ROSENGARTEN

mia_und_ich_mode_blog_lifestyle_rosen_garten_vintage_dresden_cantoier_newlookRosen. Sie scheinen mich auf meinen Wegen zu verfolgen. Geboren in Rosenheim, aufgewachsen im Rosenweg und selbstverständlich auch mit üppig blühenden roten Kletterrosen im Garten hat mich die Königin der Blumen mich von Anfang an begleitet. Ganz besonderen Rosen statten wir heute einen Besuch ab. Am Dresdner Carusufer gelegen finden wir den Rosengarten vor, der in der Zeit um 1935 entstanden ist. Beim Betreten des Gartens fühle ich mich sogleich in eine andere Zeit zurück versetzt.

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Das liegt mitunter natürlich auch an meinem Vintage-Kleid, das ursprüng aus Schweden stammt und wohl um 1950 hergestellt wurde. Der schwere Jacquard-Stoff ist kein Vergleich mit den Stoffen, die für die heutigen Kleider im Retro-Look verwendet werden. Es entstammt einer Zeit, in der die Menschen wenig Besitztümer hatten, vom Krieg gezeichnet waren und doch wesentlich mehr auf Qualität bei der Herstellung geachtet haben als es heute der Fall ist. Mein Kleid ergänze ich durch einen flachen Canotier-Hut mit Rosenprint. Hergestellt wurde er aus Stroh und Holz. Ein kleines bisschen fühle ich mich wie zurück versetzt in die Zeit um 1954, als Audrey Hepburn in ihrer Rolle als “Sabrina”, in der sie  in Kreationen von Hubert de Givenchy über den Bildschirm flanierte. Der “New Look” von Christian Dior bestimmte damals die Modewelt und führte dazu, dass ungeheuere Massen an Stoff in die Rockteile der Kleider verarbeitet wurden. Die von Givenchy entworfene Gaderobe Audrey Hepburns stand dem in nichts nach und zeichnete sich aus durch die Sanduhr-Silhouette, erzeugt durch weit schwingende Rockteile im Kontrast zu eng anliegenden Oberteilen.

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Quand il me prend dans ses bras
Il me parle tout bas
Je vois la vie en rose

– Edith Piaf –

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Zurück zu dem Rosengarten. Die Bronzeplastiken “Die Genesung” und zwei Bären ebenfalls aus Bronze setzen künstlerische Aspekte.  Ich schlendere hindurch durch Beete mit Rosen, die teilweise seit der Gründung des Gartens dort wachsen. Insgesamt sind etwa 120 ausgewählte Rosensorten hier zu finden und stammen hauptsächlich aus den 1930er Jahren. Neben den historischen Rosen und den ergänzten Züchtungen aus den Zeiten der DDR befindet sich in einer Querachse ein Rittersporn-Garten, dessen Blaunuancen mich schlichtweg faszinieren. Im Ohr habe ich “La vie en Rose”, das Lied, das Audrey alias Sabrina im Film singt. Der Nachmittag endet im Café Rosengarten bei einem Milchshake. Natürlich mit Roseneis.

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Hat: ELIURPI | Dress: Vintage | Shoes: Roger Vivier | Purse: Vintage | Belt: Vintage (Markennennung)

CIAO, VENEZIA

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Wir waren gerade 18 Jahre alt und zumindest für mich war es mein erster Urlaub ohne meine Eltern. Die meisten Urlaube hatten wir bislang eher in Ungarn oder im hohen Norden, in Dänemark verbracht. So hatte ich noch nicht viel gesehen von Italien. Also habe ich mich damals zusammen mit drei Freundinnen in den Tren Italia gesetzt auf der Suche nach neuen Abenteuern. Zugegeben- Venedig ist vielleicht nicht die erste Wahl, wenn man auf der Suche nach Unterhaltung ist und abends feiern gehen möchte. Das wurde uns schnell bewusst. Dennoch hatten wir so viel Spaß in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass es völlig egal war, wo wir uns aufhalten. Es war und bleibt ein unvergesslicher Urlaub und es zaubert mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich in alten Fotoalben stöbere.

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Viele Jahre sind seit dem vergangen seit dem ersten Mal in Venedig. Nun zieht es mich wieder dort hin. Diesmal ohne die Mädels, dafür mit meiner besseren Hälfte. Und diesmal denke ich haben wir unser Reiseziel ganz gut gewählt, denn Venedig ist für mich bislang eine der romantischsten Städte. Hier möchte ich meine absoluten Highlights der Stadt zusammenfassen, die man sich bei einer Reise nach Venedig nicht entgehen lassen sollte.

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1. Markusplatz und Rialtobrücke  am Morgen
Wenn die Sonne aufgeht, erwacht Venedig langsam. Es lohnt sich also, sich den Wecker auf eine frühe Morgenstunde zu stellen. Das Licht der aufgehenden Sonne färbt die Stadt in einen warmen Goldton und die Orte, an denen tagsüber Schlangen von Menschen auf Einlass warten sind weitestgehend menschenleer. Nur die Venizianer auf dem Weg zur Arbeit kreuzen unseren Weg. Dies ist nicht nur ein idealer Zeitpunkt, um Fotos zu schießen sondern auch um ein entschleunigtes Venedig kennen zu lernen

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2. Canale Grande
Nichts ist so typisch für Venedig wie seine Wasserstraßen. Die ersten Gondeln kamen wohl im 11. Jahrhundert auf. Sie sind etwa 1,5 m breit und können bis zu 11 m lang sein. Natürlich sind sie heute nicht mehr zeitgemäß und wurden durch Motorboote ersetzt. Leider richten diese großen Schaden an den historischen Gebäuden durch die Bugwellen an, die sie verursachen. Die Tradition des Gondelbaus bleibt den Venezianern jedoch erhalten, auch wenn sie lediglich zur Pflege von Traditionen und als Anziehungmagnet für Touristen dient. Die Gondeln werden in kleien Werkstätten gefertigt wie der am Squero di San Trovaso. Dort kann man mit etwas Glück den Gondelbauern zusehen, wie sie ihr Handwerk so ausüben, wie es schon ihre Ahnen vor hunderten von Jahren getan haben.

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Ein weiteres Highlight entlang den Wasserstraßen ist das Ca ´Tron, ein Gebäude, welches nach der venezianischen Patrizierfamilie benannt wurde, die dort einst gelebt hat. Das Ca´Tron war zu früheren Zeiten Dreh- und Angelpunkt großer Berühmtheiten, die dort als Gäste der Familie verkehrt hatten. Heute ist das Gebäude im Besitz der venezianischen Universität der Architektur. Neben dem Garten bietet der lichtdurchflutete Palast noch weitere prunkvolle Sehenswürdigkeiten verborgen im Inneren. Und vom Balkon aus hat man einen atemberaubenden Blick über den Canale Grande.

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3. Handwerkskünste bewundern
Für Liebhaber von Handwerk kann ich eine Bootsfahrt zu den nahegelegenen Inseln empfehlen. Murano ist weltweit bekannt für sein kunstvoll verarbeitetes Glas. Das erste Glas in Venedig wurde vor dem Jahr 1.000 nach Christus hergestellt und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt. Besonders beeindruckt waren wir von den akuraten Miniaturen von Cesare Toffolo und orientalisch anmutenden Lampen von Fortuny, in die Metalle wie sogar Gold und Platin eingearbeitet werden.

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Burano zeichnet neben der seit dem 16. Jahrhundert angewandten, aufwendigen Spitzenstickerei, der Nadelspitzen-Technik Reticella, vor allem die Farbgebung der Häuser aus.

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4. Nicht vom Schein trügen lassen
Venedig war einst eine florierende Handelsstadt und Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Davon zeugen bis heute die herrschaftlichen Paläste. Diese Schätze sind oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So ein Fall ist wohl die Kirche San Pantalon im Stadtteil Dorsoduro. Gegen die zahlreichen, reich mit Ornamenten ausgeschmückten Fassaden geht die relativ schlichte Außengestaltung dieser Kirche etwas unter. Im Inneren befindet sich jedoch eines der größten Leinwandgemälde der Welt. Das Deckengemälde von Gian Antonio Fumiani, das das Martyrium und die Apotheose des Namenspatrons darstellt. Es besteht aus 40 einzelnen, aneinander gefügten Leinwänden und ist für den Betrachter schlichtweg atemberaubend in der perspektivischen Darstellungsweise.

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5. Verloren gehen
Ansonsten kann ich nur empfehlen, den Stadtplan zu Hause zu lassen und auf Erkundunstour zu gehen. Wer sich östlich oder nördlich der Insel fern ab von all dem Trubel aufhält, der kann das wahre Venedig erleben, in dem die Zeit irgendwann stehen geblieben ist. Bei einem spritz all’aperol lässt sich so ein Tag in Venedig am besten ausklingen.

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ZURÜCK IM SATTEL

Die Dior Saddle Bag ist zurück. Meine erste Begegnung mit diesem Taschenmodell fand vor mehr als zehn Jahren statt.  Als Pferdeliebhaberin und Reiterin hat mich die Form und die verspielten Details natürlich sofort angesprochen. Und als ich die Version mit dem pinken Logo- und Blütenprint auf weißem Leinen in einer Anzeige einer Modezeitschrift gesehen habe, war es um mich geschehen. Leider blieb es aber dabei, dass ich die Tasche als Print-Version bewundern musste, denn ich konnte sie mir damals einfach nicht leisten und ein Kauf lag in weiter Ferne.

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Die Saddle Bag wurde 1999 von John Galliano entworfen. Ihre Form ist im vorderen Bereich bauchig, verläuft schräg abgerundet nach hinten und erinnert somit- wie der Name ja auch sagt- an einen Sattel. An Stelle eines Steigbügels ist ein D aus Messing oder Edelstahl an einem schmalen Riemen befestigt. Ihren Kultstatus erlangte die Saddle Bag dann dank der Serie Sex and the City. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen, dass Sarah Jessica Parker in ihrer Rolle als Carrie Bradshaw mit einer ihrer farbenfrohen Saddle Bags unter dem Arm durch die Straßen von New York flanierte.

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John Galliano  verließ das Haus Dior im Jahr 2011. Infolge dessen wurde auch die Produktion dieser Tasche eingestellt. Unter der derzeitigen Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri wird dieser Taschenform nun neues Leben eingehaucht und sie feierte ihr Comeback in der Herbst-/ Winterkollektion. Die schlichte Variante im Monogramm-Design ist fast identisch mit ihren Vorgängern. Passend zu der Kollektion, die an die Studentenproteste in den 1968er Jahren erinnert, erscheint die Saddle Bag reich bestickt mit ethnischen Mustern, breiten Schultergurten mit Fransen und folkloristischen Elementen.

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Nun haben wir also Frühling im Jahr 2018. Es ist nun schon eine Weile her, dass ich von der Saddle Bag im Flower-Diorissimo-Monogramm-Design geträumt habe und auch mein Geschmack hat sich etwas geändert. Trotzdem freue ich mich, dass ich nun endlich ein  Vintage-Modell der Saddle Bag mein eigen nennen darf. Sie durfte mich nach Bella Italia begleiten, das ist das Land, in dem sie auch hergestellt wurde. Bald werde ich mehr über die Reise nach Venedig hier berichten.

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SÜNDENFÄLLE

Die Welt der Mode geht oft seltsame Wege. So begeistert ich auch oft von den kreativen Ergüssen der Designer bin, so fragwürdig erscheinen mir andere Trendbewegungen, die sich auf dem Markt etablieren. Ich habe hier die 5 Trends des Jahres 2018 zusammen getragen, die ich definitiv nicht mitmachen werde.

1. Animal Prints
Wie der Matrosen- oder der Hippie-Look sind auch sie stets present in der Welt der Mode- die Animal-Prints. Und ich bekenne mich ja auch schuldig. Im Alter von etwa 14 Jahren war ich auch hell auf begeistert von Tiger-, Leopard-, Schlangen- und natürlich nicht zu vergessen- dem Zebra-Print. Neben einem Seidenschal und Pumps in Leopardenmuster, sowie Unterwäsche im Schlangen-Look war ich zu allem Übel stolze Besitzerin eines Fake-Fur-Rocks im Zebra-Muster. Meine Mitschüler waren eher weniger angetan von diesem animalischen Look. Neben skeptischen Blicken die ich erntete, gaben sie Geräusche von sich, die wohl auch die leibhaftigen Zebras in der Savanne zu hören bekommen, wenn ich an ihnen vorüber ging. Das Fazit ist, dass ich ihn wohl nur ein einziges Mal getragen habe. Die Krönung war dann noch ein Sessel, den meine Mama mir damals mit einem Stoff im Zebramuster auf meinen Wunsch hin bezogen hat. Und heute? Animal-Prints? Nein danke. Ich hatte damals wohl schon eine Überdosis davon und habe mich einfach daran satt gesehen. Auch wenn die Modemagazine apellieren, dass Animal-Prints sich doch wunderbar zu nahezu jedem Outfit kombinieren lassen, läuft der Träger Gefahr, dass das Outfit schnell billig und eher nach einem Faschingskostüm aussieht. Details wie Fake-Fur verstärken den Eindruck noch zusätzlich. Hochwertige Materialien sollten daher oberste Priorität  haben. Trotzdem: Auch wenn ich hoffe, dass der Leoparden-Look seine neun Leben endlich hinter sich gebracht hat- er wird uns sicher weiterhin verfolgen.

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2. Tattoo-Bänder | Choker
Wahrscheinlich weil es ein weiterer Faux-Pas aus meinen Kindertagen ist, kann ich auch den Tattoo-Halsbändern nichts mehr abgewinnen. Aber seit einiger Zeit sind sie zurück und ich habe einen Moment gebraucht um zu verstehen, dass es sich nicht um alte Fotos aus den 90er Jahren handelt, sondern dass sie wieder `en vogue´ sind. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass gerade sie ein Revival erleben. Es gab diese dehnbaren Plastikbändchen in verschiedenen Ausführungen: Für den Hals oder den Finger, mit Perlen eingeflochten oder die schlichte Variante in braun, schwarz oder regenbogenfarben. Es gab sie überall. Man konnte sie aus Kaugummiautomaten beziehen oder aus einer Extrabeigabe eines Magazins wie in meinem Fall der `Wendy´. Wie ich heute die Zeitschrift nicht mehr lesen würde, so sind auch die Tattoo-Bänder nichts mehr für mich. Ich kann meine Mama heute aber verstehen, wenn sie mir früher erzählt hat, dass das ein oder andere bereits `in´war, als sie in meinem Alter war.

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3. Plateauschuhe
Girlpower. Kreischende Teenager. 90er Jahre. Das sind meine ersten Assoziationen, wenn ich an Schuhe mit Plateauabsätzen denke. Aber natürlich reicht die Geschichte der Schuhe mit der massiven Sohle weitaus weiter zurück in der Geschichte. Bereits im Griechenland der Antike trugen adelige Menschen diese Schuhe mit erhöhten Absätzen, um ihren Rang zu demonstrieren, indem sie die Menge überragten. Desweiteren erfüllten die Schuhe mit Plateau auch einen praktischen Zweck. Die Erhöhung sollte das edle Schuhwerk vor Schmutz und Nässe schützen und breitete sich aus in asiatische, europäische und arabische Länder. In Venedig wurde eine Variante beliebt, die sich `Chopine´ nannte. Auf bis zu 70 cm hohen Absätzen feierten die feinen Damen der Gesellschaft damals auf prunkvollen Bällen. In Spanien erfreute sich eine Variante aus Kork großer Beliebtheit. Als eine weitere Gruppe von Damen, die aus Berufsgründen schon immer darauf bedacht waren sich von der Menge abzuheben und bei der Gesallschaft allgemein einen weniger guten Ruf genossen, begann sich dieses Schuhwerk zu Nutzen zu machen, geriet der Plateauschuh unter Verruf und verschwand lange von der Bildfläche. Erst Jahrhunderte später feierte er sein Comeback in den 1970er-Jahren. Auf dem Laufsteg nahm er beispielsweise bei Vivienne Westwood wieder enorme Ausmaße an und Naomi Campbell zeigte- wenn auch unbeabsichtigt- dass das Gehen mit Plateausohlen nicht immer ganz einfach ist. In meiner Schulzeit hieß es dann “Spice up your Life”- am besten immer mit klobigen Plateusohlen. Die britische Mädchengruppe `Spice Girls´ waren als das Vorbild schlechthin für die heranwachsende Generation und ein Segen für die Marketing-Welt. Unser Schuhwerk nahm in den 90ern natürlich entsprechende Formen an. Und heute meldet sich der Trend zur Plateausohle wieder zurück. Auch wenn das Gehgefühl in diesen Schuhen natürlich besser als in Highheels ist und ich durchaus mal ein Auge zudrücke bei einem leichten Plateau bei hohen Absatzschuhen, verweigere ich mich diesem Trend. Zumindest was eine durchgängige Plateausohle angeht. Sie lassen den Fuß immer plump und unförmig erscheinen und der Gang entwickelt sich entsprechend. Deshalb ist meine Meinung zu diesem Trend ganz in Anlehnung an die `Spice Girls´: “Stop right now, thank you very much.”

4. Schulterpolster
Mich hat es nie besonders beeindruckt, sich die Schulterpartie zu wattieren. Als Liebhaberin von Vintage Klamotten, bei denen auch das ein oder andere Schätzchen aus den 1980er-Jahren darunter zu finden ist, habe ich- sofern vorhanden- umgehend alle Schulterpolster entfernt. In den 80ern wetteiferten aufstrebende Geschäftsfrauen mit ihren männlichen Kollegen um die besten Arbeitsplätze und wollten dabei wohl auch durch ihre Statur deutlich machen, dass sie dem anderen Geschlecht um nichts nachstehen. Heute ist wohl der allgemeine Fitness-Wahnsinn ausschlaggebend für das Revival der Schulterpolster. Da ich immer noch keine Ambitionen habe auszusehen, als hätte ich morgens den Kleiderbügel in meinem Blazer vergessen, kann ich  dem Trend damals wie heute einfach nichts abgewinnen.

“Eleganz ist Verweigerung.” – Coco Chanel –

5. Plastik
Dieser Trend ist der, den ich am wenigsten nachvollziehen kann. Jahrelang war es den Konsumenten anscheinend gleichgültig, worin ihre Nahrungsmittel eingepackt waren. Es ist ja auch so praktisch einach ins Regal zu greifen und gleich eine mit Zellophan eingeschweisste Styroporschale mit einer abgemessenen Menge Obst zur Hand zu haben, als sich mühsam einzelnes Obst zu sortieren, das am Ende wild im Einkaufswagen durcheinander fällt. Ach ja, da gab es ja dann noch die kleinen Plastiktüten für die lose Ware. Zumindest wollte die Industrie uns einreden, dass wir auf diese Weise so viel besser Leben. Und ganz ohne diesen Verpackungsmüll geht es immer noch nicht bei dem Einkauf im Supermarkt. Endlich rücken wir nun den Bergen an Plastikmüll zu Leibe, in dem wir auf Einkaufstüten verzichten, da beginnt die Modeindustrie uns einzureden, dass wir uns doch unbedingt in Plastik hüllen sollten, um in diesem Jahr besonders up to date zu sein? Mal ehrlich- wer hat hier etwas nicht mitbekommen? Wie viele Bilder von armselig verendeten Meeresbewohnern müssen noch um die Welt gehen, damit endlich klar wird, dass das der falsche Weg ist und es dringend Alternativen bedarf? Oder sind das die Folgen dessen, dass immer mehr Menschen auf Plastiktüten verzichten, dass das Material nun in Kleidung verarbeitet werden muss? Ganz abgesehen von der Umweltbelastung bin ich absolut nicht von der Idee begeistert Kunststoffe auf meiner Haut zu tragen. Weder in Form von Kosmetikartikeln als auch in Kleidung, denn die in diversen Kunststoffen enthaltenen Bestandteile werden als hormonell wirksam eingestuft. Ganz abgesehen davon, dass sie meine Haut am Atmen hindern. Das ist die Bewegung, die sehr deutlich macht, dass die Menschheit aus ihren Fehlern einfach nicht lernt. Leider. Vielleicht bediente man sich bei dem Design auch einfach ein Zitat von Coco Chanel als Leitspruch: “Es sind nicht die Erfolge, aus denen man lernt, sondern die Fiaskos.” Wer weiß. Jedenfalls liefert sie auch gleich eine Lösung in einem weiteren Zitat ihrerseits: “Eleganz ist Verweigerung”.

FRÜHLINGSFARBEN 2018

Auch wenn im Moment der Winter wieder die Oberhand gewonnen hat: der Frühling steht vor der Türe. Bereits im September des Vorjahres hat PANTONE® den halbjährlichen Fashion Color Trend Report für das Frühjahr 2018 bekannt gegeben. Die Pantone LLC ist eine weltweit anerkannte Autorität bezüglich professioneller Farbstandards für die Designbranchen. Es wird also allerhöchste Zeit, dass ich Farben für den Frühling dieses Jahres vorstelle.

Brauntöne

Auch wenn sich der Herbst längst verabschiedet hat, bleiben uns erdige Farbtöne auch im Frühjahr erhalten.

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PANTONE 18-1028 Emperador

Wirkung: Der kräftige Ton von dunkler Schololade ist der absolute Gegenpol zu dem, was allgemein als Frühlingsfarbe wahrgenommen wird. Er ist ehrer schwer und bringst Substanz in die Farbpalette des Frühlings 2018.

Kombination: Der Ton lässt er sich durch seine Tendenz in das Rötliche sehr gut kombinieren. Sehr weich und feminin wirkt der Braunton beispielsweise zusammen mit Haut- und Goldtönen. Er passt außerdem zu nahezu allen Blaunouancen von Hellblau über einen Marineton bis hin zu einem kühlen Türkis.

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PANTONE 15-1214 Warm Sand
Wirkung: Dieser neutrale Beigeton ist ein Klassiker, der sich unabhängig der Saison einsetzen lässt.

Kombination: Eine sehr schöne und edle Kombination ist immer die mit Rottönen. Es nimmt selbst einem grellen, schreienden Rotton die Präsenz und setzt ihn in einen weicheren Kontext. Die Kombination mit Grau-und Offwhite-Tönen verleiht dem Beigeton eine cleane Wirkung und zusammen mit dunklem Blau erhält das Outfit eine nordische Kühle.

Rottöne
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PANTONE 18-1440 Chili Oil
Wirkung: Auch wenn die Farbpalette der Gewürztöne sonst eher dem Herbst zugeschrieben ist, passt sie doch auch im Frühling perfekt.
Kombination: Chili Oil ist ein Farbton, der sehr gut kombinierbar ist. So passt er zu allen metallischen Tönen, zu Puder-, Haut- und Brauntönen. Wer mehr Farbe ins Spiel bringen möchte, der trägt helles Gelb oder Blau dazu.

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PANTONE 17-1563 Cherry Tomato

Wirkung: Dieses grelle Rotorange ist etwas für Mutige und zieht ganz sicher alle Blicke auf sich.
Kombination: Da der Monochrome Look gerade sehr verbreitet ist, bietet es sich bei der Nouance ebenfalls an ihn gar nicht zu kombinieren und ihn Ton-in-Ton zu tragen. Etwas entschärft wird der Farbton durch Beige. Weiterhin lässt sich der Farbon gut mit Schwarz, Marineblau, Grau, oder Güntönen tragen.

Gelbtöne

 

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PANTONE 13-0646 Meadowlark

Wirkung:Der intensive und lebendige Gelbton erinnert an die satten Farben von Frühblühern wie Tulpen und Narzissen und verkörpert so ideal den Frühling. Die kräftige Farbe leuchtet und strahlt Selbstbewustsein und Extrovertiertheit aus.

Kombination: Gelbtöne lassen sich immer hervorragend mit Schwarz kombinieren. Etwas weniger aufdringlich wirkt die Mischung mit Grautönen. Darf es etwas mehr Farbe sein? Dann passt ein helles Blau gut zu Gelb. Erdige Beige-, Grün-, Gold- oder Brauntöne verleihen dem Farbton einen Vintage-Touch und erinnern an die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Grüntöne
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mia_und_ich_arcadia_pantone_fruehling _farben _trends_etro_paisley_kleid_asos_schleife_stiefelettePANTONE 16-5533 Arcadia
Wirkung: Eher kühl und exotisch wirkt der Grünton Arcadia. Durch seine hohen Blauanteil erinnert er an Traumstrände und macht Lust auf ferne Länder.

Kombination: Um den Eindruck von Meer und Wasser zu verstärken, ist der Ton gut mit anderen Tönen aus der Blaupalette zu kombinieren. Wärmer wirkt der Ton durch den Einsatz von Blush- oder Pudertönen bis hin zu sattem Pink. Auch mit Violetttönen entsteht eine interessante Mischung.  Ruhig und alltagstauglich hingegen wird die Farbe Arcadia im Zusammenspiel mit Brauntönen.

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PANTONE 13-0550 Lime Punch

Wirkung: Sehr laut und extrovertiert erscheint die Farbe Lime Punch, die sich stark an der Grenze von Grün und Gelb bewegt.

Kombination: Dieser Farbton wirkt wohl generell am Besten an dunklere Hauttypen. Kombinierbar ist diese zitronige Nouance mit Schwarz, Weiß-, Silber,- Grau- oder Cameltönen

Blautöne

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PANTONE 16-4132 Little Boy Blue

Wirkung: Der Azurfarbton erinnert an einen blauen, wolkenlosen Himmel an einem Sommertag

Kombination: Kombinieren lässt sich Little Boy Blue mit weiteren Blauschattierungen, Blushtönen, Terra, Weiß, Sandfarben, und Gelbtönen.

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PANTONE 19-4034 Sailor Blue

Wirkung: Der Tend, der sich auch dank des aufkommenden Denim-Tends immer wieder wiederholt ist der Matrosenlook. Sailor Blue erinnert an die Kapitänsuniformen und weckt ganz nebenbei noch die Lust zu Reisen.

Kombination: Sailor Blue lässt sich wirklich zu allem tragen. Die schönsten Kombinationen sind immer noch die mit Rottönen, Weiß oder Erdtönen. Auch schwarz ist der ideale Partner für die Farbe.

Grautöne
PANTONE 14-4202 Harbor Mist

Wirkung: Bei Harbor Mist handelt es sich um einen mittleren, taubenblauen Ton, der sehr schlicht und sophistiziert erscheint.

Kombination: Hier ist ausnahmslos wirklich alles möglich. Gerade als Kontrast zu dem leuchtenden Lime Punch ist es eine gute Wahl.

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PANTONE 11-0608 Coconut Milk

Wirkung: Dieser Offwhite-Farbton ist schlicht, neutral und saisonunabhängig.
Kombination: Gerade für einen momochromen Look bietet sich diese unbunte Farbe geradezu an. Kombinieren lässt sich Offwhite nahezu zu allen anderen Farbtönen. Besonders edel wirkt er zu kräftigen Nouancen wie Sailor Blue, ganz leicht und unbeschwert zu Lime Punch oder Rosétönen und sehr bodenständig zu einer erdigen Farbpalette.
Beerentöne
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PANTONE 12-2103 Almost Mauve
Wirkung: Das sanfte, feminine Almost Mauve ist derzeit allgegenwärtig zu finden. Nicht nur in der Mode- auch im Interieur-Design kommt dieser Farbon momentan sehr häufig zum Einatz. Dieser zarte Puderton ist für den Frühling die ideale Farbe und erinnert an blass gefärbte Blütenblätter.
Kombination: Der zarte Ton wirkt sehr elegent zu Weiß und bildet einen pudrigen Kontrast zu metallischen Farben. Ansonsten ist der Farbton ein richtiger Allrounder und universell zu kombinieren.
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PANTONE 15-1520 Blooming Dahlia
Wirkung: Der Farbton erinnert an eine zarte Engelshautkoralle oder eben eine Blüte.
Kombination: Zu Blooming Dahlia passt ein Azurblau, ein neutrales Grau oder eine Holzfarbe. Besonders leicht und frühlingshaft wirkt diese Farbe mit Weiß.
Violettöne

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PANTONE 14-3207 Pink Lavender

Wirkung: Pink Lavender erinnert an die Farbe von Flieder und dann sehr ruhig und auch romantisch anmuten.
Kombination: Der helle Farbton lässt sich auch gut mit intensiveren Violetttönen tragen. Für den Frühlingslook ist auch die Kombination mit einem Lindgrün sehr harmonisch. Beige-, Braun- und Schwarztöne sind immer ein idealer Begleiter zu Pink Lavender.
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PANTONE 17-3020 Spring Crocus
Wirkung: Etwas farbinensiver und sehr ausdrucksstark ist der Farbton Spring Crocus. Dabei handelt es sich um einen sehr extrovertierten Fuchsiaton.

Kombination: Diese Farbe Wirkt sehr fröhlich und extravagant zu Tönen wie Senf, vielen Grünnouancen, Weiß, allen Grautönen und Schwarz.

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PANTONE 18-3838 Ultra Violet

Wirkung: Ultra Violet gilt als die Farbe des Jahres 2018. Sie wirkt sehr mysthisch, geheimnisvoll und faszinierend durch ihren Stich in das Bläuliche.
Kombination:  Eine gute Kombinationsvariante ist immer die mit Schwarz- und Grautönen. Mint, Lindgrün oder Olivgrün sind ebenfalls sehr geeignet. Die Kombinationsvariante mit Rottönen unterstützt den individuellen, geheimnisvollen Charakter.

UNBUNT

Weiß ist eigentlich keine Farbe. Trotzdem kann es sehr plakativ wirken. Gerade im Moment zeichnet sich ein Trend ab, der als monochromer Chic bezeichnet werden könnte. Einer der Favoriten darunter ist der Ganz-in-Weiß-Look. Ein paar Regeln und Hintergrundinformationen erläutere ich hier.

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  1. Symbolik

    Weiß ist in den unterschiedlichen Kulturkreisen sehr widersprüchlich zu betrachten. Im europäischen Kulturkreis steht Weiß für die Unschuld und Unnahbarkeit. Auch die Reinheit und die Unendlichkeit setzen wir damit in Verbindung. Weiß steht aber auch für die Kälte und lässt uns in kunstgeschichtlicher Hinsicht sofort an die Winterlandschaften russischer Künstler denken.

  2. Nouancen

    Weiß ist nicht gleich Weiß. Und bei diesem monochromen Look sollte bedacht werden, nicht mehr als drei Farbtöne zu kombinieren. Außerdem müssen die Nouancen harmonieren. So kann ein gelblicher Weißton neben einem Reinweiß schnell verwaschen aussehen. Die Kombination von Off-White Tönen mit Cremenouancen wiederum kann sehr reizvoll wirken.

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  3. Teint

    Die Weiß-Nouancen sollten nicht nur untereinander harmonieren, sondern auch der Trägerin schmeicheln. Dunklere Hauttypen können dabei ohne Bedenken zu reinweißen Farbtönen greifen, während helleren Hauttypen in der Regel Off-White- oder Cremetöne besser.

  4. Haptik

    Damit die Weiß-in-Weiß-Kombination nicht langweilig wird sind Stilbrüche ein Muss. In der Regel gillt nur eins: Es sollte auf hochwertige Materialien zurück gegriffen werden, da der Stil sonst leicht billig aussehen kann. Ansonsten sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt. Interessante Kombinationen entstehen beispielsweise durch die Mischung von Grobstick und Tüll oder steifes Leinen mit Wollstoffen.

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    HAT: The Woolmark Company | ARAN SWEATER: Vintage, similar here |SKIRT: Vintage, similar here|BOOTS: Vintage, similar here

 

ORIENTALISMUS

Schon immer schweifte die Menschheit gerne in die Ferne. Gerade zu Zeiten, als das Reisen noch sehr beschwerlich und ausschließlich den Obersten der Gesellschaft vorbehalten war, traten verstärkt Gestaltungsmerkmale aus dem Fernen Osten in der Malerei, im Kunsthandwerk und der Architektur in Erscheinung. Orientalische Darstellungen traten so bereits im Mittelalter auf. Später, im 18. Jahrhundert spielte vor allem das wertvolle Porzellan eine tragende Rolle als exklusives Importgut. In China fanden sich die Rohstoffe für Porzellan bereits in der benötigten Zusammensetzung als Bodenschatz, während hier zu Lande aufopfernd nach dem sogannten “Arkanum” geforscht werden musste. Chionoiserien erfreuten sich zu dieser Zeit größter Beliebtheit. Im 19. Jahrhundert wird der Orient von europäischen Kunstschaffenden als Ort der Dekadenz und Sinnlichkeit verstanden und diese Wahrnehmung fließt somit auch in deren Werke mit ein. Gerne in der Form von Haremsszenen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beeinflusst der aufkommende Japonismus berühmte Maler des Impressionismus.

Natürlich spiegelte sich diese Faszination für fremdländische Kulturen auch in der Welt der Mode wieder. Gerade die Kleidung um 1910 ist sehr stark von einer dekadenten Form des Orientalismus geprägt. Kleidungsstücke, die an japanische Kimonos oder romantisierte Versionen von Haremsmoden erinnerten, galten als modern. Die großen Hüte verschwanden langsam aus der Modewelt und wurden durch den Turban ersetzt. Verspielte Kleider des Jugendstils mit ihrer organischen Formensprache wurden ebenfalls ersetzt durch geradlinige, geometrische Muster und die schimmernden, oft reich bestickten Stoffen im Zeitalter des Art Deco.

Und heute? Da Erleben wir nun die Rückkehr des Orientalismus in die Welt der Mode. Was sich langsam durch geknotete Stirnbänder angekündigt hat, findet sich nun in voller Formvollendung wieder im Turban. Nicht nur auf den Laufstegen wie bei der Herbst/ Winter Kollektion für 2018, die das Haus GUCCI gerade auf der Mailänder Modewoche vorgestellt hat, sondern auch im Streetstyle hat dieses Kopfbedeckung längst ihren Stellenwert gefunden. Heute liegt der Hintergrund dieses Modetrends wohl weniger an den für uns unerreichbar scheinenden Entfernungen und der experimentellen Neugier an dem unerreichbaren Exotischen, wie bei den voraus gegangenen Modebewegungen. Es ist mehr unsere Lust zu Reisen, die uns diesen Trend beschert. Schließlich sind Souveniers aus fernen Ländern immer gefragt. Und nun ist es also der Turban, der den Weg aus dem Orient in europäische Länder gefunden hat. Die Formen des Turbans sind dabei unterschiedlich. Es gibt Modelle aus Strick, die die klassischen Mützen ersetzen, oder aber edlere Varianten aus Samt und glänzenden Materialien wie der Seidenturban von GUCCI, die somit auch bei der Abendgarderobe anklang finden. Ich für meinen Teil freue mich über diesen Trend. Schon seit geraumer Zeit bin ich stolze Besitzerin einiger Vintage-Modelle in Samt und habe nun jegliche Scheu verloren, sie auch im Alltag zu tragen.

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HAT: VINTAGE | BLOUSE: ASOS |TROUSERS: GIORGIO ARMANI

 

INSPIRATION

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Frederik Arthur Bridgman

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Renoir

 

 

KREATIVE IMPULSE

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Die wartende Frau, die auf das Meer hinaus blickt. Jedoch genießt sie nicht die Aussicht über Champion Bay und Moresby Range, die von dieser Anhöhe sehr gut ist. Die Besatzung von 645 Mann des Marinekreuzers, der HMAS Sydney verschwand nach einem Gefecht 1941 im Zweiten Weltkrieg. Erst im Jahre 2008 wurde das Wrack entdeckt. Das Denkmal wurde für die Opfer des tragischen Ereignisses hier in Geraldton errichtet. Es ist eine schön gestaltete Anlage entstanden, die besonders bei Sonnenunergang einen bleibenden Eindruck bietet, wenn die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages diesen Ort in ein spektakuläres Licht tauchen.
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Neben der architektonisch interessanten Francis-Xavier-Kathedrale verfügt Geraldton über ein sehenswertes Museum, eine Kunstgallerie und wunderschöne Badestrände.
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Künstlerische Impule sind in der Stadt allgegenwärtig. Im westlichen Ende der Stadt finden sich neben den Cafés immer wieder die eindrucksvollen Werke von Staßenkünstlern. Die Stadt verfügt über eine vielfältige Kunst- und Kulturszene. Die Kunstwerke der ansässigen Künstler erzählen die Geschichte der Stadt und ihren Bewohnern.
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Bei schlechtem Wetter bietet sich ein Besuch in einem der zahlreichen Cafés in Geraldon an. Von Café Fleur zu The Quiet Life, Piper Lane oder The Jaffle Shack – hier solle jeder Kaffeeliebhaber etwas nach seinem Geschmack ausfindig machen können. Wer nach der  Fahrt durch das Irgendwo im Nirgendwo also schon länger keinen ordendlichen Kaffee mehr getrunken hat- dies ist die Gelegenheit für eine Kaffeepause.
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Entlang der Esplanade zu schlendern ist ein weiteres Highlight. Neben den Fuß- und Radwegen wurden Aussichtsplattformen errichtet, die auch durch einen Fahrstuhl zu erreichen sind. Der Mullewa-Wildflower-Walk ist gerade im australischen Frühjahr ein Erlebnis, wenn die zahllosen Wildblumen sich von ihrer schönsten Seite zeigen. Kostenfreie BBQ-Plätze, Spielplätze und freier Internetzugang laden ein zu längerem Verweilen. Wer Glück hat, der erspäht möglicher Weise einen Seelöwen. Während unseres Besuchs sollen sich sogar eine Buckelwalkuh und ihr Kalb in den Hafen verirrt haben. Gesichtet haben wir die Beiden jedoch nicht. Vielleicht war das aber auch schlichtweg Seemannsgarn…

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Der 34 Meter hohe Point Moore Leuchtturm, der so charakteristisch für diesen Ort ist, und die Sanddünen von denen er umgeben ist in warmes Morgenlicht getaucht.

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CERVANTES

Was ich bei meiner ersten Australienreise bereits unterschätzt habe ist, wie kalt es dort sein kann. Gerade im Frühling sind die Temperaturen am frühen Morgen noch recht kühl. So wie heute. Für uns beginnt der Tag sehr früh. Das ist auch notwendig, denn die Sonne geht im September schon um 18.00 Uhr unter. Nachts zu fahren möchten wir möglichst vermeiden. So verheißungsvoll ein Frühstück unter freiem Himmel in der schönen Landschaft entlang des Indian Ocean Drives auch zu sein scheint- bei den kühlen Frühlingstemperaturen kann ich es nicht recht genießen. Trotz des dicken Schlafsacks, in den ich mich gehüllt habe, der Wollsocken in den Stiefeln und des Schal um meinen Hals beeile ich mich, das Frühstück so schnell wie möglich hinter mich zu bringen, um die Reise fortzusetzen. Nur der heiß aufgebrühte Tee spendet ein wenig Wärme von innen.

Der Weg entschädigt alle erbrachten Opfer. Die strahlend weißen Dünen, die nun im Frühling gesäumt sind von einer unzähligen Menge an Wildblumen bieten einen bleibenden Eindruck. Schon nach kurzer Fahrzeit erreichen wir Cervantes. Bei Cervantes handelt es sich um ein verschlafenes Fischerdorf.

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Besonders beeindruckend sind die Kontraste. Der Kontrast aus dem strahlend weißen Sandstrand, der sich weitläufig entlang der Küste erstreckt, zu dem türkisblauen Wasser des Ozeans. Von dem Aussichtspunkt, dem sogenannten `Thirsty Point´hat man einen wunderbaren Blick über den Strand. Diese Idylle gibt nichts Preis von den Tragödien längst vergangener Tage. An dieser Küste mussten sich ettliche Schiffsunglücke ereignet haben. Die Wracks, die davon Zeugen könnten, sind dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen und es ist nichts mehr davon zu sichtbar. Nur auf den Informationstafeln lässt sich noch nachvollziehen, was hier einst vorgefallen sein muss. In der Ferne lassen sich die Meeresbewohner wie Buckelwale erahnen, die von Zeit zu Zeit die ein oder andere Wasserfontäne ausstoßen.

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Thirsty Point. Die weißen Dünen und der weitläufige Strand in Cervantes laden zu einem entspannten Strandspaziergang ein. Wer Glück hat, kann hier auch Seelöwen beobachten oder wie jetzt im australischen Frühling, die übermütigen Wale.
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Lake Thetis. Weißer Schaum bildet sich entlang des Ufers von Lake Thetis. Der salzhaltige See wurde vor 4800 Jahren vom Meer seperiert infolge des Rückgangs des Meeresspiegels.

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Der alkalische Salzsee ist einer der wenigen Plätze der Welt, den die `lebendigen Fossilien´, die sogenannten Stromatolithen, ihre Heimat nennen. Stromatolithen werden als die ersten erkennbar durch Organismen aufgebauten Gebilde betrachtet. Sie entstanden schon im Präkambrium. Also existieren sie seit mehr als 3,5 Milliarden Jahren. Stromatholiten sehen aus wie krustige, domförmige Fladen. Diese fossilen Gebilde aus Bakterien und Argonit sind allerdings sehr leicht zu zerstören und dürfen daher nicht berührt werden. Ein Rundweg von 1,5 km führt um den See.

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Die Landschaft um den See gehüllt in eine bunte Pracht von Wildblumen.

Unserer Mittagspause am See schließt sich ein ungeladener Gast an. Zuerst denke ich an eine Schlange, als ich den verhältnismäßig großen Kopf des Reptils im Gebüsch sehe. Entsetzt ergreife ich die Flucht, bis ich neugierig werde und bei genauerer Betrachtung feststelle, dass das Tier anstatt eines langen Schlangenkörpers über ein eher kurzes Ende verfügt. Eine Zapfenechse. Beruhigt und fasziniert sehe ich mir das behäbige Tier genauer an und freue mich über die unerwartete Gesellschaft. Den Nachmittag verbringen wir am `Jurien Bay´und damit, die nächste Station unserer Reise anzusteuern.

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Die Zapfenechse. Ein unerwarteter aber gern gesehener Gast bei unserer Mittagspaue.

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Jurien Bay

PINNACLES

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Entlang dem Indischen Ozean. Mehrere Wege führen zum Ziel. Die schönste Straße ist allerdings der Indian Ocean Drive, der von Perth nach Cervantes entlang der Küste führt. Diese Stecke erlaubt immer wieder eine spektakuläre Aussicht auf den endlos erscheinenden Indischen Ozean unter einem tiefblauen Horizont. Und dies sind bei weitem nicht die einzigen Naturwunder auf diesem Weg. Immer wieder ragen Dünen von schneeweißem Sand empor, die ein unwirklich erscheinendes Landschaftsbild inmitten der im Frühling üppig blühenden Fülle an Heidevegetation ergeben. Es gibt traumhafte Stände und Orte zu entdecken. Es fällt schwer, nicht alle paar Kilometer stehen zu bleiben um die Landschaft zu erkunden.

Das Fischerdorf Lancelin beispielsweise. Von einer dramatischen Vergangenheit des idyllischen Orts zeugen 14 Schiffswracks, die dort entland der Küste liegen. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner von Perth um zu Angeln, Schwimmen, Bootfahren, Schnorcheln, Tauchen und einfach die Zeit zu genießen. Einmal im Jahr findet in dieser Gegend der größte Windsurfwettbewerb Australiens statt.

Nörlich von Lancelin befindet sich die Insel Wedge Isand. 350 Strandhütten befinden sich in diesem Naturschutzgebiet, die von Urlaubern und Fischern bewohnt werden.

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Zeugen einstiger Unterwasserwelten. Die bekannteste Attraktion auf dieser Strecke sind die bizarren Kalkstein-Formationen aus gelbem Sand im Nambung National Park. Die sogenannten Pinnacles sind vor Millionen von Jahren durch Pflanzenwuchs aus Muscheln entstanden zu einer Zeit als diese Landschaft noch Meeresboden war. Als die Vegetation abstarb hinterließ sie Lücken. Quarzsand drang ein und wurde abgetragen. In der Kalksteinschicht, welche durch viel Wasser zementierte, gab es außerordendlich harte Stellen, die von der Erosion nicht betroffen waren. Diese sehen wir heute als ein Feld von spektakulären, säulenartigen Gebilden- als Pinnacles. Vereinzelt zeugen Kappen auf den Kalksteinsäulen noch von der Kruste. Dort wo die unterirdische Vegetation vollständig vom harten, erosionsunfähigen Kalkstein umhüllt wurde, entstanden versteinerte Pflanzenwurzeln.

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Die meisten Tiere wie das graue Riesenkänguru, Emus oder Echsen zeigen sich erst zur Dämmerung. Uns leisten auf unserem Weg durch die Wüste die prächtigen, farbenfrohen Rosakakadus – die Galahs – Gesellschaft. Sie zeigen sich überhaupt nicht scheu und lassen sich lange bewundern- die urzeitlichen Kalksteingebilde unter ihnen wie ein Sockel.

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