LAND DER PYRAMIDEN

Hurghada

Die Fahrt nach Hurghada führt uns wieder durch die Wüste. Die Sandwüste wandelt sich, je weiter wir uns der Küste nähern, zu einer Steinwüste mit bizarren Felsformation. Hurghada selbst ist definitiv ein starker Kontrast zu Ägypten entlang des Nils. Mächtige Hotelanlagen, die zum Teil mitten in der Wüste gebaut wurden, konkurrieren hier miteinander. Die Eselkarren und Tuk-Tuks werden durch Autos ersetzt. Auf den Straßen entlang der Hotelkomplexe herrscht geschäftiges Treiben. Nach der idyllischen Zeit auf dem Schiff fühle ich mich etwas überwältigt von all den Eindrücken. In der Stadt fehlt mir die Authentizität, das auf natürliche Weise gewachsene. Sie wurde viel mehr rasant schnell gebaut und stetig erweitert, als man merkte, dass die Tourismusbranche gerade einen Boom erlebt. Am Strand setzt sich das rege Treiben fort. Keine halbe Stunde vergeht, ohne dass uns übereifrig Massagen, Duftöle, Touren, Peelings, Masken, Cocktails und was man sich nur vorstellen kann, angeboten werden. Es ist wie auf dem Basar und kratzt etwas an meinem Nervenkostüm. Ich möchte raus. Raus um dem Trubel zu entkommen.

Das Glück dieser Erde

Und wo könnte man besser abschalten, als auf dem Rücken von Pferden? So genießen wir den Vormittag des zweiten Tages in Hurghada auf dem Rücken von zwei fuchsfarbenen Araberstuten. Zumindest genieße ich die Stunden. Max hat als Reitanfänger ganz schön zu kämpfen. Sein Pferd sucht sich gleich die erste Sandkuhle aus um sich dort nieder zu lassen. Als ich mich im Sattel umdrehe, bietet sich mir eine Szene, in der seine Stute am Boden hockt wie ein Kamel und wohl noch dabei ist zu analysieren, wie sie den lästigen Ballast nun von ihrem Rücken los wird, um sich ausgiebig im Sand zu aalen. Dazu kommt es natürlich nicht. Gleich stürzen unser Tourguide und ich uns auf die Stute und bringen sie dazu, ihre ungeplante Pause zu unterbrechen, indem wir sie zurück auf die Beine holen. Max sitzt wieder auf und wir reiten durch den trockenen Wüstensand. Nach einer Weile schwingt Max sich noch einmal aus dem Sattel. Diesmal um mit seinem Pferd am Zügel zu warten, während ich auf meinem Pferd die schnurgerade Strecke entlang einer Palmenallee jage. Obwohl es noch früh am Morgen ist, sind die Temperaturen schon wieder beträchtlich hinauf geklettert auf dem Thermometer. Die Pferde freuen sich also über eine Erfrischung im Meer nach dem Ritt durch die Wüste. Mein Pferd, das noch erhitzt ist vom Galopp, freut sich so sehr, dass es sich ohne jede Vorwahnung im Wasser nieder lässt und sich beginnt zu wälzen. Ich kann gerade noch abspringen und biege mich vor Lachen. Damit habe ich nicht gerechnet. Nicht so plötzlich. Irgendwo kann ich die Stute ja auch verstehen, dass ihr diese Art der Erfrischung gerade recht kommt. Genüsslich wälzt sie sich im kühlen Nass mitsamt Sattelzeug und es dauert eine Weile, bis sie sich wieder aufrichen lässt. Danach steht sie am Strand in vollständiger Glückseeligkeit, macht den Hals lang und lässt ihre Ohren links und rechts zur Seite hängen. Ich komme gar nicht mehr heraus aus dem Lachen, weil es einfach zu komisch aussieht. Zurück geht es durch die Hotelanlage zum Stall. Dort angekommen sind Pferd und Reiter schon fast wieder getrocknet. Nun bekommen wir noch den heißblütigen Deckhengst präsentiert. Er stürzt erhobenen Hauptes mit voller Körperspannung aus seiner Box, wiehert und schnaubt erregt, als er die Stuten begrüßt. „Die agyptischen Männer sind Schlingel.“, meint der Tourguide, der den Ausritt mit uns zusammen gemacht hat. Zu dieser Erkenntnis bin ich auch schon gekommen denke ich und grinse in mich hinein. Ich erzähle ihm von meinem früheren Pferd Prinz. Er fragt, ob er auch ein Hengst war. Ich verneine und erkläre, dass er bereits Wallach war, als er zu mir kam. Das missfällt ihm sichtlich und ihm entgleisen betroffen die Gesichtszüge. In Ägypten kastriert man die Pferde wohl ausschließlich in Ausnahmefällen, also dann, wenn außergewöhnliche Gefahr von ihnen ausgeht durch Beissen oder Schlagen. Ansonsten lässt man den Pferden ihren “Stolz”. Die meisten Ägypter, die sich mit Pferden befassen, sind männlich und würden sich durch die Kastration von ihrem Pferd bestimmt persönlich betroffen fühlen. So bin ich ganz froh, dass wir zwei Mädels reiten konnten und lediglich ein Sandbad und eine Erfrischung im Roten Meer mit ihnen erlebt haben. Wer weiß schon welche Dummheiten einem Hengst unterwegs eingefallen wären. Den Nachmittag verbringen wir am Strand. Heute ist es etwas diesig. Wenige Badegäste tummeln sich am Strand und wir genießen die Ruhe.

Der Ausdruck ihrer Augen ist der einer liebenden Frau,
ihr Gang ist der eines schönen Weibes,
ihre Brust die eines Löwen,
ihre Flanken sind die einer Gazelle.
Sie ist die Trinkerin des Windes,
ihre Nüstern sind geöffnet wie die Blütenblätter einer Rose.
Ihr Fell ist wie ein Spiegel,
ihr Haar so dicht wie die Federn auf Adlers Schwingen.
Ihr Huf ist so hart wie Stein, von dem man Feuer zu schlagen vermag.
Sie ist so sanft wie ein Lamm, jedoch wie ein Panther im Zorn,
wird sie geschlagen oder gereizt.

Aus dem Arabischen

Wenn ich auch glaube, dass es ihnen gelungen ist, wirklich edle arabische Pferde sich zu verschaffen, so dürfen sie deshalb doch nicht glauben, dass Sie arabische Pferde von ihnen züchten, denn das arabische Pferd ist nur so lange ein arabisches, als es die Luft der Wüste einatmet.

Abbas Pascha zu Baron von Hügel

Kairo

Die darauf folgende Nacht ist kurz, denn wir brechen um 2.00 Uhr auf nach Kairo. Während der Busfahrt durch die Wüste entlang der Küste des Roten Meeres wandelt die Nacht sich langsam zum Tag. Wir erreichen die Stadt am frühen Morgen. Zuerst besuchen wir das Ägyptische National Museum in der Innenstadt am Al-Tharir-Platz. Mit 150.000 Artefakten gilt es als weltweit größtes Museum für altägyptische Kunst. Besonders beeindruckend sind die Schätze aus Tutanchamuns Grab. Sie sind allesamt gut erhalten und zeugen von großer handwerklicher Fertigkeit. Die Totenmaske aus massivem Gold ist das wohl berühmteste Ausstellungsstück. Der äußerste und mittlere Sarg des Tutanchamun sind vergoldet. Der innerste Sarg besteht aus reinem Gold und hat ein Gewicht von 110,4 Kilogramm. In ihm befand sich die Mumie. Vergoldet waren auch die vier den Sarkophag umgebenden Holzschreine sowie der kleinere Kanopenschrein mit dem Kanopenkasten, weitere Schreine und Statuen des Königs und verschiedener Gottheiten. Die detailreichen Intarsienarbeiten finde ich besonders beeindruckend. Auch der Erhaltungszustand der Mumien ist faszinierend wie abschreckend zugleich in einer Zeit, in der man doch eher selten so offenkundig mit dem Tod konfrontiert wird. Nach dem Museumsbesuch machen wir uns auf den Weg zu den Pyramiden. Max, der als kleiner Junge schon einmal dort war, ist schockiert, wie sehr die Stadt seither gewachsen ist. Kairo ist dicht an dicht verbaut mit Lehmziegelhäusern. Dazwischen finden sich immer wieder Moscheen, die 500 – 700 Jahre alt sind und an den wunderschönen, detailreichen orientalischen Baustil der damaligen Zeit erinnern. Entlang des Nils befinden sich die Wohngebiete für die Ober- und Mittelschicht. Die Kluft zwischen den Reichen und der von weit verbreiteter Armut geprägten Vierteln ist deutlich spürbar. Ungefähr ein drittel der Ägypter hier fallen unter die Armutsgrenze. Viele Häuser verharren noch im Rohbau. Genauso wie das neue Große Ägyptische Museum, auch Gizeh Museum genannt, welches nur zwei Kilometer entfernt von den Pyramiden von Gizeh entfernt gebaut wird. Der Grundriss des Museums entspricht einem Dreieck, dessen Fassade wie das Sierpinski-Dreieck konstruiert werden soll. Während die Nord- und Südseite auf die Mykerinos- und die Cheops-Pyramide zeigen, wird vor dem Museum ein großer Platz mit Feigenbäumen angelegt. Besonders charakteristisch für den Bau wird die transparente Mauer aus Alabaster werden, welche die vordere Fassade des Gebäudes bildet. Es sollen in der Zukunft die vielen unpublizierten kunsthistorischen Schätze hier ausgestellt und so für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden. Auf diese Weise möchte man den Verkehr in der Stadt, welcher durch den Andrang im alten Ägyptischen National Museum entsteht, entasten.

Die Muhammad- Ali-Moschee – auch als “Alabaster Moschee” bekannt – wurde in Kairo 1824 bis 1884 im osmanischen Stil mit barocken Elementen erbaut. Die Südostansicht der Moschee ist auf der Vorderseite der ägyptischen 20 Pfund-Banknote abgebildet.
Detail des goldenen Schrein aus dem Grab des Tutanchamun im ägyptischen Museum, Kairo
Das alte Ägyptische National Museum, Kairo

Die Pyramiden

Gizeh bildet mit Kairo eine Metropolregion mit über 16 Millionen Einwohnern. Bekannt ist die Stadt für das Gizeh-Plateau mit seinen altägyptischen Königsgräbern, Pyramiden und Tempeln, einschließlich der Sphinx. Unser Weg um die Pyramiden in der Gluthitze ist gesäumt von Kamelen mit in bunten Farben gewebtem Sattelzeug und Bommel- und Quastenverziertem Zaumzeug. Kutschfahrer mit willenlos dreinblickenden Pferden, die durch ihre tägliche Arbeit deutlich gezeichnet sind, bieten ihre Dienste an, Besucher um die Pyramiden zu chauffieren. Sie streiten sich untereinander, wer die Touristen befördern darf. Es herrscht ein gewisser Kampf um das Überleben habe ich den Eindruck. Die Pyramiden zählen seit 1979 zum Weltkulturerbe. Es erscheint unglaublich, dass die Menschen damals vor 4600 Jahren mit den einfachsten Miteln diese Wunderwerke geschaffen haben, die bis heute erhalten sind. Mit dem Bau der Pyramiden sind damals auch Nebenpyramiden, Felder mit Gräbern, Tempeln und Arbeiterdörfer entstanden. Besonders erstaunlich ist, dass bei dem Bau der Pyramiden keine beräderten Hilfsmittel zum Einsatz gekommen sein sollen. Höhenunterschiede wurden wohl durch das Ziehen der Lasten überwunden. Das ist absolut unvorstellbar, wenn ich so neben den mächtigen Gesteinsblöcken stehe und mir deren eigentliche Ausmaße bewusst werden. Die größte Pyramide, die des Pharao Cheops, war ursprünglich 146,6 m hoch und wurde aus etwa 3 Millionen Steinblöcken erbaut, die durchschnittlich 2,5 t wiegen. Unvorstellbar, wie gesagt. Die Sphinx befindet sich etwas unterhalb der Pyramiden. In der Zeit der napoleonischen Ägyptenfeldzüge von 1798 bis 1799 begannen die wissenschaftlichen Erforschungen. Dem Mischwesen in der Gestalt eines Löwen mit dem Kopf eines Menschen fehlte schon vor den Feldzügen die Nase, die bis heute nicht ersetzt wurde. Damit haben sich die Gerüchte, dass die Nase den Gefechtsübungen der Truppen zum Opfer gefallen ist, als falsch erwiesen. Die mit Napoleon in das Land Ägypten gekommenen Wissenschaftler stellten die Sphinx schon damals ohne Nase dar. Napoleon selbst sprach von dem Land als „Wiege der Wissenschaften und Künste der gesamten Menschheit“.

Ein Rundgang in Ehrfurcht und Demut entlang der Pyramiden von Gizeh.

Was bleibt von uns?


Viel zu schnell verrinnt die Zeit. Die Rückfahrt führt uns wieder an der Küste des Roten Meeres entlang. Und betübt mich sehr. Ein beträchtlicher Teil der Küste wurde mit weitreichenden Hotelanlagen dicht an dicht bebaut. Sie sind mit Mauern umzäunt und gleichen kleinen Städten, bzw. Geisterstädten. Denn sie befinden sich oft im Bau, oder wurden nicht weiter gebaut und stehen leer. Von unberührter Natur ist hier leider nicht mehr viel zu sehen. Investoren gehen sogar so weit, dass sie im Streit mit der Konkurrenz um die besten Plätze, Bootsstege oder gleich ganze Hotelkomplexe auf das Riff bauen lassen. Das macht micht traurig, dass das Land wegen des Touismus so in Mitleidenschaft gezogen wird. Gerne möchte ich die Natur erforschen und die Kultur durch Land und Leute kennen lernen, aber möglichst ohne meinen ökologischen Fußabdruck zu hinterlassen. Ein weiteres leidiges Thema ist der Umgang mit dem Müll in Ägypten. Gerne würde ich es vermeiden, doch es ist allgegenwärtig und somit möchte ich es auch an dieser Stelle nicht totschweigen. 80% des Abfalls landen auf unsortierten Deponien. Nicht nur, dass diese Berge von Müll auf der Straße, in der Wüste und dem Gewässer dem Tourismus schaden- der Abfall wird durch die Einwirkung von Wärme, Wind und Wasser zerrieben und endet als Mikropartikel in die Nahrung von Mensch und Tier. Grund für dieses Scheitern des Abfallsystems ist sicher, dass der Sektor der Abfallentsorgung unterfinanziert ist. Und das, obwohl die Bürger mit Abgaben zur Müllabfuhr durch die Steuerlast belangt werden. Eine Plastikflasche benötigt etwa einen Zeitraum von 1000 Jahren, bis sie verrottet. Wenn ich auf der einen Seite sehe, was von der Kultur der alten Ägypter nach tausenden von Jahren erhalten geblieben ist, will ich mich nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass dieser Plastikmüll das sein wird, was nach vielen Jahren von unser Kultur übrig bleibt.

Genug davon. Ich möchte meinen Bericht auf keinen Fall zu eurozentrisch verfassen, denn dazu habe ich viel zu wenig Hintergrundinformationen. Unsere Busfahrt entlang der Küste wird durch ein paar sehr schöne Momente begleitet. In der Ferne sehen wir im Meer einen Schwarm Delphine. In warmen Orange- und Rottönen geht die Sonne über der Wüste unter. Wie gerne würde ich die Nacht hier draußen verbringen unter dem Himmelszelt mit seinen, fern ab der Zivilisation, riesig erscheinenden Sternen.

Auf der traumgleichen Insel

Den nächsten Tag verbringen wir am Strand von Hurghada beim Schnorcheln und mit netten Gesprächen mit unseren Mitreisenden. Am Morgen unseres letzten Tages steigen wir noch einmal auf das Schiff. Unser Ziel ist die Insel Mahmya. Sie ist bekannt für ihren feinen Sandstrand und das türkisblaue Wasser, in dem sich eine faszinierende Unterwasserwelt verbirgt. Wir relaxen unter mit Palmenblätter bedeckten Sonnenschirmen. Beim Schnorcheln erkunden wir die Korallenriffe und die zahlreichen, farbenfrohen Fische.

Am Abend zieht es uns noch einmal hinaus in die ägyptische Nacht. Entlang der belebten Sharaton Street schlendern wir vorbei an den Läden und genießen den warmen Windhauch der die immernoch warme Temperatur sehr angenehm erscheinen lässt. Das Gefühl dieses Windhauchs, der mir durch das Haar fährt, speichere ich ab in meinen Gedanken. Er wird mich immer erinnern an die Tage und die zahlreichen aufregenden Erlebnisse in Ägypten, die mich so bewegt haben. Die Gebetsrufe aus den Minaretten hallen durch die sternenklare Nacht und intensivieren diese mystische Stimmung. Besonders beeindruckt bin ich von einem Laden, der neben orientalischen Lampen auch Antiquitäten führt, wie alte Krummdolche und Öllampen. Nun fühle ich mich vollständig in eine Geschichte aus 1001 Nacht versetzt.

“An dieser Stelle unterbrach das Morgengrauen Schahrasad und sie hörte auf zu erzählen.

Aus den Geschichen aus 1001 Nacht
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Pictures by Maximilian Hagstotz

NORDWÄRTS

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Mirima-Nationalpark

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Wir setzen unseren Weg Richtung Norden fort. Kununurra ist im äußersten Nordosten des Bundesstaats Western Australia gelegen. In den Außenbezirken der Stadt finden wir den Mirima-Nationalpark, der von den Anwohnern auch als “Mini-Bungle Bungle” betitelt wird. Das liegt daran, dass die karminroten Sandsteinhügel in der Form von Bienenkörben denen im Purnululu-Nationalpark wirklich sehr stark ähneln. Die Fläche dieses Parks entspricht allerdings nicht mal einem Prozent seines großen Bruders. Eben die Miniaturausgabe. Sehr interessant ist es dort trotzdem, da ein kleiner Lehrpfad die dort wachsenden Pflanzen sehr aufschlussreich beschreibt und auchderen Nutzung. Das ist ein absoluter Vorteil gegenüber den großen Nationalparks. Wie oft habe ich schon Pflanzen gesehen, die mich fasziniert haben, doch ich keine Ahnung hatte, was das eigentlich ist. So nehme ich mir vor, es später nachzuschlagen, was ich dann doch meist vergesse. Die Schilder sind so schön gestaltet, dass ich mir einen Laden herbei wünsche, der die Produkte in diesen nostalgischen Verpackungen vertreibt. Die Felsformationen sind ebenfalls sehr beeindruckend. Vier Walkingtrails führen durch das Gelände und bieten außerdem einen guten Blick über Kununurra.

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Purnululu-Nationalpark

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Die Livistona-Palmen können eine Höhe von bis zu 12 m erreichen und wachsen entlang des ausgetrockneten Bachbetts und auf  den Felsen an den unmöglichsten, steilsten Plätzen.

Wir verbringen die Nacht auf einem Campingplatz vor dem Purnululu-Park. Gerade als wir unser Abendessen in der Dunkelheit genießen wollen, raschelt es hinter uns. Und es ist kein Wallaby. Es muss etwas größeres sein. Langsam kauend schlendert ein mächtiger Bulle auf uns zu. Er hat einen friedlichen Gesichtsausdruck, doch die Mimik von Rindern zu lesen ist eine Kunst für sich. In meinen Kopf hat sich ein Erlebnis meiner ersten Australienreise eingebrannt. Wir haben Rinder mit den Pferden zusammen getrieben und sie wurden in kleinen Yards sortiert. Vor mir stand ein gewaltiger Bulle und visierte mich. Ehe ich mich versah, stürzte er auf mich zu und rammte seinen Kopf mit voller Wucht in die Metallstäbe, die uns trennten. Zum Glück, denn sonst könnte ich jetzt sicherlich nicht mehr hier sitzen und von meiner Reise berichten. Ich wedle mit dem Hut und vertreibe den Bullen mit meiner Stimme. Nach ein paar Trabschritten verlangsamt er das Tempo jedoch wieder und grast gemütlich vor den Toilettenanlagen. Die Betreiber des Campingplatzes feiern gerade ein Schlachtfest. Kinder tollen umher und blieben wie angewurzelt stehen, als sie den Bullen entdecken. Aufgeregt rennen sie zurück auf das Fest. Sie kehren zurück mit einer Frau. Sie schreitet zielsicher auf den Bullen zu und streichelt ihn zwischen den Hörnern. Er hebt den Kopf und genießt es sichtlich. Na schön, der erste Eindruck war also richtig. Der Bulle gehört hier wohl  zum Campingplatz wie ein Hütehund. Aber man weiß ja nie.

Bei Sonnenaufgang machen wir uns auf. Am Vortag haben wir uns noch mit unseren Nachbarn auf dem Campground unterhalten, die uns vor dem unwegsamen Gelände in den Park warnen. Zurecht. Der Weg schlängelt sich in Serpentinen durch die Landschaft und als wir endlich bei der Parkinformation ankommen, ist uns beiden richtig übel. Doch der Erkundungsdrang ist stärker. Angekommen im Purnululu-Park folgen wir zum Einstieg der Wanderrute namens Echidna-Chasm. Die Felsformationen sind einzigartig und gehören nicht wurden nicht ohne Grund als UNESCO-Weltkulturerbe gelistet. Der Weg führt uns etwa zwei Kilometer durch enge Felsschluchten. Der Sandstein ist mit Kieseln und Flechten bedeckt und hat sich vor etwa 419 Millionen Jahren gebildet.

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Echidna-Chasm

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Bungle Bungles. Die runde Form ist durch die starken Witterungseinflüsse während der Regenzeit entstanden. Sie sind auf der Südroute zu finden. Nach dem Abendspaziergang zum Cathedral-Gorge sehen wir uns noch den Sonnenuntergang an.

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Auf dem Weg zum Cathedral Gorge

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Details

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Cathedral Gorge

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Australian Bustard

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WILDNIS

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Cockburn Range

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Regenbogen Bienenfresser

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Langsam erreichen wir das Ende der Gibb River Road. Einerseits genießen wir die wilde Schönheit der Gegend und die abenteuerliche Fahrt auf den Schotterstraßen, andererseits freuen wir uns aber auch auf die befestigten Straßen, damit das permanente Rütteln während der Fahrt ein Ende hat. Der Geräuschpegel während der Fahrt kann nach einigen Tagen schon sehr anstrengend werden. Aber wie gesagt- die Landschaft, durch die unsere Reise führt, macht einiges wieder wett. Nach einem Frühstück auf dem Campingplatz der Mount Elizabeth Station in der Gesellschaft von Wallaby “Chloe” und eines vorwitzigen Federviehs, das es auf mein Frühstück abgesehen hat, setzen wir unseren Weg fort. Natürlich nicht ohne noch einmal ausgiebig den weichen Pelz des zahmen Wallabies gekrault zu haben.

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Pigeon Hole Lookout mit Blick auf den Chamberlain River

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Unser nächstes Ziel ist der El Questro Wildnispark. Eigentlich bin ich immer skeptisch gegenüber touristischen Attraktionen. Und obwohl die einstige Rinderfarm sehr auf Tourismus ausgerichtet ist, bin ich trotzdem begeistert. Der Campingplatz ist direkt an einem kleinen Fluss gelegen, der bei der Hitze sehr zu einem Bad einläd. Vorausgesetzt dass einen die kleinen Fische nicht stören, die gerne mal an einem herumknabbern. Um das Wasser herum lassen sich auch verschiedene Vogelarten wie Corellas oder die farbenfroh schillernden Lories gut beobachten. Mittags essen wir in dem Restaurant. Was soll ich sagen. Australien hat so viele Facetten, die eine Reise wirklich lohnen. Was die australische Küche betrifft, so sollte man als Europäer vielleicht nicht zu große Erwartungen haben. Gleich drei Kookaburras gleichzeitig leisten uns Gesellschaft in der Hoffnung, dass auch etwas für sie abfällt von unseren Speisen. Am Abend fahren wir zu dem sogenannten “Pigeon Hole Lookout”. Von dort aus hat man einen wunderbaren Ausblick über das Areal und begreift erst wirklich, wie gigantisch groß El Questro eigentlich ist. Es umfasst bald fünf mal die Fläche von Berlin. Am Abend besuchen wir noch die Bar und lassen den Tag entspannt bei Gitarrenmusik und einem `Stubbie´Bier ausklingen.

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Früh am nächsten Morgen brechen wir auf. Unser Ziel ist das El Questro Gorge. Schon der Weg dort hin ist spektakulär.

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Auch an unserem 2. Tag in El Questro können wir nicht genug bekommen von dem Blick über die Kimberley Region

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Die Tage vergehen wie im Flug. Den letzten Tag beginnen wir in den Zebedee Thermal Springs. Sie sind nur bis mittags geöffnet und es lohnt sich früh aufzustehen, da der Andrang sehr groß ist. Inmitten von riesigen Livistonia Palmen befinden sich kleine Pools, die sich kaskadenförmig furch die Felsen schrauben. Im Gegensatz zu den meisten anderen Gorges ist das Wasser in den Zebedee Springs sehr warm. Oben ist das Wasser am wärmsten uns kühlt auf seiem Weg nach unten etwas ab. Dem Wasser wird eine heilende Wirkung nachgesagt.

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Zebedee Springs

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Der berühmteste Anlaufpunkt auf El Questro ist wohl das Emma Gorge. Es führen gut gekennzeichnete Wege durch die felsige Landschaft in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Auch wenn der Weg etwas lang erscheint, so lohnt er sich am Ende auf jeden Fall. Das kalte Wasser ist erfrischend, auch wenn diese Erfrischung bei den heißen Temperaturen nicht lange vor hält. Der Blick auf die Felsen, die ein beeindruckendes Farbspiel je nach Lichteinfall bieten und über die kleine Rinnsäle herabfallen, ist sehr faszinierend. Auf dem Rückweg bin ich einen Moment unachtsam und stürze. Wie schnell doch ein Misgeschick Pläne durchkreuzen kann. Zum Glück kann ich mich noch abstützen, bevor mein Kopf auf dem Stein aufschlägt und so sind nur meine Knie in Mitleidenschaft gezogen. Die Rast für die Glieder kommt mir auf der  anschließenden Fahrt nach Kununurra sehr gelegen.

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Emma Gorge

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PERLENSTADT

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Cable Beach in Broome

Wir würden gerne länger bleiben. In der Pilbara Region haben Geologen anhand der 3,52 Milliarden Jahre alten Mineralien das älteste Festland unseres Planetens nachgewiesen. Die bizaren Formen und die Farbenvielfalt der karminroten Felsen, die von Reichtum an Eisenerz zeugen, faszinieren uns sehr und wir können uns nur schwer loseisen. Wir folgen der von Spinifex-Gras und Termitenhügeln gesäumten, wüstenähnlichen Landschaft Richtung Norden. Unser nächstes Ziel ist die Hafenstadt Portheadland. Dort angekommen, wünschen wir uns einmal mehr zurück in die urzeitliche Landschaft, die wir zuvor erkunden durften. Port Headland ist aus einer Mienenstadt entstanden und bietet nicht wirklich Anreiz dort zu verweilen. Wir nutzen lediglich die Gelegenheit, um unseren Lebensmittelvorrat wieder aufzustocken und setzen unseren Weg dann fort. Beide haben wir den Eindruck, dass in dieser Stadt gewisse Spannungen wahrnehmbar sind. So setzen wir die Reise Richtung Broome fort. Eine lange Reise.

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Das “Sun Pictures” ist das weltweit älteste Kino,  das heute noch in Betrieb ist.

Die Stadt Broome war einst bekannt als die “Perlenhauptstadt der Südhalbkugel” und was andernorts als `Goldrausch´bezeichnet wurde, war hier die Besessenheit, die schönsten und größten Perlen zu finden. Zahlreiche neue Siedler wurden mit der Aussicht auf Arbeit auf einem Perlen-Lugger nach Australien gelockt. Der Japanische Friedhof zeigt, dass dies keine leichten Aufgaben waren, die die Perlentaucher erbringen mussten. Das Aufkommen von Kunst- und Zuchtperlen stürzte die Region in die Kriese und Broome hatte wirtschaftlich keine Bedeutung mehr. Im 2. Weltkrieg setzte ein Bombenangriff der Stadt zusätzlich zu. Heute ist die Perlenindustrie in kleinerem Ausmaß zurück gekehrt.

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Broome hat einiges an Freizeitaktivitäten zu bieten. Besonders bekannt ist der Cable Beach. Den ungewöhnlichen Namen trägt er, da die ehemaligen Telegraphenleitungen zwischen Broome und der Insel Java hier entlang führten. Der weiße Sand des Strands bildet einen unwirklich erscheinenden Kontrast zu der vorherschenden Farbe des Bodens: Einem tiefen Rot. Bei um die 40°C schließen wir unser einer Kamelsafari entlang des endlos erscheinenden Strands. In meiner Erinnerung ist ein Ritt auf einem Kamel sehr holprig und nicht wirklich zu genießen. So bin ich recht postitiv überrascht, dass der Ritt sich doch weit angenehmer gestaltet, als erwartet. Sicher würde ich ein Pferd für einen Ausritt noch immer bevorzugen. Aber auf diesem hochbeinigen Tier dem Sonnenuntergang entgegen zu reiten, hat durchaus seinen Reiz. Der Cable Beach ist zu bestimmten Zeiten mit Fahrzeugen mit Allradantrieb befahrbar. Erschöpft von dem Ritt in der Hitze und den weiteren Erkundungstouren durch die Stadt, lassen wir den Tag entspannt bei einem Picknik am Strand ausklingen und wir warten, bis die spektakuläre rote Sonne in das Meer eintaucht und versinkt.

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WUNDERLAND

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Ein früher Aufbruch in Exmouth. Dieser Himmel ist es auf jeden Fall wert, früh aus den Federn zu kommen.

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Teppiche von Wildblumen säumen unsere Wege durch das Outback.

Wir beginnen unsere Reise in Exmouth früh, denn wir sind uns dessen bewusst, was vor uns liegt: Eine lange Autofahrt entland des North West Coastal Highway bis zu unserem nächsten Ziel. Doch die Strecke der Pilbara Region von der Küsten in das Inland ist wieder einmal faszinierend. Die flache Gegend wird nach und nach zu einer bergigen, felsigen Landschaft mit in der heißen Sonne rot leuchtenden Erde. Der Boden erzittert nur so, wenn einer der bis zu  53,50 Meter langen Roadtrains unseren Weg kreuzt. Die Gegend ist reich an Bodenschätzen und die Aufgabe der Roadtrains ist, die abgebauten Rohstoffe zu den Häfen nach Dampier oder Port Headland zu transportieren. In Tom Price bietet sich uns ein spektakulärer Panoramablick über die Stadt und die Hamersley Ranges vom Gipfel des Mt. Nameless aus. Erst am Abend erreichen wir unser Ziel: Den Karijini National Park. Wir campen die Nacht auf dem Campingplatz am Dales Gorge.

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Es zahlt sich aus früh auszustehen und ein morgendliches Bad in einem der Gorges zu nehmen und sich so etwas Abkühlung zu verschaffen, bevor die üblichen Tagestemperaturen erreicht werden. Es führen einige Wanderwege durch die tiefen Schluchten und es finden sich immer wieder faszinierende Aussichten auf die roten Felsen des Parks, die zusammen mit der Pflanzenwelt an ein Land lange vor unserer Zeit erinnern Auf den Felsen entdecken wir immer wieder Echsen, die sich in der Sonne aalen und durch ihre Färbung perfekt getarnt sind. Wir haben leider etwas Zeit verloren, durch unseren Aufenthalt in Exmouth, der sich unerwartet etwas in die Länge gezogen hat. So blieb uns nur ein Tag an diesem magischen Ort. Es lohnt sich allerdings etwas mehr Zeit mitzubringen.

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*ad/ Werbung durch Orts- und Namensangaben

HINTERLAND

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Wenn man eine Reise tut, so trifft man von Zeit zu Zeit auf Gleichgesinnte. Man tauscht sich aus über die Reisepläne und gibt, bzw. erhält auch gerne die ein oder andere Empfehlung. So geschehen ist uns das in der Shark Bay Region beispielsweise. Eine Amerikanerin schwärmte uns dort so vor von einer Übernachtungsmöglichkeit namens Bullarra Station, dass wir diese Unterkunft in unserer Reiseplanung mit berücksichtigen. Erst spät in der Nacht erreichen wir unser Ziel. Gerade noch wundern wir uns, wer denn hier große Steine auf die Zufahrtsstraße der Ranch gelegt hat, da sehen wir, dass der vermeintliche Stein bei genauerer Betrachtung mit den Ohren wackelt. Die farblich der roten Erde angepassten Kühe sehen liegend in der Dunkelheit durch ihre Silhouette wirklich ein wenig aus wie ein Stein. Tatsächlich ist der Hof so spät abends noch belebt. Nach dem wir uns angemeldet haben, verweilen wir noch eine Weile mit Reisenden aus Südaustralien in der Küche. Doch dann gehen wir zu Bett. Wie schön es ist, auf dem Autodach zu schlafen. Über uns dieser gigantische Mond, der auf dem Rücken liegt und millionen von Sterne, die mitten im Nirgendwo und ohne all die künstliche Beleuchtung so viel größer und klarer erscheinen. Nur wir, die warme Nachtluft und dieser beeindruckende Sternenhimmel.

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Tags darauf sehen wir uns erst eimal um auf der Station. Wir beginnen den Tag so, wie unsere amerikanische Bekannte es uns empfohlen hat: Mit Kaffee und frisch gebackenen Scones mit Marmelade und Sahne. Wir bewundern, mit wie viel Liebe zum Detail alles hier gestaltet wurde. Auf einem alten Herd neben unserem Tisch steht ein großer Strauß mit Wildblumen und überall auf dem Gelände sind nette, handwerkliche Spielereien zu finden. Wir werden sehr aufmerksam umsorgt und können unseren Aufenthalt in vollen Zügen genießen. An unser Frühstück schließen wir noch einen kleinen Spaziergang an. Wir wandern über den von der Sonne verbrannten, roten Boden und sehen neben den Rindern und Pferden unterschiedliche Vögel wie Corellas und winzige Finken, die durch die trockenen Büsche huschen. Mein Opa hat Vögel gezüchtet, als ich noch klein war und sie haben mich immer schon fasziniert. Ich bin mir sicher, dass auch er begeistert gewesen wäre, wenn er seine geliebten Nymphensittiche in freier Natur hätte bewundern können.

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MEERESGEYSIRE

mia_und_ich_ontheroad_westaustralien_blog_reise_travelIMG_5257Was bei einem Roadtrip durch Australien in Kauf genommen werden muss, sind die gewaltigen Entfernungen, die gut und gerne endlos erscheinen. So ergeht es uns bei der Strecke zwischen der Shark Bay Region und dem Ort Carnarvon. Die Straße zieht sich hier oft schnurgerade durch die Landschaft und scheint in der etwas trostlosen Landschaft nahezu unendlich. Interessant ist allerdings, wie häufig sich die Vegetation innerhalb der Strecke verändert. Der Boden um Carnarvon ist sehr fruchtbar und so ist es nicht erstaunlich, dass dort eine große Vielfalt an Obst angebaut wird. Natürlich musste ich das testen und ich bin begeistert. Mein Testobjekt ist die in Australien gezüchtete Apfelsorte namens `Bravo´. Schon als Kind war habe ich die `Roten Delicious´Äpfel aus Opa´s Garten geliebt und die Sorte`Bravo´ toppt ihn sogar noch mit seiner dunkelroten Schale und dem sehr hellen, fast schon weißen Fruchtfleich. Dabei geht es mir natürlich nicht um die Äußerlichkeiten. Der Geschmack ist einfach unbeschreiblich. Er schmeckt förmlich von der Sonne geküsst und die knackige, saftige Konsistenz ergänzt dies wunderbar. In Carnarvon habe ich also meine neue liebste Apfelsorte gefunden. Doch ansonsten sehen wir nicht viel davon, denn wir verbringen hier nur die Nacht und setzen unsere Reise am Morgen fort.

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Unser Weg führt uns durch die Schaffarm in Quobba. Dort erwartet uns das Naturschauspiel der Blowholes. In Höhlen, welche sich in den Klippen befinden, sammelt sich Wasser und wird je nach Wasserstand und Wellenbewegung nach oben gedrückt. Wir hatten Glück und konnten diese Meeresgeysire in voller Aktion bewundern. Zahlreiche Lebewesen wie Krebse und kleine Fische finden in den ausgeschwemmten Felsen, die oft wie eine bizarre, ausserirdische Landschaft erscheint, ihre Heimat.

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Die bizarr ausgewaschenen Felsen erscheinen wie eine Landschaft eines andern Planeten.

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Erst am späten Nachmittag erreichen wir Coral Bay. Immer wieder ist es interessant, wenn man stundenlang nichts und niemanden ausser ein paar vereinzelten Autofahrern sieht, in Ballungsgebiete gelangt. Nur diesmal sind wir besonders überrascht über den Andrang. Wohin man auch blickt schlendern überall entpannt junge Menschen umher, Musik schallt über den Strand und einige Leute machen es sich bereits auf einer Decke mit einer Flasche Wein gemütlich und fiebern dem Sonnenuntergang entgegen. Wir sind total ermüdet und verschwitzt von der Fahrt. So springen wir sofort bewaffnet mit Schnorchelausrüstung ins Wasser um uns zu erfrischen. Was wir dort erleben, versetzt uns abermals in Staunen. Denn sofort befinden wir uns mitten im Riff und eine Vielzahl unterschiedlicher Fische tummelt sich um uns herum. Wir hören leise Knuspergeräusche und sehen, dass einige Papageienfische an Korallen knabbern. Die Zeit vergeht rasend schnell und wir würden diese fabelhafte Unterwasserwelt am liebsten gar nicht mehr verlassen. Die Abendfrische zwingt uns dann aber doch dazu. Frierend in Handtücher eingehüllt warten dann auch wir auf den großen, pastellfarbenen Ball, der in das Meer eintaucht und den Tag beendet.

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DAS KAISERLICHE BAD

Wieder ist ein Jahr vorbei. Im April wiederholt sich unser Jahrestag bereits zum 6. Mal und so stehe ich abermals vor der Frage: “Was soll ich ihm schenken?” Etwas materielles? Wenn ich dann die Wunschliste meines Freundes durchgehe, merke ich schnell, dass das wenig romantische Geschenke werden würden, sondern eher praktische. Also finde ich es schöner ein Geschenk zu machen, bei dem man etwas Zeit zu zweit verbringen kann. Und gemeinsame Erlebnisse verbinden. So habe ich mir überlegt, dass wir ja mal dieses “Wellness-Ding” ausprobieren könnten, von dem alle so schwärmen. Direkt im Anschluss an die Tage in Venedig war das auch wirklich eine gute Idee, um uns von den zahlreichen Erkundungstouren durch die Stadt ein wenig zu erholen und die schmerzenden Füße zu kurieren.

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Auch wenn Wellness gerade erscheint wie eine Erfindung der Neuzeit geht dieser Badekult doch weit zurück in die Zeit um 2.500 v. Chr. in die Kultur der Indus. Es muss damals schon Badeanlagen gegeben haben, die wohl nicht nur der Reinigung, sondern auch dem Vergnügen gedient haben sollen. Das Antike Griechenland und später das Antike Rom war ebenfalls bekannt dafür, dass des Körperbewusstsein dort schon weit verbreitet gewesen sein muss. Es gab nicht nur Badeanstalten für die Allgemeinheit, sondern auch in Privatäusern muss es Wannen und Waschbecken gegeben haben. Die Badeanlagen ließen sich bereits temperieren und man erkannte die jeweiligen Vor- und Nachteile des Badens in warmem oder kaltem Wasser. Im europäischen Raum geriet Körperhygiene zur Zeit des Mittelalters bekanntlich wieder völlig in Vergessenheit, was Krankheiten und Seuchen zur Folge hatte. Erst durch Kreuzfahrer wurde die Badekultur neu entdeckt in den islamischen Ländern. Zahlreiche Maler haben sich dadurch inspirieren lassen.

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Aber erst einmal zurück in das Hier und Heute. Kössen in Österreich ist Schifahrern sicher am ehesten ein Begriff. Doch uns verschlägt es dort bei sommerlich warmen Temperaturen und strahlendem Sonnenschein hin. Und wir staunen nicht schlecht, denn uns erwartet ein regelrechter Palast, der die kommenden Tage unsere Bleibe sein wird. Die goldenen Kuppeln reflektieren die Sonne und lässt das ganze Anwesen noch prunkvoller erscheinen. Auch das Interieur in unserem Chalet ist sehr geschmackvoll gewählt und verbindet neue Elemente mit Traditionellem, wie beispielsweise der Verwendung von Zirbenholz. Die Zirbe wächst nur im Hochgebirge und sondert einen ganz besonderen Geruch ab. Bei Interesse an diesem Gehölz kann ich den Zirbenweg auf dem Patscherkofel ans Herz legen. An der Wand unseres Zimmers hängt über dem schlichten Sofa ein nostalgisches Bild einer Trachtlerin, das natürlich wunderbar in diese Alpenregion passt.

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Wir durchwandern während unseres Aufenthalts allerdings viele Themenbereiche und glatt könnten wir vergessen, dass wir in uns nicht im fernen Marrakesch, sondern im ländlichen Österreich befinden. Um dem herrlichen Wetter zu fröhnen, gibt es einen groß angelegen Außenbereich  mit mehreren Bade- und Liegemöglichkeiten. Ansonsten hat es mir vor allem das schön gestaltete Becken angetan, über dem sich eine Metalltreppe hoch zu einem Liegebereich windet, das Dampfbad, in dem es nach Blüten duftet und die Infarotkabine, bei der sich die Bestrahlung hauptsächlich auf die Wirbelsäule konzentriert. Unser Mittagessen genießen wir auf der Terasse mit Blick in die Bergkulisse, während nebenan einige Haflinger gemütlich grasen. Selten haben wir ein so gut organisiertes Team an Personal erlebt wie hier. Das Abendessen war perfekt nach saisonalen Gesichtspunkten abgestimmt und das Frühstücksbuffet mit frischem Obst und Honig aus der Wabe ließ ebenfalls keine Wünsche offen.

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Unser Fazit ist, dass es uns sicher wieder einmal in diese schöne Gegend ziehen wird um zu Wandern oder auch an den nahe gelegenen Walchsee. Jetzt wird es erst einmal schwer, sich nach all dem Gesehenen und Erlebtem in Venedig und der vollkommenen Entspannung im Kaiserwinkl, sich wieder in den Alltag einzufinden.

 

INSPIRATION:

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Jean Léon Gérôme | Femmes au bain

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John Reinhard Weguelin | Reflection

BUCHT DER HAIE

Fast 600 km von unserem Ausgansort Perth entfernt erreichen wir Kalbarri. Wie so viele Regionen Australiens ist der Ort nur spärlich besidelt und lebt hauptsächlich vom Tourismus. Von den im Sommer oft erreichten 40°C bemerken wir recht wenig. Es ist nasskalt, seltsam schwül und regnet immer wieder mal . Trotzdem sind wir fasziniert von der Region. Steile Küsten und der Island Rock liegen uns zu Füßen und erinnern mich ein wenig an die Gegend rund um die Great Ocean Road. Bei unseren Erkundungen entland der gewaltigen Abründe bleibt ein etwas mulmiges Gefühl nicht aus und hält uns davon ab, zu dicht an die Gefälle heran zu treten. Überall blühen Wildblumen in der rauhen, felsigen Fauna und säumen unseren Weg ebenso wie flinke, vorwitzige Echsen. Im Wasser- wenn man ganz genau hinsieht- springen immer wieder übermütige Wale empor und landen mit gewaltigen Bauchplatschern im Meer.

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Auch das Rainbow Valley kommt mir bekannt vor- zumindest was den Namen betrifft. Denn auch auf meiner ersten Reise durch das Zentrum Australiens begegnete uns ein gleichnamiges Naturwunder. Das westaustralische Rainbow Valley erstreckt sich jedoch nicht inmitten von rotem Wüstensand, sondern ist an der Küste des Indischen Ozeans gelegen. Keineswegs ist es jedoch weniger beeindruckend. Ein Rundweg lässt uns eintauchen in eine völlig andere Welt. Verschiedenfarbige Gesteinsschichten haben sich im Laufe der vielen Jahre und durch die Einwirkung des Meerwassers formiert zu spektakulären, marmorierten Kunstwerken. Fast könnte ich vergessen, dass ich mich noch auf der Erde aufhalte und nicht eien fremden Planeten erkunde. Die Schattierungen von bald weißem Gestein überlagern sich mit tiefrotem, eisenhaltigen, um plötzlich in tief schwarzes überzugehen. Das kristallklare Wasser ist Heimat farbenfroher Krebse, die sich in den Aushöhlungen des ausgewaschenen Gesteins niedergelassen haben. Immer wieder verliebe ich mich aufs Neue in dieses wilde Land und seine weitgehend unberührte Natur.

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Tags darauf erkunden wir die Kolonie von Stromatoliten in Hamlilton Pool. Was das ist? Darauf bin ich in meinem Beitrag über CERVANTES eingegangen. Besonders beeindruckend neben dem Rainbow Valley finde ich den Shell Beach. Er erstreckt sich 10 km enlan der Shark Bay Region. Er besteht aus einer bis zu 10 m dicken Schicht aus Milliarden von Herzmuscheln. Durch Witterungseinflüsse wurde Kalziumkarbonat aus den Schalen herausgelöst und verband sich zu einem zementartigen Material. Bis in die 1950er Jahre wurde dieser Stoff wie in einem Bergwerk abgebaut und beispielsweise für den Bau der Kirche in Denham benutzt. Heute zählt die Shark Bay Region zum UNESCO Weltkulturerbe. Grund dafür ist die Vielfalt der dort lebenden Tierarten. Wie der Name schon vermuten lässt, ist Shark Bay Heimat zahlreicher Haiarten und das größte Aufkommen von Tigerhaien ist hier zu finden. Delfine, Gabelschwanzseekühe, Meeresschildkröten, Seeschlangen und Rochen sind ebenfalls hier beheimatet. Der Eagle Buff Aussichtspunkt erweist sich für die, die ganz genau hinsehen und bestenfalls mit einem Fernglas bewaffnet sind als wahrer Segen für Entdecker.

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Der bekannteste Ort der Region ist wohl Monkey Mia. Über die Jahre wurden die neugierigen Delfine durch Angler in der Bucht angezogen. Immer wieder fielen Fischabfälle oder für den Fang zu klein geratene Fische den gefräßigen Meeressäugern zu. Zwischenzeitlich haben sie abnorme Verhaltensformen entwickelt. Um die Fütterung zu kontrollieren und die Tiere zu erforschen hat sich eine Forschungsstation angesiedelt. Die Tiere werden zur Unterhaltung der Touristen angelockt und einige Daten und Fakten werden den Zuschauern erklärt. Aber ehrlich gesagt sind mir solche Veranstaltungen zuwider. Es wird viel Wirbel um nichts gemacht. Inmitten der Menschenmassen kann man die Delfine aus großer Entfernung auch nur erahnen. Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin absoluter Gegner von Tiershows. Aber der hohe Eintrittspreis ist für das Angebot einfach utopisch. Fern ab von all dem Trubel und den hysterischen Touristen auf der krampfhaften Suche nach dem perfekten Fotomotiv, haben wir aber doch noch eine zufällige Begegnung mit einem Delfin. Ganz plötzlich taucht eine Rückenflosse direkt neben uns auf. Er folgt uns ein paar Meter. Dann ist er verschwunden. Eine kleine Geste für den Delfin. Ein perfekter Ausklang des Tages für uns.

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