WO MAN DEN CSÁRDÁS TANZT

Über den Dächern von Budapest

Nach der aufregenden und interessanten Zeit in Ägypten zieht es uns nach Ungarn. In den frühen Morgenstunden brechen wir auf zu unserem ersten Ziel, das die Hauptstadt Budapest sein wird. Am frühen Nachmittag erreichen wir Budapest und beziehen unser gemütliches Quartier. Begeistert stellen wir fest, dass wir von dem aus einen wunderbaren Blick über die Dächer der Stadt haben. Lange hält es uns jedoch nicht im Zimmer. Uns zieht es hinaus, um die fremde Stadt zu erkunden. Mit der Orientierung hapert es noch etwas und wir irren durch die Seitenstraßen, bis wir zu der St. Stephans Basilika gelangen. Von dort aus ist es nicht weit zu der Postsparkasse, die sich im schönsten Jugendstil-Baustil präsentiert und unter all den prunkvollen Gebäuden besonders hervor sticht. Weiter führt uns unser Weg vorbei an dem im neogothischen Stil erbauten Parlament, das durch seine strahlend weiße Fassade und der filigranen Architektur ein ganz besonderes Wahrzeichen für Budapest ist. Beim Schlendern entlang der Uferpromenade kommen wir vorbei an den Schuhen aus Metall. Diese 60 Paar Schuhe stehen auf 40 m der Kaimauer. Das Mahnmal wurde zum Gedenken an an das Schicksal von den Mitgliedern der Pfeilkreuzlerpartei ermordeten Juden durch den Bildhauer Gyula Pauer und den Regisseur Can Togay geschaffen. Nach Sonnenuntergang lassen wir uns an der Uferpromende nieder und lassen unseren ersten Abend in Budapest bei ein paar Cocktails ausklingen. Auf unserem Rückweg in unser temporäres zu Hause werden wir noch auf eine ganz besondere Art in der Stadt willkommen geheißen, indem ein Feuerwerk entzündet wird.

Nach einem kurzen Frühstück setzen wir unsere Erkundunstour durch Budapest fort. Vorbei an der Großen Synagoge und dem Parlamentsgebäude überqueren wir die Donau auf der Margaretenbrücke. Wir scheinen die heißen Temperaturen aus Ägypten mitgebracht zu haben. Bei bald 40°C suchen wir die Gül Baba Türbe mit ihrem Rosengarten. Der Derwisch und Poet Cafer ibn Kutbul wurde Gül Baba genannt, was so viel bedeutet wie „Vater der Rosen“, denn er soll die Rosenzucht in Ungarn eingeführt haben. Ein Zeugnis islamischer Kultur in Europa stellt sein Grabdenkmal dar. Es ist ein achteckiger Grabbau überwölbt von einer Kuppel mit Halbmond. Viele Maler treffen sich in dem Park an, die ihre Impressionen in ihrem Skizzenbuch festhalten. Im Gebäude befindet sich ein kleines Museum so wie eine Ausstellungsfläche, auf der die Porzellan-Manufaktur Herend Kunstwerke aus Porzellan präsentiert. Das nächste Ziel unseres Stadtrundgangs ist der Burgberg, auf dem sich die berühmte Fischerbastei befindet. Und da ist sicher das Ziel von allen, die gerade Budapest besichtigen und es herrscht lebhaftes Treiben. Ebenfalls auf der Anhöhe befinden sich der Magdaleneriturm und die Matthiaskirche. Auf dem Weg zu dem Gellértbad, das eines der letzten im Jugendstil erbauten großen Bauprojekte Budapests war, führt uns der Weg vorbei an der Nationalbibliothek, der Nationalgalerie und dem Burgpalast Historischem Museum. Dort ist eine sehr schön angelegte Anlage mit Rosengarten, in der wir noch ein bisschen verweilen, bevor wir den Weg fortsetzen. Am späten Nachmittag kommen wir am Gellértbad an und lassen unsere wundgelaufenen Füße im kühlen Nass entspannen. Zurück über die Szabadság hid gelangen wir wieder auf den anderen Teil der Donau. Total erschöpft kehren wir ein im Schiffsrestaurant mit dem Namen `Spoon´. Einen Wassermelonensalat und …. später setzen wir unseren Weg fort zum Panorama Hotel, von dem Dach aus sich ein schöner Blick über die Stadt bietet. Danach möchte ich nur noch zurück in das Hotel um die müden Beine hochlegen zu können.

Die Gül Baba Türbe dient der Inspiration zahlreicher Maler
Das Gellért Bad ist einen Besuch wert aufgrund des schönen Jugendstil Baustils

Für den dritten Tag in Budapest haben wir uns vorgenommen, die Margareteninsel in der Mitte der Donau zu erkunden. Über die Margaretenbrücke gelanden wir wie schon am Tag davor direkt zu der Insel. Gleich zu Beginn erwartet uns das Zentenariumsdenkmal, das an die Vereinigung von Buda und Pest erinnert inmitten eines ordendlich angelegten Blumenmeers. Einige Meter weiter kommen wir an den Springbrunnen, der sich eine beeindruckende Schau liefert mit seinem Wasserspiel. Ein kleiner Tierpark lässt uns ein bisschen verweilen um mit den Ponies schmusen und den Störchen beim Klappern zuzusehen. Im Gegensatz zu der sonstig allgegenwärtigen Blütenpracht im Park, geht der Rosengarten etwas unter. Vorbei an einem alten Kloster und einer Freilichtbühne gelangen wir zum Japanischen Garten. Danach zieht es uns in ein Restaurant und wir spannen einfach nur noch aus. In Ungarn scheint hausgemachter Eistee mit geeisten Beeren das Getränk schlechthin zu sein und wir trinken einen nach dem anderen. Bei den heißen Temperaturen ist es genau das Richtige für uns. Nur schwer können wir uns motivieren, in der Hitze weiter zu laufen, nachdem wir es uns erst einmal gemütlich gemacht haben. Nach einem Bummel auf der Seite Buda kehren wir über die Kettenbrücke zurück auf die andere Seite und in unsere Unterkunft. Nach einer kurzen Erholungsphase auf dem Zimmer motivieren wir uns noch einmal, mit der Metro Richtung Burgberg zu fahren, um uns die Fischerbastei und die umliegenden Attraktionen bei Nacht anzusehen. Alle Gebäude auf dem Berg sind strahlend erleuchtet. Auf dem Vorplatz tummeln sich bald genau so viele Menschen wie tagsüber. Brautpaare aus dem fernen Asien nutzen die romantischen Bauwerke als Kulisse für ihre Hochzeitsfotos. Sie stehen aufgereiht in Reih und Glied und warten darauf, dass sie an der Reihe sind um vor der Kamera des Fotografen zu posieren. Da wir den Burgberg erst zu recht fortgeschrittener Stunde erreicht haben, scheitert unser Plan noch einzukehren um den Abend bei einem Glas Wein ausklingen zu lassen. So schlendern wir durch die Stadt, beobachten wie ein Restaurant nach dem anderen den Tagesbetrieb einstellt und kehren zurück in unser Hotel.

Die Margareteninsel mit der herrlichen, sommerlichen Blütenpracht.
In einem kleinen Tierpark auf der Insel klappern die Storche um die Wette.
Hősök tere , der Heldenplatz mit den beeindruckenden überlebensgroßen Statuen ist eingetragenes UNESCO-Kulturerbe
Die alt-ehrwürdigen Gemäuer in Városliget, dem Stadtwäldchen.
Das Elefantenhaus im Budapester Zoologisch-Botanischem Garten.

Am nächsten Morgen verabschieden uns von unserm schönen Blick über die Dächer Budapests. Für unseren letzten Tag in Budapest haben wir uns vorgenommen, den Nordosten der Stadt zu erkunden. Es ist ebenso heiß wie die Tage davor und die Hitze zehrt ganz schön an unseren Kräften. Des beeinruckende Denkmal der ungarischen Geschichte auf dem Heldenplatz zieht alle Blicke auf sich. Nur zu lebhaft kann ich mir dies als Kulisse dramatischer geschichtlicher Ereignisse vorstellen. Zur Zeit der Revolution wurde das Bildnis des Kaisers Franz Josefs als Zeichen des Bruchs mit dem Habsburger Adels vom aufgebrachten Volk zertrümmert. Die Statue von Árpárd, dem Großfürsten der Magyarenstämme, wurde durch Statuen von Marx und einem Arbeiter -und-Bauern-Monument ersetzt und der gesamte Platz mit roten Stoffdraperien ausgelegt. Nach dem 2. Weltkrieg fiel Ungarn in den Machtbereich von Stalin und wurde Kommunistisch. Nur durch Proteste der Bürger blieben die christlichen Symbole des Denkmals bestehen. Jedoch wurden die Statuen der Habsburger entfernt und durch solche von Freiheitskämpfern ersetzt. Gesäumt ist dieses Denkmal durch Museumsbauten.

Im angrenzenden Stadtwäldchen stossen wir auf einen zur Milleniumsausstellung im mittelalterlichen Stil errichteten Bau. Die Kapelle im östlichen Teil ist ein Nachbau der Kirche aus Ják. Die Burg schließt zum Osten hin mit einem schlossartigen Gebäudeteil im klassizistischen und Barockstil ab, in dem das Landwirtschaftsmuseum untergebracht ist. Nach einem Besuch im Zoologischen- und Botanischen Garten des Stadtteil Pest setzen wir unsere Reise fort. Wir verlassen die Hauptstadt und fahren durch die malereische Landschaft am Balaton. Leider muss ich an dieser Stelle gestehen, dass ich einen Großteil dieser Fahrt verschlafe durch die hitzebedingte Müdigkeit. Der Balaton ist eine kleine Welt für sich. Überall werden Weinverkostungen angeboten, viele Badegäste tummeln sich um den Platensee und es gibt zahlreiche Reithöfe, was mir als Pferdenärrän natürlich besonders ins Auge sticht. Unsere Panoramafahrt durch die idyllische Landschaft findet ein jähes Ende. Plötzlich ertönt ein lauter, undefinierbarer Knall. Wir sind erst einmal ratlos, ob das merkwürdige Geräusch von außen kommt, oder ob es eine interne Ursache hat. Als sich dann der Motor erhitzt und schließlich selbst abschaltet, wird uns klar, dass das Geräusch ein technisches Problem zur Ursache haben muss. Wir schaffen es gerade noch in Unterkunft. Der Motor kocht und brodelt. Trotz des Schreckens ist mir der Name der Unterkunf nicht entgangen. “Equital Nemesvita”. Wenn das nicht darauf hindeutet, dass es dort Pferde gibt. Dazu muss ich erwähnen, dass Max die Reise geplant hat und diese Unterkunft als Überraschung für mich gebucht hat. Die Überraschung ist allemal gelungen. Trotz des unschönen Vorfalls mit der Autopanne. Wir habern ja noch einemal Glück im Unglück gehabt. Zuerst machen wir einen kleinen Rundgang über das Gelände, nachdem wir unser Zimmer bezogen haben. Die Weiden der Anlage erstrecken sich weit über das Gelände. Sogleich werden wir von den Pferden begrüßt. Es gibt eine Reithalle, einen Roundpen sowie einen großen Reitplatz. Oberhalb befindet sich der Wellnessbereich mit Pool und Sauna, unterhalb die ordendlichen Stallungen. Beim Abendessen genießen wir die ländliche Ruhe auf dem Gutshof nach dem Trubel des quirligen Budapest. Auch von unserem Zimmer aus haben wir einen Blick auf die Koppeln mit den friedlich grasenden Pferden.

Equital
In den Lavendelfeldern von Tihany. Man muss schon genau hinsehen, um die beiden Hauptakteuere des Bildes zu entdecken.

Früh beginnen wir den Tag, um das Problem mit dem Auto aus der Welt zu schaffen. Der Tag beginnt mit einem perfekten Frühstück mit Melone, Brot mit frischer Gurke und Tomate, Donuts und dazu einer Tasse Tee. Danach treffen wir die Chefin des Anwesens. Sie kennt bereits unser Prolem und hat schon alles in die Wege geleitet. Im Ort ist ein Mechaniker ansässig, der uns bereits erwartet. So bringen wir das Auto zu Laszlo. Er versteht kein Wort deutsch oder englisch und da wir der ungarischen Sprache nicht mächtig sind, endet unser Zusammentreffen in einer Unterhaltung mit Händen und Füßen. Aber wir haben trotzdem ein gutes Gefühl, denn dieser Laszlo macht einen soliden Eindruck. Nach eiem kurzen Fußweg zurück zu Equital spreche ich mit dem Reitlehrer, um einen Reitstunde zu vereinbaren. Natürlich lasse ich mir das nicht nehemen, wenn wir schon auf einem Reithof wohnen die kommenden Tage. Für diesen Tag kann er mir leider keine Stunde mehr anbieten. So relaxen wir im Wellnessbereich, holen Schlaf nach und kommen in den Kontakt mit einer Familie aus meiner bayrischen Heimat, die auch hier Urlaub macht. Abends können wir das Auto schon wieder abholen. Unser Gefühl hat uns nicht getäuscht. Laszlo hat sich als sehr zuverlässig und kompetent erwiesen. Außerdem macht er einen so guten Preis für seine Arbeit, dass wir gerne noch Tinkgeld geben. Den weiteren Abend lassen wir bei einem Spaziergang nach dem Essen ausklingen.

Tapolca, oder zu deutsch Toppoltz ist eine wunderschöne, idyllische Kleinstadt nahe unserer Unterkunft im Equital.

Die Ruhe scheint mir nicht gut zu bekommen, denn trotz des gemütlichen Zimmers mit dem komfortablen Bett schlafe ich recht schlecht. Wahrscheinlich weil mein Rhythmus total durcheinander ist. Trotzdem bin ich hellwach und werfe mich in meine Reitklamotten, denn am Vormittag habe ich meine Reitstunde vereinbart. Nach dem Frühstück reite ich eine braune Stute auf dem Platz und merke, wie viel ich bereits verlernt habe in der Zeit, in der ich nicht mehr in der englischen Reitweise geritten bin. Ich kämpfe und bekomme langsam das Gefühl für das Pferd zurück. Nach nur 30 Minuten auf dem Reitplatz bin ich nassgeschwitzt aber glücklich. Glücklich wieder hoch zu Ross gesessen zu haben und darüber, dass sich gegen Ende des Unterrichts doch noch ein kleiner Erfolg eingestellt hat. Der Reitlehrer von Equital spricht fließend deutsch und ist äußerst erfahren in seinem Fach. Schade, dass unser Aufenthalt nur so kurz ist. Es ist immernoch heiß. Nachdem ich wieder Kräfte gesammelt habe nach dem Reiten, fahren wir nach Tihani. Unser erster Stop ist ein Lavendelfeld in dem sich die Insekten gerade so tummeln. Auch ein paar Smaragdechsen sonnen sich. Anschließend beschreiten wir einen Fußweg auf einen Aussichtsturm mit Blick über das Sumpf- und Grasland und die Seen der Halbinsel. Danach kehren wir in einem Cafe ein, trinken Kaffee und beobachten die zahlreichen Vogelscharen. Hier scheinen die gefiederten Freunde sich besonders wohl zu fühlen. Am Nachmittag bummeln wir durch Tapolca und lassen in der malerischen Innenstadt die Seele baumeln.

Bábolna Nemzeti Ménesbirtok

Am nächsten Tag reicht unsere Zeit leider nicht mehr für eine Reitstunde. Nach dem Frühstück packen wir und setzen die Reise fort. Wir fahren nach Bábolná. Dies ist eine kleine Herzensangelegenheit meinerseits. Als Kind habe ich ein Buch bekommen, in dem ein Gemälde abgebildet war, das die Stallungen des ungarischen Gestüts Bábolná zeigt. Seither hege ich den Wunsch, diesem Gestüt einen Besuch abzustatten. Was soll ich sagen? In Ungarn gehen Wünsche in Erfüllung, wenn sie sich um das Thema `Pferd´ drehen.

Die Stallungen von Bábolná, 1849 von Stotz, Otto (1805-73) war in meinem Pferdebuch abgebildet, das ich als Kind bekommen habe. So wurde der Wunsch in mir geboren, einmal dieses Gestüt zu besuchen.

. ad . Anzeige durch Orts- und Namensnennung, sowie unbezahlter Verlinkung .
Photos von Maximilian Hagstotz

DAS KAISERLICHE BAD

Wieder ist ein Jahr vorbei. Im April wiederholt sich unser Jahrestag bereits zum 6. Mal und so stehe ich abermals vor der Frage: “Was soll ich ihm schenken?” Etwas materielles? Wenn ich dann die Wunschliste meines Freundes durchgehe, merke ich schnell, dass das wenig romantische Geschenke werden würden, sondern eher praktische. Also finde ich es schöner ein Geschenk zu machen, bei dem man etwas Zeit zu zweit verbringen kann. Und gemeinsame Erlebnisse verbinden. So habe ich mir überlegt, dass wir ja mal dieses “Wellness-Ding” ausprobieren könnten, von dem alle so schwärmen. Direkt im Anschluss an die Tage in Venedig war das auch wirklich eine gute Idee, um uns von den zahlreichen Erkundungstouren durch die Stadt ein wenig zu erholen und die schmerzenden Füße zu kurieren.

mia_und_ich_wellness_oesterreich_kaiserkinkl_blog_mode_fashion_travel_reiseDSCN9022mia_und_ich_wellness_oesterreich_kaiserkinkl_blog_mode_fashion_travel_reise

Auch wenn Wellness gerade erscheint wie eine Erfindung der Neuzeit geht dieser Badekult doch weit zurück in die Zeit um 2.500 v. Chr. in die Kultur der Indus. Es muss damals schon Badeanlagen gegeben haben, die wohl nicht nur der Reinigung, sondern auch dem Vergnügen gedient haben sollen. Das Antike Griechenland und später das Antike Rom war ebenfalls bekannt dafür, dass des Körperbewusstsein dort schon weit verbreitet gewesen sein muss. Es gab nicht nur Badeanstalten für die Allgemeinheit, sondern auch in Privatäusern muss es Wannen und Waschbecken gegeben haben. Die Badeanlagen ließen sich bereits temperieren und man erkannte die jeweiligen Vor- und Nachteile des Badens in warmem oder kaltem Wasser. Im europäischen Raum geriet Körperhygiene zur Zeit des Mittelalters bekanntlich wieder völlig in Vergessenheit, was Krankheiten und Seuchen zur Folge hatte. Erst durch Kreuzfahrer wurde die Badekultur neu entdeckt in den islamischen Ländern. Zahlreiche Maler haben sich dadurch inspirieren lassen.

DSCN9026DSCN9035 - Kopie

Aber erst einmal zurück in das Hier und Heute. Kössen in Österreich ist Schifahrern sicher am ehesten ein Begriff. Doch uns verschlägt es dort bei sommerlich warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein hin. Und wir staunen nicht schlecht, denn uns erwartet ein regelrechter Palast, der die kommenden Tage unsere Bleibe sein wird. Die goldenen Kuppeln reflektieren die Sonne und lässt das ganze Anwesen noch prunkvoller erscheinen. Auch das Interieur in unserem Chalet ist sehr geschmackvoll gewählt und verbindet neue Elemente mit Traditionellem, wie beispielsweise der Verwendung von Zirbenholz. Die Zirbe wächst nur im Hochgebirge und sondert einen ganz besonderen Geruch ab. Bei Interesse an diesem Gehölz kann ich den Zirbenweg auf dem Patscherkofel ans Herz legen. An der Wand unseres Zimmers hängt über dem schlichten Sofa ein nostalgisches Bild einer Trachtlerin, das natürlich wunderbar in diese Alpenregion passt.

DSCN9049DSCN9059DSCN9071

Wir durchwandern während unseres Aufenthalts allerdings viele Themenbereiche und glatt könnten wir vergessen, dass wir in uns nicht im fernen Marrakesch, sondern im ländlichen Österreich befinden. Um dem herrlichen Wetter zu fröhnen, gibt es einen groß angelegen Außenbereich  mit mehreren Bade- und Liegemöglichkeiten. Ansonsten hat es mir vor allem das schön gestaltete Becken angetan, über dem sich eine Metalltreppe hoch zu einem Liegebereich windet, das Dampfbad, in dem es nach Blüten duftet und die Infarotkabine, bei der sich die Bestrahlung hauptsächlich auf die Wirbelsäule konzentriert. Unser Mittagessen genießen wir auf der Terasse mit Blick in die Bergkulisse, während nebenan einige Haflinger gemütlich grasen. Selten haben wir ein so gut organisiertes Team an Personal erlebt wie hier. Das Abendessen war perfekt nach saisonalen Gesichtspunkten abgestimmt und das Frühstücksbuffet mit frischem Obst und Honig aus der Wabe ließ ebenfalls keine Wünsche offen.

DSCN9098DSCN9105

Unser Fazit ist, dass es uns sicher wieder einmal in diese schöne Gegend ziehen wird um zu Wandern oder auch an den nahe gelegenen Walchsee. Jetzt wird es erst einmal schwer, sich nach all dem Gesehenen und Erlebtem in Venedig und der vollkommenen Entspannung im Kaiserwinkl, sich wieder in den Alltag einzufinden.

 

INSPIRATION:

jean_léon_gérôme_femmes_au_bain
Jean Léon Gérôme | Femmes au bain

john_reinhard_weguelin_reflection
John Reinhard Weguelin | Reflection

CIAO, VENEZIA

mia_und_ich_blog_venezia _venedig _italy _italien_reise_travel _Mode _fashion_modeblog_travelblog _

Wir waren gerade 18 Jahre alt und zumindest für mich war es mein erster Urlaub ohne meine Eltern. Die meisten Urlaube hatten wir bislang eher in Ungarn oder im hohen Norden, in Dänemark verbracht. So hatte ich noch nicht viel gesehen von Italien. Also habe ich mich damals zusammen mit drei Freundinnen in den Tren Italia gesetzt auf der Suche nach neuen Abenteuern. Zugegeben- Venedig ist vielleicht nicht die erste Wahl, wenn man auf der Suche nach Unterhaltung ist und abends feiern gehen möchte. Das wurde uns schnell bewusst. Dennoch hatten wir so viel Spaß in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass es völlig egal war, wo wir uns aufhalten. Es war und bleibt ein unvergesslicher Urlaub und es zaubert mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich in alten Fotoalben stöbere.

IMG_3977DSCN0378DSCN0373.JPG

Viele Jahre sind seit dem vergangen seit dem ersten Mal in Venedig. Nun zieht es mich wieder dort hin. Diesmal ohne die Mädels, dafür mit meiner besseren Hälfte. Und diesmal denke ich haben wir unser Reiseziel ganz gut gewählt, denn Venedig ist für mich bislang eine der romantischsten Städte. Hier möchte ich meine absoluten Highlights der Stadt zusammenfassen, die man sich bei einer Reise nach Venedig nicht entgehen lassen sollte.

mia_und_ich_blog_modeblog_fahionblog_travel_reisen_venezia_venice_venedig_italien_italymia_und_ich_blog_modeblog_fahionblog_bakerboyhat_ruffles_volants_travel_reisen_venezia_venice_venedig_italien_italymia_und_ich_blog_modeblog_fahionblog_travel_reisen_venezia_venice_venedig_italien_italy

1. Markusplatz und Rialtobrücke  am Morgen
Wenn die Sonne aufgeht, erwacht Venedig langsam. Es lohnt sich also, sich den Wecker auf eine frühe Morgenstunde zu stellen. Das Licht der aufgehenden Sonne färbt die Stadt in einen warmen Goldton und die Orte, an denen tagsüber Schlangen von Menschen auf Einlass warten sind weitestgehend menschenleer. Nur die Venizianer auf dem Weg zur Arbeit kreuzen unseren Weg. Dies ist nicht nur ein idealer Zeitpunkt, um Fotos zu schießen sondern auch um ein entschleunigtes Venedig kennen zu lernen

mia_und_ich_blog_modeblog_fahionblog_maxikleid_maxidress_embroidery_stickereien_travel_reisen_venezia_venice_venedig_italien_italyDSCN0543

2. Canale Grande
Nichts ist so typisch für Venedig wie seine Wasserstraßen. Die ersten Gondeln kamen wohl im 11. Jahrhundert auf. Sie sind etwa 1,5 m breit und können bis zu 11 m lang sein. Natürlich sind sie heute nicht mehr zeitgemäß und wurden durch Motorboote ersetzt. Leider richten diese großen Schaden an den historischen Gebäuden durch die Bugwellen an, die sie verursachen. Die Tradition des Gondelbaus bleibt den Venezianern jedoch erhalten, auch wenn sie lediglich zur Pflege von Traditionen und als Anziehungmagnet für Touristen dient. Die Gondeln werden in kleien Werkstätten gefertigt wie der am Squero di San Trovaso. Dort kann man mit etwas Glück den Gondelbauern zusehen, wie sie ihr Handwerk so ausüben, wie es schon ihre Ahnen vor hunderten von Jahren getan haben.

DSCN0448

Ein weiteres Highlight entlang den Wasserstraßen ist das Ca ´Tron, ein Gebäude, welches nach der venezianischen Patrizierfamilie benannt wurde, die dort einst gelebt hat. Das Ca´Tron war zu früheren Zeiten Dreh- und Angelpunkt großer Berühmtheiten, die dort als Gäste der Familie verkehrt hatten. Heute ist das Gebäude im Besitz der venezianischen Universität der Architektur. Neben dem Garten bietet der lichtdurchflutete Palast noch weitere prunkvolle Sehenswürdigkeiten verborgen im Inneren. Und vom Balkon aus hat man einen atemberaubenden Blick über den Canale Grande.

IMG_4047IMG_4117

3. Handwerkskünste bewundern
Für Liebhaber von Handwerk kann ich eine Bootsfahrt zu den nahegelegenen Inseln empfehlen. Murano ist weltweit bekannt für sein kunstvoll verarbeitetes Glas. Das erste Glas in Venedig wurde vor dem Jahr 1.000 nach Christus hergestellt und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt. Besonders beeindruckt waren wir von den akuraten Miniaturen von Cesare Toffolo und orientalisch anmutenden Lampen von Fortuny, in die Metalle wie sogar Gold und Platin eingearbeitet werden.

IMG_4152IMG_4143

Burano zeichnet neben der seit dem 16. Jahrhundert angewandten, aufwendigen Spitzenstickerei, der Nadelspitzen-Technik Reticella, vor allem die Farbgebung der Häuser aus.

DSCN0480mia_und_ich_san_pantlon_giovanni_antonio_fumiani_venedig_venice_blog_travel_lifestyleIMG_4296

4. Nicht vom Schein trügen lassen
Venedig war einst eine florierende Handelsstadt und Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Davon zeugen bis heute die herrschaftlichen Paläste. Diese Schätze sind oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So ein Fall ist wohl die Kirche San Pantalon im Stadtteil Dorsoduro. Gegen die zahlreichen, reich mit Ornamenten ausgeschmückten Fassaden geht die relativ schlichte Außengestaltung dieser Kirche etwas unter. Im Inneren befindet sich jedoch eines der größten Leinwandgemälde der Welt. Das Deckengemälde von Gian Antonio Fumiani, das das Martyrium und die Apotheose des Namenspatrons darstellt. Es besteht aus 40 einzelnen, aneinander gefügten Leinwänden und ist für den Betrachter schlichtweg atemberaubend in der perspektivischen Darstellungsweise.

DSCN0462DSCN0541DSCN0514

5. Verloren gehen
Ansonsten kann ich nur empfehlen, den Stadtplan zu Hause zu lassen und auf Erkundunstour zu gehen. Wer sich östlich oder nördlich der Insel fern ab von all dem Trubel aufhält, der kann das wahre Venedig erleben, in dem die Zeit irgendwann stehen geblieben ist. Bei einem spritz all’aperol lässt sich so ein Tag in Venedig am besten ausklingen.

IMG_3764.JPGIMG_3686

 

ZURÜCK IM SATTEL

Die Dior Saddle Bag ist zurück. Meine erste Begegnung mit diesem Taschenmodell fand vor mehr als zehn Jahren statt.  Als Pferdeliebhaberin und Reiterin hat mich die Form und die verspielten Details natürlich sofort angesprochen. Und als ich die Version mit dem pinken Logo- und Blütenprint auf weißem Leinen in einer Anzeige einer Modezeitschrift gesehen habe, war es um mich geschehen. Leider blieb es aber dabei, dass ich die Tasche als Print-Version bewundern musste, denn ich konnte sie mir damals einfach nicht leisten und ein Kauf lag in weiter Ferne.

mia_und_ich_dior_saddlebag_venedig_mode_fashion

Die Saddle Bag wurde 1999 von John Galliano entworfen. Ihre Form ist im vorderen Bereich bauchig, verläuft schräg abgerundet nach hinten und erinnert somit- wie der Name ja auch sagt- an einen Sattel. An Stelle eines Steigbügels ist ein D aus Messing oder Edelstahl an einem schmalen Riemen befestigt. Ihren Kultstatus erlangte die Saddle Bag dann dank der Serie Sex and the City. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen, dass Sarah Jessica Parker in ihrer Rolle als Carrie Bradshaw mit einer ihrer farbenfrohen Saddle Bags unter dem Arm durch die Straßen von New York flanierte.

mia_und_ich_dior_saddlebag_venedig_mode_fashion

John Galliano  verließ das Haus Dior im Jahr 2011. Infolge dessen wurde auch die Produktion dieser Tasche eingestellt. Unter der derzeitigen Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri wird dieser Taschenform nun neues Leben eingehaucht und sie feierte ihr Comeback in der Herbst-/ Winterkollektion. Die schlichte Variante im Monogramm-Design ist fast identisch mit ihren Vorgängern. Passend zu der Kollektion, die an die Studentenproteste in den 1968er Jahren erinnert, erscheint die Saddle Bag reich bestickt mit ethnischen Mustern, breiten Schultergurten mit Fransen und folkloristischen Elementen.

IMG_4260.jpg

Nun haben wir also Frühling im Jahr 2018. Es ist nun schon eine Weile her, dass ich von der Saddle Bag im Flower-Diorissimo-Monogramm-Design geträumt habe und auch mein Geschmack hat sich etwas geändert. Trotzdem freue ich mich, dass ich nun endlich ein  Vintage-Modell der Saddle Bag mein eigen nennen darf. Sie durfte mich nach Bella Italia begleiten, das ist das Land, in dem sie auch hergestellt wurde. Bald werde ich mehr über die Reise nach Venedig hier berichten.

IMG_3663