TRANSPARENZ

IMG_9359.JPGTransparenz
Transparenz ist in der Modewelt gerade ein großes Thema, das viele Designer aufgegriffen haben. Leider ist dabei nicht die Art von Transparenz gemeint, die man sich in Bezug auf die Produktionswege wünschen würde. Viel mehr dreht es sich bei dem Thema um die Auswahl der Stoffe. Tüll-, Ausbrenner- oder Spitzenstoffe transportieren ein Gefühl sommerlicher Leichtigkeit und sind geschickt kombiniert auch durchaus alltagstauglich. In diesem Beitrag möchte ich mich vorwiegend dem Spitzenstoff widmen.

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Mein Kleid für den Abend ist ein Vintage-Kleid aus Plauener Spitze.

Spitze aus Deutschland
Anlass dazu ist unser Besuch des Plauener Spitzenfests. Die Herstellung von Spitze hat in Plauen eine lange Tradition. Erste Entwicklungen im Bereich der Veredelung von Baumwollstoffen heraus gab es bereits im 16. Jahrhundert. Während zu Anfang des 18. Jahrhunderts noch per Hand gestickt wurde, war die Technik zur Mitte des 18. Jahrhunderts bereits so weit ausgereift, dass die Produktion industrialisiert wurde und die Herstellung von da an maschinell erfolgte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erlebte die Stick-und Spitzenindustrie einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Luftspitze in der “Plauener Musterung” wurde 1900 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert und erlangte so internationalem Ruhm.  Heute sind noch 35 Familienbetriebe an der Herstellung von Plauener Spitze ® beteiligt. Das einzige Spitzenmuseum in Deutschland beleuchtet die Geschichte der Spitzenherstellung auf interessante Weise. Besonders spannende Einblicke in die Welt der Stickereibetriebe bietet die Schaustickerei. Dort sind neben den Maschinen auch Arbeiten der Musterentwerfer ausgestellt, die früher in der Kunstschule für Textilindustrie ausgebildet wurden.

Dentelles de Saxe, Saxon Lace, Plauen Lace oder Dentelles de Plauen waren die internationalen Bezeichunungen für die Plauener Spitze ®.

Alles ist möglich
Anything goes– das war das Motto der diesjährigen Spitzenfestgala. Unter dem imposanten Kronleuchter des Vogtlandtheaters erlebten wir ein Programm aus Musik verschiedenster Stilrichtungen. Neben klassischen Klängen u. a. des Philharmonischen Orchesters Plauen-Zwickau sorgten das Duo Stiehler/ Lucaciu mit  Saxophon- und Keyboard sowie die BigBand des Vogtlandkonservatoriums gekonnt für einen abwechslungsreichen Abend. Desweiteren präsentierte die Hamburger Modedesignerin Julia Starp eine Kollektion, bei der sie auch Spitze aus Plauen verarbeitete. Ihre Philosophie beruht auf einem bewussten und schonenden Umgang mit Ressourcen und fairen Bedingungen bei der Umsetzung ihrer Kreationen. Neben der in Deutschland produzierten Plauener Spitze ® greift sie vorwiegend zu zertifizierten Textilien und recyceltem Material. Die Herstellung erfolgt in EU-Ländern wie eben Deutschland. So wurde auch mein Wunsch nach mehr Transparenz in der Herstellung in dieser inspirierenden Show erfüllt.

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Spitzengala im Voglandtheater

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Designerin Julia Starp

 

 

* Ad/ Anzeige durch Verlinkung | Quelle | Fotos: Maximilian Hagstotz

ROSENGARTEN

mia_und_ich_mode_blog_lifestyle_rosen_garten_vintage_dresden_cantoier_newlookRosen. Sie scheinen mich auf meinen Wegen zu verfolgen. Geboren in Rosenheim, aufgewachsen im Rosenweg und selbstverständlich auch mit üppig blühenden roten Kletterrosen im Garten hat mich die Königin der Blumen mich von Anfang an begleitet. Ganz besonderen Rosen statten wir heute einen Besuch ab. Am Dresdner Carusufer gelegen finden wir den Rosengarten vor, der in der Zeit um 1935 entstanden ist. Beim Betreten des Gartens fühle ich mich sogleich in eine andere Zeit zurück versetzt.

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Das liegt mitunter natürlich auch an meinem Vintage-Kleid, das ursprüng aus Schweden stammt und wohl um 1950 hergestellt wurde. Der schwere Jacquard-Stoff ist kein Vergleich mit den Stoffen, die für die heutigen Kleider im Retro-Look verwendet werden. Es entstammt einer Zeit, in der die Menschen wenig Besitztümer hatten, vom Krieg gezeichnet waren und doch wesentlich mehr auf Qualität bei der Herstellung geachtet haben als es heute der Fall ist. Mein Kleid ergänze ich durch einen flachen Canotier-Hut mit Rosenprint. Hergestellt wurde er aus Stroh und Holz. Ein kleines bisschen fühle ich mich wie zurück versetzt in die Zeit um 1954, als Audrey Hepburn in ihrer Rolle als “Sabrina”, in der sie  in Kreationen von Hubert de Givenchy über den Bildschirm flanierte. Der “New Look” von Christian Dior bestimmte damals die Modewelt und führte dazu, dass ungeheuere Massen an Stoff in die Rockteile der Kleider verarbeitet wurden. Die von Givenchy entworfene Gaderobe Audrey Hepburns stand dem in nichts nach und zeichnete sich aus durch die Sanduhr-Silhouette, erzeugt durch weit schwingende Rockteile im Kontrast zu eng anliegenden Oberteilen.

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Quand il me prend dans ses bras
Il me parle tout bas
Je vois la vie en rose

– Edith Piaf –

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Zurück zu dem Rosengarten. Die Bronzeplastiken “Die Genesung” und zwei Bären ebenfalls aus Bronze setzen künstlerische Aspekte.  Ich schlendere hindurch durch Beete mit Rosen, die teilweise seit der Gründung des Gartens dort wachsen. Insgesamt sind etwa 120 ausgewählte Rosensorten hier zu finden und stammen hauptsächlich aus den 1930er Jahren. Neben den historischen Rosen und den ergänzten Züchtungen aus den Zeiten der DDR befindet sich in einer Querachse ein Rittersporn-Garten, dessen Blaunuancen mich schlichtweg faszinieren. Im Ohr habe ich “La vie en Rose”, das Lied, das Audrey alias Sabrina im Film singt. Der Nachmittag endet im Café Rosengarten bei einem Milchshake. Natürlich mit Roseneis.

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Hat: ELIURPI | Dress: Vintage | Shoes: Roger Vivier | Purse: Vintage | Belt: Vintage (Markennennung)

ZURÜCK IM SATTEL

Die Dior Saddle Bag ist zurück. Meine erste Begegnung mit diesem Taschenmodell fand vor mehr als zehn Jahren statt.  Als Pferdeliebhaberin und Reiterin hat mich die Form und die verspielten Details natürlich sofort angesprochen. Und als ich die Version mit dem pinken Logo- und Blütenprint auf weißem Leinen in einer Anzeige einer Modezeitschrift gesehen habe, war es um mich geschehen. Leider blieb es aber dabei, dass ich die Tasche als Print-Version bewundern musste, denn ich konnte sie mir damals einfach nicht leisten und ein Kauf lag in weiter Ferne.

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Die Saddle Bag wurde 1999 von John Galliano entworfen. Ihre Form ist im vorderen Bereich bauchig, verläuft schräg abgerundet nach hinten und erinnert somit- wie der Name ja auch sagt- an einen Sattel. An Stelle eines Steigbügels ist ein D aus Messing oder Edelstahl an einem schmalen Riemen befestigt. Ihren Kultstatus erlangte die Saddle Bag dann dank der Serie Sex and the City. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen, dass Sarah Jessica Parker in ihrer Rolle als Carrie Bradshaw mit einer ihrer farbenfrohen Saddle Bags unter dem Arm durch die Straßen von New York flanierte.

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John Galliano  verließ das Haus Dior im Jahr 2011. Infolge dessen wurde auch die Produktion dieser Tasche eingestellt. Unter der derzeitigen Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri wird dieser Taschenform nun neues Leben eingehaucht und sie feierte ihr Comeback in der Herbst-/ Winterkollektion. Die schlichte Variante im Monogramm-Design ist fast identisch mit ihren Vorgängern. Passend zu der Kollektion, die an die Studentenproteste in den 1968er Jahren erinnert, erscheint die Saddle Bag reich bestickt mit ethnischen Mustern, breiten Schultergurten mit Fransen und folkloristischen Elementen.

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Nun haben wir also Frühling im Jahr 2018. Es ist nun schon eine Weile her, dass ich von der Saddle Bag im Flower-Diorissimo-Monogramm-Design geträumt habe und auch mein Geschmack hat sich etwas geändert. Trotzdem freue ich mich, dass ich nun endlich ein  Vintage-Modell der Saddle Bag mein eigen nennen darf. Sie durfte mich nach Bella Italia begleiten, das ist das Land, in dem sie auch hergestellt wurde. Bald werde ich mehr über die Reise nach Venedig hier berichten.

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SÜNDENFÄLLE

Die Welt der Mode geht oft seltsame Wege. So begeistert ich auch oft von den kreativen Ergüssen der Designer bin, so fragwürdig erscheinen mir andere Trendbewegungen, die sich auf dem Markt etablieren. Ich habe hier die 5 Trends des Jahres 2018 zusammen getragen, die ich definitiv nicht mitmachen werde.

1. Animal Prints
Wie der Matrosen- oder der Hippie-Look sind auch sie stets present in der Welt der Mode- die Animal-Prints. Und ich bekenne mich ja auch schuldig. Im Alter von etwa 14 Jahren war ich auch hell auf begeistert von Tiger-, Leopard-, Schlangen- und natürlich nicht zu vergessen- dem Zebra-Print. Neben einem Seidenschal und Pumps in Leopardenmuster, sowie Unterwäsche im Schlangen-Look war ich zu allem Übel stolze Besitzerin eines Fake-Fur-Rocks im Zebra-Muster. Meine Mitschüler waren eher weniger angetan von diesem animalischen Look. Neben skeptischen Blicken die ich erntete, gaben sie Geräusche von sich, die wohl auch die leibhaftigen Zebras in der Savanne zu hören bekommen, wenn ich an ihnen vorüber ging. Das Fazit ist, dass ich ihn wohl nur ein einziges Mal getragen habe. Die Krönung war dann noch ein Sessel, den meine Mama mir damals mit einem Stoff im Zebramuster auf meinen Wunsch hin bezogen hat. Und heute? Animal-Prints? Nein danke. Ich hatte damals wohl schon eine Überdosis davon und habe mich einfach daran satt gesehen. Auch wenn die Modemagazine apellieren, dass Animal-Prints sich doch wunderbar zu nahezu jedem Outfit kombinieren lassen, läuft der Träger Gefahr, dass das Outfit schnell billig und eher nach einem Faschingskostüm aussieht. Details wie Fake-Fur verstärken den Eindruck noch zusätzlich. Hochwertige Materialien sollten daher oberste Priorität  haben. Trotzdem: Auch wenn ich hoffe, dass der Leoparden-Look seine neun Leben endlich hinter sich gebracht hat- er wird uns sicher weiterhin verfolgen.

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2. Tattoo-Bänder | Choker
Wahrscheinlich weil es ein weiterer Faux-Pas aus meinen Kindertagen ist, kann ich auch den Tattoo-Halsbändern nichts mehr abgewinnen. Aber seit einiger Zeit sind sie zurück und ich habe einen Moment gebraucht um zu verstehen, dass es sich nicht um alte Fotos aus den 90er Jahren handelt, sondern dass sie wieder `en vogue´ sind. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass gerade sie ein Revival erleben. Es gab diese dehnbaren Plastikbändchen in verschiedenen Ausführungen: Für den Hals oder den Finger, mit Perlen eingeflochten oder die schlichte Variante in braun, schwarz oder regenbogenfarben. Es gab sie überall. Man konnte sie aus Kaugummiautomaten beziehen oder aus einer Extrabeigabe eines Magazins wie in meinem Fall der `Wendy´. Wie ich heute die Zeitschrift nicht mehr lesen würde, so sind auch die Tattoo-Bänder nichts mehr für mich. Ich kann meine Mama heute aber verstehen, wenn sie mir früher erzählt hat, dass das ein oder andere bereits `in´war, als sie in meinem Alter war.

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3. Plateauschuhe
Girlpower. Kreischende Teenager. 90er Jahre. Das sind meine ersten Assoziationen, wenn ich an Schuhe mit Plateauabsätzen denke. Aber natürlich reicht die Geschichte der Schuhe mit der massiven Sohle weitaus weiter zurück in der Geschichte. Bereits im Griechenland der Antike trugen adelige Menschen diese Schuhe mit erhöhten Absätzen, um ihren Rang zu demonstrieren, indem sie die Menge überragten. Desweiteren erfüllten die Schuhe mit Plateau auch einen praktischen Zweck. Die Erhöhung sollte das edle Schuhwerk vor Schmutz und Nässe schützen und breitete sich aus in asiatische, europäische und arabische Länder. In Venedig wurde eine Variante beliebt, die sich `Chopine´ nannte. Auf bis zu 70 cm hohen Absätzen feierten die feinen Damen der Gesellschaft damals auf prunkvollen Bällen. In Spanien erfreute sich eine Variante aus Kork großer Beliebtheit. Als eine weitere Gruppe von Damen, die aus Berufsgründen schon immer darauf bedacht waren sich von der Menge abzuheben und bei der Gesallschaft allgemein einen weniger guten Ruf genossen, begann sich dieses Schuhwerk zu Nutzen zu machen, geriet der Plateauschuh unter Verruf und verschwand lange von der Bildfläche. Erst Jahrhunderte später feierte er sein Comeback in den 1970er-Jahren. Auf dem Laufsteg nahm er beispielsweise bei Vivienne Westwood wieder enorme Ausmaße an und Naomi Campbell zeigte- wenn auch unbeabsichtigt- dass das Gehen mit Plateausohlen nicht immer ganz einfach ist. In meiner Schulzeit hieß es dann “Spice up your Life”- am besten immer mit klobigen Plateusohlen. Die britische Mädchengruppe `Spice Girls´ waren als das Vorbild schlechthin für die heranwachsende Generation und ein Segen für die Marketing-Welt. Unser Schuhwerk nahm in den 90ern natürlich entsprechende Formen an. Und heute meldet sich der Trend zur Plateausohle wieder zurück. Auch wenn das Gehgefühl in diesen Schuhen natürlich besser als in Highheels ist und ich durchaus mal ein Auge zudrücke bei einem leichten Plateau bei hohen Absatzschuhen, verweigere ich mich diesem Trend. Zumindest was eine durchgängige Plateausohle angeht. Sie lassen den Fuß immer plump und unförmig erscheinen und der Gang entwickelt sich entsprechend. Deshalb ist meine Meinung zu diesem Trend ganz in Anlehnung an die `Spice Girls´: “Stop right now, thank you very much.”

4. Schulterpolster
Mich hat es nie besonders beeindruckt, sich die Schulterpartie zu wattieren. Als Liebhaberin von Vintage Klamotten, bei denen auch das ein oder andere Schätzchen aus den 1980er-Jahren darunter zu finden ist, habe ich- sofern vorhanden- umgehend alle Schulterpolster entfernt. In den 80ern wetteiferten aufstrebende Geschäftsfrauen mit ihren männlichen Kollegen um die besten Arbeitsplätze und wollten dabei wohl auch durch ihre Statur deutlich machen, dass sie dem anderen Geschlecht um nichts nachstehen. Heute ist wohl der allgemeine Fitness-Wahnsinn ausschlaggebend für das Revival der Schulterpolster. Da ich immer noch keine Ambitionen habe auszusehen, als hätte ich morgens den Kleiderbügel in meinem Blazer vergessen, kann ich  dem Trend damals wie heute einfach nichts abgewinnen.

“Eleganz ist Verweigerung.” – Coco Chanel –

5. Plastik
Dieser Trend ist der, den ich am wenigsten nachvollziehen kann. Jahrelang war es den Konsumenten anscheinend gleichgültig, worin ihre Nahrungsmittel eingepackt waren. Es ist ja auch so praktisch einach ins Regal zu greifen und gleich eine mit Zellophan eingeschweisste Styroporschale mit einer abgemessenen Menge Obst zur Hand zu haben, als sich mühsam einzelnes Obst zu sortieren, das am Ende wild im Einkaufswagen durcheinander fällt. Ach ja, da gab es ja dann noch die kleinen Plastiktüten für die lose Ware. Zumindest wollte die Industrie uns einreden, dass wir auf diese Weise so viel besser Leben. Und ganz ohne diesen Verpackungsmüll geht es immer noch nicht bei dem Einkauf im Supermarkt. Endlich rücken wir nun den Bergen an Plastikmüll zu Leibe, in dem wir auf Einkaufstüten verzichten, da beginnt die Modeindustrie uns einzureden, dass wir uns doch unbedingt in Plastik hüllen sollten, um in diesem Jahr besonders up to date zu sein? Mal ehrlich- wer hat hier etwas nicht mitbekommen? Wie viele Bilder von armselig verendeten Meeresbewohnern müssen noch um die Welt gehen, damit endlich klar wird, dass das der falsche Weg ist und es dringend Alternativen bedarf? Oder sind das die Folgen dessen, dass immer mehr Menschen auf Plastiktüten verzichten, dass das Material nun in Kleidung verarbeitet werden muss? Ganz abgesehen von der Umweltbelastung bin ich absolut nicht von der Idee begeistert Kunststoffe auf meiner Haut zu tragen. Weder in Form von Kosmetikartikeln als auch in Kleidung, denn die in diversen Kunststoffen enthaltenen Bestandteile werden als hormonell wirksam eingestuft. Ganz abgesehen davon, dass sie meine Haut am Atmen hindern. Das ist die Bewegung, die sehr deutlich macht, dass die Menschheit aus ihren Fehlern einfach nicht lernt. Leider. Vielleicht bediente man sich bei dem Design auch einfach ein Zitat von Coco Chanel als Leitspruch: “Es sind nicht die Erfolge, aus denen man lernt, sondern die Fiaskos.” Wer weiß. Jedenfalls liefert sie auch gleich eine Lösung in einem weiteren Zitat ihrerseits: “Eleganz ist Verweigerung”.

FRÜHLINGSFARBEN 2018

Auch wenn im Moment der Winter wieder die Oberhand gewonnen hat: der Frühling steht vor der Türe. Bereits im September des Vorjahres hat PANTONE® den halbjährlichen Fashion Color Trend Report für das Frühjahr 2018 bekannt gegeben. Die Pantone LLC ist eine weltweit anerkannte Autorität bezüglich professioneller Farbstandards für die Designbranchen. Es wird also allerhöchste Zeit, dass ich Farben für den Frühling dieses Jahres vorstelle.

Brauntöne

Auch wenn sich der Herbst längst verabschiedet hat, bleiben uns erdige Farbtöne auch im Frühjahr erhalten.

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PANTONE 18-1028 Emperador

Wirkung: Der kräftige Ton von dunkler Schololade ist der absolute Gegenpol zu dem, was allgemein als Frühlingsfarbe wahrgenommen wird. Er ist ehrer schwer und bringst Substanz in die Farbpalette des Frühlings 2018.

Kombination: Der Ton lässt er sich durch seine Tendenz in das Rötliche sehr gut kombinieren. Sehr weich und feminin wirkt der Braunton beispielsweise zusammen mit Haut- und Goldtönen. Er passt außerdem zu nahezu allen Blaunouancen von Hellblau über einen Marineton bis hin zu einem kühlen Türkis.

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PANTONE 15-1214 Warm Sand
Wirkung: Dieser neutrale Beigeton ist ein Klassiker, der sich unabhängig der Saison einsetzen lässt.

Kombination: Eine sehr schöne und edle Kombination ist immer die mit Rottönen. Es nimmt selbst einem grellen, schreienden Rotton die Präsenz und setzt ihn in einen weicheren Kontext. Die Kombination mit Grau-und Offwhite-Tönen verleiht dem Beigeton eine cleane Wirkung und zusammen mit dunklem Blau erhält das Outfit eine nordische Kühle.

Rottöne
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PANTONE 18-1440 Chili Oil
Wirkung: Auch wenn die Farbpalette der Gewürztöne sonst eher dem Herbst zugeschrieben ist, passt sie doch auch im Frühling perfekt.
Kombination: Chili Oil ist ein Farbton, der sehr gut kombinierbar ist. So passt er zu allen metallischen Tönen, zu Puder-, Haut- und Brauntönen. Wer mehr Farbe ins Spiel bringen möchte, der trägt helles Gelb oder Blau dazu.

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PANTONE 17-1563 Cherry Tomato

Wirkung: Dieses grelle Rotorange ist etwas für Mutige und zieht ganz sicher alle Blicke auf sich.
Kombination: Da der Monochrome Look gerade sehr verbreitet ist, bietet es sich bei der Nouance ebenfalls an ihn gar nicht zu kombinieren und ihn Ton-in-Ton zu tragen. Etwas entschärft wird der Farbton durch Beige. Weiterhin lässt sich der Farbon gut mit Schwarz, Marineblau, Grau, oder Güntönen tragen.

Gelbtöne

 

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PANTONE 13-0646 Meadowlark

Wirkung:Der intensive und lebendige Gelbton erinnert an die satten Farben von Frühblühern wie Tulpen und Narzissen und verkörpert so ideal den Frühling. Die kräftige Farbe leuchtet und strahlt Selbstbewustsein und Extrovertiertheit aus.

Kombination: Gelbtöne lassen sich immer hervorragend mit Schwarz kombinieren. Etwas weniger aufdringlich wirkt die Mischung mit Grautönen. Darf es etwas mehr Farbe sein? Dann passt ein helles Blau gut zu Gelb. Erdige Beige-, Grün-, Gold- oder Brauntöne verleihen dem Farbton einen Vintage-Touch und erinnern an die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Grüntöne
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mia_und_ich_arcadia_pantone_fruehling _farben _trends_etro_paisley_kleid_asos_schleife_stiefelettePANTONE 16-5533 Arcadia
Wirkung: Eher kühl und exotisch wirkt der Grünton Arcadia. Durch seine hohen Blauanteil erinnert er an Traumstrände und macht Lust auf ferne Länder.

Kombination: Um den Eindruck von Meer und Wasser zu verstärken, ist der Ton gut mit anderen Tönen aus der Blaupalette zu kombinieren. Wärmer wirkt der Ton durch den Einsatz von Blush- oder Pudertönen bis hin zu sattem Pink. Auch mit Violetttönen entsteht eine interessante Mischung.  Ruhig und alltagstauglich hingegen wird die Farbe Arcadia im Zusammenspiel mit Brauntönen.

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PANTONE 13-0550 Lime Punch

Wirkung: Sehr laut und extrovertiert erscheint die Farbe Lime Punch, die sich stark an der Grenze von Grün und Gelb bewegt.

Kombination: Dieser Farbton wirkt wohl generell am Besten an dunklere Hauttypen. Kombinierbar ist diese zitronige Nouance mit Schwarz, Weiß-, Silber,- Grau- oder Cameltönen

Blautöne

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PANTONE 16-4132 Little Boy Blue

Wirkung: Der Azurfarbton erinnert an einen blauen, wolkenlosen Himmel an einem Sommertag

Kombination: Kombinieren lässt sich Little Boy Blue mit weiteren Blauschattierungen, Blushtönen, Terra, Weiß, Sandfarben, und Gelbtönen.

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PANTONE 19-4034 Sailor Blue

Wirkung: Der Tend, der sich auch dank des aufkommenden Denim-Tends immer wieder wiederholt ist der Matrosenlook. Sailor Blue erinnert an die Kapitänsuniformen und weckt ganz nebenbei noch die Lust zu Reisen.

Kombination: Sailor Blue lässt sich wirklich zu allem tragen. Die schönsten Kombinationen sind immer noch die mit Rottönen, Weiß oder Erdtönen. Auch schwarz ist der ideale Partner für die Farbe.

Grautöne
PANTONE 14-4202 Harbor Mist

Wirkung: Bei Harbor Mist handelt es sich um einen mittleren, taubenblauen Ton, der sehr schlicht und sophistiziert erscheint.

Kombination: Hier ist ausnahmslos wirklich alles möglich. Gerade als Kontrast zu dem leuchtenden Lime Punch ist es eine gute Wahl.

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PANTONE 11-0608 Coconut Milk

Wirkung: Dieser Offwhite-Farbton ist schlicht, neutral und saisonunabhängig.
Kombination: Gerade für einen momochromen Look bietet sich diese unbunte Farbe geradezu an. Kombinieren lässt sich Offwhite nahezu zu allen anderen Farbtönen. Besonders edel wirkt er zu kräftigen Nouancen wie Sailor Blue, ganz leicht und unbeschwert zu Lime Punch oder Rosétönen und sehr bodenständig zu einer erdigen Farbpalette.
Beerentöne
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PANTONE 12-2103 Almost Mauve
Wirkung: Das sanfte, feminine Almost Mauve ist derzeit allgegenwärtig zu finden. Nicht nur in der Mode- auch im Interieur-Design kommt dieser Farbon momentan sehr häufig zum Einatz. Dieser zarte Puderton ist für den Frühling die ideale Farbe und erinnert an blass gefärbte Blütenblätter.
Kombination: Der zarte Ton wirkt sehr elegent zu Weiß und bildet einen pudrigen Kontrast zu metallischen Farben. Ansonsten ist der Farbton ein richtiger Allrounder und universell zu kombinieren.
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PANTONE 15-1520 Blooming Dahlia
Wirkung: Der Farbton erinnert an eine zarte Engelshautkoralle oder eben eine Blüte.
Kombination: Zu Blooming Dahlia passt ein Azurblau, ein neutrales Grau oder eine Holzfarbe. Besonders leicht und frühlingshaft wirkt diese Farbe mit Weiß.
Violettöne

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PANTONE 14-3207 Pink Lavender

Wirkung: Pink Lavender erinnert an die Farbe von Flieder und dann sehr ruhig und auch romantisch anmuten.
Kombination: Der helle Farbton lässt sich auch gut mit intensiveren Violetttönen tragen. Für den Frühlingslook ist auch die Kombination mit einem Lindgrün sehr harmonisch. Beige-, Braun- und Schwarztöne sind immer ein idealer Begleiter zu Pink Lavender.
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PANTONE 17-3020 Spring Crocus
Wirkung: Etwas farbinensiver und sehr ausdrucksstark ist der Farbton Spring Crocus. Dabei handelt es sich um einen sehr extrovertierten Fuchsiaton.

Kombination: Diese Farbe Wirkt sehr fröhlich und extravagant zu Tönen wie Senf, vielen Grünnouancen, Weiß, allen Grautönen und Schwarz.

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PANTONE 18-3838 Ultra Violet

Wirkung: Ultra Violet gilt als die Farbe des Jahres 2018. Sie wirkt sehr mysthisch, geheimnisvoll und faszinierend durch ihren Stich in das Bläuliche.
Kombination:  Eine gute Kombinationsvariante ist immer die mit Schwarz- und Grautönen. Mint, Lindgrün oder Olivgrün sind ebenfalls sehr geeignet. Die Kombinationsvariante mit Rottönen unterstützt den individuellen, geheimnisvollen Charakter.

DIE EINSAME STADT

Ich bin zurück. Zurück in meinem Traumland. Meinem Sehnsuchtsort. Australien hat mich bereits bei meinem ersten Besuch fasziniert. Besonders diese unendlichen Weiten nahezu unberührter Natur haben mich in ihren Bann gezogen und bis heute nicht mehr losgelassen. Doch wie bei meiner ersten Reise an das andere Ende der Erde beginne ich einer Stadt. Diesmal in der Hauptstadt Westaustraliens- in Perth. Während die Vögel in Deutschland sich aufmachen, um die kalten Monate im Süden zu verbringen und die Blätter der Bäume allmählich ihre bunte Herbstfärbung annehmen, beginnt in Australien der Frühling.

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Und das bekommen wir auch gleich bei der Ankunft zu spüren. Die Temperaturen in der normaler Weise sonnenverwöhnten Stadt klettern auch tagsüber nur unwesentlich über die 10-Grad-Marke und durch den kalten Wind, der durch die Luft pfeift, fühlen sich diese kühlen Temperaturen sogar noch frischer an. Doch ich werde entschädigt. Gleich, am frühen Morgen. Wodurch? Durch den Sonnenaufgang. Der ganze Himmel leuchtet in den spektakulärsten Farben, die von Orangetönen bis hin zu Violett variieren. Es erscheint mir wie ein Willkommensgruß. Unwesentlich wahrscheinlich für die, die in diesem Land leben und and diese kleien Wunder der Natur gewöhnt sind. Mir zaubert er jedoch ein Lächeln auf das Gesicht und weckt Erinnerungen an vergangene Tage an das Land, nach dem ich mich so gesehnt habe.

Der Westen Australiens ist zu der Frühlingszeit ein beliebtes Reiseziel. Das gilt für Touristen aus anderen Ländern als auch für die Australier von der Ostküste oder aus dem Süden, was uns dazu veranlasst hat, schon im Vorfeld ein Auto für uns zu organisieren. Daran, auf der linken Straßenseite zu fahren gewöhnt man sich schnell. Länger dauert es, bis im Kopf verankert ist, dass der Scheibenwischer und der Blinker jeweils auf der entgegengesetzten Seite des Lenkrads zu finden sind. Aber nach einigen irritierten Blicken der entgegenkommenden Fahrer wird auch dies wieder zur Gewohnheit. Bald schon kommt uns ein gewöhnlicher Kleinwagen, der doch hin und wieder auf den Straßen von Perth zu sehen ist, unter all den mächtigen Geländewägen vor wie ein Spielzeugauto.

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Was ist besser als ein warmer, duftender Kaffee in einem gemütlichen Café an einem kalten Tag? Als Phil May in den Besitz eines schönen, antiken Röstapparats kam, der ursrünglich aus Frankreich stammte, hing er seine Karriere als Sportler an den Nagel und eröffnete 1991 zusammen mit Patria Jafferies und Phil Sexton das erste Dôme Café.

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Am Elisabeth Quay wird direkt am malerischen Swan River gelebt, gearbeitet und gefeiert.

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DSCN9396DSCN9395Die Architektur in Perth ist wie im den meisten australischen Großstädten: Gebäude im Kolonialstil mischen sich mit hoch modernen Bauwerken und einen interessanten Kontrast entstehen lassen. Viele der alten Gebäude mussten jedoch den neuen Hochhäusern aus Glas und Stahl weichen. Mich ziehen die alten Gebäude meistens mehr an durch ihren Charme und ihre Geschichte, die jedes von ihnen zu erzählen hat. Nur wenig außerhalb des Stadtkerns erscheint das lebendige, geschäftige Perth wie eine Kleinstadt mit einem starken englischen Einschlag. Einen auffallenden Kontrast zu den Gebäuden der Umgebung bietet das Picadilly Theater. Es wurde 1938 von William T. Leighton in Stil des Art Deco entworfen. Der Westen Australiens sehnte sich nach dem Ende der Depression nach Unterhaltung und Genuss, wofür das Picadilly Theater steht. Damals wurden weder Kosten noch Mühen gescheut und das Theater wurde mit modernstem Interieur ausgestattet. Damit war es das erste Kino Westaustraliens, in dem eine Klimaanlage eingebaut wurde. Durch die Arkade wird die Hay Street verbunden mit der Murray Street. Besonders hat mir die farbliche Gestaltung des Gebäudes in Pastelltönen gefallen, sowie die filigranen, geometrischen Details, die allesamt ein perfektes Beispiel für die Ästhetik des Art Deco Stils sind.

 

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Der Belltower ist eines der markantesten Gebäude in der Innenstadt und bietet von der Aussichtsplattform im oberen Teil des Turmes einen fantastischen Ausblick auf den Swan River, auf Perth und die umliegenden Regionen. Jeden Tag um die Mittagszeit ertönen die Glocken, die von den Glöcknern zum Klingen gebracht werden.

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Der Kings Park ist wie das Tor zu einer anderen Welt. Gerade noch in der Stadt, gelange ich nach einem kurzen Fußmarsch vorbei an einer Allee von gewaltigen Ghost Gum trees und breit wurzelnden Feigenbäumen zu einem der weltweit größten Stadtparks. Und was mich dort erwartet ist gerade zur Frühlingszeit absolut sehenswert. Sage und schreibe 12.000 Arten von Wildblumen blühen in Westaustralien und eine Vielzahl ist in dem schönen, weitläufigen Kings Park zu bewundern. Und damit verbunden auch die Tierwelt, die im Schutz der Pflanzen Deckung und Nahrung sucht. Immer wieder flattern Vögel auf. Die kleinen, bunten Sittiche sind zahlreich vertreten. Ebenso der Bienenfresser.  Gegen Abend landet sogar ein Schwarm schwarzer Kakadus ganz oben auf den Baumwipfeln und lässt mich einen kurzen Blick auf die schönen Vögel erhaschen. Am liebsten wäre ich ewig hier geblieben inmitten der Natur. Dass ich mich noch immer in einer Großstadt befinde, zeigt mir nur die Skyline von Perth, die unterhalb des Parks empor ragt.

Ich kann es dennoch kaum erwarten Richtung Norden aufzubrechen. Und das nicht nur, weil die Temperaturen auf dem Weg in den Norden steigen werden. Perth trägt den Titel ‘Einsamste Großstadt der Welt’, da sie von allen anderen australischen Siedlungsräumen durch die riesige australische Wüste getrennt ist. Und ich freue mich auf die weniger dicht besiedelten Teile des australischen Westens und auf die Erlebnisse und Eindrücke, die ich in den nächsten Tagen sammeln und auch schildern werde.

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Herbstfarben im australischen Frühling- meine Favoriten sind im Moment Capes, da sie so gemütlich sind und sich den Situationen auf Reisen perfekt anpassen. Eine Kapuze zahlt sich bei dem kalten Wind, der gerade durch Perth fegt, durchaus aus. Eigentlich ist darunter alles tragbar. Weite Marlene-Hosen aus Jeansstoff oder wie hier chanchierender Seide lassen sich gut mit flachen Schuhen kombinieren. Runde Formen sprechen mich gerade besonders an, wie meine Sonnenbrille und meine Tasche zeigen. Gerade meine Tasche bewährt sich besonders auf Reisen. Durch die harte Schale bleibt das kostbare Innenleben unbeschädigt, selbst dann, wenn sie irgendwo eingequetscht zwischen dem Gepäck landet. Zu wissen, dass alle wichtigen Habseligkeiten  bruchsicher verstaut sind, beruhigt auf jeden Fall das Gewissen.

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Glasses: Chloé | Scarf: Leonard Paris | Cape: Lacoste | Jeans: Zara | Trousers: Gianfranco Ferré | Purse: Vintage Jewelery: Antique | Shoes:

 

FRAG´ ALICE!

Music: Jefferson Airplane – White Rabbit

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Es sind Momente in denen solides Schuhwerk einfach unerlässlich ist. Um diese zwar reale, aber doch wunderbare Welt zu erkunden beispielsweise. Der deutsche Arzt Dr. Klaus Märtens hat aus dieser Intention heraus einen Schuh konstruiert, der komfortabler war als die im Zweiten Weltkrieg damals gängigen Sicherheitsstiefel. So entstand ein Schuh mit eiem weicheren Fußbett. Eigentlich sollte der Schuh die Berufsgruppen entlasten, die die meiste Zeit auf ihren Füßen im Einsatz sind. Doch als London, das Land, in dem die Doc Martens hergestellt wurden, zur Modemetropole wurde, wurden die einstigen Arbeitsschuhe zu modischnen Statements. Die neue Kampagne von Doc Martens  heißt #standforsomething. Sie waren immer schon mehr als nur ein modischer Splin. Viel mehr waren und sind sie eine Lebenseinstellung. Kaum ein Schuh hat eine solch bewegte Geschichte. Die Serie “Doc Martens For Life” gewährleistet sogar eine lebenslange Garantie in Form einer Reparatur oder eines neuen Schuhes. Die Linie “The Vintage Collection” wird traditionell in England hergestellt nach traditionellem Vorbild. Typisch für die Schuhe sind die Nähte, die seit jeher in einem gelben Farbton gehalten werden und die Lasche mit der Modellbezeichnung am Schaft. Eines haben sie sich alle bis heute erhalten: Den Komfort.

 

One pill makes you larger

Es ist Sommer. Die Temperaturen sind hoch und es geschehen Dinge, die sich einfach gut anfühlen. Die positiv gestimmten Menschen um mich herum lösen in mir ein Gefühl der Entschleunigung aus. In guter Gesellschaft kann ich in Erinnerungen schwelgen und neue, unvergessliche Momente beim Schwimmen und Wandern in der Natur sammeln. Abends sitzen wir zusammen. Wir grillen oder machen ein Lagerfeuer. Oder ein abendliches Picknick am Flussufer. Es geht mir gut dabei und dieses Gefühl beflügelt mich.  Es macht mich größer. Mir ist als hätte ich ein Schluck aus der Flasche von dem Trunk genommen mit der verlockenden Aufschrift: “Trink mich”. Und schon bin ich über mich hinaus gewachsen. Als stünde ich auf eiem Berggipfel mit dem Blick in das Tal. Alles sieht so klein aus von hier oben.

And one pill makes you small

Und dann? Dann erwische ich das Fläschen mit dem Gebräu, das mich kleiner macht. Von jetzt auf gleich ist dieses Hochgefühl verschwunden und ich befinde mich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Schlimmer noch. Ich stecke plötzlich fest in Mitten von Problemen, die urplötzlich aufgetaucht sind. Ereignisse, die ich nicht geplant und nicht vorausgesehen habe, werfen mich aus der Bahn. Am liebsten möchte ich diese Barrieren ganz einfach von mir weg schieben, doch ich bin zu klein und zu schwach. Die Hindernisse rühren sich einfach nicht vom Fleck.

And you know you’re going to fall

Gerade war ich noch so voller Tatendrang und wollte die Welt verändern. Verbessern. Aber jetzt ist mir die Welt über den Kopf gewachen. Meine Lösungsansätze führen zu keinem Ziel und ich falle. Falle von meinem Berggipfel in die Tiefe. In die Ungewissheit.

When the men on the chessboard get up and tell you where to go

Ich finde mich wieder auf einem Schachbrett. Steif und unbeweglich. Wie eine Schachfigur stehe ich da. Wartend, bis jemand kommt und mich lenkt. Ich werd fremdgesteuert. Und für eine Weile nehme ich es hin. Für den Moment ist es eben einfach bequemer.

When logic and proportion have fallen sloppy dead

Doch dann wendet sich das Blatt wieder. Ich bin wieder am Zug und habe gute Karten. Diese spiele ich aus und nehme die Dinge wieder selbst in die Hand. Ich sehe ein, dass nicht alle Geschehnisse auf diesem Erdball in meinen Händen liegen. Selbst wenn ich wollte- vieles kann ich einfach nicht beeinflussen. Doch wenn eine Erfolgsaussicht besteht? Dann packe ich es an. Wohin es mich dabei verschlägt? Das wird sich zeigen. Es könnte auch ein längerer, beschwerlicher Weg werden. Aber ich verliere nicht das Ziel aus den Augen. Oder? Vielleicht doch. Manchmal. Wenn sich wieder fabelhafte Dinge auf dieser kleinen Erde ereignen, die sich nicht so leicht erklären lassen und mich in ein Land voller Wunder entführen. Dann sind diese Sorgen gleich ein kleines bisschen geschrumpft.

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Ein Besuch bei der Schulze-Mühle gibt mir das Gefühl, das Alice im Wunderland gehabt haben muss: Neben den Miniatur-Fachwerkgebäuden komme ich mir vor wie ein Riese. Dabei ist diese kleine Getreidemühle voll funktionsfähig und im Maßstab 1:5 zu ihrem großen Vorbild, der Lehmann-Mühle, von ihrem Erbauer Günther Schulze in einer Zeitspanne von 1968 – 1974 erbaut worden. Nach dem Tod des Erbauers verfiel die Mühle und ist nun nach mühsamer Restauration wieder zugänglich. Sie ist nun also nicht nur nett anzusehen, sondern wieder voll funktionsfähig und gilt als kleinste, produzierende Wassermühle in Deutschland. Und in diesem Fall meine Inspirationsquelle für den Text.

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Es war nicht die Wasserpfeife rauchende Raupe aus dem Wunderland. Stattdessen ist mir aber die Raupe eines Liguster-Schwärmers begegnet.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit http://www.spartoo.de entstanden.

 

 

OUT OF ROSENHEIM

Du bist ewig für das verantwortlich, was du dir vertraut gemacht hast. Du bist für deine Rose verantwortlich. – Antoine de Saint-Exupéry

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Diese stark gefüllte Schönheit in sattem rot erhielt ihren Namen, weil sie 2010 zu Ehren der Landesgartenschau in Rosenheim gezüchtet wurde. Ihre Namensgebung ist durch eine Bügerabstimmung erfolgt. So kam die Rose zu ihrem Namen ‘Out of Rosenheim®‘.

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Inspiration:

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The Courtauld Gallery | Gazette Du Bon Ton –  Le Parfum De La Rose

 

 

MODE & MACHT

Im Herzen Dresdens befindet sich das Residenzschloss. 1547–1806 diente es den sächsischen Kurfürsten, anschließend von 1806–1918 den Königen als Residenz. Ab dem 16. Jhd. war es der Stammsitz der Wettiner, die eine maßgebliche Rolle an der kulturellen Entwicklung Dresdens spielten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Residenzschloss mehrmals umgebaut und weist somit diverse Stilrichtungen von Romantik bis zum Historismus auf. Nach der Bombadierung Dresdens wurde es ab den 1980er Jahren wieder aufgebaut und beherbergt heute fünf Museen.

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Er `verfolgt´den Besucher durch die Gesamte Ausstellung durch seine Abbildung auf diversen Schmuckstücken: Der Hl. Georg

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Prunkvolles, orientalisches Reitzubehör in der Türckischen Cammer

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Im Renaissanceflügel des Schlosses wurde am 9. April 2017 die Dauerausstellung Mode & Macht eröffnet. Ausgestellt werden Kurfürstliche Prunkkleider aus der Zeit der Renaissance und des Frühbarocks. Der Erhaltungszustand dieser Textilien ist erstaunlich gut und die Kleidungsstücke sind ansonsten nur durch Bildnisse jenes Zeitalters zu belegen. Die Vorbereitung dieser Ausstellung hat mehrere Jahre in Anspruch genommen. Das Ergebnis ist eine sinnliche Pracht aus reichen Stoffen mit Spitzen und Postamenten aus Gold, Silber oder Seide, welche einst gefertigt wurden in beeindruckender Handwerkskunst.

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Das Landschaftskleid war ein Weihnachtsgeschenk der Kurfürstin-Witwe Sophie (1568-1622) an ihren Sohn Kurfürst Johann Georg I. Das gezeigte Elbtal von Dresden bis nach Meißen in form von aufwändigen, reichen Stickereien spiegelt das stolze Erbe, das der neue Landesherr schützen und erweitern sollte.

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Nicht weit vom Residenschloss befindet sich der Dresdner Zwinger. Vom Rundgang aus hat mein eine wunderbare Sicht über das gesamte Gelände und es gibt unzählige Details zu entdecken.

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Dress: (Vintage) Leonard Paris | Jewelery : Antique | Shoes: Vintage

DSCN9507.JPGResidenzschloss Dresden
Taschenberg 2
01067 Dresden
Germany

Opening hours:
Wednesday – Monday 10:00 – 18.00
Tuesday closed

NYMPHENBURG

Im Westen Münchens liegt das groß angelegte Schloß Nymphenburg. Weil Adelheid von Savoyen ihrem Mann, dem Kurfürsten Ferdinand Maria 1664 einen lange ersehnten Thronfolger geboren hatte, gab der Kurfürst den Bau des Schlosses in Auftrag, das er ihr zu schenken gedachte. Der Mitteltrakt wurde durch den italienischen Architekten und Baumeister Antonio Barelli aus Kelkheimer Sandstein erbaut. Später sollte das Schloß unter dem Thronerben noch erweitert werden. Während die barocken Gestaltungselemente im Innenraum noch teilweise erhalten sind, so wurden andere im Laufe der Zeit im Stil des Rokoko und Klassizismus umgestaltet.

Besonders charakterischtisch für das Schloß sind die Deckenfresken, die durch Johann Baptist Zimmermann entstanden sind. Sie zeigen Szenen aus der griechischen Mythologie. Die Wände des sogenannten Lackkabinetts sind mit chinesischen Koromandellack-Tafeln ausgekleidet, welche  Szenen aus einem chinesischen Roman darstellen. Die bekannteste Sehenswürdigkeit des Schlosses ist jedoch die unter Ludwig I. von Bayern entstandene Schönheitsgallerie. Der König ließ seinen Hofmaler Joseph Karl Stieler hier 36 schöne Damen seiner Zeit aus sämtlichen Gesellschaftssichten porträtieren. Die wohl bekanntesten Abbildungen darunter stellet seine langjährige Geliebte Lola Montez dar. Die Liebesgeschichte mit der Hochstaplerin brachte Ludwig I. von Bayern fast um den Verstand und versetzte ganz München in Aufruhr.

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In the west of Munich lies the large-scale Nymphenburg Palace. Because Adelheid of Savoy had given her husband, Elector Ferdinand Maria, a long-awaited heir to the throne in 1664, the elector ordered the building of the castle which he intended to give her. The centerpiece was built by the Italian architect and builder Antonio Barelli with sandstone from Kelkheim. Later the castle was to be extended. While the baroque design in the interior is still partly preserved, others have been transformed over time in the style of rococo and classicism.

Particularly characteristic of the castle are the ceiling frescoes created by Johann Baptist Zimmermann. They show scenes from Greek mythology. The walls of the so-called lacquer cabinet are lined with Chinese coromandel lacquer panels depicting scenes from a Chinese novel. The most famous sight of the castle is, however, the beauty gallery created under Ludwig I of Bavaria. The King had his court painter Joseph Karl Stieler hired to portray 36 beautiful ladies of his time from all social views. Lola Montez, his long-standing lover, was probably the best-known figure in this gallery. The love story with the high-stapler made Ludwig I of Bavaria almost to loose his mind and caused a stir in Munich.

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Das Schloß Nymphenburg ist in einem Rondell angelegt, in dem sich in den ehemaligen Stallungen das Marstall-Museum mit einer der bedeutendsten Kutschensammlungen Europas befindet. Auch das hauseigene Weiße Gold in Form von Porzellan kann dort bestaunt werden. Außerdem werden einige Fragen rund um das Leben auf der Erde im Museum Mensch und Natur geklärt und das Schaffen des Münchner Malers Erwin von Kreibig wird in der Anlage beleuchtet. Neben dem Schloßpark, der anfangs wie das Schloß im italienischen Stil gestaltet wurde und später im Stil des französichen Barocks und zuletzt Anfang des 19. Jahrhunderts im englischen Stil umgestaltet wurde, befindet sich der Botanische Garten, der durch eine Mauer von dem Schloßpark getrennt ist. Auch der ist absolut sehenswert mit seiner liebevollen Gestaltung und Bepflanzung.

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The Nymphenburg Palace is built in a rondelle, where the Marstall Museum is located in the former stables. It is one of the most important carriages collection in Europe. Also the in-house white gold in the form of porcelain can be admired there. In addition, some questions about the life on earth are clarified in the museum Mensch und Natur  and the work of the Munich painter Erwin von Kreibig is illuminated in the rondelle, too. The Botanical Garden is separated by a wall from the castle park. It was initially designed as a garden in a Italian style, later in the style of the French baroque and, at the end of the 19th century, finally in an English style. Also it is absolutely worth seeing with its lingering design and planting.

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Auch ich habe mich von der Botanik inspirieren lassen und mein weit schwingendes Vintage-Kleid aus den 70ern weist ein florales Muster im Rockteil auf. Die kühlen Farben wie Blau und Violett passen zu den kühlen Temperaturen, die leider noch immer vorherrschen. Im Kontrast zu dem floralen Muster stehen die Feinen Streifen, die wie  es so typisch ist für das Jahzehnt, mit Lurexfäden durchwirkt

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I have also been inspired by botany and my vintage wide swinging dress from the 70s shows a floral pattern in the skirt. The cool colors like blue and violet fit to the cool temperatures, which unfortunately still prevail. In contrast to the floral pattern, the fine stripes, which are so typical for the century, are interspersed with lurex threads.

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*** from Munich with love ***