MODE & MACHT

Im Herzen Dresdens befindet sich das Residenzschloss. 1547–1806 diente es den sächsischen Kurfürsten, anschließend von 1806–1918 den Königen als Residenz. Ab dem 16. Jhd. war es der Stammsitz der Wettiner, die eine maßgebliche Rolle an der kulturellen Entwicklung Dresdens spielten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde das Residenzschloss mehrmals umgebaut und weist somit diverse Stilrichtungen von Romantik bis zum Historismus auf. Nach der Bombadierung Dresdens wurde es ab den 1980er Jahren wieder aufgebaut und beherbergt heute fünf Museen.

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Er `verfolgt´den Besucher durch die Gesamte Ausstellung durch seine Abbildung auf diversen Schmuckstücken: Der Hl. Georg

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Prunkvolles, orientalisches Reitzubehör in der Türckischen Cammer

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Im Renaissanceflügel des Schlosses wurde am 9. April 2017 die Dauerausstellung Mode & Macht eröffnet. Ausgestellt werden Kurfürstliche Prunkkleider aus der Zeit der Renaissance und des Frühbarocks. Der Erhaltungszustand dieser Textilien ist erstaunlich gut und die Kleidungsstücke sind ansonsten nur durch Bildnisse jenes Zeitalters zu belegen. Die Vorbereitung dieser Ausstellung hat mehrere Jahre in Anspruch genommen. Das Ergebnis ist eine sinnliche Pracht aus reichen Stoffen mit Spitzen und Postamenten aus Gold, Silber oder Seide, welche einst gefertigt wurden in beeindruckender Handwerkskunst.

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Das Landschaftskleid war ein Weihnachtsgeschenk der Kurfürstin-Witwe Sophie (1568-1622) an ihren Sohn Kurfürst Johann Georg I. Das gezeigte Elbtal von Dresden bis nach Meißen in form von aufwändigen, reichen Stickereien spiegelt das stolze Erbe, das der neue Landesherr schützen und erweitern sollte.

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Nicht weit vom Residenschloss befindet sich der Dresdner Zwinger. Vom Rundgang aus hat mein eine wunderbare Sicht über das gesamte Gelände und es gibt unzählige Details zu entdecken.

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Dress: (Vintage) Leonard Paris | Jewelery : Antique | Shoes: Vintage

DSCN9507.JPGResidenzschloss Dresden
Taschenberg 2
01067 Dresden
Germany

Opening hours:
Wednesday – Monday 10:00 – 18.00
Tuesday closed

VAGABUNDENLEBEN

In der heutigen Zeit erleben wir eine Fülle von Informationsfluten. Durch sämtliche Medien werden wir regelrecht überschüttet mit Informationen. Und wie reagieren wir darauf? Zu oft vereinfachen wir uns das Filtern dieser Informationen, indem wir die Dinge auf Stereotypen reduzieren und uns dadurch entlasten. Säuglinge und Kleinkinder kennen diese Vorurteile noch nicht. Sie entwickeln sie erst, wenn sie beginnen ihre Umwelt bewusst wahrzunehmen und ihre Eindrücke lernen zu verarbeiten. Diese Vorurteile können positiv oder negativ behaftet sein. Beides ist wichtig im Alltagsleben, denn dieses Verarbeiten unserer Erfahrungen steuert unser Tun und Handeln.  Der Mensch ist darauf ausgelegt, seine Wahrnehmungen und Erlebnisse zu beurteilen und dabei findet nun einmal eine gewisse Verallgemeinerung statt.

„Es ist leichter, einen Atomkern zu spalten als ein Vorurteil.“-
Albert Einstein

Gefährlich wird dieses vorschnelle Urteilen, wenn wir unsere Fehler  und Miserfolge anderen in die Schuhe schieben wollen. Sind die Menschen frustriert oder unglücklich mit ihrer derzeitigen Lebenssituation, so richten sie ihre Aggression oft auf Menschen oder Gruppen die unbeliebt, leicht identifizierbar und in der Regel machtlos sind. Dieses Verhalten gibt es wohl schon, seit die Menschheit auf der Erde verweilt.

„Wage es, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen“ –
Immanuel Kant, Leitspruch der Aufklärung 1784

Meine Inspiration für diesen Beitrag geht auf ein Theaterstück zurück, das ich am Heiligen Abend vorigen Jahres zusammen mit meiner Familie gesehen habe. Es spielt in der Zeit des 16. Jahrhunderts und handelt davon, dass Menschen aus fernen südlichen Ländern nach Bayern kommen und um eine Bleibe bitten. Natürlich werden sie nicht überall mit offenen Armen empfangen und die Handlung zieht den Zuschauer durch seine Dramatik schnell in seinen Bann. Mich hat dieses Stück sehr ergriffen und es ist kein seichter Stoff, der einmal gesehen wieder in Vergessenheit gerät. Es bewegt nicht nur- es regt auch zum Nachdenken an. Wer der bayrischen Mundart mächtig ist, dem kann ich das Theaterstück `Der Zigeunerbauer´ sehr ans Herz legen.

Vielleicht ist es aber auch manchmal nur der Neid darauf, ein freies ungebundenes Leben zu führen, allen Zwängen und Konventionen zu entfliehen und so viel zu sehen von der Welt wie die, die keinen festen Wohnsitz haben? In der Geschichte wird diese Lebensform oft romantisiert dargestellt am Lagerfeuer bei Tanz und Gesang- doch wie angenehm kann diese Art zu Leben sein, wenn man keine Heimat hat und nur vertrieben wird? Selten ist auf unserer Welt alles nur gut oder durchweg böse. Meistens befinden wir uns irgendwo in einer Grauzone, wenn wir den gesunden Menschenverstand einsetzen und die Dinge hinterfragen, anstatt eine Meinung aus dem Stegreif zu bilden. Und wer erwischt sich nicht das ein oder andere Mal dabei vorschnell zu urteilen? Oder ist das alles nur wieder ein Vorurteil?

vagabundenleben
zigeuner_2vagabundenlebenvagabundenlebenvagabundenleben4IMG_1177.a.thg..jpgIMG_1179.a.thg..jpgIMG_1180.a.thg..jpgAuch Modedesigner lassen sich immer wieder von diesem Stil inspirieren. Designer wie Romeo Gigli, Etro, Giorgio di Sant’Angelo und natürlich Yves Saint Laurent in den 70ern lassen  Elemente in ihre Kollektionen einfließen, die man von der Bekleidung der Sinti und Roma kennt wie Kopftücher, Stickereien, auffällige, farbenfrohe orientalsich anmutende Muster, weit schwingende Röcke und als Accessoires jede Menge Schmuck wie breite Armreifen und auffällige Ketten. Für die Bilder habe ich einige Vintage-Stücke aus meinem persönlichen Fundus kombiniert und umgenäht.fashion_illustration_vagabundenleben

INSPIRATION

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The gypsy girl | Frans Hals, 1628
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The Bohemian – William Adolphe Bouguereau, 1890
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The tambourine player | Thomas Couture
Jean-François Portaels 1818 - 1895
Jean-Francoise Portales
Jean-Francois Portaels, Beautés Orientales
Beaut´s Orientales | Jean-Francois Portales
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Vogue, aus den 70ern

DANDY

Wer der Meinung ist, dass es eine neuzeitliche Erscheinung ist, dass Männer oft mehr Zeit im Badezimmer und vor dem Kleiderschrank verbringen als manche Frau, derr irrt. Seit der Mensch begonnen hat, sich zu bekleiden, spielt auch Schmuck und Zierrat zur Selbstdarstellung eine Rolle- und das nicht nur für die Frau. Ganz im Gegenteil. In der Modegeschichte steht die Herrenmode der Damenmode in nichts nach und zeigt sich oft sogar farbenfroher und ideenreicher.

Im 18. Jhd. begannen einige Querdenker gegen die Gepflogenheiten ihrer Zeit zu rebellieren und waren so die Begründer eines schlichten, aber auch dekadenten Stils. Ein Dandy war ursprünglich ein Lebemann und galt als perfekter Gentleman, der britische Höflichkeit mit exklusivem Kleidungsstil, Humor und Eleganz verband. Während viele seiner adligen Zeitgenossen noch dem Vorbild der höfischen französischen Mode folgten mit ihrem Protz und Prunk, den gepuderten Perücken, üppigen Mänteln und Juwelen, propagierte George Bryan Brummell, auch Beau Brummell genannt, bereits die neue Schlichtheit. Und für diesen Lebensstil betrieb er unglaublichen Aufwand, den man ihm auf den ersten Blick nicht unbedingt ansah. Er lehnte alles Laute, Schrille und Bunte wehement ab. Entgegen der üblichen Gepflogenheiten dieser Zeit wechselte er mehrmals täglich seine Wäsche, Parfüm und Schmuck waren ihm jedoch zuwider. Perücken waren durch seinen Einfluss ohnehin aus der Mode gekommen. Stattdessen hatte er drei Frisöre, die sich seiner Haarpracht annahmen. Einer war für die Stirn, einer für die Seiten und ein weiterer für den Hinterkopf zuständig.  Er machte einen schlichten Herrenanzug, welcher enganliegend geschneidert war und die V-Silhouette des Mannes hervorhebt, solonfähig. Dieser Anzug hat bis heute Bestand in der Modewelt und ist kaum mehr wegzudenken . Gefertigt war er aus festem Stoff in gedeckten Farben. Getragen hatte er ihn zusammen mit langen, geradlinigen Hosen. Ein ganz besonderes Anliegen waren ihm wohl seine Handschuhe und deren Passform. Diese ließ er stets von zwei verschiednen Herstellen fertigen, wobei der eine für den Daumen, der andere für die weiteren Finger zuständig war. Seine Schuhe sollen immer so geglänzt haben, weil er sie angeblich mit Champagner poliert hat. Dieser Aufwand nahm eibige Zeit in Anspruch. Nach eigenen Angaben benötigte er fünf Stunden um sich anzuziehen.  Mr. Brummell wurde zum Prototypen für den Dandy, der seine Persönlichkeit zu einer Kunstfigur erschaffen hatte und gute Manieren mit geistreicher Konversation zu verbinden wusste. Dabei wirkte er wohl niemals künstlich und zog die Menschen mit seinem Charme in seinen Bann.

„Der Dandy ist ein Mann, dessen Status, Arbeit und Existenz im Tragen von Kleidung besteht. Er widmet jedes Vermögen seiner Seele, seines Geistes, seiner Geldbörse und seiner Person heldenhaft der Kunst, seine Kleidung gut zu tragen: Während die anderen sich kleiden um zu leben, lebt er, um sich zu kleiden.“ – Thomas Carlyle (Sartor Resartus, 1834)

Unter dem Einfluss der Vertreter des Ästhetizismus entwickelte sich der Stil des Dandies weiter. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurden samtene Kniehosen und Westen zu ihren äußerlichen Kennzeichen. Die Ästhetizisten öffneten die von bürgerlicher Enge und vom Moralismus geprägte viktorianische Gesellschaft für eine neue Sinnlichkeit in Farben und Formen. Sie bekämpften den herrschenden Geschmack des mainstream mit ritualisierter Ästhetik. Dandyismus ist eine Lebenseinstellung, zu der Selbstinszenierung und ein eher ungezwungenes Verhältnis zum Geld gehörten. Wichtig war ihnen die Unabhängigkeit von bürgerlichen Zwängen wie Brotberuf oder Ehe.

Und auch Frauen fanden an diesem Stil gefallen. Die Schauspielerin Marlene Dietrich war eine der Ersten, die diesen Look Anfang des 20. Jhd. in der Damenmode populär machte.

Der Dandy zeichnet sich vor allem durch seinen Müßiggang und seine perfekte Selbstinszenierung aus. In der heutigen Zeit gilt er als ausgestorben und es sind nur noch die modischen Aspekte wie Gilets, die unter einem Blazer getragen werden, seidene Krawatten, eine Schleife am Kragen, Schuhe im Two-Tone-Look oder Lacklederschuhe, die den Dandy zumindest stilistisch weiterhin am Leben erhalten.

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Whoever thinks it is a modern phenomenon, that men often spend more time in the bathroom and in front of the wardrobe than some woman does. Since humans has begun to dress, accessories and ornamentation play a role – not only for women. But on the contrary. In history men´s clothing is in no way inferior to the ladies‘ fashion and is often even more colorful and rich in ideas.

In the 18th century, a number of cross-thinkers began to rebel against the habits of their time and were the founders of a simple but decadent style. A dandy was originally a living man and was considered as a perfect gentleman who combined British courtesy with exclusive clothing, humor and elegance. While many of his noble contemporaries followed the example of courtly French fashion with their prodigy and pomp, powdered wigs, lavish coats and jewels, George Bryan Brummell, also called Beau Brummell, already propagated the new simplicity. And for this way of life, he had an incredible amount of effort, which was not necessarily seen at first sight. He rejected everything colourful and shrillness. Contrary to the usual habits of this time, he changed his clothes several times a day, but he refused perfume and jewelry. Wigs had gone out of fashion by his influence anyway. Instead, he had three hairdressers who took care about his hairstyle. One was responsible for the forehead, one for the sides and another for the back. He made a simple men’s suit, which was tightly tailored and emphasized the men´s V silhouette popular. This suit is still existing today  and is hardly imaginable without it in the fashion world. It was made of solid fabric in muted colors. He had worn it with long straight trousers. A very special concern were his gloves and their fit. They were tailored in two different manufactures, one for the thumb, one for the other fingers. His shoes should have always shone so well, because he supposed to polished them with champagne. This effort took a considerable amount of time. According to his own words, it took five hours to get dressed. Mr. Brummell became a prototype for the dandy, who had created his personality as an art figure and was able to combine good manners with intellectual conversation. He never acted artificially and drew the people with his charm.


„The dandy is a man whose status, work and existence consists in wearing clothes. He devotes every faculty of his soul, his mind, his purse, and his person heroically to the art of wearing his clothing well: while the others clothe themselves to live, he lives to dress. „- Thomas Carlyle (Sartor Resartus, 1834)


Under the influence of the representatives of aestheticism the style of the Dandies developed further. Towards the end of the nineteenth century, velvet knee-trousers and vests became their external characteristics. The aestheticists opened the Victorian society, marked by bourgeois narrowness and moralism, for a new sensuality in colors and forms. They fought the ruling taste of the mainstream with ritualized aesthetics. Dandyism is a life setting that included self-portraying and a rather casual relationship with money. It was important for them to be independent of bourgeois constraints such as general work or marriage.

And also women liked this style. The actress Marlene Dietrich was one of the first to make this look popular in the women’s fashion at the beginning of the 20th century.

The dandy is distinguished by its idleness and perfect self-portraying. In today’s world, dandyism is considered extinct and only the fashionable aspects like Gilets worn under a blazer, silk ties, a bow at the collar, two-tone shoes or lacquer leather shoes, continue at least to keep the style alive.

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Inspiration:

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George Bryan ‚Beau‘ Brummell
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Oscar Wilde
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Charles Baudelaire

„Der Dandy muss sein ganzes Streben darauf richten, ohne Unterlass erhaben zu sein, er muss leben und schlafen vor einem Spiegel.“ – Charles Baudelaire (Tagebücher)

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Marlene Dietrich

„Ich trage Männerkleidung nicht um Sensation zu erregen. Ich bin einfach der logischen Folge großer Pyjamamode nachgekommen und muss gestehen, dass ich mich niemals angenehmer und besser gekleidet fühlte wie jetzt.” – Marlene Dietrich