DAS OBERE ENDE

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Der Victoria River zwischen Western Australia und Katherine in der Territory

Je weiter wir in Richtung Norden kommen, je weiter die Temperaturen auf dem Thermometer nach oben klettern, desto näher kommen wir der Northern Territory. Schon während meiner ersten Reise quer durch Australien hat mich die Territoriy fasziniert. Diese Faszinstion hat mich nicht mehr los gelassen. Nun das Schraßenschild zu passieren, das darauf hinweist, dass wir Western Australia verlassen und die Northern Territory beginnt, fühlt sich für mich ein klein wenig wie nach Hause kommen an. Zumindest freue ich mich, wieder in eine mir bereits bekannte Region zu kommen und bin voller Erwartungen. Unser Ziel ist Katherine. Eigentlich ist die Stadt kein Ort, um dort längere Zeit zu verweilen. Auch durch meinen ertsten Australien-Trip ist mir Katherine nur noch flüchtig in Erinnerung geblieben. Allerdings habe ich ein besonderes Anliegen, denn wir treffen John in Katherine. John idt ein altee Bekannter, der Quarter Horses züchtet und war damals noch Besitzer einer Schaffarm in New South Wales. Ich habe für ihn gearbeitet, indem ich ihn bei der Arbeit mit den Schafen unterstützt habe. Außerdem habe ich seine Pferde geritten, mit denen er an Wettbewerben, dem sogenannten Campdrafting, teilgenommen hat.  Dafür mussten sie natürlich fit bleiben. Aus dem Arbeitsverhältnis entwickelte sich eine Freundschaft. Vielleicht berichte ich bei Gelegenheit in einem anderen Beitrag über mein erstes Jahr, das ich in Australien verbracht habe. Hier führt es zu weit. Zurück also nach Katherine.

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Darwin Waterfront

Den Vormittag verbringen wir an den Hot Springs. Dabei handelt es ich um mehrere kleine Pools, die aus warmen Quellen gespeist werden. Sie sind von einem tropischen Wald umgeben und laden ein zu einem entspannten Bad. Der Erfrischung dienen sie jedoch weniger durch die warme Temperatur. Am Nachmittag treffen wir John- stilecht bei der Reiterstatue des Stockmen Sabu Peter Sing, der im Westen von Katherine eine Rinderfarm betrieben und sich zu einer Art Ikone für den Ort entwickelt hat. Es ist ein freudiges, herzliches Wiedersehen. Es gibt viel zu erzählen bei dem ein oder anderen kalten Bier. Wir reden bis spät in die Nacht. Es freut mich, dass auch Max´ Résumé für den Abend war: “Was für ein cooler Typ”.

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Am Morgen verabschieden wir uns. John muss eilig einige Dingo-Fallen einsammeln wie er sagt. Es herrschen rauhere Sitten dort im australischen Busch. Alles heiße ich nicht gut, aber vieles ist in irgend einer Form notwendig. Es gab viele Punkte während meiner Zeit, die ich bei John gearbeitet habe, die mich erst einmal schlucken ließen. Aber ich habe auch gelernt, mir im ersten Moment absurd erscheinende, andere Denkweisen zu akzeptieren. Wenn die Australier eines gelert haben, dann wie man im Busch überleben kann. Der Abschied fällt mir schwer. Ich schließe für gewöhnlich nicht viele Menschen so ins Herz. Auch John hatte es da anfangs nicht einfach mit mir. Aber ich habe selten einen so aufrichtigen, ehrlichen und aufopfernd hilfsbereiten Menschen erlebt und nach und nach hat sich eine aufrichtige Freundschaft entwickelt. Bei dem Wiedersehen hatte ich fast den Eindruck, als wären nicht all die Jahre seit dem Abschied in Mount Isa vergangen, denn das alte Vertrauen war sofort wieder da.

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Das Stadtzentrum von Darwin bietet einiges zu entdecken. Darwin hat eine florierende Kunstszene und das macht sich vielerorts bemerkbar.
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Abendspaziergang entlang der Esplanade zu den berühmten Mindil Beach Sunset Markets. Neben Didgeridoo-Musik, spektakulären Feuershows und Kunsthandwerk sind die Markets vor allem für die internationalen kulinarischen Genüsse bekannt und beliebt. Einen Sonnenuntergang am Mindil Beach sollte man sich nicht entgehen lassen.

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Für das Schwimmen im Meer ist in Darwin Vorsicht geboten.  Angesichts der angelegten Lagunen entlang der Waterfront kann man bei den hohen Temperaturen kaum einer Erfrischung im kühlen Nass widerstehen. Für die Abende in Darwin hat uns das Restaurant Wharf One, das direkt am Hafen liegt, als Stammgäste gewonnen. Die Gerichte und Drinks mit Wassermelone sind ideal an lauen Abenden.

Max und ich, wir setzen unsere Reise Richtung Darwin fort. Zuvor machen wir einen kleinen Morgenspaziergang zu den Edith Falls. Dann führt uns unser Weg weiter nordwärts.  Das Klima in Darwin ist gewöhnungsbedrüftig. Auch vom nichts tun schwitzt man hier ohne weiteres. Die multikulturell geprägte Stadt hat ihren ganz eigenen Flair und wie bei meinem ersten Besuch fühle ich mich sofort wohl in Darwin. Die belebte Mitchell Street mit ihren Restaurants und Bars führt uns in Richtung des Stadtzentrums. Darwin verfügt über eine interessante Kunstszene, was auch das Stadtbild prägt.

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Nachdem ich bei meiner letzten Reise den Litchfield Nationalpark erkundet habe, war diesmal der wohl berühmteste Nationalpark Australiens an der Reihe: Der Kakadu Nationalpark.
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Nabulwinjbulwinj stellt einen gefährlichen Geist dar
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Nourlangie Felsmalereien der australischen Ureinwohner
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Die beeindruckende Natur lässt keinen Zweifel daran, weshalb diese Plätze für die Aborigines als heilig gelten in ihrer Welt der Traumzeit voller Magie und Geschichten.
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Fressen und gefressen werden. Ja, die Natur ist manchmal grausam. Das erleben wir auch bei unserer Bootstour durch das Yellow Water Billabong. Hier hat es eine Schildkröte erwischt.
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Mit dem Kopf in den Wolken lauert das Krokodil im Yellow Waters Billabong.
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Der Riesenstorch im Kakadu Nationalpark
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Rund um die Yellow Waters gibt es eine unwahrscheinliche Artenvielfalt zu entdecken. Neben den Krokodilen sind hier ettliche Vögel ansässig als auch Huftiere wie Büffel. Übrigens: Alles, was Hufe hat ist nicht heimisch in Australien. Die filigrane Vegetation ist leidet leider unter den importierten Huftieren.
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Whistling Ducks
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Er ist früh am Morgen immer der Erste, der den Ton angibt: Der Kookaburra oder auch “Lachender Hans” genannt.

Mir fällt der Abschied von Australien wieder sehr schwer, doch ich freue mich, dass der Roadtrip durch die Wildnis auch Max gefallen hat, der zuerst noch skeptisch gegenüber den langen Entfernungen, der Wildnis und den wilden Tieren war. Dieses aufgeregte Vogelgezwitscher am Morgen, der Blick über unendlich erscheinende Weite, die zahlreichen Tierarten und die herzlichen Menschen machen Australien zu einem ganz besonderen Erlebnis, von dem wir noch lange zehren werden.

See you Australia.

 

 

 

* Dieser Beitrag enthält Werbung durch die Ortsangaben, die Angaben von Namen und Marken sowei durch Verlinkungen.

 

WILDNIS

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Cockburn Range
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Regenbogen Bienenfresser

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Langsam erreichen wir das Ende der Gibb River Road. Einerseits genießen wir die wilde Schönheit der Gegend und die abenteuerliche Fahrt auf den Schotterstraßen, andererseits freuen wir uns aber auch auf die befestigten Straßen, damit das permanente Rütteln während der Fahrt ein Ende hat. Der Geräuschpegel während der Fahrt kann nach einigen Tagen schon sehr anstrengend werden. Aber wie gesagt- die Landschaft, durch die unsere Reise führt, macht einiges wieder wett. Nach einem Frühstück auf dem Campingplatz der Mount Elizabeth Station in der Gesellschaft von Wallaby “Chloe” und eines vorwitzigen Federviehs, das es auf mein Frühstück abgesehen hat, setzen wir unseren Weg fort. Natürlich nicht ohne noch einmal ausgiebig den weichen Pelz des zahmen Wallabies gekrault zu haben.

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Pigeon Hole Lookout mit Blick auf den Chamberlain River

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Unser nächstes Ziel ist der El Questro Wildnispark. Eigentlich bin ich immer skeptisch gegenüber touristischen Attraktionen. Und obwohl die einstige Rinderfarm sehr auf Tourismus ausgerichtet ist, bin ich trotzdem begeistert. Der Campingplatz ist direkt an einem kleinen Fluss gelegen, der bei der Hitze sehr zu einem Bad einläd. Vorausgesetzt dass einen die kleinen Fische nicht stören, die gerne mal an einem herumknabbern. Um das Wasser herum lassen sich auch verschiedene Vogelarten wie Corellas oder die farbenfroh schillernden Lories gut beobachten. Mittags essen wir in dem Restaurant. Was soll ich sagen. Australien hat so viele Facetten, die eine Reise wirklich lohnen. Was die australische Küche betrifft, so sollte man als Europäer vielleicht nicht zu große Erwartungen haben. Gleich drei Kookaburras gleichzeitig leisten uns Gesellschaft in der Hoffnung, dass auch etwas für sie abfällt von unseren Speisen. Am Abend fahren wir zu dem sogenannten “Pigeon Hole Lookout”. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick über das Areal und begreift erst wirklich, wie gigantisch groß El Questro eigentlich ist. Es umfasst bald fünf mal die Fläche von Berlin. Am Abend besuchen wir noch die Bar und lassen den Tag entspannt bei Gitarrenmusik und einem `Stubbie´Bier ausklingen.

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Früh am nächsten Morgen brechen wir auf. Unser Ziel ist das El Questro Gorge. Schon der Weg dort hin ist spektakulär.

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Auch an unserem 2. Tag in El Questro können wir nicht genug bekommen von dem Blick über die Kimberley Region

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Die Tage vergehen wie im Flug. Den letzten Tag beginnen wir in den Zebedee Thermal Springs. Sie sind nur bis mittags geöffnet und es lohnt sich früh aufzustehen, da der Andrang sehr groß ist. Inmitten von riesigen Livistonia Palmen befinden sich kleine Pools, die sich kaskadenförmig furch die Felsen schrauben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gorges ist das Wasser in den Zebedee Springs sehr warm. Oben ist das Wasser am wärmsten uns kühlt auf seiem Weg nach unten etwas ab. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung nachgesagt.

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Zebedee Springs

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Der berühmteste Anlaufpunkt auf El Questro ist wohl das Emma Gorge. Es führen gut gekennzeichnete Wege durch die felsige Landschaft in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch wenn der Weg etwas lang erscheint, so lohnt er sich am Ende auf jeden Fall. Das kalte Wasser ist erfrischend, auch wenn diese Erfrischung bei den heißen Temperaturen nicht lange vor hält. Der Blick auf die Felsen, die ein beeindruckendes Farbspiel je nach Lichteinfall bieten und über die kleine Rinnsäle herabfallen, ist sehr faszinierend. Auf dem Rückweg bin ich einen Moment unachtsam und stürze. Wie schnell doch ein Misgeschick Pläne durchkreuzen kann. Zum Glück kann ich mich noch abstützen, bevor mein Kopf auf dem Stein aufschlägt und so sind nur meine Knie in Mitleidenschaft gezogen. Die Rast für die Glieder kommt mir auf der  anschließenden Fahrt nach Kununurra sehr gelegen.

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Emma Gorge

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WUNDERLAND

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Ein früher Aufbruch in Exmouth. Dieser Himmel ist es auf jeden Fall wert, früh aus den Federn zu kommen.

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Teppiche von Wildblumen säumen unsere Wege durch das Outback.

Wir beginnen unsere Reise in Exmouth früh, denn wir sind uns dessen bewusst, was vor uns liegt: Eine lange Autofahrt entland des North West Coastal Highway bis zu unserem nächsten Ziel. Doch die Strecke der Pilbara Region von der Küsten in das Inland ist wieder einmal faszinierend. Die flache Gegend wird nach und nach zu einer bergigen, felsigen Landschaft mit in der heißen Sonne rot leuchtenden Erde. Der Boden erzittert nur so, wenn einer der bis zu  53,50 Meter langen Roadtrains unseren Weg kreuzt. Die Gegend ist reich an Bodenschätzen und die Aufgabe der Roadtrains ist, die abgebauten Rohstoffe zu den Häfen nach Dampier oder Port Headland zu transportieren. In Tom Price bietet sich uns ein spektakulärer Panoramablick über die Stadt und die Hamersley Ranges vom Gipfel des Mt. Nameless aus. Erst am Abend erreichen wir unser Ziel: Den Karijini National Park. Wir campen die Nacht auf dem Campingplatz am Dales Gorge.

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Es zahlt sich aus früh auszustehen und ein morgendliches Bad in einem der Gorges zu nehmen und sich so etwas Abkühlung zu verschaffen, bevor die üblichen Tagestemperaturen erreicht werden. Es führen einige Wanderwege durch die tiefen Schluchten und es finden sich immer wieder faszinierende Aussichten auf die roten Felsen des Parks, die zusammen mit der Pflanzenwelt an ein Land lange vor unserer Zeit erinnern Auf den Felsen entdecken wir immer wieder Echsen, die sich in der Sonne aalen und durch ihre Färbung perfekt getarnt sind. Wir haben leider etwas Zeit verloren, durch unseren Aufenthalt in Exmouth, der sich unerwartet etwas in die Länge gezogen hat. So blieb uns nur ein Tag an diesem magischen Ort. Es lohnt sich allerdings etwas mehr Zeit mitzubringen.

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HINTERLAND

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Wenn man eine Reise tut, so trifft man von Zeit zu Zeit auf Gleichgesinnte. Man tauscht sich aus über die Reisepläne und gibt, bzw. erhält auch gerne die ein oder andere Empfehlung. So geschehen ist uns das in der Shark Bay Region beispielsweise. Eine Amerikanerin schwärmte uns dort so vor von einer Übernachtungsmöglichkeit namens Bullarra Station, dass wir diese Unterkunft in unserer Reiseplanung mit berücksichtigen. Erst spät in der Nacht erreichen wir unser Ziel. Gerade noch wundern wir uns, wer denn hier große Steine auf die Zufahrtsstraße der Ranch gelegt hat, da sehen wir, dass der vermeintliche Stein bei genauerer Betrachtung mit den Ohren wackelt. Die farblich der roten Erde angepassten Kühe sehen liegend in der Dunkelheit durch ihre Silhouette wirklich ein wenig aus wie ein Stein. Tatsächlich ist der Hof so spät abends noch belebt. Nach dem wir uns angemeldet haben, verweilen wir noch eine Weile mit Reisenden aus Südaustralien in der Küche. Doch dann gehen wir zu Bett. Wie schön es ist, auf dem Autodach zu schlafen. Über uns dieser gigantische Mond, der auf dem Rücken liegt und millionen von Sterne, die mitten im Nirgendwo und ohne all die künstliche Beleuchtung so viel größer und klarer erscheinen. Nur wir, die warme Nachtluft und dieser beeindruckende Sternenhimmel.

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Tags darauf sehen wir uns erst eimal um auf der Station. Wir beginnen den Tag so, wie unsere amerikanische Bekannte es uns empfohlen hat: Mit Kaffee und frisch gebackenen Scones mit Marmelade und Sahne. Wir bewundern, mit wie viel Liebe zum Detail alles hier gestaltet wurde. Auf einem alten Herd neben unserem Tisch steht ein großer Strauß mit Wildblumen und überall auf dem Gelände sind nette, handwerkliche Spielereien zu finden. Wir werden sehr aufmerksam umsorgt und können unseren Aufenthalt in vollen Zügen genießen. An unser Frühstück schließen wir noch einen kleinen Spaziergang an. Wir wandern über den von der Sonne verbrannten, roten Boden und sehen neben den Rindern und Pferden unterschiedliche Vögel wie Corellas und winzige Finken, die durch die trockenen Büsche huschen. Mein Opa hat Vögel gezüchtet, als ich noch klein war und sie haben mich immer schon fasziniert. Ich bin mir sicher, dass auch er begeistert gewesen wäre, wenn er seine geliebten Nymphensittiche in freier Natur hätte bewundern können.

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MEERESGEYSIRE

mia_und_ich_ontheroad_westaustralien_blog_reise_travelIMG_5257Was bei einem Roadtrip durch Australien in Kauf genommen werden muss, sind die gewaltigen Entfernungen, die gut und gerne endlos erscheinen. So ergeht es uns bei der Strecke zwischen der Shark Bay Region und dem Ort Carnarvon. Die Straße zieht sich hier oft schnurgerade durch die Landschaft und scheint in der etwas trostlosen Landschaft nahezu unendlich. Interessant ist allerdings, wie häufig sich die Vegetation innerhalb der Strecke verändert. Der Boden um Carnarvon ist sehr fruchtbar und so ist es nicht erstaunlich, dass dort eine große Vielfalt an Obst angebaut wird. Natürlich musste ich das testen und ich bin begeistert. Mein Testobjekt ist die in Australien gezüchtete Apfelsorte namens `Bravo´. Schon als Kind war habe ich die `Roten Delicious´Äpfel aus Opa´s Garten geliebt und die Sorte`Bravo´ toppt ihn sogar noch mit seiner dunkelroten Schale und dem sehr hellen, fast schon weißen Fruchtfleich. Dabei geht es mir natürlich nicht um die Äußerlichkeiten. Der Geschmack ist einfach unbeschreiblich. Er schmeckt förmlich von der Sonne geküsst und die knackige, saftige Konsistenz ergänzt dies wunderbar. In Carnarvon habe ich also meine neue liebste Apfelsorte gefunden. Doch ansonsten sehen wir nicht viel davon, denn wir verbringen hier nur die Nacht und setzen unsere Reise am Morgen fort.

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Unser Weg führt uns durch die Schaffarm in Quobba. Dort erwartet uns das Naturschauspiel der Blowholes. In Höhlen, welche sich in den Klippen befinden, sammelt sich Wasser und wird je nach Wasserstand und Wellenbewegung nach oben gedrückt. Wir hatten Glück und konnten diese Meeresgeysire in voller Aktion bewundern. Zahlreiche Lebewesen wie Krebse und kleine Fische finden in den ausgeschwemmten Felsen, die oft wie eine bizarre, ausserirdische Landschaft erscheint, ihre Heimat.

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Die bizarr ausgewaschenen Felsen erscheinen wie eine Landschaft eines andern Planeten.

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Erst am späten Nachmittag erreichen wir Coral Bay. Immer wieder ist es interessant, wenn man stundenlang nichts und niemanden ausser ein paar vereinzelten Autofahrern sieht, in Ballungsgebiete gelangt. Nur diesmal sind wir besonders überrascht über den Andrang. Wohin man auch blickt schlendern überall entpannt junge Menschen umher, Musik schallt über den Strand und einige Leute machen es sich bereits auf einer Decke mit einer Flasche Wein gemütlich und fiebern dem Sonnenuntergang entgegen. Wir sind total ermüdet und verschwitzt von der Fahrt. So springen wir sofort bewaffnet mit Schnorchelausrüstung ins Wasser um uns zu erfrischen. Was wir dort erleben, versetzt uns abermals in Staunen. Denn sofort befinden wir uns mitten im Riff und eine Vielzahl unterschiedlicher Fische tummelt sich um uns herum. Wir hören leise Knuspergeräusche und sehen, dass einige Papageienfische an Korallen knabbern. Die Zeit vergeht rasend schnell und wir würden diese fabelhafte Unterwasserwelt am liebsten gar nicht mehr verlassen. Die Abendfrische zwingt uns dann aber doch dazu. Frierend in Handtücher eingehüllt warten dann auch wir auf den großen, pastellfarbenen Ball, der in das Meer eintaucht und den Tag beendet.

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DAS KAISERLICHE BAD

Wieder ist ein Jahr vorbei. Im April wiederholt sich unser Jahrestag bereits zum 6. Mal und so stehe ich abermals vor der Frage: “Was soll ich ihm schenken?” Etwas materielles? Wenn ich dann die Wunschliste meines Freundes durchgehe, merke ich schnell, dass das wenig romantische Geschenke werden würden, sondern eher praktische. Also finde ich es schöner ein Geschenk zu machen, bei dem man etwas Zeit zu zweit verbringen kann. Und gemeinsame Erlebnisse verbinden. So habe ich mir überlegt, dass wir ja mal dieses “Wellness-Ding” ausprobieren könnten, von dem alle so schwärmen. Direkt im Anschluss an die Tage in Venedig war das auch wirklich eine gute Idee, um uns von den zahlreichen Erkundungstouren durch die Stadt ein wenig zu erholen und die schmerzenden Füße zu kurieren.

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Auch wenn Wellness gerade erscheint wie eine Erfindung der Neuzeit geht dieser Badekult doch weit zurück in die Zeit um 2.500 v. Chr. in die Kultur der Indus. Es muss damals schon Badeanlagen gegeben haben, die wohl nicht nur der Reinigung, sondern auch dem Vergnügen gedient haben sollen. Das Antike Griechenland und später das Antike Rom war ebenfalls bekannt dafür, dass des Körperbewusstsein dort schon weit verbreitet gewesen sein muss. Es gab nicht nur Badeanstalten für die Allgemeinheit, sondern auch in Privatäusern muss es Wannen und Waschbecken gegeben haben. Die Badeanlagen ließen sich bereits temperieren und man erkannte die jeweiligen Vor- und Nachteile des Badens in warmem oder kaltem Wasser. Im europäischen Raum geriet Körperhygiene zur Zeit des Mittelalters bekanntlich wieder völlig in Vergessenheit, was Krankheiten und Seuchen zur Folge hatte. Erst durch Kreuzfahrer wurde die Badekultur neu entdeckt in den islamischen Ländern. Zahlreiche Maler haben sich dadurch inspirieren lassen.

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Aber erst einmal zurück in das Hier und Heute. Kössen in Österreich ist Schifahrern sicher am ehesten ein Begriff. Doch uns verschlägt es dort bei sommerlich warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein hin. Und wir staunen nicht schlecht, denn uns erwartet ein regelrechter Palast, der die kommenden Tage unsere Bleibe sein wird. Die goldenen Kuppeln reflektieren die Sonne und lässt das ganze Anwesen noch prunkvoller erscheinen. Auch das Interieur in unserem Chalet ist sehr geschmackvoll gewählt und verbindet neue Elemente mit Traditionellem, wie beispielsweise der Verwendung von Zirbenholz. Die Zirbe wächst nur im Hochgebirge und sondert einen ganz besonderen Geruch ab. Bei Interesse an diesem Gehölz kann ich den Zirbenweg auf dem Patscherkofel ans Herz legen. An der Wand unseres Zimmers hängt über dem schlichten Sofa ein nostalgisches Bild einer Trachtlerin, das natürlich wunderbar in diese Alpenregion passt.

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Wir durchwandern während unseres Aufenthalts allerdings viele Themenbereiche und glatt könnten wir vergessen, dass wir in uns nicht im fernen Marrakesch, sondern im ländlichen Österreich befinden. Um dem herrlichen Wetter zu fröhnen, gibt es einen groß angelegen Außenbereich  mit mehreren Bade- und Liegemöglichkeiten. Ansonsten hat es mir vor allem das schön gestaltete Becken angetan, über dem sich eine Metalltreppe hoch zu einem Liegebereich windet, das Dampfbad, in dem es nach Blüten duftet und die Infarotkabine, bei der sich die Bestrahlung hauptsächlich auf die Wirbelsäule konzentriert. Unser Mittagessen genießen wir auf der Terasse mit Blick in die Bergkulisse, während nebenan einige Haflinger gemütlich grasen. Selten haben wir ein so gut organisiertes Team an Personal erlebt wie hier. Das Abendessen war perfekt nach saisonalen Gesichtspunkten abgestimmt und das Frühstücksbuffet mit frischem Obst und Honig aus der Wabe ließ ebenfalls keine Wünsche offen.

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Unser Fazit ist, dass es uns sicher wieder einmal in diese schöne Gegend ziehen wird um zu Wandern oder auch an den nahe gelegenen Walchsee. Jetzt wird es erst einmal schwer, sich nach all dem Gesehenen und Erlebtem in Venedig und der vollkommenen Entspannung im Kaiserwinkl, sich wieder in den Alltag einzufinden.

 

INSPIRATION:

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Jean Léon Gérôme | Femmes au bain
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John Reinhard Weguelin | Reflection

CIAO, VENEZIA

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Wir waren gerade 18 Jahre alt und zumindest für mich war es mein erster Urlaub ohne meine Eltern. Die meisten Urlaube hatten wir bislang eher in Ungarn oder im hohen Norden, in Dänemark verbracht. So hatte ich noch nicht viel gesehen von Italien. Also habe ich mich damals zusammen mit drei Freundinnen in den Tren Italia gesetzt auf der Suche nach neuen Abenteuern. Zugegeben- Venedig ist vielleicht nicht die erste Wahl, wenn man auf der Suche nach Unterhaltung ist und abends feiern gehen möchte. Das wurde uns schnell bewusst. Dennoch hatten wir so viel Spaß in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass es völlig egal war, wo wir uns aufhalten. Es war und bleibt ein unvergesslicher Urlaub und es zaubert mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich in alten Fotoalben stöbere.

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Viele Jahre sind seit dem vergangen seit dem ersten Mal in Venedig. Nun zieht es mich wieder dort hin. Diesmal ohne die Mädels, dafür mit meiner besseren Hälfte. Und diesmal denke ich haben wir unser Reiseziel ganz gut gewählt, denn Venedig ist für mich bislang eine der romantischsten Städte. Hier möchte ich meine absoluten Highlights der Stadt zusammenfassen, die man sich bei einer Reise nach Venedig nicht entgehen lassen sollte.

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1. Markusplatz und Rialtobrücke  am Morgen
Wenn die Sonne aufgeht, erwacht Venedig langsam. Es lohnt sich also, sich den Wecker auf eine frühe Morgenstunde zu stellen. Das Licht der aufgehenden Sonne färbt die Stadt in einen warmen Goldton und die Orte, an denen tagsüber Schlangen von Menschen auf Einlass warten sind weitestgehend menschenleer. Nur die Venizianer auf dem Weg zur Arbeit kreuzen unseren Weg. Dies ist nicht nur ein idealer Zeitpunkt, um Fotos zu schießen sondern auch um ein entschleunigtes Venedig kennen zu lernen

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2. Canale Grande
Nichts ist so typisch für Venedig wie seine Wasserstraßen. Die ersten Gondeln kamen wohl im 11. Jahrhundert auf. Sie sind etwa 1,5 m breit und können bis zu 11 m lang sein. Natürlich sind sie heute nicht mehr zeitgemäß und wurden durch Motorboote ersetzt. Leider richten diese großen Schaden an den historischen Gebäuden durch die Bugwellen an, die sie verursachen. Die Tradition des Gondelbaus bleibt den Venezianern jedoch erhalten, auch wenn sie lediglich zur Pflege von Traditionen und als Anziehungmagnet für Touristen dient. Die Gondeln werden in kleien Werkstätten gefertigt wie der am Squero di San Trovaso. Dort kann man mit etwas Glück den Gondelbauern zusehen, wie sie ihr Handwerk so ausüben, wie es schon ihre Ahnen vor hunderten von Jahren getan haben.

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Ein weiteres Highlight entlang den Wasserstraßen ist das Ca ´Tron, ein Gebäude, welches nach der venezianischen Patrizierfamilie benannt wurde, die dort einst gelebt hat. Das Ca´Tron war zu früheren Zeiten Dreh- und Angelpunkt großer Berühmtheiten, die dort als Gäste der Familie verkehrt hatten. Heute ist das Gebäude im Besitz der venezianischen Universität der Architektur. Neben dem Garten bietet der lichtdurchflutete Palast noch weitere prunkvolle Sehenswürdigkeiten verborgen im Inneren. Und vom Balkon aus hat man einen atemberaubenden Blick über den Canale Grande.

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3. Handwerkskünste bewundern
Für Liebhaber von Handwerk kann ich eine Bootsfahrt zu den nahegelegenen Inseln empfehlen. Murano ist weltweit bekannt für sein kunstvoll verarbeitetes Glas. Das erste Glas in Venedig wurde vor dem Jahr 1.000 nach Christus hergestellt und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt. Besonders beeindruckt waren wir von den akuraten Miniaturen von Cesare Toffolo und orientalisch anmutenden Lampen von Fortuny, in die Metalle wie sogar Gold und Platin eingearbeitet werden.

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Burano zeichnet neben der seit dem 16. Jahrhundert angewandten, aufwendigen Spitzenstickerei, der Nadelspitzen-Technik Reticella, vor allem die Farbgebung der Häuser aus.

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4. Nicht vom Schein trügen lassen
Venedig war einst eine florierende Handelsstadt und Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Davon zeugen bis heute die herrschaftlichen Paläste. Diese Schätze sind oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So ein Fall ist wohl die Kirche San Pantalon im Stadtteil Dorsoduro. Gegen die zahlreichen, reich mit Ornamenten ausgeschmückten Fassaden geht die relativ schlichte Außengestaltung dieser Kirche etwas unter. Im Inneren befindet sich jedoch eines der größten Leinwandgemälde der Welt. Das Deckengemälde von Gian Antonio Fumiani, das das Martyrium und die Apotheose des Namenspatrons darstellt. Es besteht aus 40 einzelnen, aneinander gefügten Leinwänden und ist für den Betrachter schlichtweg atemberaubend in der perspektivischen Darstellungsweise.

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5. Verloren gehen
Ansonsten kann ich nur empfehlen, den Stadtplan zu Hause zu lassen und auf Erkundunstour zu gehen. Wer sich östlich oder nördlich der Insel fern ab von all dem Trubel aufhält, der kann das wahre Venedig erleben, in dem die Zeit irgendwann stehen geblieben ist. Bei einem spritz all’aperol lässt sich so ein Tag in Venedig am besten ausklingen.

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ZURÜCK IM SATTEL

Die Dior Saddle Bag ist zurück. Meine erste Begegnung mit diesem Taschenmodell fand vor mehr als zehn Jahren statt.  Als Pferdeliebhaberin und Reiterin hat mich die Form und die verspielten Details natürlich sofort angesprochen. Und als ich die Version mit dem pinken Logo- und Blütenprint auf weißem Leinen in einer Anzeige einer Modezeitschrift gesehen habe, war es um mich geschehen. Leider blieb es aber dabei, dass ich die Tasche als Print-Version bewundern musste, denn ich konnte sie mir damals einfach nicht leisten und ein Kauf lag in weiter Ferne.

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Die Saddle Bag wurde 1999 von John Galliano entworfen. Ihre Form ist im vorderen Bereich bauchig, verläuft schräg abgerundet nach hinten und erinnert somit- wie der Name ja auch sagt- an einen Sattel. An Stelle eines Steigbügels ist ein D aus Messing oder Edelstahl an einem schmalen Riemen befestigt. Ihren Kultstatus erlangte die Saddle Bag dann dank der Serie Sex and the City. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen, dass Sarah Jessica Parker in ihrer Rolle als Carrie Bradshaw mit einer ihrer farbenfrohen Saddle Bags unter dem Arm durch die Straßen von New York flanierte.

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John Galliano  verließ das Haus Dior im Jahr 2011. Infolge dessen wurde auch die Produktion dieser Tasche eingestellt. Unter der derzeitigen Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri wird dieser Taschenform nun neues Leben eingehaucht und sie feierte ihr Comeback in der Herbst-/ Winterkollektion. Die schlichte Variante im Monogramm-Design ist fast identisch mit ihren Vorgängern. Passend zu der Kollektion, die an die Studentenproteste in den 1968er Jahren erinnert, erscheint die Saddle Bag reich bestickt mit ethnischen Mustern, breiten Schultergurten mit Fransen und folkloristischen Elementen.

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Nun haben wir also Frühling im Jahr 2018. Es ist nun schon eine Weile her, dass ich von der Saddle Bag im Flower-Diorissimo-Monogramm-Design geträumt habe und auch mein Geschmack hat sich etwas geändert. Trotzdem freue ich mich, dass ich nun endlich ein  Vintage-Modell der Saddle Bag mein eigen nennen darf. Sie durfte mich nach Bella Italia begleiten, das ist das Land, in dem sie auch hergestellt wurde. Bald werde ich mehr über die Reise nach Venedig hier berichten.

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BUCHT DER HAIE

Fast 600 km von unserem Ausgansort Perth entfernt erreichen wir Kalbarri. Wie so viele Regionen Australiens ist der Ort nur spärlich besidelt und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Von den im Sommer oft erreichten 40°C bemerken wir recht wenig. Es ist nasskalt, seltsam schwül und regnet immer wieder mal . Trotzdem sind wir fasziniert von der Region. Steile Küsten und der Island Rock liegen uns zu Füßen und erinnern mich ein wenig an die Gegend rund um die Great Ocean Road. Bei unseren Erkundungen entland der gewaltigen Abründe bleibt ein etwas mulmiges Gefühl nicht aus und hält uns davon ab, zu dicht an die Gefälle heran zu treten. Überall blühen Wildblumen in der rauhen, felsigen Fauna und säumen unseren Weg ebenso wie flinke, vorwitzige Echsen. Im Wasser- wenn man ganz genau hinsieht- springen immer wieder übermütige Wale empor und landen mit gewaltigen Bauchplatschern im Meer.

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Auch das Rainbow Valley kommt mir bekannt vor- zumindest was den Namen betrifft. Denn auch auf meiner ersten Reise durch das Zentrum Australiens begegnete uns ein gleichnamiges Naturwunder. Das westaustralische Rainbow Valley erstreckt sich jedoch nicht inmitten von rotem Wüstensand, sondern ist an der Küste des Indischen Ozeans gelegen. Keineswegs ist es jedoch weniger beeindruckend. Ein Rundweg lässt uns eintauchen in eine völlig andere Welt. Verschiedenfarbige Gesteinsschichten haben sich im Laufe der vielen Jahre und durch die Einwirkung des Meerwassers formiert zu spektakulären, marmorierten Kunstwerken. Fast könnte ich vergessen, dass ich mich noch auf der Erde aufhalte und nicht eien fremden Planeten erkunde. Die Schattierungen von bald weißem Gestein überlagern sich mit tiefrotem, eisenhaltigen, um plötzlich in tief schwarzes überzugehen. Das kristallklare Wasser ist Heimat farbenfroher Krebse, die sich in den Aushöhlungen des ausgewaschenen Gesteins niedergelassen haben. Immer wieder verliebe ich mich aufs Neue in dieses wilde Land und seine weitgehend unberührte Natur.

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Tags darauf erkunden wir die Kolonie von Stromatoliten in Hamlilton Pool. Was das ist? Darauf bin ich in meinem Beitrag über CERVANTES eingegangen. Besonders beeindruckend neben dem Rainbow Valley finde ich den Shell Beach. Er erstreckt sich 10 km enlan der Shark Bay Region. Er besteht aus einer bis zu 10 m dicken Schicht aus Milliarden von Herzmuscheln. Durch Witterungseinflüsse wurde Kalziumkarbonat aus den Schalen herausgelöst und verband sich zu einem zementartigen Material. Bis in die 1950er Jahre wurde dieser Stoff wie in einem Bergwerk abgebaut und beispielsweise für den Bau der Kirche in Denham benutzt. Heute zählt die Shark Bay Region zum UNESCO Weltkulturerbe. Grund dafür ist die Vielfalt der dort lebenden Tierarten. Wie der Name schon vermuten lässt, ist Shark Bay Heimat zahlreicher Haiarten und das größte Aufkommen von Tigerhaien ist hier zu finden. Delfine, Gabelschwanzseekühe, Meeresschildkröten, Seeschlangen und Rochen sind ebenfalls hier beheimatet. Der Eagle Buff Aussichtspunkt erweist sich für die, die ganz genau hinsehen und bestenfalls mit einem Fernglas bewaffnet sind als wahrer Segen für Entdecker.

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Der bekannteste Ort der Region ist wohl Monkey Mia. Über die Jahre wurden die neugierigen Delfine durch Angler in der Bucht angezogen. Immer wieder fielen Fischabfälle oder für den Fang zu klein geratene Fische den gefräßigen Meeressäugern zu. Zwischenzeitlich haben sie abnorme Verhaltensformen entwickelt. Um die Fütterung zu kontrollieren und die Tiere zu erforschen hat sich eine Forschungsstation angesiedelt. Die Tiere werden zur Unterhaltung der Touristen angelockt und einige Daten und Fakten werden den Zuschauern erklärt. Aber ehrlich gesagt sind mir solche Veranstaltungen zuwider. Es wird viel Wirbel um nichts gemacht. Inmitten der Menschenmassen kann man die Delfine aus großer Entfernung auch nur erahnen. Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin absoluter Gegner von Tiershows. Aber der hohe Eintrittspreis ist für das Angebot einfach utopisch. Fern ab von all dem Trubel und den hysterischen Touristen auf der krampfhaften Suche nach dem perfekten Fotomotiv, haben wir aber doch noch eine zufällige Begegnung mit einem Delfin. Ganz plötzlich taucht eine Rückenflosse direkt neben uns auf. Er folgt uns ein paar Meter. Dann ist er verschwunden. Eine kleine Geste für den Delfin. Ein perfekter Ausklang des Tages für uns.

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