FRÜHLINGSFARBEN 2018

Auch wenn im Moment der Winter wieder die Oberhand gewonnen hat: der Frühling steht vor der Türe. Bereits im September des Vorjahres hat PANTONE® den halbjährlichen Fashion Color Trend Report für das Frühjahr 2018 bekannt gegeben. Die Pantone LLC ist eine weltweit anerkannte Autorität bezüglich professioneller Farbstandards für die Designbranchen. Es wird also allerhöchste Zeit, dass ich Farben für den Frühling dieses Jahres vorstelle.

Brauntöne

Auch wenn sich der Herbst längst verabschiedet hat, bleiben uns erdige Farbtöne auch im Frühjahr erhalten.

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PANTONE 18-1028 Emperador

Wirkung: Der kräftige Ton von dunkler Schololade ist der absolute Gegenpol zu dem, was allgemein als Frühlingsfarbe wahrgenommen wird. Er ist ehrer schwer und bringst Substanz in die Farbpalette des Frühlings 2018.

Kombination: Der Ton lässt er sich durch seine Tendenz in das Rötliche sehr gut kombinieren. Sehr weich und feminin wirkt der Braunton beispielsweise zusammen mit Haut- und Goldtönen. Er passt außerdem zu nahezu allen Blaunouancen von Hellblau über einen Marineton bis hin zu einem kühlen Türkis.

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PANTONE 15-1214 Warm Sand
Wirkung: Dieser neutrale Beigeton ist ein Klassiker, der sich unabhängig der Saison einsetzen lässt.

Kombination: Eine sehr schöne und edle Kombination ist immer die mit Rottönen. Es nimmt selbst einem grellen, schreienden Rotton die Präsenz und setzt ihn in einen weicheren Kontext. Die Kombination mit Grau-und Offwhite-Tönen verleiht dem Beigeton eine cleane Wirkung und zusammen mit dunklem Blau erhält das Outfit eine nordische Kühle.

Rottöne
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PANTONE 18-1440 Chili Oil
Wirkung: Auch wenn die Farbpalette der Gewürztöne sonst eher dem Herbst zugeschrieben ist, passt sie doch auch im Frühling perfekt.
Kombination: Chili Oil ist ein Farbton, der sehr gut kombinierbar ist. So passt er zu allen metallischen Tönen, zu Puder-, Haut- und Brauntönen. Wer mehr Farbe ins Spiel bringen möchte, der trägt helles Gelb oder Blau dazu.

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PANTONE 17-1563 Cherry Tomato

Wirkung: Dieses grelle Rotorange ist etwas für Mutige und zieht ganz sicher alle Blicke auf sich.
Kombination: Da der Monochrome Look gerade sehr verbreitet ist, bietet es sich bei der Nouance ebenfalls an ihn gar nicht zu kombinieren und ihn Ton-in-Ton zu tragen. Etwas entschärft wird der Farbton durch Beige. Weiterhin lässt sich der Farbon gut mit Schwarz, Marineblau, Grau, oder Güntönen tragen.

Gelbtöne

 

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PANTONE 13-0646 Meadowlark

Wirkung:Der intensive und lebendige Gelbton erinnert an die satten Farben von Frühblühern wie Tulpen und Narzissen und verkörpert so ideal den Frühling. Die kräftige Farbe leuchtet und strahlt Selbstbewustsein und Extrovertiertheit aus.

Kombination: Gelbtöne lassen sich immer hervorragend mit Schwarz kombinieren. Etwas weniger aufdringlich wirkt die Mischung mit Grautönen. Darf es etwas mehr Farbe sein? Dann passt ein helles Blau gut zu Gelb. Erdige Beige-, Grün-, Gold- oder Brauntöne verleihen dem Farbton einen Vintage-Touch und erinnern an die 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts.

Grüntöne
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mia_und_ich_arcadia_pantone_fruehling _farben _trends_etro_paisley_kleid_asos_schleife_stiefelettePANTONE 16-5533 Arcadia
Wirkung: Eher kühl und exotisch wirkt der Grünton Arcadia. Durch seine hohen Blauanteil erinnert er an Traumstrände und macht Lust auf ferne Länder.

Kombination: Um den Eindruck von Meer und Wasser zu verstärken, ist der Ton gut mit anderen Tönen aus der Blaupalette zu kombinieren. Wärmer wirkt der Ton durch den Einsatz von Blush- oder Pudertönen bis hin zu sattem Pink. Auch mit Violetttönen entsteht eine interessante Mischung.  Ruhig und alltagstauglich hingegen wird die Farbe Arcadia im Zusammenspiel mit Brauntönen.

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PANTONE 13-0550 Lime Punch

Wirkung: Sehr laut und extrovertiert erscheint die Farbe Lime Punch, die sich stark an der Grenze von Grün und Gelb bewegt.

Kombination: Dieser Farbton wirkt wohl generell am Besten an dunklere Hauttypen. Kombinierbar ist diese zitronige Nouance mit Schwarz, Weiß-, Silber,- Grau- oder Cameltönen

Blautöne

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PANTONE 16-4132 Little Boy Blue

Wirkung: Der Azurfarbton erinnert an einen blauen, wolkenlosen Himmel an einem Sommertag

Kombination: Kombinieren lässt sich Little Boy Blue mit weiteren Blauschattierungen, Blushtönen, Terra, Weiß, Sandfarben, und Gelbtönen.

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PANTONE 19-4034 Sailor Blue

Wirkung: Der Tend, der sich auch dank des aufkommenden Denim-Tends immer wieder wiederholt ist der Matrosenlook. Sailor Blue erinnert an die Kapitänsuniformen und weckt ganz nebenbei noch die Lust zu Reisen.

Kombination: Sailor Blue lässt sich wirklich zu allem tragen. Die schönsten Kombinationen sind immer noch die mit Rottönen, Weiß oder Erdtönen. Auch schwarz ist der ideale Partner für die Farbe.

Grautöne
PANTONE 14-4202 Harbor Mist

Wirkung: Bei Harbor Mist handelt es sich um einen mittleren, taubenblauen Ton, der sehr schlicht und sophistiziert erscheint.

Kombination: Hier ist ausnahmslos wirklich alles möglich. Gerade als Kontrast zu dem leuchtenden Lime Punch ist es eine gute Wahl.

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PANTONE 11-0608 Coconut Milk

Wirkung: Dieser Offwhite-Farbton ist schlicht, neutral und saisonunabhängig.
Kombination: Gerade für einen momochromen Look bietet sich diese unbunte Farbe geradezu an. Kombinieren lässt sich Offwhite nahezu zu allen anderen Farbtönen. Besonders edel wirkt er zu kräftigen Nouancen wie Sailor Blue, ganz leicht und unbeschwert zu Lime Punch oder Rosétönen und sehr bodenständig zu einer erdigen Farbpalette.
Beerentöne
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PANTONE 12-2103 Almost Mauve
Wirkung: Das sanfte, feminine Almost Mauve ist derzeit allgegenwärtig zu finden. Nicht nur in der Mode- auch im Interieur-Design kommt dieser Farbon momentan sehr häufig zum Einatz. Dieser zarte Puderton ist für den Frühling die ideale Farbe und erinnert an blass gefärbte Blütenblätter.
Kombination: Der zarte Ton wirkt sehr elegent zu Weiß und bildet einen pudrigen Kontrast zu metallischen Farben. Ansonsten ist der Farbton ein richtiger Allrounder und universell zu kombinieren.
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PANTONE 15-1520 Blooming Dahlia
Wirkung: Der Farbton erinnert an eine zarte Engelshautkoralle oder eben eine Blüte.
Kombination: Zu Blooming Dahlia passt ein Azurblau, ein neutrales Grau oder eine Holzfarbe. Besonders leicht und frühlingshaft wirkt diese Farbe mit Weiß.
Violettöne

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PANTONE 14-3207 Pink Lavender

Wirkung: Pink Lavender erinnert an die Farbe von Flieder und dann sehr ruhig und auch romantisch anmuten.
Kombination: Der helle Farbton lässt sich auch gut mit intensiveren Violetttönen tragen. Für den Frühlingslook ist auch die Kombination mit einem Lindgrün sehr harmonisch. Beige-, Braun- und Schwarztöne sind immer ein idealer Begleiter zu Pink Lavender.
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PANTONE 17-3020 Spring Crocus
Wirkung: Etwas farbinensiver und sehr ausdrucksstark ist der Farbton Spring Crocus. Dabei handelt es sich um einen sehr extrovertierten Fuchsiaton.

Kombination: Diese Farbe Wirkt sehr fröhlich und extravagant zu Tönen wie Senf, vielen Grünnouancen, Weiß, allen Grautönen und Schwarz.

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PANTONE 18-3838 Ultra Violet

Wirkung: Ultra Violet gilt als die Farbe des Jahres 2018. Sie wirkt sehr mysthisch, geheimnisvoll und faszinierend durch ihren Stich in das Bläuliche.
Kombination:  Eine gute Kombinationsvariante ist immer die mit Schwarz- und Grautönen. Mint, Lindgrün oder Olivgrün sind ebenfalls sehr geeignet. Die Kombinationsvariante mit Rottönen unterstützt den individuellen, geheimnisvollen Charakter.

UNBUNT

Weiß ist eigentlich keine Farbe. Trotzdem kann es sehr plakativ wirken. Gerade im Moment zeichnet sich ein Trend ab, der als monochromer Chic bezeichnet werden könnte. Einer der Favoriten darunter ist der Ganz-in-Weiß-Look. Ein paar Regeln und Hintergrundinformationen erläutere ich hier.

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  1. Symbolik

    Weiß ist in den unterschiedlichen Kulturkreisen sehr widersprüchlich zu betrachten. Im europäischen Kulturkreis steht Weiß für die Unschuld und Unnahbarkeit. Auch die Reinheit und die Unendlichkeit setzen wir damit in Verbindung. Weiß steht aber auch für die Kälte und lässt uns in kunstgeschichtlicher Hinsicht sofort an die Winterlandschaften russischer Künstler denken.

  2. Nouancen

    Weiß ist nicht gleich Weiß. Und bei diesem monochromen Look sollte bedacht werden, nicht mehr als drei Farbtöne zu kombinieren. Außerdem müssen die Nouancen harmonieren. So kann ein gelblicher Weißton neben einem Reinweiß schnell verwaschen aussehen. Die Kombination von Off-White Tönen mit Cremenouancen wiederum kann sehr reizvoll wirken.

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  3. Teint

    Die Weiß-Nouancen sollten nicht nur untereinander harmonieren, sondern auch der Trägerin schmeicheln. Dunklere Hauttypen können dabei ohne Bedenken zu reinweißen Farbtönen greifen, während helleren Hauttypen in der Regel Off-White- oder Cremetöne besser.

  4. Haptik

    Damit die Weiß-in-Weiß-Kombination nicht langweilig wird sind Stilbrüche ein Muss. In der Regel gillt nur eins: Es sollte auf hochwertige Materialien zurück gegriffen werden, da der Stil sonst leicht billig aussehen kann. Ansonsten sind der Fantasie aber keine Grenzen gesetzt. Interessante Kombinationen entstehen beispielsweise durch die Mischung von Grobstick und Tüll oder steifes Leinen mit Wollstoffen.

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    HAT: The Woolmark Company | ARAN SWEATER: Vintage, similar here |SKIRT: Vintage, similar here|BOOTS: Vintage, similar here

 

ORIENTALISMUS

Schon immer schweifte die Menschheit gerne in die Ferne. Gerade zu Zeiten, als das Reisen noch sehr beschwerlich und ausschließlich den Obersten der Gesellschaft vorbehalten war, traten verstärkt Gestaltungsmerkmale aus dem Fernen Osten in der Malerei, im Kunsthandwerk und der Architektur in Erscheinung. Orientalische Darstellungen traten so bereits im Mittelalter auf. Später, im 18. Jahrhundert spielte vor allem das wertvolle Porzellan eine tragende Rolle als exklusives Importgut. In China fanden sich die Rohstoffe für Porzellan bereits in der benötigten Zusammensetzung als Bodenschatz, während hier zu Lande aufopfernd nach dem sogannten “Arkanum” geforscht werden musste. Chionoiserien erfreuten sich zu dieser Zeit größter Beliebtheit. Im 19. Jahrhundert wird der Orient von europäischen Kunstschaffenden als Ort der Dekadenz und Sinnlichkeit verstanden und diese Wahrnehmung fließt somit auch in deren Werke mit ein. Gerne in der Form von Haremsszenen. Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts beeinflusst der aufkommende Japonismus berühmte Maler des Impressionismus.

Natürlich spiegelte sich diese Faszination für fremdländische Kulturen auch in der Welt der Mode wieder. Gerade die Kleidung um 1910 ist sehr stark von einer dekadenten Form des Orientalismus geprägt. Kleidungsstücke, die an japanische Kimonos oder romantisierte Versionen von Haremsmoden erinnerten, galten als modern. Die großen Hüte verschwanden langsam aus der Modewelt und wurden durch den Turban ersetzt. Verspielte Kleider des Jugendstils mit ihrer organischen Formensprache wurden ebenfalls ersetzt durch geradlinige, geometrische Muster und die schimmernden, oft reich bestickten Stoffen im Zeitalter des Art Deco.

Und heute? Da Erleben wir nun die Rückkehr des Orientalismus in die Welt der Mode. Was sich langsam durch geknotete Stirnbänder angekündigt hat, findet sich nun in voller Formvollendung wieder im Turban. Nicht nur auf den Laufstegen wie bei der Herbst/ Winter Kollektion für 2018, die das Haus GUCCI gerade auf der Mailänder Modewoche vorgestellt hat, sondern auch im Streetstyle hat dieses Kopfbedeckung längst ihren Stellenwert gefunden. Heute liegt der Hintergrund dieses Modetrends wohl weniger an den für uns unerreichbar scheinenden Entfernungen und der experimentellen Neugier an dem unerreichbaren Exotischen, wie bei den voraus gegangenen Modebewegungen. Es ist mehr unsere Lust zu Reisen, die uns diesen Trend beschert. Schließlich sind Souveniers aus fernen Ländern immer gefragt. Und nun ist es also der Turban, der den Weg aus dem Orient in europäische Länder gefunden hat. Die Formen des Turbans sind dabei unterschiedlich. Es gibt Modelle aus Strick, die die klassischen Mützen ersetzen, oder aber edlere Varianten aus Samt und glänzenden Materialien wie der Seidenturban von GUCCI, die somit auch bei der Abendgarderobe anklang finden. Ich für meinen Teil freue mich über diesen Trend. Schon seit geraumer Zeit bin ich stolze Besitzerin einiger Vintage-Modelle in Samt und habe nun jegliche Scheu verloren, sie auch im Alltag zu tragen.

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HAT: VINTAGE | BLOUSE: ASOS |TROUSERS: GIORGIO ARMANI

 

INSPIRATION

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Frederik Arthur Bridgman

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Renoir