TRANSPARENZ

IMG_9359.JPGTransparenz
Transparenz ist in der Modewelt gerade ein großes Thema, das viele Designer aufgegriffen haben. Leider ist dabei nicht die Art von Transparenz gemeint, die man sich in Bezug auf die Produktionswege wünschen würde. Viel mehr dreht es sich bei dem Thema um die Auswahl der Stoffe. Tüll-, Ausbrenner- oder Spitzenstoffe transportieren ein Gefühl sommerlicher Leichtigkeit und sind geschickt kombiniert auch durchaus alltagstauglich. In diesem Beitrag möchte ich mich vorwiegend dem Spitzenstoff widmen.

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Mein Kleid für den Abend ist ein Vintage-Kleid aus Plauener Spitze.

Spitze aus Deutschland
Anlass dazu ist unser Besuch des Plauener Spitzenfests. Die Herstellung von Spitze hat in Plauen eine lange Tradition. Erste Entwicklungen im Bereich der Veredelung von Baumwollstoffen heraus gab es bereits im 16. Jahrhundert. Während zu Anfang des 18. Jahrhunderts noch per Hand gestickt wurde, war die Technik zur Mitte des 18. Jahrhunderts bereits so weit ausgereift, dass die Produktion industrialisiert wurde und die Herstellung von da an maschinell erfolgte. Gegen Ende des 18. Jahrhunderts erlebte die Stick-und Spitzenindustrie einen rasanten wirtschaftlichen Aufschwung. Die Luftspitze in der “Plauener Musterung” wurde 1900 auf der Weltausstellung in Paris präsentiert und erlangte so internationalem Ruhm.  Heute sind noch 35 Familienbetriebe an der Herstellung von Plauener Spitze ® beteiligt. Das einzige Spitzenmuseum in Deutschland beleuchtet die Geschichte der Spitzenherstellung auf interessante Weise. Besonders spannende Einblicke in die Welt der Stickereibetriebe bietet die Schaustickerei. Dort sind neben den Maschinen auch Arbeiten der Musterentwerfer ausgestellt, die früher in der Kunstschule für Textilindustrie ausgebildet wurden.

Dentelles de Saxe, Saxon Lace, Plauen Lace oder Dentelles de Plauen waren die internationalen Bezeichunungen für die Plauener Spitze ®.

Alles ist möglich
Anything goes– das war das Motto der diesjährigen Spitzenfestgala. Unter dem imposanten Kronleuchter des Vogtlandtheaters erlebten wir ein Programm aus Musik verschiedenster Stilrichtungen. Neben klassischen Klängen u. a. des Philharmonischen Orchesters Plauen-Zwickau sorgten das Duo Stiehler/ Lucaciu mit  Saxophon- und Keyboard sowie die BigBand des Vogtlandkonservatoriums gekonnt für einen abwechslungsreichen Abend. Desweiteren präsentierte die Hamburger Modedesignerin Julia Starp eine Kollektion, bei der sie auch Spitze aus Plauen verarbeitete. Ihre Philosophie beruht auf einem bewussten und schonenden Umgang mit Ressourcen und fairen Bedingungen bei der Umsetzung ihrer Kreationen. Neben der in Deutschland produzierten Plauener Spitze ® greift sie vorwiegend zu zertifizierten Textilien und recyceltem Material. Die Herstellung erfolgt in EU-Ländern wie eben Deutschland. So wurde auch mein Wunsch nach mehr Transparenz in der Herstellung in dieser inspirierenden Show erfüllt.

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Spitzengala im Voglandtheater

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Designerin Julia Starp

 

 

* Ad/ Anzeige durch Verlinkung | Quelle | Fotos: Maximilian Hagstotz

ROSENGARTEN

mia_und_ich_mode_blog_lifestyle_rosen_garten_vintage_dresden_cantoier_newlookRosen. Sie scheinen mich auf meinen Wegen zu verfolgen. Geboren in Rosenheim, aufgewachsen im Rosenweg und selbstverständlich auch mit üppig blühenden roten Kletterrosen im Garten hat mich die Königin der Blumen mich von Anfang an begleitet. Ganz besonderen Rosen statten wir heute einen Besuch ab. Am Dresdner Carusufer gelegen finden wir den Rosengarten vor, der in der Zeit um 1935 entstanden ist. Beim Betreten des Gartens fühle ich mich sogleich in eine andere Zeit zurück versetzt.

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Das liegt mitunter natürlich auch an meinem Vintage-Kleid, das ursprüng aus Schweden stammt und wohl um 1950 hergestellt wurde. Der schwere Jacquard-Stoff ist kein Vergleich mit den Stoffen, die für die heutigen Kleider im Retro-Look verwendet werden. Es entstammt einer Zeit, in der die Menschen wenig Besitztümer hatten, vom Krieg gezeichnet waren und doch wesentlich mehr auf Qualität bei der Herstellung geachtet haben als es heute der Fall ist. Mein Kleid ergänze ich durch einen flachen Canotier-Hut mit Rosenprint. Hergestellt wurde er aus Stroh und Holz. Ein kleines bisschen fühle ich mich wie zurück versetzt in die Zeit um 1954, als Audrey Hepburn in ihrer Rolle als “Sabrina”, in der sie  in Kreationen von Hubert de Givenchy über den Bildschirm flanierte. Der “New Look” von Christian Dior bestimmte damals die Modewelt und führte dazu, dass ungeheuere Massen an Stoff in die Rockteile der Kleider verarbeitet wurden. Die von Givenchy entworfene Gaderobe Audrey Hepburns stand dem in nichts nach und zeichnete sich aus durch die Sanduhr-Silhouette, erzeugt durch weit schwingende Rockteile im Kontrast zu eng anliegenden Oberteilen.

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Quand il me prend dans ses bras
Il me parle tout bas
Je vois la vie en rose

– Edith Piaf –

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Zurück zu dem Rosengarten. Die Bronzeplastiken “Die Genesung” und zwei Bären ebenfalls aus Bronze setzen künstlerische Aspekte.  Ich schlendere hindurch durch Beete mit Rosen, die teilweise seit der Gründung des Gartens dort wachsen. Insgesamt sind etwa 120 ausgewählte Rosensorten hier zu finden und stammen hauptsächlich aus den 1930er Jahren. Neben den historischen Rosen und den ergänzten Züchtungen aus den Zeiten der DDR befindet sich in einer Querachse ein Rittersporn-Garten, dessen Blaunuancen mich schlichtweg faszinieren. Im Ohr habe ich “La vie en Rose”, das Lied, das Audrey alias Sabrina im Film singt. Der Nachmittag endet im Café Rosengarten bei einem Milchshake. Natürlich mit Roseneis.

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Hat: ELIURPI | Dress: Vintage | Shoes: Roger Vivier | Purse: Vintage | Belt: Vintage (Markennennung)

CIAO, VENEZIA

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Wir waren gerade 18 Jahre alt und zumindest für mich war es mein erster Urlaub ohne meine Eltern. Die meisten Urlaube hatten wir bislang eher in Ungarn oder im hohen Norden, in Dänemark verbracht. So hatte ich noch nicht viel gesehen von Italien. Also habe ich mich damals zusammen mit drei Freundinnen in den Tren Italia gesetzt auf der Suche nach neuen Abenteuern. Zugegeben- Venedig ist vielleicht nicht die erste Wahl, wenn man auf der Suche nach Unterhaltung ist und abends feiern gehen möchte. Das wurde uns schnell bewusst. Dennoch hatten wir so viel Spaß in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass es völlig egal war, wo wir uns aufhalten. Es war und bleibt ein unvergesslicher Urlaub und es zaubert mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich in alten Fotoalben stöbere.

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Viele Jahre sind seit dem vergangen seit dem ersten Mal in Venedig. Nun zieht es mich wieder dort hin. Diesmal ohne die Mädels, dafür mit meiner besseren Hälfte. Und diesmal denke ich haben wir unser Reiseziel ganz gut gewählt, denn Venedig ist für mich bislang eine der romantischsten Städte. Hier möchte ich meine absoluten Highlights der Stadt zusammenfassen, die man sich bei einer Reise nach Venedig nicht entgehen lassen sollte.

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1. Markusplatz und Rialtobrücke  am Morgen
Wenn die Sonne aufgeht, erwacht Venedig langsam. Es lohnt sich also, sich den Wecker auf eine frühe Morgenstunde zu stellen. Das Licht der aufgehenden Sonne färbt die Stadt in einen warmen Goldton und die Orte, an denen tagsüber Schlangen von Menschen auf Einlass warten sind weitestgehend menschenleer. Nur die Venizianer auf dem Weg zur Arbeit kreuzen unseren Weg. Dies ist nicht nur ein idealer Zeitpunkt, um Fotos zu schießen sondern auch um ein entschleunigtes Venedig kennen zu lernen

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2. Canale Grande
Nichts ist so typisch für Venedig wie seine Wasserstraßen. Die ersten Gondeln kamen wohl im 11. Jahrhundert auf. Sie sind etwa 1,5 m breit und können bis zu 11 m lang sein. Natürlich sind sie heute nicht mehr zeitgemäß und wurden durch Motorboote ersetzt. Leider richten diese großen Schaden an den historischen Gebäuden durch die Bugwellen an, die sie verursachen. Die Tradition des Gondelbaus bleibt den Venezianern jedoch erhalten, auch wenn sie lediglich zur Pflege von Traditionen und als Anziehungmagnet für Touristen dient. Die Gondeln werden in kleien Werkstätten gefertigt wie der am Squero di San Trovaso. Dort kann man mit etwas Glück den Gondelbauern zusehen, wie sie ihr Handwerk so ausüben, wie es schon ihre Ahnen vor hunderten von Jahren getan haben.

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Ein weiteres Highlight entlang den Wasserstraßen ist das Ca ´Tron, ein Gebäude, welches nach der venezianischen Patrizierfamilie benannt wurde, die dort einst gelebt hat. Das Ca´Tron war zu früheren Zeiten Dreh- und Angelpunkt großer Berühmtheiten, die dort als Gäste der Familie verkehrt hatten. Heute ist das Gebäude im Besitz der venezianischen Universität der Architektur. Neben dem Garten bietet der lichtdurchflutete Palast noch weitere prunkvolle Sehenswürdigkeiten verborgen im Inneren. Und vom Balkon aus hat man einen atemberaubenden Blick über den Canale Grande.

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3. Handwerkskünste bewundern
Für Liebhaber von Handwerk kann ich eine Bootsfahrt zu den nahegelegenen Inseln empfehlen. Murano ist weltweit bekannt für sein kunstvoll verarbeitetes Glas. Das erste Glas in Venedig wurde vor dem Jahr 1.000 nach Christus hergestellt und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt. Besonders beeindruckt waren wir von den akuraten Miniaturen von Cesare Toffolo und orientalisch anmutenden Lampen von Fortuny, in die Metalle wie sogar Gold und Platin eingearbeitet werden.

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Burano zeichnet neben der seit dem 16. Jahrhundert angewandten, aufwendigen Spitzenstickerei, der Nadelspitzen-Technik Reticella, vor allem die Farbgebung der Häuser aus.

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4. Nicht vom Schein trügen lassen
Venedig war einst eine florierende Handelsstadt und Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Davon zeugen bis heute die herrschaftlichen Paläste. Diese Schätze sind oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So ein Fall ist wohl die Kirche San Pantalon im Stadtteil Dorsoduro. Gegen die zahlreichen, reich mit Ornamenten ausgeschmückten Fassaden geht die relativ schlichte Außengestaltung dieser Kirche etwas unter. Im Inneren befindet sich jedoch eines der größten Leinwandgemälde der Welt. Das Deckengemälde von Gian Antonio Fumiani, das das Martyrium und die Apotheose des Namenspatrons darstellt. Es besteht aus 40 einzelnen, aneinander gefügten Leinwänden und ist für den Betrachter schlichtweg atemberaubend in der perspektivischen Darstellungsweise.

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5. Verloren gehen
Ansonsten kann ich nur empfehlen, den Stadtplan zu Hause zu lassen und auf Erkundunstour zu gehen. Wer sich östlich oder nördlich der Insel fern ab von all dem Trubel aufhält, der kann das wahre Venedig erleben, in dem die Zeit irgendwann stehen geblieben ist. Bei einem spritz all’aperol lässt sich so ein Tag in Venedig am besten ausklingen.

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ZURÜCK IM SATTEL

Die Dior Saddle Bag ist zurück. Meine erste Begegnung mit diesem Taschenmodell fand vor mehr als zehn Jahren statt.  Als Pferdeliebhaberin und Reiterin hat mich die Form und die verspielten Details natürlich sofort angesprochen. Und als ich die Version mit dem pinken Logo- und Blütenprint auf weißem Leinen in einer Anzeige einer Modezeitschrift gesehen habe, war es um mich geschehen. Leider blieb es aber dabei, dass ich die Tasche als Print-Version bewundern musste, denn ich konnte sie mir damals einfach nicht leisten und ein Kauf lag in weiter Ferne.

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Die Saddle Bag wurde 1999 von John Galliano entworfen. Ihre Form ist im vorderen Bereich bauchig, verläuft schräg abgerundet nach hinten und erinnert somit- wie der Name ja auch sagt- an einen Sattel. An Stelle eines Steigbügels ist ein D aus Messing oder Edelstahl an einem schmalen Riemen befestigt. Ihren Kultstatus erlangte die Saddle Bag dann dank der Serie Sex and the City. Es ist, als wäre es erst gestern gewesen, dass Sarah Jessica Parker in ihrer Rolle als Carrie Bradshaw mit einer ihrer farbenfrohen Saddle Bags unter dem Arm durch die Straßen von New York flanierte.

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John Galliano  verließ das Haus Dior im Jahr 2011. Infolge dessen wurde auch die Produktion dieser Tasche eingestellt. Unter der derzeitigen Chefdesignerin Maria Grazia Chiuri wird dieser Taschenform nun neues Leben eingehaucht und sie feierte ihr Comeback in der Herbst-/ Winterkollektion. Die schlichte Variante im Monogramm-Design ist fast identisch mit ihren Vorgängern. Passend zu der Kollektion, die an die Studentenproteste in den 1968er Jahren erinnert, erscheint die Saddle Bag reich bestickt mit ethnischen Mustern, breiten Schultergurten mit Fransen und folkloristischen Elementen.

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Nun haben wir also Frühling im Jahr 2018. Es ist nun schon eine Weile her, dass ich von der Saddle Bag im Flower-Diorissimo-Monogramm-Design geträumt habe und auch mein Geschmack hat sich etwas geändert. Trotzdem freue ich mich, dass ich nun endlich ein  Vintage-Modell der Saddle Bag mein eigen nennen darf. Sie durfte mich nach Bella Italia begleiten, das ist das Land, in dem sie auch hergestellt wurde. Bald werde ich mehr über die Reise nach Venedig hier berichten.

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SÜNDENFÄLLE

Die Welt der Mode geht oft seltsame Wege. So begeistert ich auch oft von den kreativen Ergüssen der Designer bin, so fragwürdig erscheinen mir andere Trendbewegungen, die sich auf dem Markt etablieren. Ich habe hier die 5 Trends des Jahres 2018 zusammen getragen, die ich definitiv nicht mitmachen werde.

1. Animal Prints
Wie der Matrosen- oder der Hippie-Look sind auch sie stets present in der Welt der Mode- die Animal-Prints. Und ich bekenne mich ja auch schuldig. Im Alter von etwa 14 Jahren war ich auch hell auf begeistert von Tiger-, Leopard-, Schlangen- und natürlich nicht zu vergessen- dem Zebra-Print. Neben einem Seidenschal und Pumps in Leopardenmuster, sowie Unterwäsche im Schlangen-Look war ich zu allem Übel stolze Besitzerin eines Fake-Fur-Rocks im Zebra-Muster. Meine Mitschüler waren eher weniger angetan von diesem animalischen Look. Neben skeptischen Blicken die ich erntete, gaben sie Geräusche von sich, die wohl auch die leibhaftigen Zebras in der Savanne zu hören bekommen, wenn ich an ihnen vorüber ging. Das Fazit ist, dass ich ihn wohl nur ein einziges Mal getragen habe. Die Krönung war dann noch ein Sessel, den meine Mama mir damals mit einem Stoff im Zebramuster auf meinen Wunsch hin bezogen hat. Und heute? Animal-Prints? Nein danke. Ich hatte damals wohl schon eine Überdosis davon und habe mich einfach daran satt gesehen. Auch wenn die Modemagazine apellieren, dass Animal-Prints sich doch wunderbar zu nahezu jedem Outfit kombinieren lassen, läuft der Träger Gefahr, dass das Outfit schnell billig und eher nach einem Faschingskostüm aussieht. Details wie Fake-Fur verstärken den Eindruck noch zusätzlich. Hochwertige Materialien sollten daher oberste Priorität  haben. Trotzdem: Auch wenn ich hoffe, dass der Leoparden-Look seine neun Leben endlich hinter sich gebracht hat- er wird uns sicher weiterhin verfolgen.

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2. Tattoo-Bänder | Choker
Wahrscheinlich weil es ein weiterer Faux-Pas aus meinen Kindertagen ist, kann ich auch den Tattoo-Halsbändern nichts mehr abgewinnen. Aber seit einiger Zeit sind sie zurück und ich habe einen Moment gebraucht um zu verstehen, dass es sich nicht um alte Fotos aus den 90er Jahren handelt, sondern dass sie wieder `en vogue´ sind. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass gerade sie ein Revival erleben. Es gab diese dehnbaren Plastikbändchen in verschiedenen Ausführungen: Für den Hals oder den Finger, mit Perlen eingeflochten oder die schlichte Variante in braun, schwarz oder regenbogenfarben. Es gab sie überall. Man konnte sie aus Kaugummiautomaten beziehen oder aus einer Extrabeigabe eines Magazins wie in meinem Fall der `Wendy´. Wie ich heute die Zeitschrift nicht mehr lesen würde, so sind auch die Tattoo-Bänder nichts mehr für mich. Ich kann meine Mama heute aber verstehen, wenn sie mir früher erzählt hat, dass das ein oder andere bereits `in´war, als sie in meinem Alter war.

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3. Plateauschuhe
Girlpower. Kreischende Teenager. 90er Jahre. Das sind meine ersten Assoziationen, wenn ich an Schuhe mit Plateauabsätzen denke. Aber natürlich reicht die Geschichte der Schuhe mit der massiven Sohle weitaus weiter zurück in der Geschichte. Bereits im Griechenland der Antike trugen adelige Menschen diese Schuhe mit erhöhten Absätzen, um ihren Rang zu demonstrieren, indem sie die Menge überragten. Desweiteren erfüllten die Schuhe mit Plateau auch einen praktischen Zweck. Die Erhöhung sollte das edle Schuhwerk vor Schmutz und Nässe schützen und breitete sich aus in asiatische, europäische und arabische Länder. In Venedig wurde eine Variante beliebt, die sich `Chopine´ nannte. Auf bis zu 70 cm hohen Absätzen feierten die feinen Damen der Gesellschaft damals auf prunkvollen Bällen. In Spanien erfreute sich eine Variante aus Kork großer Beliebtheit. Als eine weitere Gruppe von Damen, die aus Berufsgründen schon immer darauf bedacht waren sich von der Menge abzuheben und bei der Gesallschaft allgemein einen weniger guten Ruf genossen, begann sich dieses Schuhwerk zu Nutzen zu machen, geriet der Plateauschuh unter Verruf und verschwand lange von der Bildfläche. Erst Jahrhunderte später feierte er sein Comeback in den 1970er-Jahren. Auf dem Laufsteg nahm er beispielsweise bei Vivienne Westwood wieder enorme Ausmaße an und Naomi Campbell zeigte- wenn auch unbeabsichtigt- dass das Gehen mit Plateausohlen nicht immer ganz einfach ist. In meiner Schulzeit hieß es dann “Spice up your Life”- am besten immer mit klobigen Plateusohlen. Die britische Mädchengruppe `Spice Girls´ waren als das Vorbild schlechthin für die heranwachsende Generation und ein Segen für die Marketing-Welt. Unser Schuhwerk nahm in den 90ern natürlich entsprechende Formen an. Und heute meldet sich der Trend zur Plateausohle wieder zurück. Auch wenn das Gehgefühl in diesen Schuhen natürlich besser als in Highheels ist und ich durchaus mal ein Auge zudrücke bei einem leichten Plateau bei hohen Absatzschuhen, verweigere ich mich diesem Trend. Zumindest was eine durchgängige Plateausohle angeht. Sie lassen den Fuß immer plump und unförmig erscheinen und der Gang entwickelt sich entsprechend. Deshalb ist meine Meinung zu diesem Trend ganz in Anlehnung an die `Spice Girls´: “Stop right now, thank you very much.”

4. Schulterpolster
Mich hat es nie besonders beeindruckt, sich die Schulterpartie zu wattieren. Als Liebhaberin von Vintage Klamotten, bei denen auch das ein oder andere Schätzchen aus den 1980er-Jahren darunter zu finden ist, habe ich- sofern vorhanden- umgehend alle Schulterpolster entfernt. In den 80ern wetteiferten aufstrebende Geschäftsfrauen mit ihren männlichen Kollegen um die besten Arbeitsplätze und wollten dabei wohl auch durch ihre Statur deutlich machen, dass sie dem anderen Geschlecht um nichts nachstehen. Heute ist wohl der allgemeine Fitness-Wahnsinn ausschlaggebend für das Revival der Schulterpolster. Da ich immer noch keine Ambitionen habe auszusehen, als hätte ich morgens den Kleiderbügel in meinem Blazer vergessen, kann ich  dem Trend damals wie heute einfach nichts abgewinnen.

“Eleganz ist Verweigerung.” – Coco Chanel –

5. Plastik
Dieser Trend ist der, den ich am wenigsten nachvollziehen kann. Jahrelang war es den Konsumenten anscheinend gleichgültig, worin ihre Nahrungsmittel eingepackt waren. Es ist ja auch so praktisch einach ins Regal zu greifen und gleich eine mit Zellophan eingeschweisste Styroporschale mit einer abgemessenen Menge Obst zur Hand zu haben, als sich mühsam einzelnes Obst zu sortieren, das am Ende wild im Einkaufswagen durcheinander fällt. Ach ja, da gab es ja dann noch die kleinen Plastiktüten für die lose Ware. Zumindest wollte die Industrie uns einreden, dass wir auf diese Weise so viel besser Leben. Und ganz ohne diesen Verpackungsmüll geht es immer noch nicht bei dem Einkauf im Supermarkt. Endlich rücken wir nun den Bergen an Plastikmüll zu Leibe, in dem wir auf Einkaufstüten verzichten, da beginnt die Modeindustrie uns einzureden, dass wir uns doch unbedingt in Plastik hüllen sollten, um in diesem Jahr besonders up to date zu sein? Mal ehrlich- wer hat hier etwas nicht mitbekommen? Wie viele Bilder von armselig verendeten Meeresbewohnern müssen noch um die Welt gehen, damit endlich klar wird, dass das der falsche Weg ist und es dringend Alternativen bedarf? Oder sind das die Folgen dessen, dass immer mehr Menschen auf Plastiktüten verzichten, dass das Material nun in Kleidung verarbeitet werden muss? Ganz abgesehen von der Umweltbelastung bin ich absolut nicht von der Idee begeistert Kunststoffe auf meiner Haut zu tragen. Weder in Form von Kosmetikartikeln als auch in Kleidung, denn die in diversen Kunststoffen enthaltenen Bestandteile werden als hormonell wirksam eingestuft. Ganz abgesehen davon, dass sie meine Haut am Atmen hindern. Das ist die Bewegung, die sehr deutlich macht, dass die Menschheit aus ihren Fehlern einfach nicht lernt. Leider. Vielleicht bediente man sich bei dem Design auch einfach ein Zitat von Coco Chanel als Leitspruch: “Es sind nicht die Erfolge, aus denen man lernt, sondern die Fiaskos.” Wer weiß. Jedenfalls liefert sie auch gleich eine Lösung in einem weiteren Zitat ihrerseits: “Eleganz ist Verweigerung”.

DIE EINSAME STADT

Ich bin zurück. Zurück in meinem Traumland. Meinem Sehnsuchtsort. Australien hat mich bereits bei meinem ersten Besuch fasziniert. Besonders diese unendlichen Weiten nahezu unberührter Natur haben mich in ihren Bann gezogen und bis heute nicht mehr losgelassen. Doch wie bei meiner ersten Reise an das andere Ende der Erde beginne ich einer Stadt. Diesmal in der Hauptstadt Westaustraliens- in Perth. Während die Vögel in Deutschland sich aufmachen, um die kalten Monate im Süden zu verbringen und die Blätter der Bäume allmählich ihre bunte Herbstfärbung annehmen, beginnt in Australien der Frühling.

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Und das bekommen wir auch gleich bei der Ankunft zu spüren. Die Temperaturen in der normaler Weise sonnenverwöhnten Stadt klettern auch tagsüber nur unwesentlich über die 10-Grad-Marke und durch den kalten Wind, der durch die Luft pfeift, fühlen sich diese kühlen Temperaturen sogar noch frischer an. Doch ich werde entschädigt. Gleich, am frühen Morgen. Wodurch? Durch den Sonnenaufgang. Der ganze Himmel leuchtet in den spektakulärsten Farben, die von Orangetönen bis hin zu Violett variieren. Es erscheint mir wie ein Willkommensgruß. Unwesentlich wahrscheinlich für die, die in diesem Land leben und and diese kleien Wunder der Natur gewöhnt sind. Mir zaubert er jedoch ein Lächeln auf das Gesicht und weckt Erinnerungen an vergangene Tage an das Land, nach dem ich mich so gesehnt habe.

Der Westen Australiens ist zu der Frühlingszeit ein beliebtes Reiseziel. Das gilt für Touristen aus anderen Ländern als auch für die Australier von der Ostküste oder aus dem Süden, was uns dazu veranlasst hat, schon im Vorfeld ein Auto für uns zu organisieren. Daran, auf der linken Straßenseite zu fahren gewöhnt man sich schnell. Länger dauert es, bis im Kopf verankert ist, dass der Scheibenwischer und der Blinker jeweils auf der entgegengesetzten Seite des Lenkrads zu finden sind. Aber nach einigen irritierten Blicken der entgegenkommenden Fahrer wird auch dies wieder zur Gewohnheit. Bald schon kommt uns ein gewöhnlicher Kleinwagen, der doch hin und wieder auf den Straßen von Perth zu sehen ist, unter all den mächtigen Geländewägen vor wie ein Spielzeugauto.

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Was ist besser als ein warmer, duftender Kaffee in einem gemütlichen Café an einem kalten Tag? Als Phil May in den Besitz eines schönen, antiken Röstapparats kam, der ursrünglich aus Frankreich stammte, hing er seine Karriere als Sportler an den Nagel und eröffnete 1991 zusammen mit Patria Jafferies und Phil Sexton das erste Dôme Café.

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Am Elisabeth Quay wird direkt am malerischen Swan River gelebt, gearbeitet und gefeiert.

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DSCN9396DSCN9395Die Architektur in Perth ist wie im den meisten australischen Großstädten: Gebäude im Kolonialstil mischen sich mit hoch modernen Bauwerken und einen interessanten Kontrast entstehen lassen. Viele der alten Gebäude mussten jedoch den neuen Hochhäusern aus Glas und Stahl weichen. Mich ziehen die alten Gebäude meistens mehr an durch ihren Charme und ihre Geschichte, die jedes von ihnen zu erzählen hat. Nur wenig außerhalb des Stadtkerns erscheint das lebendige, geschäftige Perth wie eine Kleinstadt mit einem starken englischen Einschlag. Einen auffallenden Kontrast zu den Gebäuden der Umgebung bietet das Picadilly Theater. Es wurde 1938 von William T. Leighton in Stil des Art Deco entworfen. Der Westen Australiens sehnte sich nach dem Ende der Depression nach Unterhaltung und Genuss, wofür das Picadilly Theater steht. Damals wurden weder Kosten noch Mühen gescheut und das Theater wurde mit modernstem Interieur ausgestattet. Damit war es das erste Kino Westaustraliens, in dem eine Klimaanlage eingebaut wurde. Durch die Arkade wird die Hay Street verbunden mit der Murray Street. Besonders hat mir die farbliche Gestaltung des Gebäudes in Pastelltönen gefallen, sowie die filigranen, geometrischen Details, die allesamt ein perfektes Beispiel für die Ästhetik des Art Deco Stils sind.

 

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Der Belltower ist eines der markantesten Gebäude in der Innenstadt und bietet von der Aussichtsplattform im oberen Teil des Turmes einen fantastischen Ausblick auf den Swan River, auf Perth und die umliegenden Regionen. Jeden Tag um die Mittagszeit ertönen die Glocken, die von den Glöcknern zum Klingen gebracht werden.

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Der Kings Park ist wie das Tor zu einer anderen Welt. Gerade noch in der Stadt, gelange ich nach einem kurzen Fußmarsch vorbei an einer Allee von gewaltigen Ghost Gum trees und breit wurzelnden Feigenbäumen zu einem der weltweit größten Stadtparks. Und was mich dort erwartet ist gerade zur Frühlingszeit absolut sehenswert. Sage und schreibe 12.000 Arten von Wildblumen blühen in Westaustralien und eine Vielzahl ist in dem schönen, weitläufigen Kings Park zu bewundern. Und damit verbunden auch die Tierwelt, die im Schutz der Pflanzen Deckung und Nahrung sucht. Immer wieder flattern Vögel auf. Die kleinen, bunten Sittiche sind zahlreich vertreten. Ebenso der Bienenfresser.  Gegen Abend landet sogar ein Schwarm schwarzer Kakadus ganz oben auf den Baumwipfeln und lässt mich einen kurzen Blick auf die schönen Vögel erhaschen. Am liebsten wäre ich ewig hier geblieben inmitten der Natur. Dass ich mich noch immer in einer Großstadt befinde, zeigt mir nur die Skyline von Perth, die unterhalb des Parks empor ragt.

Ich kann es dennoch kaum erwarten Richtung Norden aufzubrechen. Und das nicht nur, weil die Temperaturen auf dem Weg in den Norden steigen werden. Perth trägt den Titel ‘Einsamste Großstadt der Welt’, da sie von allen anderen australischen Siedlungsräumen durch die riesige australische Wüste getrennt ist. Und ich freue mich auf die weniger dicht besiedelten Teile des australischen Westens und auf die Erlebnisse und Eindrücke, die ich in den nächsten Tagen sammeln und auch schildern werde.

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Herbstfarben im australischen Frühling- meine Favoriten sind im Moment Capes, da sie so gemütlich sind und sich den Situationen auf Reisen perfekt anpassen. Eine Kapuze zahlt sich bei dem kalten Wind, der gerade durch Perth fegt, durchaus aus. Eigentlich ist darunter alles tragbar. Weite Marlene-Hosen aus Jeansstoff oder wie hier chanchierender Seide lassen sich gut mit flachen Schuhen kombinieren. Runde Formen sprechen mich gerade besonders an, wie meine Sonnenbrille und meine Tasche zeigen. Gerade meine Tasche bewährt sich besonders auf Reisen. Durch die harte Schale bleibt das kostbare Innenleben unbeschädigt, selbst dann, wenn sie irgendwo eingequetscht zwischen dem Gepäck landet. Zu wissen, dass alle wichtigen Habseligkeiten  bruchsicher verstaut sind, beruhigt auf jeden Fall das Gewissen.

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Glasses: Chloé | Scarf: Leonard Paris | Cape: Lacoste | Jeans: Zara | Trousers: Gianfranco Ferré | Purse: Vintage Jewelery: Antique | Shoes: