auf der gegenüberliegenden Insel Agilika ‘umziehen’. An den einstigen Standort mit den Schattigen Palmenhainen erinnert an dem neuen Standort leider nichts mehr. Die Göttin Isis war die Schwester und Gattin von Osiris. Dieser wurde von seinem Bruder Seth getötet und um sicher zu gehen, dass er nicht wieder auferstehen wird, in 14 Teile zerhackt und in ganz Ägypten versteckt. Isis suchte überall nach den Gliedmaßen. Sie spürte die Leichenteile auf und setzte sie mit Zauberkraft wieder zusammen. Ein Organ blieb allerdings verschwunden: der Penis des Osiris. Den hatte Seth in den Nil geworfen, wo er sofort von Fischen gefressen worden war. Isis formte ein Ersatzglied aus dem Nilschlamm und empfing von dem kurzzeitig noch einmal zum Leben erweckten Gemahl das Kind Horus. Osiris wurde daraufhin der Herrscher des Totenreichs, Horus aber besiegte als junger Mann den bösen Seth und regierte als Erbe des Osiris auf Erden – als der erste Pharao.

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Trajan-Kiosk des Augustus mit vierzehn Säulen mit Papyrus-Kapitellen in Anlehnung an die 14 Teile des Osiris.
mia und ich blog Philea Tempel Ägypten Egypt Katzen
Katzen als vierbeinige Tempelwächter
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mia und ich blog Philea Tempel Ägypten Egypt Pylon Isis
Erster Pylon des Isis-Tempels

Düfte und Essenzen

Die alten Ägypter waren ihrer Zeit so weit voraus. Auch in Dingen wie Naturheilkunde waren sie sehr bewandert. Assuan ist bis heute davon geprägt. Wir besuchen einen nubischen Duftheiler, der uns einen Einblick in die Geheimnisse seiner Öle und Essenzen gewährt. Mit Minzöl lassen sich Atemwegserkrankungen heilen, Eukalyptusöl wird bei Asthma oder Allergien angewendet, während Sandelholzöl den Schmerz in den Gelenken lindern soll. Typisch ägyptisch sind die natürlichen Düfte Lotus für die Frau und Papyrus für den Herrn der Schöpfung. Beide Düfte werden hier naturrein belassen ohne zusätzliche Stoff wie z.B.: Alkohol. Der Lotusduft ist für meinen Geschmack zu süß und blumig. Ich bleibe meinem `Shalimar´treu. Für meine empfindliche Haut aber empfiehlt der Duftheiler Bittermandelöl, von dem ich mir auch gleich ein Fläschchen mitnehme. Die Zeit in Ägypten wird für mich in meiner Erinnerung immer eine Note von Bittermandel haben.

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mia und ich blog Nubischer Duftheiler Assuan Ägypten Egypt
mia und ich blog Nubischer Duftheiler Assuan Ägypten Egypt
Die Zeit in Ägypten wird für mich immer eine Note von Bittermandelöl haben in meiner Erinnerung.

Im Zick-Zack-Kurs

Feluken sind kleine, zweimastige Segelschiffe. Diese mit Setteesegeln getakelten Handelsschiffe werden vom Heck aus gesteuert. Die Besonderheit dieser Küstenfahrzeuge ist, dass sie sich stets im Zick-Zack-Kurs fortbewegen. So bekommt der Begriff “Kreuzfahrt” eine ganz neue, wie ich finde treffendere Bedeutung. Ein Verdeck aus Stoff spendet Schatten in der Hitze. Gleich nach Beginn der Fahrt hängen sich Kinder auf Surfbrettern seitlich an das Schiff und begleiten unseren Weg auf dem Nil eine Weile. Dabei trällern sie laute Lieder wie “Frere Jacques”, was mir noch bis abends im Ohr bleiben soll. Bald schon lassen die Kinder von unserem Schiff ab und warten auf ihr nächstes “Opfer” in der Hoffnung auf Bakschisch. Und so fahren wir langsam nilabwäts zurück zu unserem Schiff.

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mia und ich blog Nil Feluke Schiff Segelschiff Assuan Ägypten Egypt
mia und ich blog Nil Feluke Schiff Segelschiff Assuan Ägypten Egypt
Das Steuern der Feluke.

Ein Abend im Nubischen Dorf

Wir tauschen die Feluke ein gegen ein kleines Motorboot, das uns nilaufwärts fährt . Auf dem Weg zu dem Nubierdorf sehen wir das 130 Jahre alte Schiff „Sudan“, das als Schauplatz für die Verfilmung von Agatha Christie´s „Der Tod auf dem Nil“ gedient hat. Heute dient es als Beförderungsmittel für die Schönen und Reichen, sollten sich die einmal nach Ägypten begeben. Während sich unser kleines Boot durch ein paar kleinen Stromschnellen kämpft, sehen wir eine Kamelkarawane über die Sanddünen ziehen. Bald entdecken wir die bund gestrichenen und teilweise bemalten Häuser im typisch nubischen Baustil mit Kuppelüberdachung.

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mia und ich blog Nil Wasservogel Wüste Assuan Nubier Dorf Ägypten Egypt
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Die Nubier mit ihren Kamelen

Nubier sind sind ein zum Teil mit Arabern sowie schwarzafrikanischen Ehnien vermischter nilo-saharanisch-sprachiger Volksstamm. Eine nubische Familie lebt in einem Mehrgenerationenhaus zusammen. Es hält sich wacker die Behauptung, dass Nubier faul wären. Wenn sie Geld benötigen, so gehen sie einer Arbeit nach. Nachdem der Nubier all sein Geld ausgegeben hat, geht er wieder auf die Suche nach Arbeit. Sparen scheint so ein Fremdwort für dieses Volk zu sein und sie wären somit wohl ein Alptraum für jeden Finanzberater. Nun kann man natürlich die Frage stellen, wer sein Leben besser lebt. Der Vollzeitarbeitende, der seine Zeit und Gesundheit opfert, oder der Nubier, der nur arbeiten geht, wenn er es für nötig hält und ansonsten das Leben genießt. Bei Hochzeiten kommt das ganze Dorf zusammen und jeder bringt etwas mit für das leibliche Wohl. Diese Feste ziehen sich über Tage hin.

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Das Nubierdorf mit den typischen Kuppelbauten
mia und ich blog Nubierdorf Assuan Ägypten Egypt
mia und ich blog Nil Ägypten Egypt Nubierdorf Assuan
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Tee ist ein fester Bestandteil des Alltags und Ägypten verfügt über eine stark ausgeprägte Teekultur, wie wir feststellen. Er dient nicht nur als Durstlöscher bei der Hitze, sondern auch als Hilfsmittel um Kontakte zu knüpfen und Verhandlungen zu führen. Eine junge Nubierin serviert uns Karkadeh, wobei es sich um Malventee handelt und Shay Masir Tee. So wird der importierte und sehr beliebte Schwarztee genannt. Hamdi erzählt uns dazu etwas über das Dorf und seine Bewohner. Im Dorf profitiert jeder von den Fertigkeiten des anderen. Es gibt Schulen, Moscheen und die Menschen verlassen ihr Dorf nur um einen Beruf zu erlernen oder um zu arbeiten, um anschließend in ihr Dorf zurück zu kehren. Die Nubier halten Krokodile als “Haustiere” in einem engen Schacht ohne Wasser. Andernorts würde diese Haltung sicher sofort Tierschützer auf den Plan rufen. Die Idee dahinter ist sie aufzuziehen um sie dann auf der anderen Seite des Staudamms in die Freiheit zu entlassen. Und wahrscheinlich um Touristen zu unterhalten. Zum Wohl der Tiere könnte ich jedoch gut auf diese Art der Unterhaltung verzichten. Die ausgestopften Exemplare, die hier und da als Wandschmuck dienen, sprechen eine andere Sprache und irritieren mich etwas. Ich hoffe ich irre mich und den Reptilien wird tatsächlich wieder die Freiheit geschenkt.

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Details des Gewürzmarkts in Assuan
mia und ich blog Abu Simbel Statuen Ramses II Tempel  Ägypten Egypt
mia und ich blog Abu Simbel Statuen Ramses II Tempel  Ägypten Egypt
mia und ich blog Abu Simbel Statuen Ramses II Tempel  Ägypten Egypt
mia und ich blog Abu Simbel Statuen Hathor Nefertari Ramses II Tempel  Ägypten Egypt

Abu Simbel

Der Tag beginnt früh. Bereits um 2.30 Uhr klingelt der Wecker und wir machen uns auf den Weg. Mit dem Bus fahren wir von Assuan nach Abu Simbel. Die Fahrt dauert 3 ½ Stunden und um den Menschenandrang als auch die größte Hitze zu umgehen, beginnen wir diesen Ausflug zu dieser nächtlichen Stunde. Schnell geht der glühende Sonnenball über der kargen Wüste auf und leutet den neuen Morgen ein. Unser Weg führt uns vorbei an einem Kamelmarkt. Dort werden Kamele aus dem Sudan feil geboten und nach ganz Ägypten transportiert. Die Tempel von Abu Simbel sind wie so vieles andere Opfer des großen Staudammes. Um sie vor dem ansteigenden Wasser des Nassersees, des durch den Assuan-Staudamm aufgestauten Stausees des Nils, zu retten, wurden sie in den Jahren 1963 bis 1968 abgetragen und 64 Meter höher auf der Hochebene von Abu Simbel wieder aufgebaut. Das Vorhaben, den Tempel in einem Stück zu versetzen scheiterte, und er musste in seinen Einzelteilen an seinen jetzigen Standort transportiert werden. Bei der Berechnung der astronomischen Gesichtspunkte unterlief jedoch ein Fehler und das „Sonnenwunder“ von Abu Simbel setzt nun einen Tag später ein. So bezeichnet man ein Ereignis, das zwei Mal im Jahr stattfindet. Hierbei beleuchten in einem bestimmten Zeitraum die durch den Tempeleingang eindringenden Sonnenstrahlen für etwa 20 Minuten drei der vier in sitzender Haltung dargestellten Götterstatuen des tief im Tempel liegenden Heiligtums: des Amun-Re von Theben, des vergöttlichten Ramses und des Re-Harachte von Heliopolis. Die Statue des ganz links sitzenden Ptah von Memphis, eines Erdgottes, der mit dem Reich der Toten verbunden war, bleibt mit Ausnahme seiner linken Schulter außerhalb des Sonnenlichts. Der große Tempel wurde zu Ehren des Pharao Ramses erbaut. Die Skulpturen, die vor der Fassasde des Tempels sitzen sind 20 Meter hoch. Ramses ließ sich gern athletisch gebaut, jung, gut aussehend und vor Allem überdimensional groß darstellen. Seine Mumie misst aber lediglich 1,65 m. Besonders beeindruckend an Ramses ist nicht nur die zahlreichen Kinder, die er mit seinen Frauen hatte. Er erreichte in der damaligen Zeit schon ein hohes Alter von etwa 90 Jahren und regierte ganze 66 Jahre lang. Der kleinere Tempel daneben wurde für die Göttin Hathor und seine Frau Nefertari errichtet. Sie ist genau so groß dargestellt wie Ramses selbst, was sehr ungewöhnlich ist. Dies zeugte von seiner besonderen Liebesbeziehung neben all seinen anderen Frauen zu ihr. Im Tempel erschlägt uns, gleich der sengende Hitze. Neben den Haupträumen führen seitlich Nebenkammern ab, die für Opfergaben gedacht waren. Nicht nur die Statuen außen- auch die stehenden Statuen im Inneren sind übergroß dargestellt. Alle Wände sind mit Abbildungen aus dem Leben des Ramses versehen so wohl als mit Abbildungen der Gottheiten. Wie beeindruckend muss der Tempel erst gewesen sein, als er in voller Farbenpracht und mit all den Schätzen bestückt war. Das Wasser um den Tempel in Abu Simbel erscheint in einem tiefen Türkisgrün und lässt den Ort noch unwirklicher erscheinen. Nach der Besichtigung des Tempels fahren wir zurück durch die Wüste und kehren zurück auf das Schiff. Wir entspannen uns an Deck und genießen die Fahrt zurück Richtung Esna. Zum Abendessen werden uns traditionelle orientalische Speisen angeboten. Anschließen tanzen und feiern wir zu ägyptischer Musik in der Bar. Spät am Abend entschließen wir uns zusammen mit einigen Mitreisenden zu einem Ausflug durch die Stadt. Die Straßenhändler versuchen lautstark ihre Waren an den Mann zu bringen. Vorbei an dem Tempel in Esna verlieren wir uns im lebhaften Gewirr der Gassen und Hinterhöfe. Insbesondere zur Zeit des Ramadan findet das aktive Leben erst nachts statt. Wir gehen vorbei an Händlern, Handwerkern und umher tobenden Kinderscharen. Letztendlich landen wir in einem Straßencafe. Wir lassen den Abend gemütlich bei philosophischen und politischen Gesprächen mit Shai Masir und Minztee ausklingen. Zurück auf dem Schiff werden die Gespräche fortgesetzt. Bis spät in die Nacht.

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Die lange Nacht in den Straßen von Esna.
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Der altägyptische Tempel in Esna ist dem widderköpfigen Chnum geweiht.
mia und ich blog Esna Chum Säulen Kapitelle Tempel  Ägypten Egypt
Unter der Schwarzen Schicht des früher dort gelagerten Schießpulvers tritt die einstige farbenpracht des Tempels zu Tage.
mia und ich blog Markt Bazar Luxor Ägypten Egypt
Auf dem Basar in Luxor.

Haus des Chnum

Nach ein paar Stunden schlaf beginnen wir den neuen Tag. Nach dem Frühstück besichtigen wir den Tempel in Esna. Der einzige erhaltene Teil ist die Vorhalle des eigentlichen Tempels. Sie liegt 8 m tiefer als die umliegenden Gebäude. Auch dies ist wieder dem Bau des großen Staudammes zuzuschreiben. Die Stadt musste wegen der Überschwemmung höher gelagert werden. Für den Tempel blieb das nicht ohne Folgen. Ständig hat man hier damit zu tun, das Grundwasser zu kontorllieren, das den Sandstein angreift und überlaufen würde, wenn es nicht immer abgepumpt werden würde. Von oben droht dem 2000 Jahre alten Gemäuer eine weitere Bedrohung. Die Tauben fühlen sich hier besonders wohl und richten leider schweren Schaden am empfindlichen Sandstein an. Im Tempel selbst ist man damit beschäftigt, die Säulen zu restaurieren, in dem man sie von schmutz und Staub der Jahrhunderte befreit. Die Franzosen hatten den Tempel als Lager für Schießpulver genutzt und der schwarze Staub hat sich überall vor allem an der Decke festgesetzt. Darunter erscheinen erstaunlicher Weise die ursprünglichen Farben aus Metalloxiden und fein gemalenem Gestein. Als Bindemittel diente Eiweiß und versiegelt wurde alles mittels Wachs. Es ist faszinierend diese leuchtenden Farben auf den Mauern zu sehen und das hilft sich vorzustellen, wie das Bauwerk einst ausgesehen haben muss. Unter den Häusern der Umgebung um den Tempel vermutet man weitere Teile des Tempels. Manchmal sei es jedoch besser, die Tempel im Sand begraben zu lassen, um sie vor äußeren Bedrohungen zu schützen, erklärt Hamdi. Zurück an den feilschenden Händlern gelangen wir wieder auf unser Schiff, das daraufhin ablegt und in Richtung Luxor fährt. Später beschließen wir einen Ausflug in das Stadtzentrum zu machen. Zusammen mit unseren Mitreisenden machen wir uns auf den Weg und suchen nach einem Taxi. Wir handeln einen Preis aus, denn ohne zu feilschen geht es hier einfach nicht. In einem uralten französischen Wagen mit Gangschaltung am Lenkrad düsen wir Richtung Stadt, so schnell es die zahlreichen Bodenwellen zulassen. Unser Fahrer bringt uns zu einem Geschäft, in dem Souvenirs für Touristen angeboten werden. Das war eigentlich nicht unser Ziel und unser schwäbischer Mitreisender lässt den Taxifahrer seinen Unmut deutlich spüren. Ganz ernst dabei bleiben kann ich nicht, denn es ist einfach eine zu komische Szene, wenn ein Ägypter und ein englisch sprechender Schwabe gereizt diskutieren. Ich muss mir ein Schmunzeln verdrücken. Außerdem weiß ich nicht, in wie weit man einen Mann bei dieser Hitze reizen sollte, der den ganzen Tag noch nichts gegessen hatte, da ja Ramadan ist. Aber irgendwann beruhigen sich die Gemüter wieder und wir werden zu einem Markt gefahren. Unser Fahrer verucht verzweifelt zu erklären, dass während des Ramadan nichts los ist tagsüber auf dem Markt. Aber uns ist da nur recht, wenn es ruhiger zugeht. Wir schlendern duch die Gasse vorbei an Tuch-, Souvenir-, Kupfer und Gewürzhändlern und kehren dann zurück auf die “Lady Sophia”. Kurz befürchte ich eine Eskalation der Situation, als der Taxifahrer noch beginnt das Thema Bakschisch auf den Plan zu rufen. Doch die Befürchtung bleibt unbegründet. Auch ohne Bakschisch. Abends kommen wir in den Genuss einer Tanzeinlage. Genauer gesagt sind es zwei Tanzeinlagen. Nachdem eine Bauchtänzerin ihr Können unter Beweis gestellt hat, tritt ein Derwisch auf die Tanzfläche und versetzt mich in Staunen von der erten Sekunde an. Der Tanura-Drehtanz der ägyptischen Derwische hat einen religösen Ursprung und wird nur von Männern getanzt. Die unermüdliche Drehbewegung symbolisiert die Sonne, die sich um die eigene Achse dreht. Beim Drehen löst der Tänzer einen Rock nach dem anderen zieht ihn über den Kopf, wo er zu einer Art Scheibe wird, die den Tänzer leichter machen soll, so dass er zum Himmel fliegen kann. Mich beeindruckt der Tänzer ungemein, denn wer als Kind zu Gaufesten in bayrischen Landen mitgeschleift wurde und dort einmal probiert hat, sich zu drehen wie die tanzenden Gautrachtlerinnen, der weiß, wie schnell einem in der Drehbewegung schwindlig wird. Und wie lange sich die Umgebung danach noch dreht.

mia und ich blog Luxor Obelisk Tempel  Ägypten Egypt Pylon
Der Pylon des Luxor Tempels. Der fehlende Obelisk auf der rechten Seite ziert heute den Place de la Concorde in Paris. Er war ein Geschenk Sultan Muhamad Alis an den König von Frankreich.
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mia und ich blog Sphingenallee Luxor Tempel  Ägypten Egypt
Die Sphingenallee als Verbindungsglied zum Karnak Tempel.

Zurück in Luxor

Hamdi bereitet uns heute morgen darauf vor, dass die Temperaturen heute bis zu 50°C auf dem Thermometer hinauf klettern sollen. Der Ausflug in den Luxor Tempel beginnt also früh morgens. Es ist schon sehr beeindruckend die Überreste dieses Bauwerks zu sehen. Auf dem Pylon sind Szenen der Schlacht zu sehen, die Ramses II gegen die Hethiter geführt hat, als versenktes Relief dargestellt. Hinter dem Pylon betritt man den Hof Ramses II, der mit einer doppelten Kollonade umgeben ist. Sie besteht aus Säulen mit geschlossenen Papyrus-Kapitellen. Je nach Standort, ob sonnig oder schattig glegen, wurden die Papyrus-Kapitelle entweder gechlossen oder geöffnet platziert. Der östliche Teil des Hofes ist mit der Moschee Abu el-Haggag überbaut. Sie liegt heute erhöht, denn zum Zeitpunkt ihres Baus lag der Tempel bis zu diesem Niveau im Sand verschüttet. Noch heute scheinen die Menschen auf den wundersamen Beistand der altägyptischen Gottheiten zu hoffen, was die abgegriffenen schwarzen Verfärbungen an manchen Stellen des Tempels zeigen. Der Tempel erfüllte einst den Zweck, das Opet-Fest zur Zeit des ägyptichen Neujahrs zu zelebrieren.

mia und ich blog Karnak Tempel  Ägypten Egypt
Karnak Tempel
mia und ich blog Widder Statuen Amun Tempel  Ägypten Egypt Karnak
Amun, Gott des Windes und der Fruchtbarkeit dargestellt mit Widderkopf
mia und ich blog Karnak Tempel  Ägypten Egypt
mia und ich blog  Karnak Tempel  Ägypten Egypt
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Fotos: Maximilian Hagstotz

Wir besuchen im Anschluss an den Luxor-Tempel den 2,5 Kilometer nördlich entfernten Karnak-Tempel und staunen über die große Fläche, die der Tempel einnimmt. Der Tempel steht auf 80ha Fläche. Ein kleiner Park vor dem Tempel, in dem schattenspendende Bäume mit wunderschönen Blüten wachsen, füllen den Platz mit ihrem Duft. Hamdi erzählt uns, dass am Tempel selbst 2000 Jahre gearbeitet wurde. Vor ca. 4000Jahren wurde mit dem Bau begonnen. Von innen nach außen wurde die Tempelanlage in zwei Achsrichtungen gegliedert, eine dieser Achsen weist direkt zum Luxor Tempel. Wie viele Generationen an Pharaonen daran gearbeitet haben ist unglablich. Übrigens wurde hier ein James Bond Film gedreht, den ich natürlich auch nicht geehen habe. Aber Hamdi meint, dass jeder Ägypter sich kaputt lacht wenn er den Film sieht, denn in einer Szene, in der sich Bond hinter einer Säule des Karnak-Tempels versteckt um dem Bösewicht zu entkommen, flieht er in der nächte Szene bereits entlang der Pyramiden im über 700 km entfernten Kairo. Ich weiß schon, weshalb ich keinen Fernseher habe und mir lieber alte Filme ohne viel technischen Schnickschnack ansehe. Der Säulensaal zählt 134 Säulen mit 3,5m Durchmesser und erstaunlich gut erhaltenen Farben. Der Nil ist nur wenige hundert Meter entfernt. Dadurch steht das Grundwasser sehr hoch und besonders bei den Säulen fällt mir auf, dass sie im unteren Bereich Feuchtigkeit abgekommen haben müssen und dunkler verfärbt sind. Beim Schlendern über das Gelände tauchen immer wieder Leute auf, die dringend auf Besonderheiten hier und da hinweisen möchten, um ich ein kleines Trinkgeld zu verdienen. Es ist etwas lästig, aber nach all den Besuchen der Sehenswürdikeiten ist es irgendwo zur Gewohnheit geworden und ich bleibe freundlich, aber betimmt. Anschließen besuchen wir eine Werkstatt, in der Papyrus hergetellt wird. Wir erhalten einen Einblich in die Herstellung von Papyrus. Die Pflanze wird geschält und in dünne Streifen zerteilt. Der obere Teil erinnert an Sonnenstrahlen und der Querschnitt des Stängels hat die Dreiecksform einer Pyramide, so wird uns erklärt. Sechs Tage müssen nun die Papyrusstreifen im Wasser liegen, danach werden sie nacheinander über kreuz auf ein Baumwolltuch gelegt und weitere sechs Tage lang gepresst. Damals gab es noch keine Pressen aus Metall, deshalb haben die Ägypter Granitplatten zur Hilfe genommen. Ich bin beeindruckt und staune darüber, wie raffiniert die Ägypter damals waren um auf die Idee zu gekommen diese Pflanze zur Papierherstellung zu benutzen. Mit dem Bus geht es zurück zum Schiff.

Mitlerweile hat es 48°C und es ist noch nich einmal Mittag. Wir ziehen uns zurück und verbringen den restlichen Tag damit etwas zu relaxen. Heute ist der letzte Tag auf dem Schiff bevor es nach Hurghada zurückgeht. Bereits heut morgen haben wir uns von einigen Mitreisenden verabschieden müssen, da sie einen anderen Reiseverlauf haben. Wenn sie geraden meinen Blogbeitrag lesen, dann möchte ich sie an dieser Stelle lieb Grüßen. Mein besonderer Dank richtet sich an unseren Reieleiter Hamdi für die vielen interessanten Ausführungen zu all den Wundern, die dieses erstaunliche Land für uns bereit gehalten hat. Schukran für die schönen Momente.

DAS OBERE ENDE

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Der Victoria River zwischen Western Australia und Katherine in der Territory

Je weiter wir in Richtung Norden kommen, je weiter die Temperaturen auf dem Thermometer nach oben klettern, desto näher kommen wir der Northern Territory. Schon während meiner ersten Reise quer durch Australien hat mich die Territoriy fasziniert. Diese Faszinstion hat mich nicht mehr los gelassen. Nun das Schraßenschild zu passieren, das darauf hinweist, dass wir Western Australia verlassen und die Northern Territory beginnt, fühlt sich für mich ein klein wenig wie nach Hause kommen an. Zumindest freue ich mich, wieder in eine mir bereits bekannte Region zu kommen und bin voller Erwartungen. Unser Ziel ist Katherine. Eigentlich ist die Stadt kein Ort, um dort längere Zeit zu verweilen. Auch durch meinen ertsten Australien-Trip ist mir Katherine nur noch flüchtig in Erinnerung geblieben. Allerdings habe ich ein besonderes Anliegen, denn wir treffen John in Katherine. John idt ein altee Bekannter, der Quarter Horses züchtet und war damals noch Besitzer einer Schaffarm in New South Wales. Ich habe für ihn gearbeitet, indem ich ihn bei der Arbeit mit den Schafen unterstützt habe. Außerdem habe ich seine Pferde geritten, mit denen er an Wettbewerben, dem sogenannten Campdrafting, teilgenommen hat.  Dafür mussten sie natürlich fit bleiben. Aus dem Arbeitsverhältnis entwickelte sich eine Freundschaft. Vielleicht berichte ich bei Gelegenheit in einem anderen Beitrag über mein erstes Jahr, das ich in Australien verbracht habe. Hier führt es zu weit. Zurück also nach Katherine.

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Darwin Waterfront

Den Vormittag verbringen wir an den Hot Springs. Dabei handelt es ich um mehrere kleine Pools, die aus warmen Quellen gespeist werden. Sie sind von einem tropischen Wald umgeben und laden ein zu einem entspannten Bad. Der Erfrischung dienen sie jedoch weniger durch die warme Temperatur. Am Nachmittag treffen wir John- stilecht bei der Reiterstatue des Stockmen Sabu Peter Sing, der im Westen von Katherine eine Rinderfarm betrieben und sich zu einer Art Ikone für den Ort entwickelt hat. Es ist ein freudiges, herzliches Wiedersehen. Es gibt viel zu erzählen bei dem ein oder anderen kalten Bier. Wir reden bis spät in die Nacht. Es freut mich, dass auch Max´ Résumé für den Abend war: “Was für ein cooler Typ”.

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Am Morgen verabschieden wir uns. John muss eilig einige Dingo-Fallen einsammeln wie er sagt. Es herrschen rauhere Sitten dort im australischen Busch. Alles heiße ich nicht gut, aber vieles ist in irgend einer Form notwendig. Es gab viele Punkte während meiner Zeit, die ich bei John gearbeitet habe, die mich erst einmal schlucken ließen. Aber ich habe auch gelernt, mir im ersten Moment absurd erscheinende, andere Denkweisen zu akzeptieren. Wenn die Australier eines gelert haben, dann wie man im Busch überleben kann. Der Abschied fällt mir schwer. Ich schließe für gewöhnlich nicht viele Menschen so ins Herz. Auch John hatte es da anfangs nicht einfach mit mir. Aber ich habe selten einen so aufrichtigen, ehrlichen und aufopfernd hilfsbereiten Menschen erlebt und nach und nach hat sich eine aufrichtige Freundschaft entwickelt. Bei dem Wiedersehen hatte ich fast den Eindruck, als wären nicht all die Jahre seit dem Abschied in Mount Isa vergangen, denn das alte Vertrauen war sofort wieder da.

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Das Stadtzentrum von Darwin bietet einiges zu entdecken. Darwin hat eine florierende Kunstszene und das macht sich vielerorts bemerkbar.

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Abendspaziergang entlang der Esplanade zu den berühmten Mindil Beach Sunset Markets. Neben Didgeridoo-Musik, spektakulären Feuershows und Kunsthandwerk sind die Markets vor allem für die internationalen kulinarischen Genüsse bekannt und beliebt. Einen Sonnenuntergang am Mindil Beach sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Für das Schwimmen im Meer ist in Darwin Vorsicht geboten.  Angesichts der angelegten Lagunen entlang der Waterfront kann man bei den hohen Temperaturen kaum einer Erfrischung im kühlen Nass widerstehen. Für die Abende in Darwin hat uns das Restaurant Wharf One, das direkt am Hafen liegt, als Stammgäste gewonnen. Die Gerichte und Drinks mit Wassermelone sind ideal an lauen Abenden.

Max und ich, wir setzen unsere Reise Richtung Darwin fort. Zuvor machen wir einen kleinen Morgenspaziergang zu den Edith Falls. Dann führt uns unser Weg weiter nordwärts.  Das Klima in Darwin ist gewöhnungsbedrüftig. Auch vom nichts tun schwitzt man hier ohne weiteres. Die multikulturell geprägte Stadt hat ihren ganz eigenen Flair und wie bei meinem ersten Besuch fühle ich mich sofort wohl in Darwin. Die belebte Mitchell Street mit ihren Restaurants und Bars führt uns in Richtung des Stadtzentrums. Darwin verfügt über eine interessante Kunstszene, was auch das Stadtbild prägt.

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Nachdem ich bei meiner letzten Reise den Litchfield Nationalpark erkundet habe, war diesmal der wohl berühmteste Nationalpark Australiens an der Reihe: Der Kakadu Nationalpark.

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Nabulwinjbulwinj stellt einen gefährlichen Geist dar

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Nourlangie Felsmalereien der australischen Ureinwohner

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Die beeindruckende Natur lässt keinen Zweifel daran, weshalb diese Plätze für die Aborigines als heilig gelten in ihrer Welt der Traumzeit voller Magie und Geschichten.

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Fressen und gefressen werden. Ja, die Natur ist manchmal grausam. Das erleben wir auch bei unserer Bootstour durch das Yellow Water Billabong. Hier hat es eine Schildkröte erwischt.

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Mit dem Kopf in den Wolken lauert das Krokodil im Yellow Waters Billabong.

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Der Riesenstorch im Kakadu Nationalpark

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Rund um die Yellow Waters gibt es eine unwahrscheinliche Artenvielfalt zu entdecken. Neben den Krokodilen sind hier ettliche Vögel ansässig als auch Huftiere wie Büffel. Übrigens: Alles, was Hufe hat ist nicht heimisch in Australien. Die filigrane Vegetation ist leidet leider unter den importierten Huftieren.

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Whistling Ducks

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Er ist früh am Morgen immer der Erste, der den Ton angibt: Der Kookaburra oder auch “Lachender Hans” genannt.

Mir fällt der Abschied von Australien wieder sehr schwer, doch ich freue mich, dass der Roadtrip durch die Wildnis auch Max gefallen hat, der zuerst noch skeptisch gegenüber den langen Entfernungen, der Wildnis und den wilden Tieren war. Dieses aufgeregte Vogelgezwitscher am Morgen, der Blick über unendlich erscheinende Weite, die zahlreichen Tierarten und die herzlichen Menschen machen Australien zu einem ganz besonderen Erlebnis, von dem wir noch lange zehren werden.

See you Australia.

 

 

 

* Dieser Beitrag enthält Werbung durch die Ortsangaben, die Angaben von Namen und Marken sowei durch Verlinkungen.

 

NORDWÄRTS

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Mirima-Nationalpark

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Wir setzen unseren Weg Richtung Norden fort. Kununurra ist im äußersten Nordosten des Bundesstaats Western Australia gelegen. In den Außenbezirken der Stadt finden wir den Mirima-Nationalpark, der von den Anwohnern auch als “Mini-Bungle Bungle” betitelt wird. Das liegt daran, dass die karminroten Sandsteinhügel in der Form von Bienenkörben denen im Purnululu-Nationalpark wirklich sehr stark ähneln. Die Fläche dieses Parks entspricht allerdings nicht mal einem Prozent seines großen Bruders. Eben die Miniaturausgabe. Sehr interessant ist es dort trotzdem, da ein kleiner Lehrpfad die dort wachsenden Pflanzen sehr aufschlussreich beschreibt und auchderen Nutzung. Das ist ein absoluter Vorteil gegenüber den großen Nationalparks. Wie oft habe ich schon Pflanzen gesehen, die mich fasziniert haben, doch ich keine Ahnung hatte, was das eigentlich ist. So nehme ich mir vor, es später nachzuschlagen, was ich dann doch meist vergesse. Die Schilder sind so schön gestaltet, dass ich mir einen Laden herbei wünsche, der die Produkte in diesen nostalgischen Verpackungen vertreibt. Die Felsformationen sind ebenfalls sehr beeindruckend. Vier Walkingtrails führen durch das Gelände und bieten außerdem einen guten Blick über Kununurra.

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Purnululu-Nationalpark

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Die Livistona-Palmen können eine Höhe von bis zu 12 m erreichen und wachsen entlang des ausgetrockneten Bachbetts und auf  den Felsen an den unmöglichsten, steilsten Plätzen.

Wir verbringen die Nacht auf einem Campingplatz vor dem Purnululu-Park. Gerade als wir unser Abendessen in der Dunkelheit genießen wollen, raschelt es hinter uns. Und es ist kein Wallaby. Es muss etwas größeres sein. Langsam kauend schlendert ein mächtiger Bulle auf uns zu. Er hat einen friedlichen Gesichtsausdruck, doch die Mimik von Rindern zu lesen ist eine Kunst für sich. In meinen Kopf hat sich ein Erlebnis meiner ersten Australienreise eingebrannt. Wir haben Rinder mit den Pferden zusammen getrieben und sie wurden in kleinen Yards sortiert. Vor mir stand ein gewaltiger Bulle und visierte mich. Ehe ich mich versah, stürzte er auf mich zu und rammte seinen Kopf mit voller Wucht in die Metallstäbe, die uns trennten. Zum Glück, denn sonst könnte ich jetzt sicherlich nicht mehr hier sitzen und von meiner Reise berichten. Ich wedle mit dem Hut und vertreibe den Bullen mit meiner Stimme. Nach ein paar Trabschritten verlangsamt er das Tempo jedoch wieder und grast gemütlich vor den Toilettenanlagen. Die Betreiber des Campingplatzes feiern gerade ein Schlachtfest. Kinder tollen umher und blieben wie angewurzelt stehen, als sie den Bullen entdecken. Aufgeregt rennen sie zurück auf das Fest. Sie kehren zurück mit einer Frau. Sie schreitet zielsicher auf den Bullen zu und streichelt ihn zwischen den Hörnern. Er hebt den Kopf und genießt es sichtlich. Na schön, der erste Eindruck war also richtig. Der Bulle gehört hier wohl  zum Campingplatz wie ein Hütehund. Aber man weiß ja nie.

Bei Sonnenaufgang machen wir uns auf. Am Vortag haben wir uns noch mit unseren Nachbarn auf dem Campground unterhalten, die uns vor dem unwegsamen Gelände in den Park warnen. Zurecht. Der Weg schlängelt sich in Serpentinen durch die Landschaft und als wir endlich bei der Parkinformation ankommen, ist uns beiden richtig übel. Doch der Erkundungsdrang ist stärker. Angekommen im Purnululu-Park folgen wir zum Einstieg der Wanderrute namens Echidna-Chasm. Die Felsformationen sind einzigartig und gehören nicht wurden nicht ohne Grund als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Der Weg führt uns etwa zwei Kilometer durch enge Felsschluchten. Der Sandstein ist mit Kieseln und Flechten bedeckt und hat sich vor etwa 419 Millionen Jahren gebildet.

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Echidna-Chasm

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Bungle Bungles. Die runde Form ist durch die starken Witterungseinflüsse während der Regenzeit entstanden. Sie sind auf der Südroute zu finden. Nach dem Abendspaziergang zum Cathedral-Gorge sehen wir uns noch den Sonnenuntergang an.

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Auf dem Weg zum Cathedral Gorge

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Details

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Cathedral Gorge

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Australian Bustard

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WILDNIS

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Cockburn Range

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Regenbogen Bienenfresser

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Langsam erreichen wir das Ende der Gibb River Road. Einerseits genießen wir die wilde Schönheit der Gegend und die abenteuerliche Fahrt auf den Schotterstraßen, andererseits freuen wir uns aber auch auf die befestigten Straßen, damit das permanente Rütteln während der Fahrt ein Ende hat. Der Geräuschpegel während der Fahrt kann nach einigen Tagen schon sehr anstrengend werden. Aber wie gesagt- die Landschaft, durch die unsere Reise führt, macht einiges wieder wett. Nach einem Frühstück auf dem Campingplatz der Mount Elizabeth Station in der Gesellschaft von Wallaby “Chloe” und eines vorwitzigen Federviehs, das es auf mein Frühstück abgesehen hat, setzen wir unseren Weg fort. Natürlich nicht ohne noch einmal ausgiebig den weichen Pelz des zahmen Wallabies gekrault zu haben.

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Pigeon Hole Lookout mit Blick auf den Chamberlain River

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Unser nächstes Ziel ist der El Questro Wildnispark. Eigentlich bin ich immer skeptisch gegenüber touristischen Attraktionen. Und obwohl die einstige Rinderfarm sehr auf Tourismus ausgerichtet ist, bin ich trotzdem begeistert. Der Campingplatz ist direkt an einem kleinen Fluss gelegen, der bei der Hitze sehr zu einem Bad einläd. Vorausgesetzt dass einen die kleinen Fische nicht stören, die gerne mal an einem herumknabbern. Um das Wasser herum lassen sich auch verschiedene Vogelarten wie Corellas oder die farbenfroh schillernden Lories gut beobachten. Mittags essen wir in dem Restaurant. Was soll ich sagen. Australien hat so viele Facetten, die eine Reise wirklich lohnen. Was die australische Küche betrifft, so sollte man als Europäer vielleicht nicht zu große Erwartungen haben. Gleich drei Kookaburras gleichzeitig leisten uns Gesellschaft in der Hoffnung, dass auch etwas für sie abfällt von unseren Speisen. Am Abend fahren wir zu dem sogenannten “Pigeon Hole Lookout”. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick über das Areal und begreift erst wirklich, wie gigantisch groß El Questro eigentlich ist. Es umfasst bald fünf mal die Fläche von Berlin. Am Abend besuchen wir noch die Bar und lassen den Tag entspannt bei Gitarrenmusik und einem `Stubbie´Bier ausklingen.

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Früh am nächsten Morgen brechen wir auf. Unser Ziel ist das El Questro Gorge. Schon der Weg dort hin ist spektakulär.

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Auch an unserem 2. Tag in El Questro können wir nicht genug bekommen von dem Blick über die Kimberley Region

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Die Tage vergehen wie im Flug. Den letzten Tag beginnen wir in den Zebedee Thermal Springs. Sie sind nur bis mittags geöffnet und es lohnt sich früh aufzustehen, da der Andrang sehr groß ist. Inmitten von riesigen Livistonia Palmen befinden sich kleine Pools, die sich kaskadenförmig furch die Felsen schrauben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gorges ist das Wasser in den Zebedee Springs sehr warm. Oben ist das Wasser am wärmsten uns kühlt auf seiem Weg nach unten etwas ab. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung nachgesagt.

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Zebedee Springs

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Der berühmteste Anlaufpunkt auf El Questro ist wohl das Emma Gorge. Es führen gut gekennzeichnete Wege durch die felsige Landschaft in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch wenn der Weg etwas lang erscheint, so lohnt er sich am Ende auf jeden Fall. Das kalte Wasser ist erfrischend, auch wenn diese Erfrischung bei den heißen Temperaturen nicht lange vor hält. Der Blick auf die Felsen, die ein beeindruckendes Farbspiel je nach Lichteinfall bieten und über die kleine Rinnsäle herabfallen, ist sehr faszinierend. Auf dem Rückweg bin ich einen Moment unachtsam und stürze. Wie schnell doch ein Misgeschick Pläne durchkreuzen kann. Zum Glück kann ich mich noch abstützen, bevor mein Kopf auf dem Stein aufschlägt und so sind nur meine Knie in Mitleidenschaft gezogen. Die Rast für die Glieder kommt mir auf der  anschließenden Fahrt nach Kununurra sehr gelegen.

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Emma Gorge

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QUARABS, BOABS UND WELLBLECHPISTEN

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Der Tank ist gefüllt, die Lebensmittelreserven aufgestockt und das Wichtigste bei sengender Hitze: Wir haben genug Wasser mit uns. Vor uns liegen 660 km Staub, Schlaglöcher und Wellblechpisten. Dabei handelt es sich um unbefestigte Straßenabschnitte, die quer zur Fahrtrichtung liegende Bodenwellen aufweisen, die an ein Waschbrett oder eben an Wellblech erinnern. Verursacht werden diese sogenannten „corrugations“ durch schwere Fahrzeute wie die Roadtrains, für die diese Strecke ursprünglich entstanden ist. Kurz vor dem Ort Derby machen wir jedoch noch einen kurzen Stopp und sehen uns den Prison Tree an. 1.500 Jahre ist er alt und soll um 1890 als Gefängniszelle für australische Ureinwohner gedient haben. Zumindest wird die Geschichte eines anderen Prison Trees, welcher in Wyndham zu finden ist, auf diesen nahe Derby projeziert. Belegt ist dies jedoch nicht. Eine Attraktion ist der Boab Baum auf jeden Fall und als wir dort ankommen, da wird der gewaltige Methusalem bereits in ein warmes Abendlicht gehüllt. Eine absolut mysthische Stimmung. Sehr weit kommen wir am ersten Abend auf der Gibb River Road nicht. Wir verbringen die Nacht in Birdwood Downs. Gerade wenn man es am wenigsten erwartet, trifft man auf Landsmänner, bzw. -frauen. Eine junge Mutter, die von Dresden nach Australien ausgewandert ist, hat sich zusammen mit ihren beiden kleinen Kindern das Gleiche Ziel gesetzt wie wir: Die Gibb River Road. Doch ihr Sohn hat sich den Arm verletzt und so bleiben sie vorerst in Birdwood Downs, um schnell Zugang zu ärztlicher Versorgung zu haben. Zeitdruck haben die Drei nicht. Die Kinder gehen nicht zur Schule, denn die Mutter erteilt ihnen Unterricht. Sie helfen auf dem Hof mit und erhalten im Gegenzug Kost und Logie. Sicherlich ist das klassische Lebensmodell Karriere zu machen, sich zu verheiraten, einen Baum zu Pflanzen, Kinder zu zeugen und sich einen Hund anzuschaffen, Vorreiter bei der Lebensplanung. Doch es ist sehr interessant festzustellen, dass es auch noch andere auf ihre Art und Weise funktionierende Wege gibt, die im bürokratischen Deutschland sicher unmöglich wären. Wir schlafen ein im Freien unter einem unvergleichlichen Sternenhimmel den es so nur im australischen Outback gibt.

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Am Morgen weckt mich der Kookaburra- der Lachende Hans- mit seinem Gelächter, das stark an einen Affen erinnert. Danach stimmen immer weitere Vögel lautstark in diesen Morgengruß ein. Oje. Ich habe mich bereits so an diesen morgendlichen Gesang gewöhnt, dass ich ihn nie wieder missen möchte. An den Abschied aus diesem Land voller Wunder möchte ich noch gar nicht denken. Erst jetzt, bei Tageslicht, bemerke ich, welch ein schöner, liebevoll gepflegter Ort Birdwood Downs eigentlich ist. Nach einem schnellen Frühstück schlendere ich vorbei den Bananenplantagen und den “Savannah huts”in Richtung der Stallungen. Dort erwarten mich eine Schimmelstute namens “Saltana” und einen junge Frau, die derzeit die Reitbegeisterten auf dem Anwesen betreut. Sie ist ebenfalls aus Deutschland. Sie führt mich hoch zu Ross über den Grund und Boden von Birdwood Downs. Ich bin eigentlich eher große Pferde wie Warmblüter gewohnt und ein so kleines, zierliches Pferd zu reiten ist gewöhnungsbedürftig für mich. Nichts desto trotz genieße ich es wieder auf dem Pferd zu sitzen nach so langer Zeit der Abstinenz. Wir galoppieren über den trockenen Boden, bevor es zu heiß wird und verschwinden in einer roten Staubwolke.

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Nach einer herzlichen Verabschiedung von unseren neuen Bekanntschaften setzen wir unseren Weg entlang der Gibb River Road fort. Das Windjana Gorge ist unser nächster Zwischenstopp. Zum Baden eignet sich dieses Gorge nicht und uns wird schnell der Grund dafür klar, als wir die Frischwasserkrokodile  bei ihrem Sonnenbad im schlammigen Wasser entdecken. Die Schluchtenwände, die einst ein Korallenriff waren, sind beeindruckend. Neben einer Vielzahl von Schmetterlingen finden sich auch Versteinerungen von Meerestieren in den Felsen.

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“An jeder Sache etwas zu sehen suchen was noch niemand gesehen und woran noch niemand gedacht hat. “

Georg Christoph Lichtenberg (1742 – 1799), deutscher Physiker

 

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Unser nächstes Ziel ist das Bell Gorge. Der Weg beginnt mit einer kurzen, entspannten Wanderung durch das Bell Creek. Je näher wir dem Ziel kommen, desto rutschiger werden die Felsen und das letzte Stück erfordert Trittsicherheit. Auch schwindelfrei sollte man sein, wenn man dem Steig hinunter in das Gorge folgt. Bei der Überquerung des Creeks stören wir einen Goana bei seinem Sonnenbad. Die Echse ist sicher genauso erschrocken ist durch unsere Anwesenheit wie wir durch die seine und schnell setzen wir unseren Weg fort. Im Gorge erwartet uns kaltes, klares Wasser. Die perfekte Abkühlung bei den heißen Temperaturen.

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Die malerische Landschaft des Bell Gorge gesäumt durch die King Leopold Ranges.

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Früh am nächsten Morgen erreichen wir die Mount Elizabeth Station. Als wir den Eingangsbereich betreten, bemerke ich sogleich die Bilder an der Wand. Eines davon zeigt ein Gorge, in das ein breiter Wasserfall fließt. Die Frau an der Rezeption erklärt mir, dass es sich hierbei um das sogenannte “Wunnamurra Gorge” handelt. Das Wasser würde aufgrund der trockenen Witterung momentan nicht so stark fließen, doch es gäbe wundervolle Felsmalereien zu bestaunen dort. Sie spricht aber auch eine Warnung vor der Strecke bis zu dem Gorge aus. Wir müssten äußerst langsam fahren, da die Straßenverhältnisse nicht die besten seien. Den Ratschlag befolgen wir. Das heißt, uns bleibt gar keine andere Wahl. Die Dame hat keineswegs untertrieben mit der Behauptung, dass die Straßenverhältnisse schlecht seien. Oftmals grübelten wir, ob wir uns überhaupt noch auf der sogenannten “Straße” befinden, oder ob wir längst vom Weg abgekommen sind. Der Weg ist nicht nur holprig, er versetzt uns teilweise in eine derartige Schräglage, dass wir befürchten umzukippen. Und der Weg zieht sich. Sind wir noch richtig? Sollten wir nicht längst am Ziel sein? Hätten wir vielleicht doch anders fahren müssen? All diese Fragen stellen wir uns, bis wir an eine Stelle kommen, die möglicher Weise der angekündigte “Parkplatz” sein könnte. Zumindest ist die Stelle etwas breiter als der Weg zuvor. Zu Fuss marschieren wir weiter unserem Ziel entgegen. Gerade als uns der Mut verlassen will, hören wir ein Rauschen. Der Wasserfall. Und dann stehen wir vor dem Gorge mit seiner urzeitlich anmutenden Fauna und türkisblauem, klaren Wasser. Was für eine Schönheit. Wir steigen die Metallleitern herab und klettern die Felsen hinunter bis zum Wasser. Übervorsichtig wie ich einmal bin überlege ich noch eine Weile, doch die Hitze und die Wohltat des kalten Wassers, das meine Knöchel umspült, lassen mir keine andere Wahl als in dieser paradisischen Oase zu schwimmen. Es ist traumhaft. Ein kleines Paradies nur für uns.

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Am Wegesrand der 30 km von der Gibb River Road gelegenen Mount Elizabeth Station.

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Wunnamurra Gorge | Mount Elizabeth Station

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Abendstimmung am Hann River Gorge | Mount Elizabeth Station. Das Erkunden der Gorges ist ein idealer Ausgleich zu der Fahrt auf der holprigen Gibb River Road. Nach dem ohrenbetäubenden Krach, der durch die Waschbrettpisten verursacht wird, weiß man die Stille erst richtig zu schätzen.

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Die kleine Chloe. So haben Kinder auf dem Campingplatz der Mount Elizabeth Station das neugierige Wallaby getauft, das ab und an bei den Campern vorbei schaut und sich dabei auch streicheln lässt.

 

PERLENSTADT

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Cable Beach in Broome

Wir würden gerne länger bleiben. In der Pilbara Region haben Geologen anhand der 3,52 Milliarden Jahre alten Mineralien das älteste Festland unseres Planetens nachgewiesen. Die bizaren Formen und die Farbenvielfalt der karminroten Felsen, die von Reichtum an Eisenerz zeugen, faszinieren uns sehr und wir können uns nur schwer loseisen. Wir folgen der von Spinifex-Gras und Termitenhügeln gesäumten, wüstenähnlichen Landschaft Richtung Norden. Unser nächstes Ziel ist die Hafenstadt Portheadland. Dort angekommen, wünschen wir uns einmal mehr zurück in die urzeitliche Landschaft, die wir zuvor erkunden durften. Port Headland ist aus einer Mienenstadt entstanden und bietet nicht wirklich Anreiz dort zu verweilen. Wir nutzen lediglich die Gelegenheit, um unseren Lebensmittelvorrat wieder aufzustocken und setzen unseren Weg dann fort. Beide haben wir den Eindruck, dass in dieser Stadt gewisse Spannungen wahrnehmbar sind. So setzen wir die Reise Richtung Broome fort. Eine lange Reise.

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Das “Sun Pictures” ist das weltweit älteste Kino,  das heute noch in Betrieb ist.

Die Stadt Broome war einst bekannt als die “Perlenhauptstadt der Südhalbkugel” und was andernorts als `Goldrausch´bezeichnet wurde, war hier die Besessenheit, die schönsten und größten Perlen zu finden. Zahlreiche neue Siedler wurden mit der Aussicht auf Arbeit auf einem Perlen-Lugger nach Australien gelockt. Der Japanische Friedhof zeigt, dass dies keine leichten Aufgaben waren, die die Perlentaucher erbringen mussten. Das Aufkommen von Kunst- und Zuchtperlen stürzte die Region in die Kriese und Broome hatte wirtschaftlich keine Bedeutung mehr. Im 2. Weltkrieg setzte ein Bombenangriff der Stadt zusätzlich zu. Heute ist die Perlenindustrie in kleinerem Ausmaß zurück gekehrt.

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Broome hat einiges an Freizeitaktivitäten zu bieten. Besonders bekannt ist der Cable Beach. Den ungewöhnlichen Namen trägt er, da die ehemaligen Telegraphenleitungen zwischen Broome und der Insel Java hier entlang führten. Der weiße Sand des Strands bildet einen unwirklich erscheinenden Kontrast zu der vorherschenden Farbe des Bodens: Einem tiefen Rot. Bei um die 40°C schließen wir unser einer Kamelsafari entlang des endlos erscheinenden Strands. In meiner Erinnerung ist ein Ritt auf einem Kamel sehr holprig und nicht wirklich zu genießen. So bin ich recht postitiv überrascht, dass der Ritt sich doch weit angenehmer gestaltet, als erwartet. Sicher würde ich ein Pferd für einen Ausritt noch immer bevorzugen. Aber auf diesem hochbeinigen Tier dem Sonnenuntergang entgegen zu reiten, hat durchaus seinen Reiz. Der Cable Beach ist zu bestimmten Zeiten mit Fahrzeugen mit Allradantrieb befahrbar. Erschöpft von dem Ritt in der Hitze und den weiteren Erkundungstouren durch die Stadt, lassen wir den Tag entspannt bei einem Picknik am Strand ausklingen und wir warten, bis die spektakuläre rote Sonne in das Meer eintaucht und versinkt.

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WUNDERLAND

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Ein früher Aufbruch in Exmouth. Dieser Himmel ist es auf jeden Fall wert, früh aus den Federn zu kommen.

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Teppiche von Wildblumen säumen unsere Wege durch das Outback.

Wir beginnen unsere Reise in Exmouth früh, denn wir sind uns dessen bewusst, was vor uns liegt: Eine lange Autofahrt entland des North West Coastal Highway bis zu unserem nächsten Ziel. Doch die Strecke der Pilbara Region von der Küsten in das Inland ist wieder einmal faszinierend. Die flache Gegend wird nach und nach zu einer bergigen, felsigen Landschaft mit in der heißen Sonne rot leuchtenden Erde. Der Boden erzittert nur so, wenn einer der bis zu  53,50 Meter langen Roadtrains unseren Weg kreuzt. Die Gegend ist reich an Bodenschätzen und die Aufgabe der Roadtrains ist, die abgebauten Rohstoffe zu den Häfen nach Dampier oder Port Headland zu transportieren. In Tom Price bietet sich uns ein spektakulärer Panoramablick über die Stadt und die Hamersley Ranges vom Gipfel des Mt. Nameless aus. Erst am Abend erreichen wir unser Ziel: Den Karijini National Park. Wir campen die Nacht auf dem Campingplatz am Dales Gorge.

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Es zahlt sich aus früh auszustehen und ein morgendliches Bad in einem der Gorges zu nehmen und sich so etwas Abkühlung zu verschaffen, bevor die üblichen Tagestemperaturen erreicht werden. Es führen einige Wanderwege durch die tiefen Schluchten und es finden sich immer wieder faszinierende Aussichten auf die roten Felsen des Parks, die zusammen mit der Pflanzenwelt an ein Land lange vor unserer Zeit erinnern Auf den Felsen entdecken wir immer wieder Echsen, die sich in der Sonne aalen und durch ihre Färbung perfekt getarnt sind. Wir haben leider etwas Zeit verloren, durch unseren Aufenthalt in Exmouth, der sich unerwartet etwas in die Länge gezogen hat. So blieb uns nur ein Tag an diesem magischen Ort. Es lohnt sich allerdings etwas mehr Zeit mitzubringen.

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