KREATIVE IMPULSE

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Die wartende Frau, die auf das Meer hinaus blickt. Jedoch genießt sie nicht die Aussicht über Champion Bay und Moresby Range, die von dieser Anhöhe sehr gut ist. Die Besatzung von 645 Mann des Marinekreuzers, der HMAS Sydney verschwand nach einem Gefecht 1941 im Zweiten Weltkrieg. Erst im Jahre 2008 wurde das Wrack entdeckt. Das Denkmal wurde für die Opfer des tragischen Ereignisses hier in Geraldton errichtet. Es ist eine schön gestaltete Anlage entstanden, die besonders bei Sonnenunergang einen bleibenden Eindruck bietet, wenn die letzten warmen Sonnenstrahlen des Tages diesen Ort in ein spektakuläres Licht tauchen.
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Neben der architektonisch interessanten Francis-Xavier-Kathedrale verfügt Geraldton über ein sehenswertes Museum, eine Kunstgallerie und wunderschöne Badestrände.
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Künstlerische Impule sind in der Stadt allgegenwärtig. Im westlichen Ende der Stadt finden sich neben den Cafés immer wieder die eindrucksvollen Werke von Staßenkünstlern. Die Stadt verfügt über eine vielfältige Kunst- und Kulturszene. Die Kunstwerke der ansässigen Künstler erzählen die Geschichte der Stadt und ihren Bewohnern.
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Bei schlechtem Wetter bietet sich ein Besuch in einem der zahlreichen Cafés in Geraldon an. Von Café Fleur zu The Quiet Life, Piper Lane oder The Jaffle Shack – hier solle jeder Kaffeeliebhaber etwas nach seinem Geschmack ausfindig machen können. Wer nach der  Fahrt durch das Irgendwo im Nirgendwo also schon länger keinen ordendlichen Kaffee mehr getrunken hat- dies ist die Gelegenheit für eine Kaffeepause.
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Entlang der Esplanade zu schlendern ist ein weiteres Highlight. Neben den Fuß- und Radwegen wurden Aussichtsplattformen errichtet, die auch durch einen Fahrstuhl zu erreichen sind. Der Mullewa-Wildflower-Walk ist gerade im australischen Frühjahr ein Erlebnis, wenn die zahllosen Wildblumen sich von ihrer schönsten Seite zeigen. Kostenfreie BBQ-Plätze, Spielplätze und freier Internetzugang laden ein zu längerem Verweilen. Wer Glück hat, der erspäht möglicher Weise einen Seelöwen. Während unseres Besuchs sollen sich sogar eine Buckelwalkuh und ihr Kalb in den Hafen verirrt haben. Gesichtet haben wir die Beiden jedoch nicht. Vielleicht war das aber auch schlichtweg Seemannsgarn…

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Der 34 Meter hohe Point Moore Leuchtturm, der so charakteristisch für diesen Ort ist, und die Sanddünen von denen er umgeben ist in warmes Morgenlicht getaucht.

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FRAG´ ALICE!

Music: Jefferson Airplane – White Rabbit

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Es sind Momente in denen solides Schuhwerk einfach unerlässlich ist. Um diese zwar reale, aber doch wunderbare Welt zu erkunden beispielsweise. Der deutsche Arzt Dr. Klaus Märtens hat aus dieser Intention heraus einen Schuh konstruiert, der komfortabler war als die im Zweiten Weltkrieg damals gängigen Sicherheitsstiefel. So entstand ein Schuh mit eiem weicheren Fußbett. Eigentlich sollte der Schuh die Berufsgruppen entlasten, die die meiste Zeit auf ihren Füßen im Einsatz sind. Doch als London, das Land, in dem die Doc Martens hergestellt wurden, zur Modemetropole wurde, wurden die einstigen Arbeitsschuhe zu modischnen Statements. Die neue Kampagne von Doc Martens  heißt #standforsomething. Sie waren immer schon mehr als nur ein modischer Splin. Viel mehr waren und sind sie eine Lebenseinstellung. Kaum ein Schuh hat eine solch bewegte Geschichte. Die Serie „Doc Martens For Life“ gewährleistet sogar eine lebenslange Garantie in Form einer Reparatur oder eines neuen Schuhes. Die Linie „The Vintage Collection“ wird traditionell in England hergestellt nach traditionellem Vorbild. Typisch für die Schuhe sind die Nähte, die seit jeher in einem gelben Farbton gehalten werden und die Lasche mit der Modellbezeichnung am Schaft. Eines haben sie sich alle bis heute erhalten: Den Komfort.

 

One pill makes you larger

Es ist Sommer. Die Temperaturen sind hoch und es geschehen Dinge, die sich einfach gut anfühlen. Die positiv gestimmten Menschen um mich herum lösen in mir ein Gefühl der Entschleunigung aus. In guter Gesellschaft kann ich in Erinnerungen schwelgen und neue, unvergessliche Momente beim Schwimmen und Wandern in der Natur sammeln. Abends sitzen wir zusammen. Wir grillen oder machen ein Lagerfeuer. Oder ein abendliches Picknick am Flussufer. Es geht mir gut dabei und dieses Gefühl beflügelt mich.  Es macht mich größer. Mir ist als hätte ich ein Schluck aus der Flasche von dem Trunk genommen mit der verlockenden Aufschrift: „Trink mich“. Und schon bin ich über mich hinaus gewachsen. Als stünde ich auf eiem Berggipfel mit dem Blick in das Tal. Alles sieht so klein aus von hier oben.

And one pill makes you small

Und dann? Dann erwische ich das Fläschen mit dem Gebräu, das mich kleiner macht. Von jetzt auf gleich ist dieses Hochgefühl verschwunden und ich befinde mich wieder auf dem Boden der Tatsachen. Schlimmer noch. Ich stecke plötzlich fest in Mitten von Problemen, die urplötzlich aufgetaucht sind. Ereignisse, die ich nicht geplant und nicht vorausgesehen habe, werfen mich aus der Bahn. Am liebsten möchte ich diese Barrieren ganz einfach von mir weg schieben, doch ich bin zu klein und zu schwach. Die Hindernisse rühren sich einfach nicht vom Fleck.

And you know you’re going to fall

Gerade war ich noch so voller Tatendrang und wollte die Welt verändern. Verbessern. Aber jetzt ist mir die Welt über den Kopf gewachen. Meine Lösungsansätze führen zu keinem Ziel und ich falle. Falle von meinem Berggipfel in die Tiefe. In die Ungewissheit.

When the men on the chessboard get up and tell you where to go

Ich finde mich wieder auf einem Schachbrett. Steif und unbeweglich. Wie eine Schachfigur stehe ich da. Wartend, bis jemand kommt und mich lenkt. Ich werd fremdgesteuert. Und für eine Weile nehme ich es hin. Für den Moment ist es eben einfach bequemer.

When logic and proportion have fallen sloppy dead

Doch dann wendet sich das Blatt wieder. Ich bin wieder am Zug und habe gute Karten. Diese spiele ich aus und nehme die Dinge wieder selbst in die Hand. Ich sehe ein, dass nicht alle Geschehnisse auf diesem Erdball in meinen Händen liegen. Selbst wenn ich wollte- vieles kann ich einfach nicht beeinflussen. Doch wenn eine Erfolgsaussicht besteht? Dann packe ich es an. Wohin es mich dabei verschlägt? Das wird sich zeigen. Es könnte auch ein längerer, beschwerlicher Weg werden. Aber ich verliere nicht das Ziel aus den Augen. Oder? Vielleicht doch. Manchmal. Wenn sich wieder fabelhafte Dinge auf dieser kleinen Erde ereignen, die sich nicht so leicht erklären lassen und mich in ein Land voller Wunder entführen. Dann sind diese Sorgen gleich ein kleines bisschen geschrumpft.

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Ein Besuch bei der Schulze-Mühle gibt mir das Gefühl, das Alice im Wunderland gehabt haben muss: Neben den Miniatur-Fachwerkgebäuden komme ich mir vor wie ein Riese. Dabei ist diese kleine Getreidemühle voll funktionsfähig und im Maßstab 1:5 zu ihrem großen Vorbild, der Lehmann-Mühle, von ihrem Erbauer Günther Schulze in einer Zeitspanne von 1968 – 1974 erbaut worden. Nach dem Tod des Erbauers verfiel die Mühle und ist nun nach mühsamer Restauration wieder zugänglich. Sie ist nun also nicht nur nett anzusehen, sondern wieder voll funktionsfähig und gilt als kleinste, produzierende Wassermühle in Deutschland. Und in diesem Fall meine Inspirationsquelle für den Text.

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Es war nicht die Wasserpfeife rauchende Raupe aus dem Wunderland. Stattdessen ist mir aber die Raupe eines Liguster-Schwärmers begegnet.

Dieser Beitrag ist in freundlicher Zusammenarbeit mit http://www.spartoo.de entstanden.

 

 

HAUS DER PALMEN

Mint würde ich nicht unbedingt als meine Lieblingsfarbe bezeichnen, auch wenn sie im Moment wieder überall gegenwärtig ist. Als grafischer Blumenprint in Kombination mit Schwarz, Flieder und Chromgrün wirkt Mint auf  Samtstoff sogar sehr edel und erinnert nicht an Krankenhauskleidung. Besonders schön finde ich den Kontrast von dem festem Baumwollsamt des Rocks und der leichten, semitransparenten Baumwoll-Seidenmischung meiner Bluse. Gerne kombiniere ich neue Stücke wie den bestickten Blazer mit Vintageschätzen wie der geflochtenen Strohtasche und meinem geliebten Leonard-Maxirock.

Seit 1958 existiert das Label Leonard in Paris und wurde von  Jacques Leonard und Daniel Tribouillard ins Leben gerufen. Daniel Tribouillard entwickelte 196o ein spezielles Druckverfahren für Englische Webstoffe, die damals als modern, jedoch auch als unbedruckbar galten. Ein weiteres Highlight ereigete sich 1968, als Leonard seine Kollektion mit äußerst leichten Kleidern aus bedrucktem Seiden-Jersey präsentierte. Dies und die farbintensiven Blumenprints machten das Label populär. Orchideen sind immer wieder ein wichtiges Gestaltungselement ‚ohne geometrische Grenzen‘ bei den Entwürfen. Und die Orchidee ist auch auf meinem Samtrock zu entdecken bei genauerer Betrachtung.

Auch im Palmenhaus des Schlossparks in Pillnitz ist die Orchidee vertreten. Das Gewächshaus entstand unter dem Kurfürsten Friedrich August III, der sich äußerst interessiert an Flora und Fauna zeigte und so die einstige Lust- und Spielstätte des Barocks in eine naturwissenschaftliche Pflanzensammelstätte verwandelte. Gerade im der kalten Jahreszeit können sich die Besucher an den Winterblühern erfreuen und sich- wie wir- ins Trockene fliehen bei Schauerwetter.

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Mint, I would not necessarily describe as my favorite color, even if it is currently present everywhere. As a graphic floral print in combination with black, lilac and chrome green, mint looks very elegant on velvet and does not remind of hospital clothing. I especially like the contrast of the solid cotton velvet the skirt is made of and the light, semitransparent cotton-silk blend of my blouse. I like to combine new pieces like the embroidered blazer with vintage treasures such as the braided straw bag and my beloved Leonard skirt.

Since 1958 the label Leonard exists in Paris and was founded by Jacques Leonard and Daniel Tribouillard. In 196o, Daniel Tribouillard developed a special printing process for English woven fabrics, which at the time were regarded as modern, but also as unprintable. Another highlight came in 1968, when Leonard presented his collection with extremely light clothes of printed silk jersey. This and the color-intensive floral prints made the label popular. Orchids are always an important design element ‚without geometrical limits‘ in the designs. And the orchid is also to be discovered on my velvet skirt on closer inspection.

The orchid is also present in the palm house of the park in castle Pillnitz. The greenhouse was built under the Elector Frederick August III, who was extremely interested in flora and fauna and thus turned the once baroque place of pleasure into a natural scientific greenhouse. Especially in the cold season visitors can enjoy the winter blooms and flee into the dry from rainy weather like us.
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Auch andere Blüten entdecke ich abgesehen von der Orchidee, die sich in dem Muster meines Rocks wiederfinden.

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Hat: Mayser | Earrings: Antique Art Nouveau | Blouse: Kinga Mathe | Blazer: Hallhuber | Skirt: Leonard Paris | Boots: Hallhuber

INSPIRATIONS

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Woman with a parrot (Henriette Darras) | Pierre Auguste Renoir
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Femme exotique | Henri Auguste Renoir
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Die Schlangenbeschwörerin | Henri Auguste Renoir
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Femme de la Orchidee | Edgar Maxence

DIE FÜNFTE JAHRESZEIT

Am letzten Samstag im August beginnt Jahr für Jahr auf der Loretowiese das Herbstfest. Was als Landwirtschaftsausstellung auf einem freien Stück Fläche am Stadtrand begann, entwickelte sich 1861 durch ein Schützenfest und einen Gesangswettbewerb weiter zu einem Volksfest. Traditionell beginnt die Wies´n mittags mit  einem Trachtenzug. Dieser führt vom Bahnhof durch die Innenstadt  Loretowiese. Offiziell eröffnet wird das Fest mit drei Böllerschüssen und dem O´zapfen durch den Oberbürgermeister und den Landrat in den Festzelten. Auch am mittleren Sonntag findet jedes Jahr in der Innenstadt ein Erntedankumzug statt. Dort und bei der Eröffnung kann man dann die prachtvollen Trachtengewänder der ortsansässigen Verbände bestaunen. Die Rosenheimer sind als Bergvolk sehr traditionell verwurzelt und tragen ihre Tracht voller Stolz. Und das sicher nicht um Touristen zu beeindrucken. Viel mehr geht es dabei um gelebtes Kulturgut, das es gilt weiter zu führen.

Nun stellt sich die Frage, ob das Erntedankfest denn noch zeitgemäß ist in der heutigen Zeit des Überschusses. Die Rituale des Erntedankes zählen wohl zu den ältesten der Menschheit. Über Jahrtausende war der Mensch direkt von der Ernte abhängig. So konnte ein regenarmer Sommer Hunger und Tod bedeuten.Was sind uns die Gaben der Natur heute noch wert? Eine reichhaltige Ernte erscheint nicht zuletzt durch den Einsatz von Chemie und Maschinen als etwas Selbstverständliches. Längst ist man gewohnt daran, dass die Lebensmittel im Ausland bezogen werden. Auch, wenn die Güter einen Weg von tausenden Kilometern hinter sich haben, macht sich das noch nicht einmal am Preis bemerkbar. Es leben weit mehr Menschen auf der Erde als jemals zuvor und eigentlich müsste die Abhängigkeit von Lebensmitteln entsprechend viel höher sein. Doch gerade in Deutschland wird achtlos mit Nahrungsmitteln umgegangen. Elf Millionen Tonnen werden im Jahr auf Müllhalden entsorgt. Und die Gründe, die Lebensmittel zu entsorgen sind oft banal. Es reicht eine Druckstelle, ein schiefer oder nicht normgerechter Wuchs oder ein gerade abgelaufenes Mindesthaltbarkeitsdatum aus.

Und die beste Form der Dankbarkeit ist der respektvolle Umgang mit allem, was das Leben einem schenkt.

Viel mehr sollte man sich die Frage stellen, was uns die Gaben der Natur langfristig wert sind.  Die Erzeuger, die dafür arbeiten, ökologisch erzeugte Gaben der Natur auf unseren Tisch zu bringen, müssen auf jeden Fall gerecht entlohnt werden um von ihrer Hände Arbeit menschenwürdig leben können. Aber die Lebensmittel regional und saisonal zu beziehen hilft nicht nur der lokalen Wirtschaft. Auch die Qualität der Lebensmittel ist besser. Durch die kurzen Transportwege können die Lebensmittel voll ausreifen und sind daher wesentlich besser im Geschmack. Der positive Effekt einer ökologischen Landwirtschaft liegt vor allem im Verzicht auf Pestiziden und synthetischen Düngemitteln. Das sorgt für eine bessere Boden- und Grundwaserqualität, eine geringere Belastung unserer Nahrungsmittel sowie eine eine dadurch entstehende größere Artenvielfalt.

Vielleicht sollte man vor dem nächsten Einkauf einmal sein Gewissen fragen, ob der Gang zum nächsten Hofladen nicht ausreichend ist, anstatt durch lange Supermarktregale zu irren. Schmeckt die in einer wieder verwendbaren Glasflasche abgefüllte Milch zum fairen Preis von glücklichen Weidekühen aus der Zapfanlage beim Bauern um die Ecke nicht doch besser als die `totgekochte´ haltbare aus dem Tetrapack? Muss es wirklich der von weit her importierte Apfel sein oder erfüllt nicht auch der aus der Region seinen Zweck? Das Erntedankfest ist ein Tag der Besinnung und gibt Anlass über das eigene Konsumverhalten und über eine nachhaltige Ernährung nachzudenken. Und die beste Form der Dankbarkeit ist der respektvolle Umgang mit allem, was das Leben einem schenkt.

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On the last Saturday in August, the autumn festival begins every year at the Loretowiese.What began as an agricultural exhibition on a free piece of land on the outskirts of the town developed into a folk festival in 1861 through a shooting festival and a singing contest. Traditionally, the Wies’n starts at noon with a traditional costume procession. This leads from the station through the inner city to Loretowiese. Officially the festival is opened with three shots and the `O’zapfen´ by the Lord Mayor and the district council in the tents. On the middle Sunday every year in the town center there is a thanksgiving procession. There and at the opening you can admire the magnificent traditional costumes of the local associations. The Rosenheimer are traditionally rooted as mountain people and wear their traditional costumes full of pride. And certainly not to impress tourists. Much more is about living cultural assets, which must be continued.

Now the question arises whether the thanksgiving is still contemporary in the present time of the surplus. The rituals of thanksgiving are probably one of the oldest of mankind. Over a thousand years people was directly dependent on the harvest. So a rainy summer could mean hunger and death. What are the gifts of nature still worth? A rich harvest appears to be a matter of course, not least through the use of chemistry and machines. You have long been accustomed to the fact that the food is purchased abroad. Even if the goods have a distance of thousands of kilometers behind, this does not even affects the price. There live far more people on earth than ever before, and the dependence on food should be much higher. But it is precisely in Germany that food is bypassed. Eleven million tonnes are disposed of on landfill sites every year. And the reasons that dispose of food are often banal. A blessure, a bend or non-standard growth or a minimally exceeded expiry date is sufficient.

And the best form of gratitude is the respectful dealings with all that life gives to one.

Much more should be asked what nature’s gifts are worth in the long term. Producers who work with their hands for the ecologically produced gifts of nature on our table must at all be justly rewarded. But the regional and seasonal food helps not only the local economy. Also the quality of the food is better. Due to the short transport distances, the food can be fully ripened and is therefore much better in the taste. The positive effect of organic farming is mainly the absence of pesticides and synthetic fertilizers. This results in better soil and ground water quality, a lower load on our foodstuffs and a greater diversity of species.

Perhaps you should ask your conscience before the next purchase once, if the walk to the next farm shop is not sufficient instead of long walks through supermarkt. Does the milk from the tapping system from the farm around the corner which is bottled in a reusable glass bottle at a fair price from happy cows  do not taste better than the ‚dead-cooked‘ milk out of a box? Does it really have to be an imported apple or does not also a regional one fulfill the purpose? The thanksgiving is a day of reflection and gives reason to think about your own consumption behavior and about a sustainable diet. And the best form of gratitude is the respectful dealings with all that life gives to you.

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ZEITZEUGEN

Was Bäume aus ihrem langen Leben erzählen würden, wenn Sie sprechen könnten? Die „Drei Linden“ bei Brannenburg hätten sicher einiges aus vergangenen Tagen zu berichten. Nach einem kurzen etwa halbstündigen Aufstieg von der Kirche St. Margarethen aus, der über malerische Almwiesen führt, hat man bereits einen eindrucksvollen Blick in das Inntal.

Auf der Wanderung kommt man am denkmalgeschützten „Dorner Hof“ vorbei. Die Geschichte des Hofs reicht laut der Inschrift an der Fassade bis ins Jahr 1390 zurück. Ein Schild bei der Abzweigung zum „Guggen-Hof“ weist auf die ehemaligen Bewohner hin. Die Familie Dientzenhofer zog dort im 17. Jahrhundert ein. Georg Dientzenhofer war ein bedeutender Baumeister des Barockzeitalters. Und auch seine Söhne taten es ihm gleich und traten in seine Fußstapfen. Christoph, Leonhard und Johann wurden auf dem „Guggen-Hof“ geboren. Sie schrieben mit ihren barocken Sakralbauten ebenso europäische Architekturgeschichte wie die älteren Brüder Georg und Wolfgang.

Auf dem Weg zu den „Drei Linden“ begegnet man den friedlich weidenden Pferden und Kühen, die ihre Freiheit auf den Almwiesen genießen. Und spätestens, wenn man unter der imposanten ältesten Linde angekommen ist, seinen Blick ins Tal und das angrenzende Alpenpanorama schweifen lässt, lässt man den Alltag hinter sich und taucht ganz in die Bergwelt ein. Zwei der drei Linden sind dem Sturm zum Opfer gefallen. Ja, die Lebenszeit ist begrenzt. Dies gilt auch für Bäume. An ihrer Stelle wurden neue Linden gepflanzt, welche die kommenden Jahre über stillschweigende Zeitzeugen werden.

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What would trees tell of their long life if they could talk? The „Drei Linden“ near Brannenburg would certainly have something to report from past days. After a short half-hour climb from the church of St. Margarethen, which leads over picturesque alpine meadows, you already have an impressive view of the Inn Valley. On the hike you pass the listed „Dorner Hof“. The history of the court goes back to 1390, according to the inscription on the facade. A sign at the junction to the „Guggen-Hof“ points to the former inhabitants. The Dientzenhofer family moved here in the 17th century. Georg Dientzenhofer was a great master builder of the baroque period. And his sons also did the same, and followed in his footsteps. Christoph, Leonhard and Johann were born at the „Guggen-Hof“. They wrote with their Baroque sacred buildings just as European architectural history as the older brothers Georg and Wolfgang. On the way to the „Drei Linden“ you meet the peacefully grazing horses and cows, which enjoy their freedom on the alpine meadows. And at the latest, when you have reached the imposing oldest linden tree, you can see the valley and the surrounding alpine panorama, you leave your everyday life behind you and immerse yourself completely in the world of mountains. Two of the three linden trees have fallen victim to the storm. Yes, life is limited. This is also for trees. In their place, new linden trees were planted, which will be silent timbres in the coming years.

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