SCHLÜSSELSZENEN

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Wir kommen an in Exmouth. Trotz der Wärme weht der Wind weht uns nur so um die Ohren. Unsere erste Anlaufstelle ist der Cape Range National Park. Der Standabschnitt Lakeside soll sich hier besonders eignen, um dort zu schnorcheln. Das möchten wir natürlich ausprobieren. Wie es durch den Wind schon fast zu erwarten war, ist der Wellengang relativ stark. Max stürzt sich auch sogleich mitsamt seiner Schnorchelausrüstung in das Wasser. Skeptisch sehe ich mir das Geschehen erst einmal vom Strand aus an. Als wir am Vortag in der Coral Bay geschnorchelt sind, war das Wasser ruhig und. Doch der starke Wind und die Wellen erschweren unser Vorhaben und wenn man mehr damit beschäftigt ist, zu kontrollieren, dass kein Wasser in den Schnorchel gerät und einem dadurch die Luft raubt, so lässt sich die Unterwasserwelt auch nicht wirklich genießen. Kurzum: Wir kapitulieren. Anstatt zu schnorcheln, aalen wir uns am Strand in der Sonne. Und was das für ein Strand ist. Der Sand auf den Dünen ist ganz weiß und bildet einen so schönen Kontrast zu den intensiven Blautönen des Meeres.

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Traumstrand Lakeside
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Das Wrack der SS Mildura ist vom Strand etwa 20 km nördlich von Exmouth aus sichtbar. Von Schnorchelexkursionen wird in dem Bereich aber abgeraten, weil sich hier auch gern Haie tummeln. Und zwar nicht nur der Riffhai. Die Mildura sollte Rinder von den Kimbery´s Richtung Süden bringen. Durch einen Cyclon lief das Schiff jedoch auf Grund. Während die Crew gerettet wurde, überließ man die Rinder ihrem Schicksal.

Und als wir unsere Erkundungstour durch den Nationalpark dann fortsetzen wollen, geschieht es. Die Erkenntnis, dass der Autoschlüssel verschwunden ist, trifft uns wie ein Schlag. Auch die Suche am Strand bleibt erfolglos. Einen Ersatzschlüssel haben wir nicht. Zwar sind die vorderen Türen offen, doch das hilft uns jetzt auch nicht weiter. Durch das windige Wetter hat es nicht allzu viele Besucher nach Lakeside verschlagen. Neben uns hält sich nur noch ein weiteres Pärchen am Strand auf. Sie kommen aus der Bretagne und sprechen nur wenig Englisch. Doch wir können uns in soweit verständigen, dass sie uns mitnehmen in das Zentrum von Exmouth. Diese etwa 50 km ziehen sich ewig hin und es gilt, erst einmal das Gedankenwirrwarr im Kopf zu ordnen. Unser Fazit ist, dass wir zwangsläufig erst einmal vor Ort bleiben müssen, bis ein Ersatzschlüssel organisiert ist, die Parkranger müssen informiert werden, dass nicht am Ende noch unser Auto abgeschleppt wird und  wir benötigen ein Quartier in Exmouth.

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Campingplatz-Romantik

Den nächsten Tag widmen wir all diesen Organisationen. Jetz heißt es warten. Warten bis der Ersatzschlüssel eintrifft. Dieser befindet sich in Brisbane, an der Ostküste des Landes. Ich kann mir nur sehr schwer vorstellen, dass der Schlüssel schon in zwei Tagen eintreffen soll. Den dritten Tag, den wir in Exmouth verbingen, beschließen wir dann, das Bestmögliche aus der Situation zu machen. Max´ Traum ist es, mit einem Walhai zu schwimmen. Gut, meiner ist es nun nicht unbedingt. Viel zu viel Respekt habe ich vor deren Größe und weit kleinere Tiere können schon enormen Schaden anrichten. Nicht, dass ich den Walhaien unterstellen möchte, sie wären angriffslustig. Das nicht. Ich denke nur, dass es auch bei der Spezies tollpatschige Exemplare geben kann und da wäre ich dann ungerne zur falschen Zeit am falschen Ort. Wir einigen uns daruf, uns einer Tour im Glasbodenboot anzuschließen. Das Kompetente Team der Ningaloo Ecology Cruises nimmt uns mit hinaus in das große Blau. Wir sehen jahrhunderte alte Korallen, sogenannte “Bommies” die so groß sind, dass sie nur knapp unterhalb des Meeresspiegels liegen, eine vielzahl von Fischen und auch eine Schildkröte kreuzt unsere Wasserwege. Bei einem Schnorchelgang können wir uns all da noch einmal genauer ansehen. Leider ist es immer noch recht windig und der Seegang entsprechend. Trotzdem ist diese Unterwasserwelt sehr faszinierend. Etwas enttäuscht bin ich allerdings, weil das Riff bei weitem nicht die Farbintensität des Great Barriere Riffs aufweist. Alek, unser Bootsführer erklärt, dass es sich bei dem Riff auf der Westseite Australiens um ein suptropisches, nicht um ein tropisches Riff wie das der Ostküste handelt. Da sind die Farben einfach nicht ganz so leuchtend. Beeindruckend ist es- so oder so. Auf der Rückfahrt mit dem Bus machen wir noch einen Abstecher auf der Anhöhe, auf dem der Vlamingh Head Leuchtturm steht. Von hier aus hat man eine herrliche Sicht über die ganze Region.

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Vlamingh Head Lighthouse

Auch am Abend stechen wir wieder in See. Diesmal möchten wir uns das Treiben der Buckelwale zum Sonnenuntergang ansehen. Bei einem Glas Wein und Fingerfood genießen wir das Spektakel, das die übermütigen Kolosse dort  im Meer vorführen. Hauptsächlich die übermütigen Jungtiere springen immer wieder in die Höhe und lassen sich zurück in das Wasser platschen. Ich hätte damit gerechnet irgendwo in weiter Ferne vielleicht einen Wal zu sehen, doch mit dieser Vielzahl habe ich ganz und gar nicht gerechnet. Immer wieder und in allen Richtungen schießen sie empor und mir kommt es vor, als würden sie regelrecht Theater für uns spielen. Und was für eine beeindruckende Vorstellung da geboten wird.

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Nach diesem wundervollen Abend werden wir aber wieder auf den Boden der Realität geholt. Unser Ersatzschlüssel trifft nicht ein und wir bezweifeln stark, ob er überhaupt verschickt wurde. Gerade, als ich dabei war die Hoffnung zu verlieren, da kam die frohe Botschaft. Unser Schlüssel wurde gefunden! Der Finder hat ihn irgendwo am Strand entdeckt und ihn im Handschuhfach hinterlegt. Uns fällt ein Stein vom Herzen. Sofort organisieren wir einen Mietwagen, mit dem wir in den Cape Range National Park fahren um unser Auto abzuholen. Der Weg dort hin ist malerisch. In der Abendstimmung säumen Wallabies unsere Wege und die untergehende Sonne taucht die Landschaft in einen warmen Orangeton. Das Auto steht noch genau so da, wie wir es verlassen haben. Das finde ich so beeindruckend an Autralien. Wohin man auch kommt, trifft man auf aufrichtige, hilfsbereite Menschen, die uns wildfremden Menschen helfen, wo sie nur können. Vielleicht ist das die Moral dieser Geschichte.

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Überall im Ort stehen Verkehrsschilder, die mittels Emu-Piktogrammen vor den großen Vögeln warnen, die immer wieder mal die Straßen und Vorgärten unsicher machen.
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Emus sind nicht die einzigen Vögel ohne Scheu. Auch der Rosakakadu, genannt Galah, bleibt bei der Anwesenheit von Zweibeinern entspannt und lässt sich gut beobachen.
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Kängurus in der Abendstimmung
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Jurabi Turtle Centre. Hier lassen sich Meeresschildkröten bei der Eiablage finden, wenn man zur rechten Zeit am rechten Ort ist.

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CIAO, VENEZIA

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Wir waren gerade 18 Jahre alt und zumindest für mich war es mein erster Urlaub ohne meine Eltern. Die meisten Urlaube hatten wir bislang eher in Ungarn oder im hohen Norden, in Dänemark verbracht. So hatte ich noch nicht viel gesehen von Italien. Also habe ich mich damals zusammen mit drei Freundinnen in den Tren Italia gesetzt auf der Suche nach neuen Abenteuern. Zugegeben- Venedig ist vielleicht nicht die erste Wahl, wenn man auf der Suche nach Unterhaltung ist und abends feiern gehen möchte. Das wurde uns schnell bewusst. Dennoch hatten wir so viel Spaß in unserem jugendlichen Leichtsinn, dass es völlig egal war, wo wir uns aufhalten. Es war und bleibt ein unvergesslicher Urlaub und es zaubert mir immer wieder ein Lächeln auf die Lippen, wenn ich in alten Fotoalben stöbere.

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Viele Jahre sind seit dem vergangen seit dem ersten Mal in Venedig. Nun zieht es mich wieder dort hin. Diesmal ohne die Mädels, dafür mit meiner besseren Hälfte. Und diesmal denke ich haben wir unser Reiseziel ganz gut gewählt, denn Venedig ist für mich bislang eine der romantischsten Städte. Hier möchte ich meine absoluten Highlights der Stadt zusammenfassen, die man sich bei einer Reise nach Venedig nicht entgehen lassen sollte.

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1. Markusplatz und Rialtobrücke  am Morgen
Wenn die Sonne aufgeht, erwacht Venedig langsam. Es lohnt sich also, sich den Wecker auf eine frühe Morgenstunde zu stellen. Das Licht der aufgehenden Sonne färbt die Stadt in einen warmen Goldton und die Orte, an denen tagsüber Schlangen von Menschen auf Einlass warten sind weitestgehend menschenleer. Nur die Venizianer auf dem Weg zur Arbeit kreuzen unseren Weg. Dies ist nicht nur ein idealer Zeitpunkt, um Fotos zu schießen sondern auch um ein entschleunigtes Venedig kennen zu lernen

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2. Canale Grande
Nichts ist so typisch für Venedig wie seine Wasserstraßen. Die ersten Gondeln kamen wohl im 11. Jahrhundert auf. Sie sind etwa 1,5 m breit und können bis zu 11 m lang sein. Natürlich sind sie heute nicht mehr zeitgemäß und wurden durch Motorboote ersetzt. Leider richten diese großen Schaden an den historischen Gebäuden durch die Bugwellen an, die sie verursachen. Die Tradition des Gondelbaus bleibt den Venezianern jedoch erhalten, auch wenn sie lediglich zur Pflege von Traditionen und als Anziehungmagnet für Touristen dient. Die Gondeln werden in kleien Werkstätten gefertigt wie der am Squero di San Trovaso. Dort kann man mit etwas Glück den Gondelbauern zusehen, wie sie ihr Handwerk so ausüben, wie es schon ihre Ahnen vor hunderten von Jahren getan haben.

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Ein weiteres Highlight entlang den Wasserstraßen ist das Ca ´Tron, ein Gebäude, welches nach der venezianischen Patrizierfamilie benannt wurde, die dort einst gelebt hat. Das Ca´Tron war zu früheren Zeiten Dreh- und Angelpunkt großer Berühmtheiten, die dort als Gäste der Familie verkehrt hatten. Heute ist das Gebäude im Besitz der venezianischen Universität der Architektur. Neben dem Garten bietet der lichtdurchflutete Palast noch weitere prunkvolle Sehenswürdigkeiten verborgen im Inneren. Und vom Balkon aus hat man einen atemberaubenden Blick über den Canale Grande.

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3. Handwerkskünste bewundern
Für Liebhaber von Handwerk kann ich eine Bootsfahrt zu den nahegelegenen Inseln empfehlen. Murano ist weltweit bekannt für sein kunstvoll verarbeitetes Glas. Das erste Glas in Venedig wurde vor dem Jahr 1.000 nach Christus hergestellt und ist bis heute ein wichtiger Wirtschaftszweig der Stadt. Besonders beeindruckt waren wir von den akuraten Miniaturen von Cesare Toffolo und orientalisch anmutenden Lampen von Fortuny, in die Metalle wie sogar Gold und Platin eingearbeitet werden.

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Burano zeichnet neben der seit dem 16. Jahrhundert angewandten, aufwendigen Spitzenstickerei, der Nadelspitzen-Technik Reticella, vor allem die Farbgebung der Häuser aus.

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4. Nicht vom Schein trügen lassen
Venedig war einst eine florierende Handelsstadt und Umschlagplatz für Waren aus aller Welt. Davon zeugen bis heute die herrschaftlichen Paläste. Diese Schätze sind oft nicht auf den ersten Blick ersichtlich. So ein Fall ist wohl die Kirche San Pantalon im Stadtteil Dorsoduro. Gegen die zahlreichen, reich mit Ornamenten ausgeschmückten Fassaden geht die relativ schlichte Außengestaltung dieser Kirche etwas unter. Im Inneren befindet sich jedoch eines der größten Leinwandgemälde der Welt. Das Deckengemälde von Gian Antonio Fumiani, das das Martyrium und die Apotheose des Namenspatrons darstellt. Es besteht aus 40 einzelnen, aneinander gefügten Leinwänden und ist für den Betrachter schlichtweg atemberaubend in der perspektivischen Darstellungsweise.

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5. Verloren gehen
Ansonsten kann ich nur empfehlen, den Stadtplan zu Hause zu lassen und auf Erkundunstour zu gehen. Wer sich östlich oder nördlich der Insel fern ab von all dem Trubel aufhält, der kann das wahre Venedig erleben, in dem die Zeit irgendwann stehen geblieben ist. Bei einem spritz all’aperol lässt sich so ein Tag in Venedig am besten ausklingen.

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CERVANTES

Was ich bei meiner ersten Australienreise bereits unterschätzt habe ist, wie kalt es dort sein kann. Gerade im Frühling sind die Temperaturen am frühen Morgen noch recht kühl. So wie heute. Für uns beginnt der Tag sehr früh. Das ist auch notwendig, denn die Sonne geht im September schon um 18.00 Uhr unter. Nachts zu fahren möchten wir möglichst vermeiden. So verheißungsvoll ein Frühstück unter freiem Himmel in der schönen Landschaft entlang des Indian Ocean Drives auch zu sein scheint- bei den kühlen Frühlingstemperaturen kann ich es nicht recht genießen. Trotz des dicken Schlafsacks, in den ich mich gehüllt habe, der Wollsocken in den Stiefeln und des Schal um meinen Hals beeile ich mich, das Frühstück so schnell wie möglich hinter mich zu bringen, um die Reise fortzusetzen. Nur der heiß aufgebrühte Tee spendet ein wenig Wärme von innen.

Der Weg entschädigt alle erbrachten Opfer. Die strahlend weißen Dünen, die nun im Frühling gesäumt sind von einer unzähligen Menge an Wildblumen bieten einen bleibenden Eindruck. Schon nach kurzer Fahrzeit erreichen wir Cervantes. Bei Cervantes handelt es sich um ein verschlafenes Fischerdorf.

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Besonders beeindruckend sind die Kontraste. Der Kontrast aus dem strahlend weißen Sandstrand, der sich weitläufig entlang der Küste erstreckt, zu dem türkisblauen Wasser des Ozeans. Von dem Aussichtspunkt, dem sogenannten `Thirsty Point´hat man einen wunderbaren Blick über den Strand. Diese Idylle gibt nichts Preis von den Tragödien längst vergangener Tage. An dieser Küste mussten sich ettliche Schiffsunglücke ereignet haben. Die Wracks, die davon Zeugen könnten, sind dem Zahn der Zeit zum Opfer gefallen und es ist nichts mehr davon zu sichtbar. Nur auf den Informationstafeln lässt sich noch nachvollziehen, was hier einst vorgefallen sein muss. In der Ferne lassen sich die Meeresbewohner wie Buckelwale erahnen, die von Zeit zu Zeit die ein oder andere Wasserfontäne ausstoßen.

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Thirsty Point. Die weißen Dünen und der weitläufige Strand in Cervantes laden zu einem entspannten Strandspaziergang ein. Wer Glück hat, kann hier auch Seelöwen beobachten oder wie jetzt im australischen Frühling, die übermütigen Wale.
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Lake Thetis. Weißer Schaum bildet sich entlang des Ufers von Lake Thetis. Der salzhaltige See wurde vor 4800 Jahren vom Meer seperiert infolge des Rückgangs des Meeresspiegels.

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Der alkalische Salzsee ist einer der wenigen Plätze der Welt, den die `lebendigen Fossilien´, die sogenannten Stromatolithen, ihre Heimat nennen. Stromatolithen werden als die ersten erkennbar durch Organismen aufgebauten Gebilde betrachtet. Sie entstanden schon im Präkambrium. Also existieren sie seit mehr als 3,5 Milliarden Jahren. Stromatholiten sehen aus wie krustige, domförmige Fladen. Diese fossilen Gebilde aus Bakterien und Argonit sind allerdings sehr leicht zu zerstören und dürfen daher nicht berührt werden. Ein Rundweg von 1,5 km führt um den See.

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Die Landschaft um den See gehüllt in eine bunte Pracht von Wildblumen.

Unserer Mittagspause am See schließt sich ein ungeladener Gast an. Zuerst denke ich an eine Schlange, als ich den verhältnismäßig großen Kopf des Reptils im Gebüsch sehe. Entsetzt ergreife ich die Flucht, bis ich neugierig werde und bei genauerer Betrachtung feststelle, dass das Tier anstatt eines langen Schlangenkörpers über ein eher kurzes Ende verfügt. Eine Zapfenechse. Beruhigt und fasziniert sehe ich mir das behäbige Tier genauer an und freue mich über die unerwartete Gesellschaft. Den Nachmittag verbringen wir am `Jurien Bay´und damit, die nächste Station unserer Reise anzusteuern.

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Die Zapfenechse. Ein unerwarteter aber gern gesehener Gast bei unserer Mittagspaue.

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Jurien Bay

PINNACLES

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Entlang dem Indischen Ozean. Mehrere Wege führen zum Ziel. Die schönste Straße ist allerdings der Indian Ocean Drive, der von Perth nach Cervantes entlang der Küste führt. Diese Stecke erlaubt immer wieder eine spektakuläre Aussicht auf den endlos erscheinenden Indischen Ozean unter einem tiefblauen Horizont. Und dies sind bei weitem nicht die einzigen Naturwunder auf diesem Weg. Immer wieder ragen Dünen von schneeweißem Sand empor, die ein unwirklich erscheinendes Landschaftsbild inmitten der im Frühling üppig blühenden Fülle an Heidevegetation ergeben. Es gibt traumhafte Stände und Orte zu entdecken. Es fällt schwer, nicht alle paar Kilometer stehen zu bleiben um die Landschaft zu erkunden.

Das Fischerdorf Lancelin beispielsweise. Von einer dramatischen Vergangenheit des idyllischen Orts zeugen 14 Schiffswracks, die dort entland der Küste liegen. Es ist ein beliebtes Ausflugsziel für die Einwohner von Perth um zu Angeln, Schwimmen, Bootfahren, Schnorcheln, Tauchen und einfach die Zeit zu genießen. Einmal im Jahr findet in dieser Gegend der größte Windsurfwettbewerb Australiens statt.

Nörlich von Lancelin befindet sich die Insel Wedge Isand. 350 Strandhütten befinden sich in diesem Naturschutzgebiet, die von Urlaubern und Fischern bewohnt werden.

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Zeugen einstiger Unterwasserwelten. Die bekannteste Attraktion auf dieser Strecke sind die bizarren Kalkstein-Formationen aus gelbem Sand im Nambung National Park. Die sogenannten Pinnacles sind vor Millionen von Jahren durch Pflanzenwuchs aus Muscheln entstanden zu einer Zeit als diese Landschaft noch Meeresboden war. Als die Vegetation abstarb hinterließ sie Lücken. Quarzsand drang ein und wurde abgetragen. In der Kalksteinschicht, welche durch viel Wasser zementierte, gab es außerordendlich harte Stellen, die von der Erosion nicht betroffen waren. Diese sehen wir heute als ein Feld von spektakulären, säulenartigen Gebilden- als Pinnacles. Vereinzelt zeugen Kappen auf den Kalksteinsäulen noch von der Kruste. Dort wo die unterirdische Vegetation vollständig vom harten, erosionsunfähigen Kalkstein umhüllt wurde, entstanden versteinerte Pflanzenwurzeln.

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Die meisten Tiere wie das graue Riesenkänguru, Emus oder Echsen zeigen sich erst zur Dämmerung. Uns leisten auf unserem Weg durch die Wüste die prächtigen, farbenfrohen Rosakakadus – die Galahs – Gesellschaft. Sie zeigen sich überhaupt nicht scheu und lassen sich lange bewundern- die urzeitlichen Kalksteingebilde unter ihnen wie ein Sockel.

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Sunglasses: Chloé | Scarf: Leonard Paris | Jewelery: Antique | Shoes: Raffaela Venturini

DIE EINSAME STADT

Ich bin zurück. Zurück in meinem Traumland. Meinem Sehnsuchtsort. Australien hat mich bereits bei meinem ersten Besuch fasziniert. Besonders diese unendlichen Weiten nahezu unberührter Natur haben mich in ihren Bann gezogen und bis heute nicht mehr losgelassen. Doch wie bei meiner ersten Reise an das andere Ende der Erde beginne ich einer Stadt. Diesmal in der Hauptstadt Westaustraliens- in Perth. Während die Vögel in Deutschland sich aufmachen, um die kalten Monate im Süden zu verbringen und die Blätter der Bäume allmählich ihre bunte Herbstfärbung annehmen, beginnt in Australien der Frühling.

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Und das bekommen wir auch gleich bei der Ankunft zu spüren. Die Temperaturen in der normaler Weise sonnenverwöhnten Stadt klettern auch tagsüber nur unwesentlich über die 10-Grad-Marke und durch den kalten Wind, der durch die Luft pfeift, fühlen sich diese kühlen Temperaturen sogar noch frischer an. Doch ich werde entschädigt. Gleich, am frühen Morgen. Wodurch? Durch den Sonnenaufgang. Der ganze Himmel leuchtet in den spektakulärsten Farben, die von Orangetönen bis hin zu Violett variieren. Es erscheint mir wie ein Willkommensgruß. Unwesentlich wahrscheinlich für die, die in diesem Land leben und and diese kleien Wunder der Natur gewöhnt sind. Mir zaubert er jedoch ein Lächeln auf das Gesicht und weckt Erinnerungen an vergangene Tage an das Land, nach dem ich mich so gesehnt habe.

Der Westen Australiens ist zu der Frühlingszeit ein beliebtes Reiseziel. Das gilt für Touristen aus anderen Ländern als auch für die Australier von der Ostküste oder aus dem Süden, was uns dazu veranlasst hat, schon im Vorfeld ein Auto für uns zu organisieren. Daran, auf der linken Straßenseite zu fahren gewöhnt man sich schnell. Länger dauert es, bis im Kopf verankert ist, dass der Scheibenwischer und der Blinker jeweils auf der entgegengesetzten Seite des Lenkrads zu finden sind. Aber nach einigen irritierten Blicken der entgegenkommenden Fahrer wird auch dies wieder zur Gewohnheit. Bald schon kommt uns ein gewöhnlicher Kleinwagen, der doch hin und wieder auf den Straßen von Perth zu sehen ist, unter all den mächtigen Geländewägen vor wie ein Spielzeugauto.

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Was ist besser als ein warmer, duftender Kaffee in einem gemütlichen Café an einem kalten Tag? Als Phil May in den Besitz eines schönen, antiken Röstapparats kam, der ursrünglich aus Frankreich stammte, hing er seine Karriere als Sportler an den Nagel und eröffnete 1991 zusammen mit Patria Jafferies und Phil Sexton das erste Dôme Café.

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Am Elisabeth Quay wird direkt am malerischen Swan River gelebt, gearbeitet und gefeiert.

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DSCN9396DSCN9395Die Architektur in Perth ist wie im den meisten australischen Großstädten: Gebäude im Kolonialstil mischen sich mit hoch modernen Bauwerken und einen interessanten Kontrast entstehen lassen. Viele der alten Gebäude mussten jedoch den neuen Hochhäusern aus Glas und Stahl weichen. Mich ziehen die alten Gebäude meistens mehr an durch ihren Charme und ihre Geschichte, die jedes von ihnen zu erzählen hat. Nur wenig außerhalb des Stadtkerns erscheint das lebendige, geschäftige Perth wie eine Kleinstadt mit einem starken englischen Einschlag. Einen auffallenden Kontrast zu den Gebäuden der Umgebung bietet das Picadilly Theater. Es wurde 1938 von William T. Leighton in Stil des Art Deco entworfen. Der Westen Australiens sehnte sich nach dem Ende der Depression nach Unterhaltung und Genuss, wofür das Picadilly Theater steht. Damals wurden weder Kosten noch Mühen gescheut und das Theater wurde mit modernstem Interieur ausgestattet. Damit war es das erste Kino Westaustraliens, in dem eine Klimaanlage eingebaut wurde. Durch die Arkade wird die Hay Street verbunden mit der Murray Street. Besonders hat mir die farbliche Gestaltung des Gebäudes in Pastelltönen gefallen, sowie die filigranen, geometrischen Details, die allesamt ein perfektes Beispiel für die Ästhetik des Art Deco Stils sind.

 

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Der Belltower ist eines der markantesten Gebäude in der Innenstadt und bietet von der Aussichtsplattform im oberen Teil des Turmes einen fantastischen Ausblick auf den Swan River, auf Perth und die umliegenden Regionen. Jeden Tag um die Mittagszeit ertönen die Glocken, die von den Glöcknern zum Klingen gebracht werden.

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Der Kings Park ist wie das Tor zu einer anderen Welt. Gerade noch in der Stadt, gelange ich nach einem kurzen Fußmarsch vorbei an einer Allee von gewaltigen Ghost Gum trees und breit wurzelnden Feigenbäumen zu einem der weltweit größten Stadtparks. Und was mich dort erwartet ist gerade zur Frühlingszeit absolut sehenswert. Sage und schreibe 12.000 Arten von Wildblumen blühen in Westaustralien und eine Vielzahl ist in dem schönen, weitläufigen Kings Park zu bewundern. Und damit verbunden auch die Tierwelt, die im Schutz der Pflanzen Deckung und Nahrung sucht. Immer wieder flattern Vögel auf. Die kleinen, bunten Sittiche sind zahlreich vertreten. Ebenso der Bienenfresser.  Gegen Abend landet sogar ein Schwarm schwarzer Kakadus ganz oben auf den Baumwipfeln und lässt mich einen kurzen Blick auf die schönen Vögel erhaschen. Am liebsten wäre ich ewig hier geblieben inmitten der Natur. Dass ich mich noch immer in einer Großstadt befinde, zeigt mir nur die Skyline von Perth, die unterhalb des Parks empor ragt.

Ich kann es dennoch kaum erwarten Richtung Norden aufzubrechen. Und das nicht nur, weil die Temperaturen auf dem Weg in den Norden steigen werden. Perth trägt den Titel ‘Einsamste Großstadt der Welt’, da sie von allen anderen australischen Siedlungsräumen durch die riesige australische Wüste getrennt ist. Und ich freue mich auf die weniger dicht besiedelten Teile des australischen Westens und auf die Erlebnisse und Eindrücke, die ich in den nächsten Tagen sammeln und auch schildern werde.

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Herbstfarben im australischen Frühling- meine Favoriten sind im Moment Capes, da sie so gemütlich sind und sich den Situationen auf Reisen perfekt anpassen. Eine Kapuze zahlt sich bei dem kalten Wind, der gerade durch Perth fegt, durchaus aus. Eigentlich ist darunter alles tragbar. Weite Marlene-Hosen aus Jeansstoff oder wie hier chanchierender Seide lassen sich gut mit flachen Schuhen kombinieren. Runde Formen sprechen mich gerade besonders an, wie meine Sonnenbrille und meine Tasche zeigen. Gerade meine Tasche bewährt sich besonders auf Reisen. Durch die harte Schale bleibt das kostbare Innenleben unbeschädigt, selbst dann, wenn sie irgendwo eingequetscht zwischen dem Gepäck landet. Zu wissen, dass alle wichtigen Habseligkeiten  bruchsicher verstaut sind, beruhigt auf jeden Fall das Gewissen.

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Glasses: Chloé | Scarf: Leonard Paris | Cape: Lacoste | Jeans: Zara | Trousers: Gianfranco Ferré | Purse: Vintage Jewelery: Antique | Shoes: